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Resolution des Kommunismus Kongresses 2023/Communism Congress 2023

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Alle Informationen zum Kommunimus Kongress 2023 finden sich hier.

The English version of the resolution can be found below.

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Teilnehmer des Kommunismus-Kongresses,
wir haben diesen Kongress organisiert, um einen Beitrag zum Kampf gegen den Imperialismus, gegen die NATO, gegen diese Räuberbande und Schlächter der Menschheit zu leisten.

Wir wollen eine gemeinsame Resolution dieses Kongresses vorschlagen und würden uns freuen, wenn Ihr sie mit Applaus annehmt und unterstützt.

Palästina hat sich erhoben! Palästina schlägt zurück! Der Befreiungskampf des palästinensischen Volks bricht durch! Buchstäblich: Gaza hat seine Gefängnismauern gesprengt! Eine lang ersehnte und notwendige Antwort auf über 100 Jahre Kolonialismus und 75 Jahre Besatzung, Vertreibung und Auslöschung der palästinensischen Nation!

Alle Unterdrückten der Welt und alle Befreiungsbewegungen stehen an der Seite des Widerstands gegen das zionistische Besatzungsregime.

Der Kommunismus-Kongress spricht seine volle Solidarität und Verbundenheit mit dem mutigen und entschlossenen Kampf Palästinas aus! Er ist ein leuchtendes Signal für den weltweiten Kampf gegen die Barbarei und für die Befreiung der Menschheit! Es ist eine historische Notwendigkeit, der aktiv zum Durchbruch verholfen wird: Ganz Palästina wird frei sein! Der zionistische Siedlerkolonialismus wird besiegt werden!

Der Kommunismus-Kongress spricht seine Solidarität mit unserem Referenten und Genossen Zaid Abdulnasser aus, dessen Aufenthalt entzogen werden soll. Unsere Botschaft ist unmissverständlich:  Zaid wird bleiben! Bis Palästina frei ist! Es lebe die palästinensische Befreiungsbewegung — in Palästina und in Deutschland!

Wer den Kampf gegen diese gut organisierten Verbrecher aufnimmt, wer sich den Kriegstreibern der NATO entgegenstellt, muss mit Isolation und Repression rechnen. Der wird lächerlich oder verächtlich gemacht. Wer für die Freiheit der Unterdrückten kämpft, wird von ihren Schergen verfolgt.

Der Kommunismus-Kongress spricht seine Solidarität mit den Kononovich-Brüdern aus, die vom Kiewer Regime als Geiseln genommen wurden und öffentlich mit dem Tode bedroht werden. Wir solidarisieren uns auch mit unserem Genossen und Referenten Alexej Albu, der von den ukrainischen Faschisten aus seiner Heimat vertrieben wurde und dem die europäischen Behörden die Einreise in die EU verweigern. Sie wollen ihn damit zum Schweigen bringen.

Der antifaschistische Kampf gegen die Bandera-Bande, die von den NATO-Staaten finanziert und bewaffnet wird, wird weiter gehen!

In Deutschland sitzen die Gesinnungsrichter preußischer Tradition in den Startlöchern, um alle zu drangsalieren, die nicht in den Kriegschor gegen Russland einstimmen. Die Bundesrepublik zeigt offen, was sie immer war: Das anti-kommunistische Bollwerk in Europa, dem Faschismus entwachsen.

Es sind die Ewiggestrigen kleingeistigen Pickelhaubenträger. Geben wir sie der Lächerlichkeit preis, denn sie sind nichts anderes als lächerliche Gestalten. Sie wollen mit Gewalt verhindern, dass die einfachsten Wahrheiten über die Kriegspläne und Kriegstreiberei der NATO ausgesprochen werden.

Setzen wir ihnen Mut und Entschlossenheit entgegen, das zu sagen, was ist! Es ist die NATO, die Faschismus und Krieg in die Ukraine und viele andere Länder der Welt gebracht hat. Sie ist der Aggressor!

Der Kommunismus-Kongress spricht seine Solidarität mit allen aus, die von der bundesdeutschen Gesinnungsjustiz verfolgt werden, weil sie gegen ihre Kriegstreiberei aufstehen. Stärken wir alle, die der NATO-Propaganda entgegen treten.

Wir rufen dazu auf, die Kampagne der Deutschen Kommunistischen Partei, DKP, gegen den Maulkorb für Kriegsgegner zu unterstützen und gegen den Paragraphen 130 anzukämpfen, der uns den Mund verbieten und einschüchtern soll.

Gestern war der 7. Oktober: Der Gründungstag der Deutschen Demokratischen Republik! Der Staat der deutschen Arbeiterklasse, der gegen den Imperialismus gekämpft hat, der brüderlich mit den Befreiungsbewegungen verbunden war, der den Internationalismus gelebt hat!

Lernen wir von der DDR, nehmen wir diesen Schatz unserer Geschichte für unsere heutigen Kämpfe!

Der Kampf gegen die imperialistischen Unterdrücker ist ein internationaler Kampf, es muss ein gemeinsamer Kampf der unterdrückten Völker und der Arbeiterklasse in den imperialistischen Zentren sein.

Wir wissen, dass die Herrschenden in den Zentren alle Mittel des Terrors und der Vernichtung gegen unsere Genossen in den unterdrückten Ländern anwenden. Viele Freiheitskämpfer fielen ihren Meucheltaten zum Opfer. Und auch heute werden viele verfolgt und mit dem Tode bedroht.

Der Kommunismus-Kongress sendet internationalistische Grüße an alle Kämpfer gegen Kolonialismus, Unterdrückung und Imperialismus.

Es lebe die internationale Solidarität — die Zärtlichkeit der Völker! 

Communism Congress Resolution 2023

Dear comrades, dear participants of the Communism Congress,

we have organized this congress to contribute to the fight against imperialism, against NATO, against this gang of robbers and butchers of humanity. We would like to propose a joint resolution for this congress and would be pleased if you approved and supported it with applause.

Palestine has risen! Palestine strikes back! The liberation struggle of the Palestinian people is breaking through! Literally: Gaza has blown up its prison walls! A long-awaited and necessary response to over 100 years of colonialism and 75 years of occupation, expulsion and extinction of the Palestinian nation! All the oppressed in the world and all liberation movements stand on the side of the resistance against the Zionist occupation regime.

The Communism Congress expresses its full solidarity and attachment to the courageous and determined struggle of Palestine! It is a shining signal for the global fight against barbarism and for the liberation of humanity! It is a historical necessity that is being actively helped to achieve a breakthrough: All of Palestine will be free! Zionist settler colonialism will be defeated!

The Communism Congress expresses its solidarity with our speaker and comrade Zaid Abdulnasser , whose stay is to be revoked. Our message is unmistakable: Zaid will stay! Until Palestine is free! Long live the Palestinian liberation movement – in Palestine and in Germany!

Anyone who takes up the fight against these well-organized criminals and opposes NATO’s warmongers must expect isolation and repression. He is ridiculed or despised. Anyone who fights for the freedom of the oppressed will be persecuted by their minions.

The Communism Congress expresses its solidarity with the Kononovich brothers, who were taken hostage by the Kiev regime and are publicly threatened with death. We also express our solidarity with our comrade and speaker Alexei Albu , who was expelled from his homeland by the Ukrainian fascists and to whom the European authorities are refusing entry into the EU. They want to silence him.

The anti-fascist fight against the Bandera gang, which is financed and armed by the NATO states, will continue!

In Germany, the judges of the Prussian tradition are waiting in the starting blocks to harass everyone who does not join in the war chorus against Russia. The Federal Republic is openly showing what it has always been: the anti-communist bulwark in Europe, which has outgrown fascism.

They are the old-fashioned, small-minded, spiked helmet wearers . Let’s expose them to ridicule,
because they are nothing but ridiculous figures. They want to use force to prevent the simplest truths about NATO’s war plans and warmongering from being spoken. Let us show them courage and determination, to say what is! It is NATO that brought fascism and war to Ukraine and many other countries around the world. She is the aggressor!

The Communism Congress expresses its solidarity with all those who are being persecuted by the Federal German justice system because they stand up against their warmongering. Let us strengthen everyone who opposes NATO propaganda. We call on you to support the campaign of the German Communist Party (DKP) against the muzzle of war opponents and to fight against paragraph 130, which is intended to forbid us from speaking up and intimidate us.

Yesterday was October 7th: the founding day of the German Democratic Republic! The state of the German working class, who fought against imperialism, who was fraternally connected to the liberation movements, who lived internationalism!

