Wer ist die Kommunistische Organisation (KO)?

veröffentlicht im März 2026

1. Unser Ziel

Ziel der Kommunistischen Organisation (KO) ist es, dazu beizutragen, in Deutschland eine starke kommunistische Partei aufzubauen. Wir selbst sind heute noch weit davon entfernt, eine solche Partei zu sein. Wir stellen uns darunter eine Organisation vor, die

  • Klarheit in den zentralen Fragen der Bewegung erarbeitet,
  • mit zentralen Kämpfen der Arbeiterklasse in Deutschland verbunden ist,
  • für diese Kämpfe in einem wissenschaftlich begründeten Programm eine aktuelle Strategie hin zum Sozialismus formuliert und
  • aus einem Kollektiv von Genossen besteht, die diese Kämpfe mit Klarheit und Erfahrung anführen können und einen großen Teil ihres Lebens dieser Sache widmen.

Solch eine Organisation gibt es derzeit in Deutschland nicht und kann auch nicht von heute auf morgen gegründet werden. Diese Partei müssen wir mit langem Atem im Kontext der Kämpfe unserer Zeit aufbauen – in Zusammenarbeit, aber auch in scharfer Diskussion mit Kräften, die dasselbe Ziel verfolgen.

Heute teilen wir viele Herausforderungen und Schwächen mit dem Rest der kommunistischen Bewegung in Deutschland und der Welt. Vielerorts agieren die Kommunisten zersplittert und weitgehend isoliert von der Arbeiterklasse. Diese Umstände sind wohl die offensichtlichsten Formen der Krise der Kommunistischen Bewegung, von der wir uns natürlich nicht ausnehmen.

Internationale Kämpfe gegen den Imperialismus

Gleichzeitig steckt die wirtschaftliche, politische und ideologische Vorherrschaft des selbst bezeichneten Westens in einer historischen Krise. Diese Vorherrschaft wurde auf dem Rücken von über 400 Jahren Kolonisierung, kapitalistischer Ausbeutung und imperialistischer Unterdrückung errichtet. Die imperialistischen Länder unter Führung der USA wollen ihre Herrschaft aufrechterhalten, stehen dabei jedoch im Widerspruch zum Streben der unterdrückten Länder nach nationaler Selbstbestimmung und Befreiung. Die Krise ihrer Herrschaft zeigt sich unter anderem im ökonomischen Aufstieg Chinas, dem erzwungenen Rückzug westlicher Truppen aus ehemaligen Kolonien in Afrika, dem verstärkten Kampf um Befreiung in Westasien oder auch in den Teilniederlagen im Krieg gegen Russland. Länder wie Russland, China und Iran sollen als eigenständige politische Subjekte ausgeschaltet werden. Dafür werden sie militärisch bedroht, ökonomisch erpresst und politisch destabilisiert. Gleichzeitig unterstützen sich die Länder des globalen Südens zunehmend gegenseitig.

Die NATO treibt die Aufrüstung und Kriegsvorbereitung voran, um ihre globale Vorherrschaft militärisch durchzusetzen. Die 2022 in Deutschland eingeläutete und parteiübergreifend unterstützte „Zeitenwende“ umfasst ein Programm zur umfassenden Absicherung der bestehenden Ordnung und damit auch zur Kriegsvorbereitung: Aufrüstung, Militarisierung sowie Sozial- und Demokratieabbau werden mit zunehmend autoritären Mitteln durchgesetzt.

Weltweit versuchen antiimperialistische Kräfte, die Krisensituation zu nutzen, um sich von der jahrhundertelangen Unterdrückung durch Kolonialismus und Imperialismus zu befreien. Diese Versuche sind an vielen Orten der Welt sichtbar, mit all ihren Widersprüchen. Die derzeitige dynamische internationale Klassenkampfsituation birgt enorme Gefahren, bietet jedoch gleichzeitig große Chancen.

