Die gesammelten Texte: Dossier: 2. VV der KO
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Beschlüsse und Diskussionen
Am 20.-21. Juli, gut ein Jahr nach unserer Konstituierung, hat die 2. Vollversammlung der Kommunistischen Organisation stattgefunden. Die Vollversammlung war produktiv und für die Entwicklung der KO ein bedeutender Schritt nach vorne.
Beginn,
Grußwort und Politisches Referat
Die Diskussion wurde eingeleitet durch ein ausführliches Politisches Referat, gehalten durch den Sprecher der KO Jakob Schulze, das in einer gekürzten Fassung hier (Referat zur 2. Vollversammlung) nachzulesen ist. Das Referat führte aus, dass die nächste kapitalistische Krise bevorsteht und die Kriegsgefahr wächst. Reaktionäre Kräfte erhalten Auftrieb und werden vom bürgerlichen Staat gezielt aufgebaut, allgemein werden die Angriffe auf die Rechte der Arbeiterklasse sich verschärfen. Klassenbewusstsein ist in der Arbeiterklasse in Deutschland aktuell nur schwach ausgeprägt. In dieser Situation, wo eine starke und klare kommunistische Partei dringend notwendig wäre, sind die kommunistischen Kräfte zersplittert, von ideologischen Unklarheiten und opportunistischen Einflüssen durchsetzt. Es war darum richtig, einen kommunistischen Klärungsprozess zu beginnen, der Voraussetzung dafür ist, eine revolutionäre Strategie und ein Programm für die kommunistische Partei in Deutschland zu entwickeln. Ebenso richtig ist es, dass die KO die Massenarbeit in den Mittelpunkt ihrer zweiten VV gerückt hat. Denn wenn die Kommunisten es nicht schaffen, die Arbeiterbewegung wieder aufzubauen, wird es nicht möglich sein, effektiven Widerstand gegen die kommenden Angriffe auf die Arbeiterklasse zu leisten, geschweige denn den Kapitalismus zu stürzen.
Nach dem Politischen Referat begann eine mehrstündige Debatte über verschiedene Aspekte der Massenarbeit und unseres Leitantrags „Zur Arbeit in den Massen“. Die Diskussion war in sieben verschiedene thematische Blöcke gegliedert.
Die
Diskussion um die Massenarbeit
Zuerst
ging es um das Thema „Klassenkampf
und Arbeit in den Massen“.
Es wurde argumentiert, dass die Kommunisten durch die Massenarbeit
systematisch in Kontakt mit anderen Menschen kommen und ihnen direkt
ein Angebot zur Organisierung machen können. Das diene auch der
Gewinnung weiterer Genossen, denn die KO nur durch das Sammeln von
Kommunisten zu stärken sei nicht ausreichend.
In
anderen Beiträgen wurde die Frage der Orientierung auf bestimmte
Schichten erörtert: Wir sollten uns nicht nur auf das
Industrieproletariat stützen, sondern grundsätzlich die gesamte
Arbeiterklasse organisieren und, da alle Genossen wichtig seien, auch
Schichten darüber hinaus. Dies setze eine Offenheit gegenüber allen
Schichten des Volkes und das Ablegen von möglichen Vorurteilen
voraus. Ein Beispiel, das angeführt wurde, war die Bedeutung der
Organisierung von Studenten und Büroarbeitern, die in den
Gewerkschaften nur schwach organisiert sind und für die es
möglicherweise eigene Formen der Organisierung geben müsse.
Argumentiert
wurde, dass wir unsere Vorstellungen von den strategisch wichtigen
Teilen der Arbeiterklasse nicht überstülpen können. Wir treffen in
Wohnviertel ebenso wie im Betrieb auf konkrete Menschen, die wir
organisieren wollen. Zudem seien überall verschiedene Teile der
Klasse anzutreffen und die Grenzen fließend. Daher sei es notwendig
auf die Klasse in ihrer Gesamtheit zu orientieren. Schwierigkeiten in
der Organisierung werden überall auftreten und unseren eigenen
Mangel aufzeigen.
Während
andere Organisationen sich faktisch nur auf Teile der Arbeiterklasse
fokussieren, dürften wir uns weder auf die Arbeiteraristokratie,
noch auf besonders ausgegrenzte Randgruppen der Klasse beschränken.
Dies stehe jedoch nicht im Widerspruch dazu, sich auf bestimmte
Schichten besonders zu fokussieren.
