Der „Entzauberer des Liberalismus“. Domenico Losurdo – Über den Zusammenhang seines Denkens (Teil 2)
Teil zwei der Einführung von Andreas Wehr in das Denken des marxistischen Historikers Domenico Losurdo. Die Aufnahme ist entstanden bei einem Seminar des Marx-Engels-Zentrums in Berlin, vom 12. Dezember. Auch im zweiten Teil geht es zunächst um den Zusammenhang aus Liberalismus und Kolonialismus, wobei insbesondere die Kontinuität zwischen Lohnarbeit und Sklaverei und die Beziehung zwischen der Barbarei der kapitalistischen Metropolen und der Gewalt der Kolonialregime ins Auge gefasst werden. Außerdem wird der „Pathos des Individualismus“ als ideologischer Wesenskern der liberalen Gesellschaft untersucht, wobei insbesondere dem Gedanken von Marx und Engels wonach „die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist“ nachgespürt wird. Abschließend geht Andreas Wehr auf die Auseinandersetzung Losurdos mit Hegel ein. Losurdo hat sich der – auch in linken und marxistischen Kreisen – weit verbreiteten Ansicht entgegenstellt, die in Hegel einen konservativen preußischen Staatsphilosophen erkennt. Dem entgegen hebt Losurdo die Zugewandheit Hegels zum gesellschaftlichen Fortschritt und zur Wirklichkeit hervor.
Wie auch im ersten Teil, liegen vier Kurztexte von Andreas Wehr vor, die in das Denken von Domenico Losurdo einführen.
Das Pathos des Individualismus