Zerfaserung der kommunistischen Bewegung

Um diese Situation nutzen zu können, müssen wir sie besser verstehen. Wie der Sozialismus erfolgreich erkämpft werden kann, ist umstritten. Es fehlt an einer Analyse der (inter-)nationalen, gesellschaftlichen und politischen Situation sowie an einer darauf basierenden Strategie und Taktik – also an einer konkreten Bestimmung unserer heutigen Aufgaben und Zielstellungen. In diesem Bereich gibt es unter Kommunisten viele Streitfragen und Unklarheiten, mit denen wir uns befassen und zu deren Klärung wir beitragen wollen. Dieser Zustand ist einer der Hauptgründe für die Zerfaserung, Inaktivität und Isolation von der Arbeiterklasse. Wir wollen dies überwinden, indem wir uns den drängenden politischen Fragen unserer Zeit und der kommunistischen Bewegung widmen. Das verstehen wir unter Klärungsprozess, und dafür wurde die KO 2018 gegründet.

Der heutige Mangel an Klarheit ist eng verbunden mit dem Mangel an Genossen, die die Kämpfe der Arbeiterklasse verstehen und erfolgreich anleiten können. Es geht nicht nur darum, die richtige Theorie und Praxis zu entwickeln, sondern auch darum, einen Personenkreis zu formen, der diese kontinuierlich gemeinsam erprobt und weiterentwickelt. Die Ausbildung dieser Genossen im Kollektiv bezeichnen wir als Kaderentwicklung.

Wir gehen diese Schritte, indem wir uns an den wichtigsten Kämpfen unserer Zeit beteiligen – wir lernen zu organisieren, knüpfen Kontakte und schärfen unsere Analyse im Austausch mit anderen sowie durch die Auswertung unserer Erfahrungen. Das aktive Engagement in aktuellen Kämpfen, etwa gegen Krieg und soziale Verelendung, und das daraus gewonnene Lernen sind sowohl für den Klärungsprozess als auch für die Kaderentwicklung zentral.

2. Was ist der Klärungsprozess?

Wenn wir vom Klärungsprozess sprechen, geht es letztlich darum, eine revolutionäre Strategie und Taktik für die Arbeiterklasse in Deutschland zu erarbeiten. Wir wollen die Hauptlinien des Klassenkampfes sowohl international als auch in Deutschland identifizieren. Dabei ist es unser Ziel, die Lage und das Bewusstsein der deutschen Arbeiterklasse zu erfassen, die Ursachen für bisherige Niederlagen des Sozialismus nachzuvollziehen und aktuelle Entwicklungstendenzen des Imperialismus aufzudecken. Auf dieser Grundlage möchten wir konkrete Kampf- und Handlungsorientierungen ableiten.

Die Schwierigkeit dieser Aufgabe zeigt sich beispielsweise in den aktuellen Diskussionen über die Rolle Russlands und Chinas in der Welt, Verhältnis zwischen dem deutschen und dem US-Imperialismus sowie die Frage eines herannahenden Faschismus oder eines dritten Weltkriegs. Lösungsansätze wie „Der Hauptfeind steht im eigenen Land“, „Hinter dem Faschismus steht das Kapital“ oder die Proklamierung des Sozialismus als nächste Kampfetappe bieten zwar eine gewisse Orientierung, sind jedoch noch keine konkreten Antworten auf die komplexen Fragen, mit denen wir uns intensiv auseinandersetzen müssen.

Der Krieg der NATO gegen Russland hat uns beispielsweise deutlich gemacht, dass unser bisher zu allgemeines Verständnis des Imperialismus und der historischen Debatten unserer Bewegung, beispielsweise zur nationalen Frage, nicht ausreicht, um im Angesicht scharfer Entwicklungen des Klassenkampfes politische Orientierungen zu geben. Viele Organisationen und Gruppen, auch jenseits des Spektrums der kommunistischen Bewegung, wurden von der Dynamik dieser politischen Ereignisse eingeholt. So auch die KO, in der ein Streit entbrannte, der letztlich zur Spaltung der Organisation führte. Ein zweifelhafter Rückbezug auf allgemeine Lehrsätze wurde einer konkreten Auseinandersetzung sowohl mit der historischen Debatte der Arbeiterbewegung als auch mit den widersprüchlichen Entwicklungen und Verhältnissen in der Ukraine und Russland entgegengehalten. Ohne Bezug auf das konkret-historische Material, das heißt auf die Realität des Klassenkampfes, entwickeln kommunistische Programme und Lösungen kein revolutionäres Potenzial. Es droht ein Abdriften zum verbalradikalen Kommentator von der Seitenlinie, und es besteht die Gefahr von Selbstüberschätzung, Sektierertum und Dogmatismus.