Let’s learn from the GDR, let’s use this treasure of our history for our struggles today!

The fight against the imperialist oppressors is an international struggle, it must be a common struggle of the oppressed peoples and the working class in the imperialist centers. We know that those in power in the centers use all means of terror and destruction against our comrades in the oppressed countries. Many freedom fighters fell victim to their assassinations. And even today many are persecuted and threatened with death.

The Communism Congress sends internationalist greetings to all fighters against colonialism, oppression and imperialism.
Long live international solidarity – the tenderness of peoples!

AfD – Wer kontrolliert die Partei?

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Vorwort

Wir veröffentlichen anlässlich des AfD-Parteitages diesen Auszug eines Diskussions- und Hintergrundartikels über die AfD, welcher demnächst auf unserer Website erscheinen soll.

Während die AfD aktuellen Umfragen zufolge zu Deutschlands wählerstärkster politischer Partei heranwächst, herrscht absolute Uneinigkeit über den Charakter der AfD. Eine Einschätzung der AfD, samt ihrer Geschichte, Entwicklung und all ihrer Widersprüche, im Kontext der Politik des deutschen Imperialismus scheint in weiter Ferne. Stattdessen wird nicht selten auf Etikettierungen und Analogien zur Beschreibung der Partei zurückgegriffen, um sie in die eine oder andere Richtung zu deuten.

Für die Kommunistische Bewegung stellt sich die Aufgabe, historische Faschismustheorien auf die veränderten Bedingungen der Gegenwart anzuwenden, ohne sie schematisch zu übertragen. Zu klären ist dabei nicht nur das Verhältnis der AfD zum Monopolkapital, dem Staatsapparat und konservativen Kräften, sondern auch ihre Funktion in Phasen kapitalistischer Krisen und gleichzeitiger Militarisierung. Die inneren Widersprüche der Partei, ihre strategischen Machtverschiebungen und ihre Formierung sind dabei ebenso zu untersuchen wie die Frage, welche konkreten Herrschaftsoption die AfD anbietet und verkörpert. All diese Fragen spielen für Jakob Yaskos Hintergrundartikel zur AfD, der demnächst erscheinen wird, eine große Bedeutung.

Der folgende Auszug beschäftigt sich angesichts des Bundesparteitages der AfD in Erfurt mit der innerparteilichen Entwicklung zwischen 2013 und 2026. Der Autor versucht dabei zu nachzuweisen, wie es dem völkisch-nationalistischen Flügel rund um Björn Höcke gelang, die gesamte Partei an sich zu reißen, und warnt davor, eine Professionalisierung der AfD mit einer Mäßigung der Partei zu verwechseln.

Eine Beschäftigung mit der AfD kommt nicht umhin, ihre innerparteilichen Entwicklungen zu untersuchen, da sich Klasseninteressen, strategische Ausrichtungen und ideologische Formierungen konkret in Machtkämpfen, Bündnissen und personellen Verschiebungen innerhalb der Partei ausdrücken. Die AfD ist kein homogener Block, sondern das Resultat widersprüchlicher Kräfte, deren Auseinandersetzungen Aufschluss darüber geben, welche Strömungen sich durchsetzen konnten, welche Funktionen die Partei für das Monopolkapital und ihren Staat erfüllt und in welche Richtung sich ihr politischer Charakter bewegt. Wer diese Prozesse ignoriert, reduziert die AfD auf ein statisches Etikett und ignoriert die Voraussetzungen, um ihre Rolle im Übergang von reaktionär-militaristischem Staatsumbau zu möglichen faschistischen Herrschaftsformen präzise zu bestimmen.

Ohne eine möglichst genaue Kenntnis der innerparteilichen Entwicklung der AfD ist eine Einschätzung der Partei nicht möglich. Welche Kräfte kontrollieren eigentlich die Partei? Wie steht es um den Einfluss des Flügels rund um Björn Höcke? Setzen sich mittlerweile gemäßigte Kräfte in der Partei durch? Inwieweit und in welchem Interesse nimmt das Kapital bereits Einfluss auf die Partei? All diese Fragen müssen wir beantworten können. Sie bilden nur einen kleinen Teil der Themenkomplexe und Entwicklungen ab, die wie bearbeiten müssen, um zu einer wirklichkeitsadäquaten Charakterisierung zu gelangen.


Redaktionsnotiz der KO

Die innerparteiliche Entwicklung

These: Die Entwicklung der AfD ist das Ergebnis einer langfristig angelegten, strategischen Machtübernahme durch ein völkisch-nationalistisches Netzwerk, welches systematisch die innerparteiliche Hegemonie errang. Der sogenannte „Flügel“ fungiert nicht als radikale Strömung innerhalb einer ansonsten rechtspopulistischen Partei, sondern zunehmend als ihr strategisches und ideologisches Zentrum. Das gelang geschützt und ermöglicht durch rechtskonservative Bündnispartner, ideologisch versorgt durch neurechte Vorfeldnetzwerke und taktisch abgesichert durch eine Sammlung völkischer Nationalisten und die Einflussnahme intransparenter Geldgeber. Die formale Auflösung des Flügels markierte keinen Abbruch dieser Entwicklung, sondern den Übergang in eine neue Phase der Professionalisierung, Kaderbildung und institutionellen Verankerung. Die Partei war von Beginn an ein Instrument völkisch-nationalistischer Politik, welche die Partei als Ganze prägt.

Frühe Öffnung nach der Gründung

Im Folgenden werden wir die personelle und strukturelle Entwicklung der AfD zwischen 2013 und 2025 begutachten. Zugunsten bestmöglicher Übersichtlichkeit sind nur die wesentlichsten Entwicklungen und die wichtigsten Persönlichkeiten der AfD aufgeführt. Sämtliche Streitigkeiten, Spaltungen und Schwankungen in der Partei sind noch deutlich vielschichtiger und komplexer und sollen an anderer Stelle genauer nachvollzogen werden. Dennoch ist eine grundlegende und eindeutige Tendenz in der Partei erkennbar, die an dieser Stelle nachgewiesen werden soll.                             

Im Juli 2013, nur drei Monate nach der Parteigründung, entschließt sich der Parteivorsitzende Bernd Lucke gegenüber den Vorstandsmitgliedern Konrad Adam und Alexander Gauland, die Partei nach rechts zu öffnen, um das „Sarrazin-Klientel“ zu erreichen und den stockenden Wahlkämpfen entgegenzuwirken.[1] Die sozialchauvinistischen und rassistischen Thesen in Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ (2010) spielten mit den Abstiegsängsten weiter Teile der Arbeiterklasse und des Kleinbürgertums vor dem Hintergrund der Finanzkrise und wurden medial massiv aufgebaut. Die Spielräume, die der Parteivorstand infolgedessen rechten Kräften lieferte, wurden umgehend genutzt, um Positionierungen gegen den Islam und Migration stärker in den Vordergrund zu rücken. Während die Junge Freiheit (JF) diesen Prozess von Beginn an wohlwollend und beratend begleitet, orientieren sich nun auch Götz Kubitscheks Netzwerke auf die AfD. Während man in der JF auf „seriöse“ Figuren wie Gauland und Petry setzte, begleiteten Kubitscheks Netzwerke völkisch-nationalistische Kräfte wie Höcke und Poggenburg auf ihrem Weg durch die Partei und setzten auf einen härteren Kurs.[2] Diese unterschiedlichen Strategien, die oft im Sinne einer Arbeitsteilung und Kooperation aufgelöst wurden, führen bis heute zu Streitigkeiten über die Ausrichtung der Partei: Soll die AfD als nationalkonservative Kurskorrektur für die CDU herhalten oder eine „grundlegend andere Staatsidee“[3] durchsetzen, wie Götz Kubitschek es nennt?