Der
zweite Block drehte sich um die Frage, welche
Rolle das Bedürfnis der Massen, sich anhand unmittelbar politischer
Fragen zu organisieren spielen
sollte. Um diese Frage entstand eine Kontroverse, die zuvor auch
schon in den veröffentlichten Diskussionsbeiträgen sichtbar gewesen
war.
Einige
Genossinnen und Genossen waren der Ansicht, die Massenarbeit solle
sich anhand von ökonomischen, sozialen oder kulturellen Bedürfnissen
der Massen entwickeln. Ob es „politische Bedürfnisse“
überhaupt gibt, wurde teilweise infrage gestellt, da sich diese
immer auf die oben genannten materiellen Bedürfnisse zurückführen
ließen. Jedenfalls sei es problematisch, rein politische
Zusammenschlüsse (beispielsweise eine Initiative zur Solidarität
mit Palästina) als eine mögliche Form der Massenarbeit zu
begreifen. Über
solche Formen könne man Menschen kaum längerfristig organisieren,
da es zu wenig Bezugspunkte zu ihrem
Lebensalltag
gebe.
Andere
Redner widersprachen dieser Auffassung. Es dürfe keine schematische
Herangehensweise an die Frage geben, wen man organisiert. Eine rein
ökonomische Sichtweise auf die Massenarbeit sei ebenfalls falsch,
zumal die Arbeiterbewegung immer politisch gekämpft habe, nicht nur
für höhere Löhne, sondern gegen den Krieg und das Kaiserreich, für
die Revolution usw. Gerade um eine solche Politisierung des Kampfes
der gesamten Arbeiterbewegung und auch der Gewerkschaften müsse es
den Kommunisten ja gehen. Es wurde betont, dass es durchaus
politische Bedürfnisse von Menschen gebe, da alle Fragen über die
Welt und wie sie sein sollte, politische Fragen sind. Der Kampf gegen
Faschismus, Krieg usw. sei ebenso ein unmittelbares Bedürfnis der
Arbeiterklasse wie der um höhere Löhne. In
der weiteren Diskussion wurde diese Frage vertieft und wir werden die
Diskussion fortsetzen. Zugleich werden wir verschiedene Erfahrungen
sammeln und diese auswerten müssen, um in dieser Klärung
voranzukommen.
Die
Orientierung des Leitantrags auf langfristige Massenarbeit statt
einer Orientierung auf „spontane Bewegungen“ sei richtig, aber
das bedeute umgekehrt auch nicht, dass die Kommunisten solche
Bewegungen grundsätzlich außen vor lassen könnten. Vielmehr
müssten das Verhältnis der Kommunisten zu den Bewegungen immer
konkret geprüft werden, bevor man sich entscheide, sich an ihnen in
irgendeiner Form zu beteiligen oder nicht. Dafür gebe es auch
historische Beispiele, beispielsweise die Arbeit der DKP in der
Friedensbewegung der BRD in den 80ern, wobei erfolgreich durchgesetzt
werden konnte, dass die Bewegung sich überwiegend gegen die NATO,
aber nicht gleichzeitig gegen die sozialistischen Staaten richtete.
Allerdings sei es richtig, dass eine Organisierung anhand rein
politischer Interessen nicht ausreichend sei, vielmehr gehe es um
eine Verbindung verschiedener Kämpfe und Organisierungsansätze.
Der
dritte Block behandelte die Frage von „Vorfeldorganisationen“.
Dabei wurde kritisiert, dass es keine einheitliche und allgemein
akzeptierte Definition von Vorfeldorganisationen gebe. Der im
Leitantrag verwendete Begriff, wonach „Vorfeld“ eine von der
kommunistischen Organisation abhängige und von ihr über
intransparente Wege kontrollierte Form der Massenorganisierung
darstelle, sei nicht die einzige mögliche Bedeutung des Wortes.
Einigkeit bestand dann allerdings darin, dass wir eine intransparente
und undemokratische Kontrolle von Massenorganisationen durch die
kommunistische Organisation ablehnen. Es gebe aber keinen Grund, jede
Form des „Vorfelds“, also enger an die KO bzw. später die KP
gebundene Formen der offenen Organisierung prinzipiell abzulehnen. In
einem Beitrag wurde dann jedoch betont, dass offene Angebote der KO
oder KP in ihrer Struktur und ihren Inhalten nie von allen
Teilnehmern mitbestimmt werden können, da sonst die Unabhängigkeit
unserer Organisation infrage gestellt sei und die Grenze zwischen
Partei und Massenorganisationen verwischt werde. Zudem
wurde die Frage aufgeworfen, ob es sinnvoll ist, für alle
Kampfetappen und Situationen etwas auszuschließen, also ob es auch
Situationen geben kann, in denen Kommunisten aufgrund von Repression
und Verfolgung nicht überall Transparenz gewährleisten können.