Wir wollen diesen Entwicklungen in der kommunistischen Bewegung entgegenwirken und uns intensiv mit den relevanten Fragen beschäftigen. Zu diesem Zweck haben wir je nach Bedarf und Fragestellung in verschiedenen Formen kollektiv diskutiert und gearbeitet, etwa in inhaltlichen Arbeitsgruppen oder im BolscheWiki.

Auch der Studiengang Kommunismus dient diesem Zweck und soll zum Klärungsprozess sowie zur Kaderentwicklung beitragen. Der Klärungsprozess zielt darauf ab, eine gemeinsame solidarische Diskussion und Auseinandersetzung mit der Geschichte, aktuellen Entwicklungen und unseren Streitfragen zu fördern – auch im Austausch mit anderen Personen und Akteuren. Dies ist entscheidend für die Einigung der kommunistischen Bewegung, die ohne eine klare Auseinandersetzung um wichtige Streitfragen unmöglich ist. Wie bereits erwähnt, ist der Klärungsprozess außerdem eng verbunden mit den Kämpfen: In den Auseinandersetzungen und Kämpfen, die wir führen, lernen wir viel über die richtige Analyse, Strategie und Taktik.

3. Die KO in der kommunistischen Bewegung

Die KO wurde 2018 nach einem einjährigen Vorbereitungsprozess gegründet. Sie setzt sich aus ehemaligen Mitgliedern der DKP und SDAJ sowie weiteren Personen aus anderen politischen Organisationen und zuvor Unorganisierten zusammen. Seit ihrer Gründung hat sich die KO sowohl personell als auch inhaltlich weiterentwickelt. Wir betrachten die KO nach wie vor als ein Instrument zur Kaderentwicklung und zur Schaffung wichtiger wissenschaftlicher Grundlagen für die kommunistische Partei. Daher arbeiten wir mit gleichgesinnten Kräften der Bewegung in Deutschland und international zusammen, um die Herausforderungen, vor denen die Bewegung insgesamt steht, gemeinsam zu bewältigen.

Unsere Strömung

Wir wollen den Klärungsprozess und die Diskussion über wichtige Fragen gemeinsam mit allen Interessierten führen. Wir sind offen, mit anderen Organisationen zu diskutieren und um die richtigen Argumente zu ringen. Unser Ziel ist es, uns selbstkritisch mit der Bewegung auseinanderzusetzen, was auch die Kritik an uns einschließt. Daher stellen wir uns einen offenen, sachlichen und kontroversen Prozess vor.

Wir zählen uns zu einer bestimmten Strömung der kommunistischen Bewegung, die sich positiv auf den real existierenden Sozialismus in der Sowjetunion, der DDR und vielen weiteren Ländern bezieht und diesen Kampf als unseren versteht – mit all seinen Problemen, Widersprüchen und Erfolgen. Die meisten dieser Parteien sind in Solidnet versammelt, das zugleich jedoch auch die Spaltung dieser Strömung widerspiegelt. Innerhalb dieser Strömung gibt es sehr unterschiedliche Standpunkte zur Geschichte der Bewegung, insbesondere in der Bewertung der Politik der KPdSU unter Stalin. Wir lehnen den Anti-Stalinismus ab, da er ein wirkmächtiges Instrument des Klassenfeinds zur Schwächung der kommunistischen Bewegung ist. Der Revisionismus, der innerhalb der kommunistischen Bewegung entstand, stellt ebenso ein Problem dar, mit dem wir uns auseinandersetzen müssen, wie die Erscheinungsformen von Dogmatismus und Erstarrung. Der anti-revisionistische Zugang zur Geschichte der kommunistischen und Arbeiterbewegung ist für uns von Bedeutung, weil er die Niederlage des Sozialismus von 1989/90 nicht als objektive Zwangsläufigkeit, sondern als vermeidbare Niederlage der fortschrittlichen Kräfte im Kampf um die richtige Strategie und Taktik versteht.

Die Zugehörigkeit zu dieser Strömung hat für uns daher eine wichtige Bedeutung. Gleichzeitig ist sie relativ, da gegenwärtig zu beobachten ist, dass innerhalb dieser Strömung viele verschiedene Positionen und Ideologien vertreten werden, die häufig eher dem Linksradikalismus oder dem Reformismus nahe stehen.