Während im Laufe der Jahre 2014 und 2015 zahlreiche „Nazi-Skandale“ in der AfD aufgedeckt wurden, die den nationalliberalen Lucke-Flügel zunehmend unter Druck setzten, machten sich Alexander Gauland und Frauke Petry für eine Zusammenarbeit mit der Pegida-Bewegung stark. Kubitscheks Netzwerke knüpften in der Zeit enge Kontakte zur Identitären Bewegung und suchten aktiv die Nähe zur Pegida-Bewegung und ihren bundesweiten Ablegern, die künftig als Vorfeld der Partei dienen sollten.[4]

Die Aufstellung des Flügels

Im März 2015 formiert sich der Flügel, um die Partei auf einen völkisch-nationalistischen Kurs zu bringen und gegen alle innerparteilichen Gegner dieser Linie vorzugehen. Dieses Netzwerk wird die Entwicklung der Partei wesentlich prägen. Die Erfurter Resolution kann als Gründungsdokument der parteiinternen Vereinigung und als Kampfansage gegen alle verstanden werden, die die Partei „nur“ als nationalkonservative Kurskorrektur verstehen. Die Resolution kritisiert den „vorauseilenden Gehorsam“ von Teilen der Partei gegenüber den „Altparteien“ und staatlichen „Institutionen“ und fordert „eine grundsätzliche politische Wende in Deutschland“ durch eine „mutige Auseinandersetzung mit den Altparteien“.[5] Insgesamt unterstützten 1.600 AfD-Mitglieder den Aufruf zur Gründung des Flügels.[6]

Unter den drei Erstunterzeichnern finden sich der Thüringer Landesvorsitzende Björn Höcke, Sachsen-Anhalts Landesvorsitzender Andre Poggenburg und der AfD-Grand-Senior Alexander Gauland.[7] Götz Kubitschek, Mitverfasser der Flügel-Resolution, betonte in strategischer Hinsicht bereits 2013 gegenüber den nationalliberalen Kräften in der AfD: „Sollen sie also machen, sollen sie sich ruhig ein bißchen von uns (…) distanzieren, wenn es hilft, diese Partei zunächst in der Nähe der Mitte zu platzieren. Das Volk, das Partei-Volk will längst mehr und diesmal soll und wird es mehr bekommen.“[8]

Dieses Bündnis aus Höcke, Gauland und Kubitschek war und ist von immenser Bedeutung für die AfD. Gauland, als rechtskonservativer Gründervater der AfD, wird künftig das konservative Aushängeschild der Partei spielen und den völkischen Nationalisten sehr vorteilhafte Entwicklungsbedingungen in der AfD verschaffen. Höcke, der im völkisch-nationalistischen Flügel als Führer gefeiert wird, sammelt gleichgesinnte Kräfte und bringt sie gegen parteiinterne Gegner in Stellung. Die erste Reihe des Flügels übernahmen Björn Höcke, Andreas Kalbitz und Andre Poggenburg – drei Personen, die sich nicht nur ihre völkisch-nationalistische Ideologie, sondern auch eine gemeinsame Vergangenheit in der Neonaziszene teilen.

Götz Kubitschek und seine Autoren liefern als Vorfeld-Netzwerker und als ideologische Impulsgeber die nötigen strategischen Orientierungen. Wenn wir im Folgenden häufig darauf zurückgreifen werden, die Strategen rund um Götz Kubitscheks Verlag und Zeitschrift (bspw. Martin Sellner, Erik Lehnert, Benedikt Kaiser usw.) zu zitieren, dann liegt das nicht daran, dass sich nicht auch direkt aus den Reihen der AfD genug ähnliche Aussagen finden würden, sondern daran, dass sie als anerkannte Vordenker, insbesondere des völkisch-nationalistischen Flügels, gelten und einen sehr starken Einfluss geltend machen können.

Der rechte CDU-Stahlhelmer Gauland achtete in den Folgejahren mehr oder weniger erfolgreich darauf, nicht zu stark die Nähe zum Flügel zu suchen, um seine Rolle als Brückenbauer zu „gemäßigteren“ Teilen der Partei nicht zu verspielen. So stärkte er das innerparteiliche Bündnis aus völkischen Nationalisten und Rechtskonservativen, das zu einem Erfolgsgaranten der Partei wurde. Vorherige Projekte wie NPD, DVU und Republikaner waren alle an der Aufrechterhaltung eines solchen Bündnisses gescheitert und isolierten sich frühzeitig durch ein zu radikales und unprofessionelles Auftreten. Gauland hingegen hielt dem völkisch-nationalistischen Flügel durch Aussagen wie: „Höcke ist die Mitte der Partei“[9], den Rücken frei.

Das Autorenkollektiv des Kommunistischen Aufbaus, welches Politiker wie Gauland einem „deutschnational-faschistischen“[10] CDU-Flügel zuordnet, wirft eine spannende Frage nach der Bewertung des rechten Randes der CDU auf, aber läuft auch gleichzeitig Gefahr, den Sammlungscharakter der Partei zu unterschlagen, der wesentlich ist, um die Strömungen in der Partei zu verstehen und einen sehr breiten Begriff von Faschismus anzusetzen. Wir wollen später noch einmal auf die Frage zurückkommen, ob es einen faschistischen CDU-Flügel oder zumindest dem Faschismus zugeneigte Teile in der CDU gab und gibt.

Der Familienunternehmerverband rückte in Folge dieser Entwicklungen von offenen Parteinahmen für die AfD ab. Künftige Kontakte und Verbindungen wurden im Rahmen der „Hayek-Gesellschaft“ aufrechterhalten oder durch informellere Kanäle gesucht. Wie unter anderem die Klandestinen Treffen von Wirtschaftsfunktionären, AfD-Politikern und Identitären in der „Düsseldorfer Runde“.[11]

Der Flügel entwickelte sich zur Triebkraft kommender Entwicklungen in der Partei und konnte drei interne Machtkämpfe zu seinen Gunsten gewinnen.

Der erste Etappensieg

Im Juli 2015 wurde im Bündnis mit von Storchs fundamentalchristlichen Netzwerken und Gaulands nationalkonservativem Ex-CDU-Milieu Frauke Petry zur Vorsitzenden gewählt. Luckes nationalliberaler Flügel, der zwar auf eine strategische Öffnung nach rechts setzte, aber gleichzeitig zur Mäßigung mahnte, wurde durch den Flügel abgesetzt.[12] Unter diesen veränderten Bedingungen entwickelte sich der Flügel unter Führung von Kalbitz, Höcke und Poggenburg und mit Rückendeckung von Gauland zur einflussreichsten parteiinternen Strömung. AfD-Politiker, die dem Flügel fernblieben, waren häufig nicht minder radikal, sondern aufgrund eigener Machtambitionen und Netzwerkfragen nicht Teil des Flügels. So forderten im Jahr 2016 Frauke Petry und Beatrix von Storch (beide keine offiziellen Flügel-Anhänger) auf Migranten an der Grenze schießen zu lassen.[13]

Eingliederung in das Parteienkartell des Monopolkapitals

2017 erfolgt der Einzug der AfD in den Bundestag. Auch ohne zu regieren, wird die Partei früh als scheinoppositionelle Kraft in den Staatsapparat der Bundesrepublik eingebunden. Dort haben die Vertreter der Kapitalverbände nicht nur ständigen Zugang zum Regierungsapparat und dem Kanzleramt, sondern zur gesamten Parlamentsbürokratie. Sie sind als Berater, Mitarbeiter und Staatssekretäre in sämtliche Beiräte, Ausschüsse, Arbeitskreise und andere Gremien integriert. Die Vertreter der Kapitalverbände pflegen dabei besonders enge Beziehungen zu den Parlamentsfraktionen, ihren Spitzenfunktionären und innerparteilichen Gruppierungen. Sie bilden so das Kettenglied zwischen Monopolkapital, Kapitalverbänden und Staatsapparat – einem Netz, zu dessen festem Bestandteil die AfD wird.[14] Die Partei agiert einerseits als scheinoppositionelle Kraft, aber andererseits auch zunehmend als mögliche Regierungspartei, als integraler Bestandteil des Parteienkartells des Monopolkapitals, und erfüllt in dieser Hinsicht eine besondere Rolle, auf die wir später genauer eingehen werden.

Frauke Petry legt in ihrem Aussteigerbuch „Requiem“ aus dem Jahr 2021 einige der Netzwerke und ihrer Finanziers offen, auf die wir bereits im Kapitel zur Gründung der AfD eingegangen sind. Eine Quellenüberprüfung meinerseits führte zu dem Schluss, ihre Einblicke hier zu teilen. Bereits vor der Parteigründung finanzierte der Milliardär August Baron von Finck über die Schweizer Firma „Degussa Goldhandel“ den sogenannten „Bürgerkonvent“ mit 6 Millionen Euro, in dessen Vorstand sich u.a. die DDR-Oppositionelle Vera Lengsfeld, der frühere FAZ-Redakteur Klaus-Peter Krause und Beatrix von Storch trafen. Während letztere der AfD beitraten, betreibt und finanziert Lengsfeld Wahlwerbung für Höckes Thüringer AfD.[15] Finck nahm seit der Gründung wiederholt Einfluss auf die Partei zugunsten des Höcke-Flügels. Kapitalisten wie Finck, die öffentlich Parteien unterstützten und in den Vordergrund treten, sind allerdings die Ausnahme. Um den Schein einer Demokratie wahren, in der das Volk mitbestimmen darf, existieren verdeckte Mechanismen zur Einflussnahme auf Parteien, die sich als bewährtes Mittel monopolkapitalistischer Herrschaft erwiesen haben.

