AfD, Rechtsentwicklung und antifaschistische Strategie

Wann: 11.10.2026

Uhrzeit: 16:00 Uhr

Wo: Berlin


Die AfD ist nicht vom Himmel gefallen. Ihr Aufstieg vollzieht sich vor dem Hintergrund einer allgemeinen Rechtsentwicklung, die weit über die Partei selbst hinausgeht. Verschärfungen in der Migrationspolitik, Aufrüstung und Militarisierung, starke Repression gegen die Palästinasolidarität und Angriffe auf soziale Rechte werden nicht allein von der AfD vorangetrieben. Rechte Positionen und Forderungen finden sich zunehmend auch in der Politik anderer Parteien und staatlicher Institutionen.

Die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin rücken diese Entwicklung noch einmal besonders ins Zentrum der politischen Auseinandersetzung. Doch die entscheidende Frage für Antifaschismus beginnt nicht erst bei Wahlergebnissen: Wie ist der Aufstieg der AfD zu erklären? Welche Funktion nimmt sie in der gegenwärtigen Rechtsentwicklung ein? Welche Rolle spielen Staat und andere Parteien? Und was folgt daraus für eine antifaschistische Strategie?

16:00–17:00 Uhr | Vortrag mit Jakob Yasko

Zum Auftakt wird Jakob Yasko die Entwicklung der AfD genauer untersuchen: ihre Entstehung und Veränderung seit ihrer Gründung, die Kräfteverhältnisse innerhalb der Partei und ihre Stellung in der gegenwärtigen politischen Entwicklung. Jakob beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit Neofaschismus und der extremen Rechten in Deutschland und hat zuletzt ausführlich zur Entwicklung des Neofaschismus in Ostdeutschland gearbeitet.

Der Vortrag bildet den Ausgangspunkt für die zweite Hälfte der Veranstaltung. Denn so wichtig eine genaue Analyse der AfD ist: Eine antifaschistische Strategie kann sich nicht in der Frage erschöpfen, wie dieser einen Partei begegnet werden soll. 

Ab 17:30 Uhr | Panel: Antifaschistische Strategie heute

Dafür bringen wir Vertreter verschiedener antifaschistischer Zusammenhänge an einen Tisch. Innerhalb der antifaschistischen Bewegung existieren unterschiedliche Einschätzungen darüber, woher die gegenwärtige Rechtsentwicklung kommt, gegen welche Kräfte sich antifaschistische Politik richten muss und welche Strategie daraus folgen sollte.

Diese Unterschiede wollen wir produktiv diskutieren.

Welche Rolle spielen AfD, andere Parteien und staatliche Institutionen? Wie verhalten sich der Kampf gegen organisierte faschistische Kräfte und der Widerstand gegen eine allgemeine Rechtsentwicklung zueinander? Welche Bündnisse brauchen wir? Wo liegen Grenzen gemeinsamer Politik? Und wo gibt es trotz unterschiedlicher Analysen und politischer Traditionen gemeinsame Interessen und Handlungsmöglichkeiten?

Gerade in der aktuellen Situation, in der rechte Kräfte stärker werden, halten wir es für notwendig, dass unterschiedliche Teile der antifaschistischen Bewegung miteinander reden. Das Panel soll deshalb Raum für eine offene Strategiedebatte bieten: für Streit über tatsächliche Differenzen, für die Suche nach gemeinsamen Nennern und für die Frage, wie gemeinsame antifaschistische Praxis heute aussehen kann.

🤝 Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit Bridges over Borders e.V., dem Bündnis Widersetzen und andere.

📍 bUm, Paul-Lincke-Ufer 21, 10999 Berlin