Unser Verhältnis zur DKP

Da einige von uns in der DKP und SDAJ aktiv waren, bevor wir die KO gegründet haben, und wir wichtige inhaltliche Übereinstimmungen mit der DKP sehen, möchten wir unser Verhältnis zur DKP kurz erklären: Wir streben eine enge und solidarische Zusammenarbeit mit der DKP an. Wir teilen viele ideologische Grundlagen, darunter den positiven Bezug auf den Realsozialismus sowie die Priorität des Kampfes gegen die NATO und den deutschen Imperialismus. Wir sind der Ansicht, dass die DKP, deren Wurzeln bis zur KPD zurückreichen, eine bedeutende Kraft in der kommunistischen Bewegung ist. Unser Ziel ist ein konstruktives, solidarisches Verhältnis zur DKP, das von Kritik und Selbstkritik geprägt ist. Zudem hoffen wir auf einen intensiveren Austausch über die Krise der Bewegung und die Notwendigkeit eines Klärungsprozesses.

Gleichzeitig sind wir jedoch nicht Teil der DKP. Um einen systematischen Klärungsprozess und eine Auseinandersetzung mit der Frage der Eigenschaften der Kommunistischen Partei zu führen, haben wir eine eigene Organisation gegründet, da dies innerhalb der DKP nicht möglich war und ist. Die Schaffung eines aktiven, disziplinierten Kollektivs war und ist notwendig, um den Klärungs- und Aufbauprozess voranzubringen. Die Möglichkeit, Diskussionen offen führen zu können, ist eine weitere Voraussetzung für die Organisation des Klärungsprozesses. Seit unserer Gründung haben wir zahlreiche wichtige Erfahrungen gesammelt, da wir eine Organisationsform entwickelt haben, die wir in anderen Strukturen nicht gefunden haben.

Ringen statt Proklamieren

Unsere Organisation befindet sich in ständiger Entwicklung, und genau das zeichnet uns aus. Um eine Initiative umzusetzen und aus dem Prozess zu lernen, was gut ist und was verbessert werden muss, ist unsere Organisierung erforderlich. Wir verstehen diesen Prozess weiterhin als Ringen darum, wie eine Kampforganisation geschmiedet werden kann. Das Proklamieren der eigenen Organisation als Partei, wie es der Teil der KO getan hat, der sich 2023 abgespalten hat und sich heute als „KP“ bezeichnet, ohne sich signifikant den von uns genannten Zielen zu nähern, ist nicht nur unrealistisch, sondern führt das Vorhaben der KO ad absurdum. Der Zustand der Klärung, der Selbstkritik und des Ringens um die richtigen Formen ist anstrengend und unbequem – aber notwendig.

Internationale Dimension

Der Klärungsprozess sollte sich nicht nur auf Deutschland beschränken. Insbesondere die Diskussion und der Kontakt mit Parteien und Organisationen weltweit haben unserer politischen Entwicklung in den vergangenen Jahren immer wieder wichtige Impulse gegeben. Wir sind überzeugt, dass Klärung und Aufbau für die Klassenkämpfe in Deutschland nur in enger Verbindung mit der international antiimperialistischen und kommunistischen Bewegung erfolgreich sein können.

Die Probleme, vor denen wir hierzulande stehen, spiegeln eine weltweite Lage wider. Die Fragen sind letztlich dieselben, auch wenn sich jeweils unterschiedliche Strategien aus der konkreten lokalen Situation ergeben. Internationalismus bedeutet neben praktischer Solidarität auch, den internationalen Zusammenhang der Klassenkämpfe zu untersuchen und zu verstehen, um eine einheitliche Front im weltweiten Klassenkampf zu bilden. Wir halten zu verschiedenen Organisationen und Parteien weltweit Kontakt, mit einigen stehen wir im regelmäßigen Austausch. Im Vordergrund steht auch international das Ziel der Klärung und der Austausch über brennende Fragen. Wir verfolgen die Debatten bei Solidnet, sind im Austausch mit der International Peoples Assembly und nehmen an Treffen des Antifaschistischen Forums sowie der World Antiimperialist Platform teil.