Nur die CDU erhält mehr Großspenden als die AfD. Das ist einerseits wenig verwunderlich, da sich die CDU seit Jahrzehnten als zuverlässige Partei zur Durchsetzung monopolkapitalistischer Interessen erweist. Andererseits zeigt es dennoch, wie gezielt eine politische Partei von oben aufgebaut wird, für den Fall, dass die CDU nicht mehr im Stande ist, die Pläne der Herrschenden durchzusetzen. Was das genau bedeutet, untersuchen wir in den Kapiteln zur Frage der Faschisierung und des Verhältnisses zwischen deutschem Imperialismus und AfD. Die Zahl der Großspenden an die AfD steigt von Jahr zu Jahr. Ihre Geldgeber bleiben aufgrund intransparenter Parteigesetze, verdeckter Finanzierungsmöglichkeiten (sogenannter „Strohmannspenden“) und Korruption häufig im Verborgenen.[16]

Der zweite Etappensieg

Frauke Petry, die den wachsenden Einfluss des Flügels auf die Gesamtpartei zunehmend kritisierte, verlor 2017 das Rennen um den Parteivorstand gegen den Flügel-Anhänger Jörg Meuthen. Diese zweite Häutung offenbart bereits die innerparteiliche Hegemonie des Flügels. Fortan führt kaum ein Weg mehr an dem völkisch-nationalistischen Netzwerk vorbei. Das versteht auch Alice Weidel, die seit 2017 von ihrer Kritik an Björn Höcke Abstand nahm und Kontakte zu Götz Kubitschek aufbaute. Dieser vermittelte die Zusammenarbeit zwischen der ehemaligen Goldmann-Sachs-Managerin mit Höckes Flügel.[17] Zwischen Personen wie Meuthen oder Weidel (augenscheinlich gemäßigteren Rechten) und dem Flügel entwickelt sich ein Abhängigkeitsverhältnis, das durch den Flügel dominiert werden kann: Meuthen stützt seine Macht auf den Flügel, dieser benutzt ihn als „bürgerliches“ Aushängeschild.

Mit Verweis auf interne Mails bemerkt Petry, dass Maximilian Krah im Jahr 2016 und Alice Weidel im Jahr 2017 umfangreiche, intransparente Zuwendungen aus der Schweiz erhielten, bevor sie sich an die Seite Höckes wandten. Gleiches gilt für den SPD-Politiker Guido Reihauss, welcher nach einem solchen Fall zur AfD übertrat. Petrys Mitarbeiter Klonovsky, welcher mittlerweile für Alexander Gauland arbeitet, der mehrfach bei Fincks „Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten“ auftrat, und dafür höchstwahrscheinlich saftige Honorare erhielt, übte zunehmenden Druck auf Petry aus, sich gegenüber Höcke zu mäßigen.[18] Derselbe Verein betreute die Gründung des Deutschlandkuriers im Jahr 2017, welche aus Gesprächen mit Verlegern und Journalisten des Bayerischen Rundfunks hervorging. Der Deutschlandkurier ergreift seitdem in seiner Rolle als Vorfeldmedium Partei für den völkisch-nationalistischen Flügel der AfD.[19]

Der dritte Etappensieg

2020 kommt es zum „Appell der 100“. Darin kritisieren mehr oder weniger hochrangige AfD-Politiker die Macht und den Einfluss des Flügels auf die gesamte Partei und kritisieren das Netzwerk als undemokratisch und rufschädigend für die Partei. Auf dem Bundesparteitag im selben Jahr werden sämtliche Unterzeichner des Appells, die entweder eine Spitzenfunktion innehatten oder sich auf einen Posten bewerben, abgewählt und durch Anhänger des Flügels besetzt.[20]

Ein Jahr zuvor räumte Alexander Gauland bereits seinen Posten als Vorsitzender für den Flügel-Günstling Tino Chrupalla. Zu diesem Zeitpunkt ging Alexander Gauland davon aus, dass 40 Prozent der Partei den Flügel unterstützten – offizielle Zahlen wurden allerdings nie veröffentlicht.[21] Die parteiinterne Vereinigung hatte in den fünf Jahren zwischen 2015 und 2020 ihre formulierten Ziele erreicht und löste sich im Folgejahr auf. Das Bündnis aus völkischen Nationalisten und Rechtskonservativen hat die Partei stark geprägt und mit sämtlichen „Denk- und Sprechverboten innerhalb der Partei“, die sie noch in ihrem Stuttgarter Aufruf von 2018 kritisierten, aufgeräumt.[22]

Als Meuthen 2022 gegen den fortbestehenden Einfluss des aufgelösten Flügels aufbegehrt, kommt es zum Bruch und zur dritten Häutung der Partei. Auf dem Parteitag 2022 wird Alice Weidel zur neuen Vorsitzenden gewählt.  Mit ihr werden ausschließlich Politiker von Flügels Gnaden in den Vorstand einberufen.[23] Und das, obwohl der Flügel zu dieser Zeit bereits nicht mehr als offizielle „Interessengemeinschaft“ besteht. 2021, auf dem Höhepunkt seiner Macht, löst sich der Flügel offiziell auf. Kalbitz muss als Bauernopfer herhalten und wird wegen seiner Neonazivergangenheit aus der Partei entfernt. Chrupalla stimmt dagegen.[24]

Ein Netzwerk im Hintergrund

Wie wirkmächtig der Flügel über seine formale Auflösung hinaus war und ist, beweisen die Paktiererei Weidels und Höckes sowie die Entfernung Meuthens im Jahr 2022. Der Flügel besteht faktisch fort. Gegenüber der Tatsache, dass auf dem Parteitag 2022 zahlreiche Personen in den Parteivorstand gewählt wurden, die offen völkisch-nationalistische Positionen vertreten, und im Vorraum des Saals Zeitungen vertrieben werden, die die Waffen-SS beschönigen, gibt Weidel sich betont Kleinlaut.[25] Im Hintergrund ziehen längst Höckes Netzwerke die Fäden. Durch seine Initiative wurde auf demselben Parteitag außerdem die Zusammenarbeit mit dem rechtsradikalen Zentrum Automobil als AfD-Vorfeldstruktur beschlossen.[26]

Das Kräfteverhältnis in der Partei ist zwar bis heute Auseinandersetzungen ausgesetzt, aber entwickelt sich seit 2017 stark zugunsten des völkisch-nationalistischen Flügels. Die eigene Auflösung hat daran nur wenig geändert. Aktuelle Debatten laufen mitunter quer durch die Reihen ehemaliger Flügel-Unterstützer – haben aber längst nicht mehr die Sprengkraft jener Streitigkeiten vor 2022. Mit einer stark gefestigten Position in der Partei, geht der Flügel zur Strategie der Professionalisierung über: Begriffe werden gesetzt, Posten geschachert, Strategien entwickelt und „gemäßigte“ Landesverbände werden ins Visier genommen.

Der Siegeszug hält an

Seitdem belegen die weiteren Entwicklungen der Partei immer wieder deutlich die Hegemonie des völkisch-nationalistischen Flügels: die Entstehung des Münzenmaier-Netzwerkes, die Gründung der Generation Deutschland und die Aufstellung politischer Akademien.