Im
vierten Diskussionsblock ging es um die Thematik „Betrieb
und Gewerkschaft“.
Zuerst trugen einige Genossinnen und Genossen Berichte über ihre
Erfahrungen in Betrieben und gewerkschaftlichen Gremien vor. Die
Spaltung im Betrieb zwischen verschiedenen Gruppen der Arbeiterklasse
sei allgegenwärtig. Die Gewerkschaften könnten grundsätzlich als
Orte des Zusammenkommens und der Entwicklung kampforientierter
Handlungsoptionen dienen, was sie jedoch faktisch nicht tun, da sie
vor allem als Dienstleister fungierten und es dem hauptamtlichen
Apparat vor allem um die Erhöhung der Mitgliederzahlen ginge. Der
Antikommunismus sei ein weiteres Hindernis für die Organisierung der
Klasse, wie sich in Unvereinbarkeitsbeschlüssen gegen Kommunisten
oder Personen, die sich so verstehen und anderen Formen der
Ausgrenzung äußere. Kritisch
wurde auch angemerkt, dass es zwar richtig sei, Sozialpartnerschaft
und Führung zu kritisieren, dass wir es uns aber nicht zu einfach
machen können, weil auch viele Hauptamtliche keine Antworten bieten
könnten, aber
trotzdem
guten
Willens seien. Hier komme es darauf an, welche Vorschläge und Ideen
wir einbringen
Eine
Diskussion gab es um die Einschätzung der Arbeit in Betriebsräten.
Ein Genosse argumentierte, die Kommunisten seien historisch gegen das
Betriebsrätegesetz und das Betriebsverfassungsgesetz gewesen, da die
Betriebsräte im Sinne des Kapitals und nicht der Arbeiter
aufgestellt wurden. Darauf gab es verschiedene Entgegnungen. Es sei
ein Unterschied, ob die KPD historisch gegen bestimmte reaktionäre
Gesetze war oder ob sie gegen die Arbeit in Betriebsräten war. Ein
Genosse berichtete aus seiner Arbeit als Betriebsrat, dass sich aus
seiner Position bedeutende Spielräume für die Massenorganisierung
ergäben. Ein anderer Genosse berichtete aus seinem Betrieb, dass die
Betriebsräte oft die Position des Kapitals einnähmen, Kritiker
niedergemacht würden und die Spaltung der Belegschaft aktiv
betrieben würde. Ein dritter Genosse berichtete aus seiner Erfahrung
in einem Betrieb ohne Betriebsrat und dass er froh darüber wäre,
wenn es einen Betriebsrat gäbe, der ihm helfen würde, seine formell
gegebenen Rechte durchzusetzen. Entscheidend sei letztlich, wer im
Betriebsrat sitze und wie die Spielräume genutzt würden.
Fünftens
wurde dann die Frage
der Jugend
gesondert diskutiert. Ein Redebeitrag ging ausführlich auf die
Problematik der Drogen ein. Der Drogenkonsum sei eine massiv negative
Erscheinung in der Arbeiterklasse, die mit Deaktivierung und Rückzug
aus der Politik einhergehe und noch nie eine fortschrittliche Rolle
gespielt habe. Es wurde dazu aufgefordert, eine klare ablehnende
Haltung zu Drogen zu entwickeln und diese als Waffe in unserer
Massenarbeit einzusetzen. Ein anderer Beitrag ging darauf ein, dass
Ursache jeder Realitätsflucht die Entfremdung und oftmals
vergebliche Sinnsuche im Kapitalismus sei. Ein Genosse berichtete aus
der Massenarbeit in einem Stadtteilzentrum, wo nach langen
Diskussionen ein schwerer Alkoholiker aus dem Verein ausgeschlossen
werden musste, weil er sich regelmäßig im Verein betrunken hatte
und die Arbeit massiv gestört hatte, dann aber auch nicht in der
Lage war, sein Verhalten zu ändern. Es sei eine schwierige
Gratwanderung, einerseits offen und solidarisch gegenüber den
Konsumenten von Drogen zu sein, andrerseits aber auch keine
Zerstörung unserer Organisierungsansätze zuzulassen.