4. Was macht die KO konkret?

Studiengang zur Geschichte des Kommunismus

Als zentrales Instrument organisieren wir seit Februar 2025 den Studiengang zur Geschichte des Kommunismus. Ziel ist es, die Kämpfe und Auseinandersetzungen in der Arbeiterbewegung sowie die damit verbundenen wichtigen Erkenntnisse und Lehren der kommunistischen Theorie in ihrem historischen Kontext zu verstehen. Die KO wird von vielen jungen Genossen getragen: Während uns einerseits Energie, Lern- und Entwicklungsbereitschaft auszeichnet, erkennen wir andererseits einen konkreten Mangel an Erfahrung sowie an Kenntnissen über unsere Geschichte und aktuelle Kämpfe.

Der Studiengang Kommunismus ist eine Schlussfolgerung aus der Spaltung, die uns gezeigt hat, dass wir ein gemeinsames Fundament erarbeiten müssen, um die gegenwärtig brennenden politischen Fragen verstehen und beantworten zu können. Gerade in Anbetracht der sich zuspitzenden Verhältnisse ist diese intensive Auseinandersetzung mit den Kampferfahrungen der Arbeiterbewegung für uns von großer Bedeutung, um den Herausforderungen besser gewachsen zu sein. Der Studiengang ist auf drei Jahre angelegt und setzt sich kollektiv und intensiv mit der Geschichte der kommunistischen und der Arbeiterbewegung auseinander. Wir wollen Niederlagen, Errungenschaften, Spaltungen und Widersprüche unserer Bewegung im historischen Kontext verstehen. Der Studiengang wird lokal in wöchentlichen Lesegruppentreffen organisiert und mit zentralen Vorträgen begleitet. Die Teilnahme und Mitarbeit steht auch Interessierten außerhalb der KO offen.

Kämpfe führen und Organisieren lernen in der Massenarbeit

Wir sind zudem aktiver Teil der politischen Auseinandersetzungen in Deutschland. In der KO haben sich Genossen zusammengeschlossen, die gegen die aggressive Kriegspolitik Deutschlands und der NATO eintreten. Wir kämpfen gegen die Verarmung der breiten Masse der Bevölkerung, gegen den Abbau demokratischer Rechte, gegen die Ausbeutung anderer Völker, gegen die rassistische Hetze gegen Migranten und gegen viele weitere Verbrechen unserer Zeit. Über die politische Arbeit zu einzelnen Fragen abseits der KO haben sich die meisten von uns dem Kommunismus als politischer Strömung der Arbeiterbewegung angenähert.

Mit der KO wollen wir die praktischen Erfahrungen aus politischen und sozialen Kämpfen vertiefen, gemeinsam auswerten und lernen, eine aktive, vorantreibende und organisierende Rolle einzunehmen. Wir wollen den Klassenkampf verstehen und erlernen. Das bezeichnen wir als Massenarbeit und betreiben diese als Einzelpersonen unabhängig von der KO. Welche Aktivitäten wir dabei umsetzen, hängt stark von den örtlichen Gegebenheiten und dem individuellen Hintergrund der Genossen ab. Innerhalb verschiedener Organisationen (Gewerkschaften, Stadtteilorganisationen, Initiativen zu bestimmten politischen Fragen wie Palästina, Frieden, Mieten usw.) setzen wir uns für Prinzipien ein, die eine nachhaltige Selbstorganisation der Klasse fördern: Solidarität, Aktivität und Unabhängigkeit. Breite Organisationen der Arbeiterklasse, in denen Menschen sich für ihre Interessen zusammenschließen und lernen, dass sie in der Lage sind, organisiert etwas zu verändern, sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Klassenkampfes.

Kommunistische Agitation und Propaganda

Abgesehen von der Massenarbeit organisieren wir als KO Kundgebungen, Aktionen und nehmen an Demonstrationen teil. In den letzten Jahren haben wir besonders die Verurteilung und Aufdeckung der Rolle des deutschen Imperialismus und der NATO in den Vordergrund gestellt. Mit diesen Mitteln haben wir intensiv für die Solidarität mit Palästina gearbeitet, gegen die Kriegspolitik Deutschlands und der NATO gegenüber Russland und China mobilisiert, uns gegen den damit verbundenen Abbau demokratischer Rechte eingesetzt und die Solidarität mit antiimperialistischen Kämpfen in die Öffentlichkeit getragen. Auch das Organisieren einer lebendigen Gedenkkultur zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, des Antifaschismus und der DDR gehört zu unserer Arbeit. Insgesamt versuchen wir mit unseren Publikationen auf Lücken in der kommunistischen Debatte zu reagieren. Dabei fließen Erkenntnisse aus unserer Massenarbeit ein, und wir verbreiten relevante Analysen und Einschätzungen aus der internationalen Debatte.