Im Jahr 2022 entstand das sogenannte Münzenmaier-Netzwerk, um künftig offene Streitigkeiten auf Parteitagen zu verhindern und interne Abstimmungen zwischen den verschiedenen Strömungen der Partei zu organisieren. Sebastian Münzenmaier und seine Netzwerke kontrollieren Kandidatenlisten, Abstimmungen und auch die Themen, welche zur Debatte gebracht werden sollen.[27] Die Hegemonie des völkisch-nationalistischen Flügels ist dabei vorausgesetzt. Sie steht weder zur Diskussion, noch wird sie von relevanten Teilen der Partei in Frage gestellt. Sebastian Münzenmaier, ein ehemaliger Hooligan des 1. FC Kaiserslautern, teilt sich mit nahezu allen Mitgliedern seines Netzwerkes eine gemeinsame Vergangenheit im ehemaligen stramm-rechten Jugendverband der AfD (Junge Alternative) sowie dem offiziell aufgelösten Flügel. Zu Ihnen gehören drei Bundesvorstandsmitglieder: Dennis Hohloch, Hannes Gnauck und Alexander Jungbluth. Darüber hinaus vertreten René Springer, Jan Nolte und Matthias Helferich das Netzwerk im Bundestag. Eine umfangreiche Recherchearbeit der „Gesellschaft für Freiheitsrechte“ ergibt: „Auf Landesebene ist das Netzwerk in mehreren Bundesländern vertreten. René Springer ist Landesvorsitzender in Brandenburg, Ulrich Siegmund Mitglied des Landesvorstands und Fraktionsvorsitzender in Sachsen-Anhalt, Damian Lohr parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz, Andreas Lichert Landessprecher der AfD Hessen, Tobias Rausch sachsen-anhaltischer Landtagsabgeordneter und Jean-Pascal Hohm brandenburgischer Landtagsabgeordneter. Auf europäischer Ebene leitet René Aust die AfD-Delegation und fungiert als Co-Vorsitzender der Fraktion Europa der Souveränen Nationen (ESN). Alexander Sell ist Vorsitzender und Alexander Jungbluth stellvertretender Vorsitzender der ESN-Fraktion.“[28]

Auf den Bundesparteitagen in Magdeburg (2023), Essen (2024) und Gießen (2025) konnte das Netzwerk nachweislich Einfluss im Interesse des völkisch-nationalistischen Flügels geltend machen, ohne, wie in der Geschichte der Partei, öffentlichkeitswirksame Konfrontationen zu produzieren. Die Mitglieder des Netzwerkes bemühen sich nicht nur um den Aufbau außerparlamentarischer Strukturen, Vorfeld genannt, sondern tauchen immer wieder auf Akademien und Festen in Götz Kubitscheks Rittergut in Schnellroda auf. Aus dem Umfeld des Netzwerkes heißt es, man teile mit Höcke „dieselben Ziele, dieselben Ideale“.[29]

Während der Flügel eine Phase harter öffentlicher Linienkämpfe gegen parteiinterne Gegner für sich entscheiden musste, entspricht das Münzenmaier-Netzwerk einer neuen Phase der Professionalisierung. Münzenmaiers Netzwerke repräsentieren eine neue Generation völkischer Nationalisten, die auf den Erfolgen des Flügels aufbauen können und sich ihm verbunden fühlen.

Einen weiteren Etappensieg dieses Netzwerkes stellte die Gründung der Nachwuchsorganisation Generation Deutschland (GD) im Jahr 2025 dar. An dieser Neuformierung der vormals unabhängigeren Jungen Alternative wird die Strategie der Professionalisierung sehr deutlich und sollte nicht mit einer Mäßigung verwechselt werden.

Die Verantwortung für die Aufstellung der neuen Parteigliederung lag im Wesentlichen bei Dennis Hohloch und Jean-Pascal Hohm, beide verkehren in den Netzwerken Kubitscheks und Höckes und sind Teil des Münzenmaier-Netzwerkes. Der neue GD-Chef Hohm pflegt darüber hinaus enge Kontakte zum Jungeuropa-Verlag und der Identitären Bewegung. Für den Vorstand der Generation stellten Hohloch und Hohm ein Sammelsurium rechtsradikaler junger Männer auf und holten sich auf dem Bundesparteitag im November 2025 die Zustimmung ihrer Basis ab. In kaum einer der Bewerbungsreden durfte die Forderung nach „Remigration“ oder „millionenfacher Remigration“ fehlen. Ein Parteitagsbericht von TRT trägt einige der Aussagen zusammen und schreibt: „Der Baden-Württemberger Mio Trautner forderte, „dass die Abschiebungen im Land endlich starten, dass die Startbahnen in Deutschland glühen“. Tosenden Beifall gab es für die Aussage der Kandidatin Julia Gehrkens, die ebenfalls in den GD-Vorstand gewählt wurde: „Nur millionenfache Remigration schützt unsere Frauen und Kinder!“ Auch Neu-Vorstandsmitglied Cedric Krippner bekam großen Beifall, als er „millionenfache Remigration“ forderte. „Wir müssen abschieben, abschieben, abschieben, bis Deutschland wieder Heimat wird“, sagte Helmut Strauf, ebenfalls Vorstandsmitglied der GD.“[30]

Als künftige Kaderschmiede für diesen Nachwuchs soll zudem die Akademie Schwarz-Rot-Gold der Landesverbände Thüringen und Bayern dienen, deren Aufstellung durch Björn Höcke begleitet wurde. Mit der Gründung dieser Akademie verwirklichen Höckes Netzwerke die Diskussionen um parteiinterne Schulungszentren, die insbesondere aus Schnellroda immer wieder gefordert wurden. Die „gekaderte Ausbildung“ junger Funktionäre „entlang von Blockseminaren“ in der FPÖ dient dabei als Vorbild.[31] Während in der bundesweiten Akademie Schwarz-Rot-Gold vor allem Spitzenfunktionäre der Partei geschult werden, sorgt der Flügel für Nachwuchs in der zweiten Reihe.

Auch die Personalpolitik des Bundesvorstandes der AfD verläuft zuverlässig zugunsten Höckes und Münzenmaiers Netzwerke. Dieses oberste Parteigremium ist mehrheitlich mit Vertrauten aus Höckes und Münzenmaiers Netzwerken besetzt.[32]

Als der AfD-Militärpolitiker und Bundeswehr-Oberst Rüdiger Lucassen Höcke für seine Haltung zur Wehrpflicht kritisiert (Höcke will sie erst einsetzen, wenn die AfD auch regiert), erhält er ein Ordnungsverfahren durch die Bundestagsfraktion.[33] Auf dem AfD-Parteitag in Erfurt 2026 soll Höckes Vertrauter Stefan Möller als stellvertretender Bundessprecher kandidieren. „Ich weiß, wenn Stefan Möller im Bundesvorstand ist, dann habe ich jemanden, mit dem ich im engsten Austausch bin, ich bin angeschlossen, ohne selbst die Arbeit machen zu müssen. Und ich kann mich hier weiter konzentrieren auf den Thüringer Weg“[34], erklärt Höcke und führt weiter aus: „Er will – und das ist für uns sehr wichtig – die Thüringer Linie im Bundesvorstand durchsetzen.“[35]

Fakt ist: Die formale Auflösung des Flügels bedeutete keinen Bruch, sondern eine taktische Anpassung, die zur Professionalisierung, Kaderbildung und dem Aufbau von Vorfeldstrukturen genutzt wurde. Wenn man also mit Fug und Recht behaupten kann, dass der Flügel weite Teile der Partei beeinflusst, so drängt sich die Frage nach seiner konkreten Charakterisierung auf. Die Ziele, die Netzwerke und die Ideologie des Flügels sowie seine rechtskonservativen Bündnispartner und innerparteilichen Kritiker müssen ebenso genau untersucht werden wie der Charakter der AfD in seiner Gesamtheit.


[1] Friedrich (2017): AfD, S.52.

[2] Weiß (2017): Revolte, S.89ff.

[3] Kubitschek (2024): Opposition, https://sezession.de/68990/sechs-gedanken-zur-lage-der-nationalen-opposition?hilite=Staatsidee

[4] Ebd., S.139-144.

[5] Web Archiv derflueglel.de (2016): Resolution, https://web.archive.org/web/20160105210808/https://www.derfluegel.de/2015/03/14/die-erfurter-resolution-wortlaut-und-erstunterzeichner/.

[6] Friedrich (2017): AfD, S. 62.

[7] Endstation Rechts (2015): AfD-Flügel, https://www.endstation-rechts.de/news/rechter-afd-flugel-festigt-position.

[8] Kubitschek (2016): Die Spurbreite des schmalen Grats, S.46.

[9] Büüsker (2020): Höcke, https://www.deutschlandfunk.de/der-tag-herr-hoecke-ist-die-mitte-der-partei-100.html.

[10] Autorenkollektiv KA (2023): Faschismus, S.189.

[11] Anhold (2026): Hayek, https://www.lobbycontrol.de/aus-der-lobbywelt/hayek-gesellschaft-klimafaktenleugner-und-extreme-rechte-auf-einer-buehne-mit-einer-wirtschaftsweisen-125283/

[12] Weiß (2017): Revolte, S. 91.

[13] Friedrich (2017): AfD, S. 69.

[14] Autorenkollektiv (1988): BRD, S.131ff.

[15] Petry (2021): Requiem, S.274.