Ein
anderer Beitrag wies auf die historischen Erfahrungen mit der
Beteiligung von Kindern an Klassenkämpfen nach den Konzepten des
kommunistischen Pädagogen Edwin Hoernle hin. Die Erziehung habe
einen klaren Klassencharakter: Aus Sicht der Bourgeoisie werden
Kinder zu Untertanen, Arbeitswerkzeugen, Soldaten usw. erzogen, aus
Sicht der Arbeiterklasse müsse es darum gehen, das Kind auf die
Rolle als Kämpfer ihrer Klasse vorzubereiten. Dies sei eine Aufgabe
der Massenarbeit.
Der
sechste Diskussionsblock drehte sich um Organisationsfragen
der KO.
Hier wurde die Bedeutung des organisierten Handelns hervorgehoben.
Wir reagieren auf auftretende Probleme also nicht als Individuen oder
einzelne Ortsgruppe, sondern im Sinne der organisierten und
zentralisierten Struktur. Die Zusammenführung und Auswertung von
Erfahrungen sei überhaupt die Voraussetzung von Demokratie, denn
lose miteinander verbundene Ortsgruppen seien letztlich nicht
demokratisch. Andere Beiträge gingen auf die Geschichte des
Demokratischen Zentralismus als Organisationsprinzip der
Revolutionäre oder die Frage der sozialistischen Moral und
Disziplin, der Vorbildrolle der Kommunisten im Alltag ein.
Eine
Diskussion gab es zu der Frage, in welchem Sinne davon gesprochen
werden könne, dass auch die Massenorganisationen
demokratisch-zentralistisch organisiert sein sollten. Es wurde die
Frage aufgeworfen, ob es nicht problematisch sei, eine
Massenorganisation als demokratisch-zentralistisch zu verstehen –
denn wenn dort Beschlüsse gefasst werden, die im Widerspruch zur
Linie der Partei stehen, stelle sich ja die Frage, welche Disziplin
höher zu gewichten sei. Darauf wurde entgegnet, dass grundsätzlich
die KP bzw. KO die höchste Disziplin habe. Der Demokratische
Zentralismus sei in den Massenorganisationen nur in abgeschwächterer
Form, ohne denselben Grad an Disziplin anwendbar. Der
demokratische Zentralismus wurde auch als einheitliches
Organisationsprinzip der ganzen Klasse verstanden. Die Arbeiterklasse
habe keine andere Art und Weise, wie sie sich organisieren und
Entscheidungen
treffen
könne. Kommunisten haben stets für die Umsetzung des demokratischen
Zentralismus in Massenorganisationen wie den Gewerkschaften gekämpft.
Unser Ziel ist deshalb, dieses Prinzip zu verteidigen und mit Leben
zu erfüllen. Die Frage, wie man
sich gegenüber falschen Beschlüssen in den Massenorganisationen
verhalte, ob man diese aus taktischen Gründen mittrage oder nicht,
sei jedoch immer konkret zu beantworten.
Der
siebte Block behandelte die Frage der praktischen
Anwendung unseres Leitantrags.
Hier wurden vor allem viele verschiedene Berichte aus verschiedenen
Städten und Bereichen der Massenarbeit mit positiven und negativen
Erfahrungen vorgetragen. Es wurde darüber berichtet, wie man
Massenarbeit in einer Stadt mit nur wenigen Genossen und einer
kleinen Gruppe beginnen kann, aber auch welche Probleme in einer
bereits entwickelten Massenarbeit im Wohnviertel auftreten. Mögliche
Probleme seien beispielsweise, dass die Kommunisten selbst nicht ihre
Probleme in die Massenarbeit einbringen würden, um gemeinsam an
einer Lösung zu arbeiten. Dadurch wirke man nicht authentisch und
sei nur ein Dienstleister von außen, kein wirklicher Teil der
gemeinsamen Organisierung. Des Weiteren würden die drei Prinzipien
der Massenarbeit (Aktivität, Solidarität, Unabhängigkeit) ständig
von Leuten aus der Arbeiterklasse infrage gestellt, z.B. weil sie die
Bedeutung der Unabhängigkeit von staatlicher Finanzierung nicht
verstehen. Dies sei so, weil natürlich im Kapitalismus das System
permanent versuche, die Arbeiter zu bürgerlichen Individualisten zu
erziehen, die nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht seien und keine
Erfahrungen mit solidarischer Organisierung haben. Es
wurde festgestellt, dass wir sowohl auf große Potentiale der Klasse
im Wohnviertel treffen und das Bedürfnis nach Organisierung bei
Teilen der Klasse klar erkennbar ist. Zugleich treten hier, ebenso
wie im Betrieb, Probleme und Konflikte auf. Aufgrund
unserer mangelnden Reichweite und Erfahrung seien wir jedoch noch
nicht in der Lage, sehr weitreichende Schlüsse aus den praktischen
Erfahrungen zu ziehen. Dafür sei es vorerst notwendig, weitere
Erfahrungen zu sammeln.