Kommunismus-Kongress

2022 und 2023 haben wir den Kommunismus Kongress organisiert, um zentrale und brennende Kontroversen innerhalb der kommunistischen Bewegung zu bearbeiten. Dazu haben wir verschiedene Akteure aus Deutschland und international eingeladen, um in Vorträgen, Podien und Workshops Positionen auszutauschen, Kontroversen zu diskutieren und Wissen zu vertiefen. Auch in Zukunft möchten wir den Kommunismus Kongress weiterhin organisieren.

Aktuelle Stunden

Unsere Ortsgruppen organisieren regelmäßig Aktuelle Stunden. In diesen offenen Runden diskutieren wir tagespolitische Themen und Entwicklungen und versuchen, sie aus marxistischer Perspektive einzuordnen. Darüber hinaus bieten die Ortsgruppen regelmäßig Diskussionsveranstaltungen zu bestimmten Fragen sowie Lesekreise, Filmvorführungen und ähnliche Aktivitäten an.

5. Wie ist die KO organisiert?

Wir sind eine bundesweite Organisation mit einzelnen Ortsgruppen, die ihre lokale Arbeit kollektiv gestalten. Jährlich organisieren wir bundesweite Mitgliederkongresse, um wichtige politisch-programmatische Linien für die KO zu bestimmen sowie unsere gemeinsamen Tätigkeiten auszuwerten und zu planen. Unser Organisationsleben regelt ein Statut, das wir als Grundlage nutzen. Die Frage des Organisationsprinzips hat uns von Beginn an intensiv begleitet.

Einige von uns haben bereits unterschiedliche Erfahrungen in Organisationen und Gruppen der Bewegung gesammelt. Zudem haben wir uns mit historischen Debatten zu Organisationsformen beschäftigt, die im Verlauf der Geschichte der Arbeiterbewegung aufgetreten sind. Die Erfahrungen des Klassenkampfes und die Entstehung der imperialistischen Staatsmaschinerie haben wesentlich zur Entwicklung der Prinzipien der „Partei Neuen Typs“ beigetragen, wie die Orientierung auf eine Kaderpartei, demokratischer Zentralismus, Kollektivität, Kritik und Selbstkritik, Disziplin und Aktivität. Diese Prinzipien sind für uns auch heute noch wichtige Orientierungspunkte, wobei wir gleichzeitig den Entwicklungsstand und die konkreten Verhältnisse des Klassenkampfes berücksichtigen müssen, um sie anwenden zu können.

Konkret wollen wir uns in verbindlicher Verantwortungsübernahme und Leitungsfähigkeit schulen. Außerdem möchten wir Erfahrungen in der Agitation und der Massenarbeit sammeln sowie fundierte Kenntnisse der Geschichte erwerben. Diese Fähigkeiten entwickeln sich in der kollektiven Arbeit, die auf ein hohes Maß an langfristiger Aktivität und freiwilliger Disziplin der Mitglieder angewiesen ist, um als Kollektiv eigene Schwächen und Fehler erkennen und beseitigen zu können.

6. Wie kann man mitmachen?

Habt ihr Interesse, in der KO oder bei einzelnen Projekten mitzuarbeiten? Alle Interessierten sind eingeladen, uns bei Veranstaltungen und offenen Angeboten kennenzulernen. Wir freuen uns zudem über schriftliche Beiträge zu wichtigen politischen Debatten für unsere Webseite. Informationen zum Studiengang Kommunismus und wie man mitmachen kann, findet ihr auf der Website des Studiengangs. Man kann sich der KO auf Antrag auch als Unterstützer anschließen, um uns besser kennenzulernen und aktiv in unsere Arbeit einzubringen. Schreibt uns gerne eine E-Mail mit eurem Anliegen an info@kommunistische-organisation.de oder meldet euch direkt bei unseren Ortsgruppen.