[16] Eschmann (2026): Parteispenden, https://www.lobbycontrol.de/parteienfinanzierung/parteispenden-2025-afd-grossspenden-explodieren-123936/.

[17] Kienholz (2020): Kampf, S. 23/ S. 76.

[18] Petry (2021): Requiem, S. 278f.

[19] Ebd., S.276.

[20] Kienholz (2021): Kampf, S.56.

[21] Ebd., S.22.

[22] Ebd., 22.

[23] Ebd., 23f.

[24] Die Zeit (2020): Chrupalla, https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-05/afd-tino-chrupalla-andreas-kalbitz-rauswurf-rechtsextremismus

[25] ARD (2022): Parteitag, https://www.ardmediathek.de/video/ard-sondersendung/bericht-vom-parteitag-der-afd/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2FyZC1zb25kZXJzZW5kdW5nL2EyYzMwMDk2LTRmMzktNGZkMC05NzRjLTc5YzA2ODY2MmRlOA

[26] Ebd.

[27] Moini (2026): Rechtsgutachten, S.257f.

[28] Ebd., S. 261f.

[29] Ebd., S. 282.

[30] TRT Deutsch (2025): AfD-Jugendkongress, https://www.trtdeutsch.com/article/7c1d31801067

[31] Kanal Schnellroda (2024): Podium, https://www.youtube.com/watch?v=_M8eWCfWeyI, ab Min. 41.

[32] Gutachten 238.

[33] Pfeffer/ Kurz (2026): AfD-Bundestagsfraktion, https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/ordnungsverfahren-lucassen-afd-100.html.

[34] Thorwarth (2026): Machtspiel, https://www.fr.de/politik/hoeckes-machtspiel-in-der-afd-vertrauter-soll-vize-werden-wechsle-niemals-ein-gewinner-team-aus-zr-94350285.html.

[35] Ebd.

Antimuslimischen Rassismus bekämpfen!

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Seit mehr als einem Vierteljahrhundert gehören islamfeindliche Hetze und Angriffe auf Muslime zum Alltag im Westen – auch in Deutschland. Das ist kein Zufall. Für die Herrschenden ist der antimuslimische Rassismus besonders nützlich, weil er sowohl einen „äußeren“ als auch einen „inneren Feind“ konstruiert. Dadurch kann er innen- (zur Spaltung der Bevölkerung und zum Abbau von Grundrechten) und außenpolitisch (zur Legitimierung von Krieg) genutzt werden. Darüber hinaus ist er besonders anschlussfähig an andere verbreitete Formen von Rassismus – gegen Türken, Kurden, Araber, Nordafrikaner, Libanesen oder Palästinenser.

Krieg nach außen, Grundrechtsabbau nach innen

Nach dem Ende des sozialistischen Lagers 1991 suchte die NATO händeringend nach einem neuen „Reich des Bösen“, mit dem man Aufrüstung und Krieg begründen konnte. Samuel Huntingtons Theorie vom „Kampf der Kulturen“ zwischen dem „freien Westen“ und dem „rückständigen Islam“ lieferte es. Seither führten die Imperialisten zahlreiche „Kriege gegen den Islamismus“ in AfghanistanIranIrakJemen, Libanon, Libyen, Mali, Pakistan, Palästina, Somalia und Syrien, bei denen es vor allem um Erdöl und Geopolitik ging.

Innenpolitisch wurden Muslime als potenzielle „Terroristen“ unter Generalverdacht gestellt. Die permanente mediale und politische Hetze bewirkte, dass etwa in Deutschland seit Jahren die Hälfte der Bevölkerung islamfeindliche Positionen vertritt.1 Der Staat nutzte die Panikmache, um Grundrechte ab- und Überwachung auszubauen.

Spaltung der Arbeiterklasse

Vor allem seit 2010 Thilo Sarrazins (SPD) rassistische und arbeiterfeindliche Hetzschrift Deutschland schafft sich ab erschien, wird antimuslimische Hetze ganz offen genutzt, um von den sozialen Folgen der neoliberalen Politik der Regierenden – nämlich immer größere Armut und Verelendung – abzulenken. Der als „Sarrazin-Debatte“ bezeichneten Kampagne folgten seither zahlreiche weitere rassistische Scheindebatten um Armut, Kriminalität, Migration und Islam.

Diese Art der rassistischen Propaganda dient einzig dazu, die Werktätigen entlang kultureller, religiöser, nationaler und „ethnischer“ Linien zu spalten.

Feindbild-Roulette

Lange richtete sich der Rassismus in der BRD besonders gegen türkische Arbeitsmigranten. Mit dem Aufkommen des Feindbilds „Islam“ wurden „die Türken“ zu „den Muslimen“. Das bedeutet nicht, dass antitürkischer Rassismus verschwunden ist. Vielmehr ist antimuslimischer Rassismus extrem andockfähig, etwa bei den Kampagnen gegen Nordafrikaner nach der „Kölner Silvesternacht“ (2015) oder gegen libanesische „Clans“. 

Mittlerweile existiert auch ein dezidiert antipalästinensischer Rassismus in Deutschland. Dieser ist durch das Framing des „Palästina-Konflikts“ als Religionskrieg und durch die Fokussierung auf die „radikalislamische“ Hamas zutiefst von islamfeindlichen Motiven geprägt. Außerdem treibt der antipalästinensische Rassismus das Motiv, wonach Muslime durchweg antisemitisch seien, auf die Spitze.

Im Übrigen trifft der antimuslimische Rassismus neben tatsächlichen Muslimen auch viele Menschen, die aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Herkunft lediglich dafür gehalten werden.

Islamfeindlicher Terror

Spätestens seit 2001 sind Muslime im Westen einem massiven „Racial Profiling“ ausgesetzt. Zudem werden in Deutschland täglich mehr als elf antimuslimische Angriffe dokumentiert: Sie reichen von rassistischen Beleidigungen über die Schändung islamischer Friedhöfe und Einrichtungen bis hin zu Brandanschlägen auf Moscheen und körperlichen Angriffen auf Muslime.2

2009 wurde die schwangere Marwa El-Sherbini in einem Dresdner Gerichtssaal mit 18 Messerstichen vor den Augen ihres Ehemannes und ihres kleinen Sohns ermordet, weil sie ein Kopftuch trug. Marwa gilt als erstes Todesopfer eines dezidiert antimuslimischen Rassismus in Deutschland. Vor ihr wurden Muslime in der BRD vor allem als „Ausländer“ oder „Türken“ von Nazis ermordet, etwa bei den Brandanschlägen in Duisburg (1984), Mölln (1992) und Solingen (1993) oder durch das Terrornetzwerk NSU (2000-2006). Die Massenmörder von München (2016), Halle (2019)Hanau (2020) und Magdeburg (2024) dagegen waren ebenfalls ausdrücklich antimuslimisch motiviert. Auch in anderen westlichen Ländern hat der islamfeindliche Terror zahlreiche Todesopfer gefordert: 2011 in Oslo und Utøya, 2015 in Chapel Hill (USA), 2017 in London und in Quebec, 2019 in Christchurch (Neuseeland) und 2021 in London-Ontario (Kanada). 

Vor allem aber sind die zahlreichen imperialistischen Kriege des Westens im Nahen Osten und Teilen Afrikas wahre antimuslimische Massenmorde: Allein die offiziell mit 9/11 begründeten US-Kreuzzüge inAfghanistan, Irak, Jemen, Pakistan und Syrien kosteten mindestens 4,5 Millionen Menschen das Leben.3Auch der zionistische Terror in Palästina, Libanon, Syrien und Iran wird heute offiziell als „Krieg gegen islamistischen Terror“ geführt. Der antimuslimische Rassismus ist also nicht zuletzt ein Kolonialrassismus, der immer wieder völkermörderische Formen annimmt.

Sexismus und Kolonialrassismus

Kopftuch tragende muslimische Frauen sind besonders häufig Opfer rassistischer Attacken: Beschimpfungen, Anrempeln, Anspucken oder Versuche, den Hijab herunterzureißen, gehören für viele von ihnen zum Alltag in Deutschland. In den Medien und der Politik sind muslimische Frauen dagegen stets nur Opfer ihrer eigenen Familie, Kultur oder Religion. Zugleich gelten sie häufig selbst als „Täterinnen“, weil sie sich angeblich nicht emanzipieren wollen und die „islamische Rückständigkeit“ verkörpern.

Besonders perfide sind Kopftuchverbote, die von einigen bürgerlichen „Feministinnen“ gefordert werden und in manchen Bereichen in Deutschland bereits gelten. Dabei handelt es sich um faktische Berufsverbote und einen massiven Angriff auf die Selbstbestimmung und die soziale Teilhabe der Frau. Statt Muslimas zu „befreien“, werden sie in Abhängigkeit und Armut gedrängt.