Zum
Schluss wurden ein paar Kritikpunkte am Verfahren der Erstellung des
Leitantrags vorgebracht, die beim nächsten Mal zu beachten seien.
Insgesamt
wurden etwa 80 Redebeiträge zur Massenarbeit gehalten – einige
davon vorbereitet, viele aber auch spontan. An
einigen Punkten wurde die Debatte zusammengefasst und Vorschläge für
die Überarbeitung des Leitantrags gemacht, die per Abstimmung
beschlossen wurden.
Dann wurde der Leitantrag abgestimmt und von der Vollversammlung angenommen (Beschluss „Zur Arbeit in den Massen“).
Internationale
Resolution
Als
nächstes stand die Abstimmung über eine Resolution zum
proletarischen Internationalismus auf der Tagesordnung. Der Antrag
stellt eine Positionierung der KO zur Entwicklung, den
Organisationsformen und auch den Kontroversen der internationalen
kommunistischen Bewegung dar. Er betont die Wichtigkeit der
internationalen Organisierung der Kommunisten gegen den Imperialismus
und die Erfahrung der Kommunistischen Internationalen, an die wir
anknüpfen wollen. Die Bemühungen von Teilen der kommunistischen
Weltbewegung, sich zunehmend nicht nur in Diskussionstreffen zu
organisieren, sondern auch die inhaltliche Klärung und die
internationale Organisierung in einem festeren Rahmen anzustreben,
wie es durch die Initiative der kommunistischen und Arbeiterparteien
sowie die Internationale Kommunistische Rundschau der Fall ist, wurde
positiv hervorgehoben.
Nach einer Diskussion wurde auch dieser Antrag abgestimmt und angenommen. (Resolution zum Proletarischen Internationalismus)
Ausblick
Zu
Beginn der Versammlung am Samstag hatte der Genosse Jürgen Geppert
ein Grußwort für die KPD gehalten. Er betonte die inhaltliche
Einigkeit über die Notwendigkeit der Massenarbeit, den Fokus auf die
Arbeiterklasse und die Wichtigkeit der komplizierten Arbeit in den
Gewerkschaften. Allen Kommunisten stelle sich die Aufgabe, den
wissenschaftlichen Sozialismus in die Arbeiterklasse zu tragen. Das
Fernstudium der Zeitschrift offen-siv, an dem Genossen der KO und der
KPD gemeinsam teilnehmen, sei ein Beitrag, um dafür die
Voraussetzungen zu schaffen.
Wir
schätzen ein, dass die Vollversammlung trotz einiger Mängel in der
Vorbereitung, die unserer Unreife als junge Organisation geschuldet
sind, ein wichtiger Erfolg und Schritt nach vorne für die gesamte
Organisation war. Die Diskussionen fanden auf hohem Niveau statt,
waren konstruktiv und vom Geist der Solidarität getragen. Wir haben
es geschafft, eine breite demokratische Beteiligung an der Erstellung
des Leitantrags zur Massenarbeit zu ermöglichen, die möglichst
viele Anregungen und Ideen aufnimmt, ohne dass das Ergebnis ein
unzusammenhängender Flickenteppich wird und ohne dass die
Versammlung sich in ermüdenden Antragsdiskussionen um Detailfragen
aufreibt. Wir hoffen, mit der knappen Zusammenfassung der
Diskussionen einen Einblick in die Diskussionen gegeben zu haben.
Es
war spürbar, wie sehr unsere Genossinnen und Genossen motiviert
sind, die gemeinsam erarbeiteten Orientierungen nun in der Praxis
anzuwenden und in der Organisierung der Klasse und dem Aufbau der
Kommunistischen Partei endlich voranzukommen. Dieser umfassenden
Aufgabe werden wir uns nun im kommenden Jahr gemeinsam stellen und
hoffen, bei unserem nächsten Kongress alle bekannten und möglichst
viele neue Gesichter zu sehen.
Zum Schluss möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass wir die Diskussionstribüne zur Massenarbeit auf unserer Homepage nach der Vollversammlung keineswegs abbrechen wollen. Es wird weiterhin Diskussionsbeiträge geben und wir freuen uns über weitere Zusendungen, auch von Außenstehenden.