Zudem steht die Fokussierung auf das Kopftuch in einer kolonialen Tradition: Schon im 19. Jahrhundert, als in Europa noch keine Frau wählen durfte, inszenierte sich der Westen als „Befreier“ der muslimischen Frau. In Algerien wurden Frauen von den französischen Kolonialisten sogar öffentlichkeitswirksam entschleiert – etwas, das sich in Frankreich heute in Form von Kopftuch- und Burkini-Verboten fortsetzt. Besonders widerwärtige Auswüchse dieses sexualisierten Rassismus zelebriert die zionistische Armee, die täglich Palästinenser vergewaltigt und die Unterwäsche vertriebener oder ermordeter Frauen aus Gaza auf Social Media zur Schau stellt.

Aufstieg von AfD und Co

In der Politik profitierte von der islamfeindlichen Hetze vor allem die „Neue Rechte“, die den Antisemitismus weitgehend durch den antimuslimischen Rassismus ersetzt hat und zu der auch die AfD zählt. Die bürgerlichen Medien (v. a. Spiegel, Focus, Stern und die Springer-Presse) und Parteien (CDU/CSU, FDP, SPD, Grüne) haben ihr über Jahre den Weg bereitet, indem sie das Feindbild Islam bereits etabliert hatten, bevor die AfD 2013 erstmals auftrat.

Der antimuslimische Rassismus hilft aber auch jenen Teilen der Rechten, die an ihrem Antisemitismus festhalten, weil in der Öffentlichkeit der Fokus mittlerweile auf einen „islamischen“ bzw. „israelbezogenen Antisemitismus“ gelegt und dadurch vom realen Antisemitismus der Faschisten abgelenkt wird. Und das, obwohl noch immer der größte Teil judenfeindlicher Straftaten von Rechten begangen wird.4

Spaltung des antiimperialistischen Kampfes

Auch in der politischen Linken existiert eine mal offenere, mal subtilere Islamfeindlichkeit. Das krasseste Beispiel sind die sogenannten „Antideutschen“ – ursprünglich aus der linksradikalen Szene stammende militante Zionisten, die sich durch einen extremen Rassismus gegen Muslime und Araber auszeichnen.

Jedoch sind Vorurteile und antireligiöser Chauvinismus selbst unter antiimperialistischen Linken und Kommunisten verbreitet. Sie äußern sich beispielsweise in Diffamierungen des palästinensischen islamischen Widerstands oder des Iran als „reaktionär“ oder gar „faschistisch“ und behindern so den antiimperialistischen und Friedenskampf.

Kampf dem Rassismus!

Als Kommunisten müssen wir gegen jede Form von Rassismus kämpfen und grundsätzlich mit allen Betroffenen solidarisch sein. Der Kampf gegen Rassismus ist Teil des Klassenkampfs, denn wie schon Malcolm X feststellte: Es gibt keinen Kapitalismus ohne Rassismus.

Für uns ist jeder Angriff auf unsere muslimischen Klassengeschwister ein Angriff auf die gesamte Arbeiterklasse. Diese Angriffe müssen wir entschieden zurückschlagen und hart erkämpfte Grundrechte – wie das Recht auf Arbeit, das Selbstbestimmungsrecht der Frau oder die Meinungs- und Glaubensfreiheit – ohne Wenn und Aber verteidigen!

Stoppt die antimuslimische Hetze! Kampf dem Imperialismus! Hoch die internationale Solidarität!

1 https://kompetenznetzwerk-imf.de/ueber-das-kompetenznetzwerk/zahlen-und-fakten/

2 https://www.claim-organisation.de/aktuelles/news/bundesweites-lagebild-antimuslimischer-rassismus-2025-veroeffentlicht/

3 Stephanie Savell: How Death Outlives War. The Reverberating Impact of the Post-9/11 Wars on Human Health (15. Mai 2023).

4 https://www.zeit.de/politik/ausland/2023-11/antisemitismus-straftaten-deutschland-frankreich

An important step in the Communist movement – but is it enough?

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Report from the Third International Anti-Fascist Forum in Moscow

We report from the Third International Anti-Fascist Forum in Moscow, an important international exchange within the Communist movement. In the second part, we summarize key points from individual speeches.
Here you’ll find a selection of speeches delivered at the forum (in German).

On the night of May 21-22, the army of the Kyiv regime attacked a student dormitory in Starobilsk, near Luhansk. They killed 21 young people and injured another 40. Deadly violence against anti-fascists was already perpetrated in Ukraine in 2014. For over two and a half years, the West has been supporting the genocide in Gaza in full view of the world. It is becoming clear that the use of terrorist violence against civilians is now considered a normalized means of achieving the West’s political goals. The situation is serious; imperialism is escalating its aggression. This was also clearly evident in the atmosphere at the Third International Anti-Fascist Forum in Moscow.

The International Anti-Fascist Forum, convened in Moscow from May 24th to 26th by the Communist Party of the Russian Federation, was dedicated to the „fight against international terrorism, arbitrariness, and aggression – for peace and security.“ Over 180 delegations from nearly 100 countries gathered to discuss, exchange information, and coordinate the common struggle against imperialism and fascism.

For us, participation was very interesting and productive. Our project for a clarification process within the International Communist Movement, as well as the course on the history of communism, generated interest in the discussions. The Antifascist Forum has become a, perhaps the, central forum for exchange within the Communist Movement and has produced a wealth of content. From our perspective, however, more intensive and theoretical forms of exchange are needed. The question also arises as to how a stronger shared focus and direction for the struggle can be achieved so that forums for exchange lead to more than just declarations.

Split in the International Communist Movement

The forum was the third assembly of its kind. It represents a new and important development within the Communist movement, aimed at uniting forces in the struggle against imperialism and fascism. It is also a reaction to developments within the Solidnet network, which has failed to organize a debate to overcome the movement’s deep-seated disagreements. The sharp break with the KKE and its affiliated parties has accelerated this process. This substantive division is evident in numerous documents and has further paralyzed the Solidnet network.

The Communist Party of the Russian Federation (KPRF) did not organize or frame the forums as a counter-project, but recently extended renewed offers of discussion to the Communist Party of China (KKE). These were rejected . Nevertheless, bringing together forces that agree Russia and China are waging a common struggle against imperialism and fascism is important.

The conference offered an important opportunity for networking and exchange within the communist movement. As the largest communist party in the post-Soviet space, the Communist Party of the Russian Federation (KPRF) serves as a crucial point of reference and was able to fulfill this purpose through the conference. Within the Russian Federation, it represents a central force supporting the struggle of the People’s Republics. Globally, it facilitates cooperation among progressive anti-imperialist forces.

Important forum with forces from the Global South

The gathering of so many parties was also interesting because their respective fighting conditions are very different. The most important message of the speeches and the atmosphere was that all forces must unite to fight against the aggression of NATO, imperialism, and its fascist instruments. This is also addressed in the declaration of Conference 2 .

Shaped by this situation and atmosphere, parties primarily from the Global South, countries threatened or attacked by imperialism, came together. The presence and efforts of the Communist Parties of the Russian Federation, Belarus, the People’s Republic of China, the DPRK, Cuba, and South Africa, as large and in some cases ruling parties, played a central role. But smaller opposition and suppressed parties also played an important part. It is worth noting that the Chinese Communist Party was very prominently present—a change from its previously more reserved role. The contributions of the Belarusian Communist Party are particularly interesting, as they strongly emphasize the ideological questions of the movement and focus on building a new Communist International.

New dynamics in Europe too?

The European movement was represented by only a few large parties, including the PCP from Portugal. Parties from Great Britain, France, Germany, Italy, Hungary, Spain, Finland, Switzerland, Poland, Romania, and other countries were represented. Many interesting discussions took place, some concerning how to overcome the movement’s crisis. It was also important to learn that some parties, such as those in Hungary and Romania, had conducted analyses of their 1990 defeat and their party history.

There are numerous new political parties being founded or existing structures being rebuilt across Europe. The dynamics are particularly strong in Italy. Fueled by protest movements and dissatisfaction with the status quo, four parties have emerged with nationwide structures and are increasing their presence. We intend to study their policies and strategic considerations and engage in dialogue with them. The efforts of the PRCF in France are also of great interest to us.

In light of the dangerous escalation of the situation by NATO fascism, our impression was that the efforts were still insufficient. Particularly in Europe, much needs to be done to achieve greater collective strength. In this context, we consider the organization of a systematic clarification process to be an important instrument for identifying and resolving problems.

Analyses of Fascism and Imperialism at the Forum

Final statement outlining strengths and weaknesses

The forum’s final declaration emphasizes the necessary fight against fascism, stating: „We stress that our fight against neo-Nazism and terrorism is fundamental in nature. There is no room for compromise in it. It is directed against forces that aim to revise the results of the Second World War, rehabilitate the accomplices of Hitler fascism, and erase the memory of the heroic deeds of the anti-fascists.“ Fascism is defined as „not an accidental detour in world history,“ but as a result of the crisis of capitalism, „born of big capital’s fear of the working people, of its desire to enslave and oppress them.“ Fascism is described as the ambition of the financial oligarchy, which seeks to maintain its power at any cost.

Terror and terrorism are particularly emphasized, their breeding ground being social inequality, lawlessness, and poverty, as well as interventions and genocide, the imposition of neocolonial practices, arbitrary sanctions, and cynical blockades. The people do not possess the colossal masses of wealth; rather, the masters of banks and financial groups do. All the causes of terrorism must be eliminated. The Russian Federation’s special operation in Ukraine is placed in this context, with the participants emphasizing their support for Russia’s anti-fascist and anti-terrorist activities within this framework: „We consider this struggle part of the general resistance against global dictatorship, state terror, militarism, and neo-Nazism. We strongly condemn the attempts to use Ukrainian territory as a springboard for the expansion of imperialist influence.“

The descriptions of other theaters of the struggle against imperialism are rather general and, in some cases, not sufficiently clear (West Asia, Palestine, Iran) or are omitted altogether, as is the case with the struggles in Africa. The descriptions of terrorism are imprecise insofar as it is not always clear which forces are meant by which description. The characterization of imperialist methods as terrorist is entirely correct and is particularly evident in Ukraine. The term „state terror“ is only used in relation to Cuba, but not in relation to the crimes of the Zionist entity, even though genocide is explicitly named. Zionism as an important form of fascism, however, is not mentioned. Other important sources of the anti-imperialist struggle are missing; this also applies, and perhaps especially so, to the struggles on the African continent. The experiences of the Democratic People’s Republic of Korea are also not mentioned. In a certain sense, this reveals a weakness of the movement, namely that the various theaters of struggle and forces against imperialism have not yet been unified. This is a task that confronts all communist forces.

Continuity of violence by the West

The forum began with a short film and a longer address by Gennady Zyuganov, General Secretary of the Communist Party of the Russian Federation (CPRF). The first task was to place the current escalations of imperialist violence within the historical development of capitalism. Zyuganov explained that until the 17th century, Europe could by no means be considered the „locomotive of progress“ and was inferior to the Asian empires in many respects. The violently established dominance of Western states through the exploitation of the rest of the world ultimately formed the basis for the rise of fascism. Regarding German fascism, he emphasized Hitler’s orientation towards Anglo-Saxon systems. Furthermore, after the Second World War, large segments of the fascist movement continued to be integrated into the Western system. This process is now continuing in Ukraine as well. In light of the escalation of imperialist violence, Zyuganov emphasized that it is the task of communists to provide education and to shed light on the background of the crisis and violence, contrary to the propaganda spread by the ruling classes.

Building an anti-imperialist front

In his address, Sergei Syrankov, General Secretary of the Communist Party of Belarus, defined the monopoly on the use of high technology and the associated possibilities for concealing and legitimizing violence as central components of imperialist terror. He also emphasized the concentration of global wealth since the 1990s and access to cutting-edge technologies in the hands of a global oligarchy. He concluded his speech with an appeal for the establishment of a new Communist International, alongside a front of progressive and patriotic forces. Other speakers, such as the Cuban Ambassador to the Russian Federation, Enrique Orta González, stressed the distortion of terms when, among other things, his homeland, which has historically been the victim of numerous terrorist attacks by the USA, is declared a „terrorist state“ by the very same nation.

Fascism as the normal state of imperialism

Discussions about the continuity of imperialist violence since the Cold War also enriched the debate surrounding the current escalation of imperialist violence. In her presentation, Indian political scientist Radhika Desai described the Cold War-era „false image“ of fascism as an unusual form of bourgeois rule. Rather, the supposed compatibility of democracy and capitalism in Western states was an exceptional circumstance of the Cold War, which has been dismantled over decades through various phases of liberalization reforms and fascist erosion. In international politics, however, the USA has always considered the disregard of international law a legitimate means. The representative of the Communist Party of Brazil (PCdoB) emphasized, among other things, the close connection between fascism in his homeland and global imperialism. He presented the establishment of the military dictatorship in 1964 as a prime example of fascism’s function in achieving economic goals.

The leading role of the CPRF in the fight against imperialism

International efforts to build a multipolar world order were highlighted at the forum primarily as positive steps against imperialism. Russian President Vladimir Putin also emphasized these ongoing efforts in his welcoming address to the forum. Zyuganov had previously stressed the positive role of the People’s Republic of China in creating new institutions for international cooperation. Within the Russian Federation, he presented the Communist Party of the Russian Federation (CPRF) as the force that would most decisively wage the struggle against imperialism.

Achievements of socialism as a strength

Syrankov also emphasized the Belarusian government’s pioneering role in shaping the BRICS into an organization capable of significantly weakening dollar-based financial hegemony. Regarding the country’s resilience against external attacks, he highlighted the development of Belarusian industry, built upon the solid achievements of socialism under Lukashenko’s government. Viktor Tyulkin, Chairman of the Russian Communist Labour Party, also stated that while communists should support the efforts of Russia and China, they must remain mindful of their duty to lead the conscious struggle against fascism. A representative from the Donbas described his homeland as „the Spain of our time“ and emphasized the international composition of anti-fascist fighting forces that effectively combat fascism there. Leonid Razvoszhayev, representative of the Levy Front, also stressed the need to support the Russian government in its fight against the West, even though he himself had been imprisoned by it. He described the elimination of the Western labor aristocracy as the most fundamental goal of our time.

The conflict in West Asia

A spokesperson for the Jordanian Communist Party also characterized West Asia as the center of imperialist aggression and crisis. The representative of the Palestinian Communist Party, in his speech, declared the necessity of combating Zionism as one of the most significant current manifestations of fascism. Given its current importance, this aspect was somewhat underrepresented at the forum. Furthermore, the Greek representative of the World Anti-Imperialist Platform, Dimitrios Patelis, emphasized the historical significance of the Islamic Republic of Iran’s struggle against Western hegemony in West Asia.

Fight against historical revisionism

Combating historical revisionism and preserving the memory of the Second World War was also declared a central task of the Communists by various representatives. Gyula Thürmer, chairman of the Hungarian Workers‘ Party, spoke of the Communists‘ duty to defeat the „fascism of the past“ „again and again.“ The representative of the Communist Party of Bulgaria emphasized the reign of terror under the monarcho-fascist regime, which interned one million Bulgarians in concentration camps. It remains important to remember that the names of the liberators of Berlin, inscribed on the Reichstag building, are largely Russian.

International exchange is necessary

The need for increased exchange within the global communist movement was also raised. While Tjulkin supported the idea of a conference in Havana in September where various communist parties would meet to discuss the Cuban question, he simultaneously emphasized the need to discuss the blockade of Cuba as part of the escalation of imperialism.

The question of Islamic forces

It is also necessary to give greater consideration to the fact that other progressive forces, including progressive Islamic forces, play an important role, particularly with regard to the national question. While there may have been a consensus at the conference on the role of the Russian Federation in the war in Ukraine, there is certainly a need for further clarification regarding the assessment and historical evaluation of Islamic forces. The fact that the West has cultivated forces calling themselves Islamic as terrorist groups, which have perpetrated serious terrorist attacks with high casualty figures, not least in Russia, likely played a role. A comprehensive analysis would naturally have to include these phenomena. However, this analysis should also consider the role of the Palestinian resistance and the Islamic Republic of Iran as important forces in the anti-imperialist struggle, and their experiences, as instructive examples.

Problems and weaknesses – but also organized exchange

The conference also had weaknesses, reflecting problems within the movement, perhaps especially in the imperialist countries. The relevant political issues were often not addressed as such. The political problems of the Communist movement should be overcome through a political and self-critical process. Such a process requires considerable effort, including theoretical work. It is possible that the forum was not intended for such work at all, but rather aimed to provide orientation for those forces that already agreed on important fundamental issues.

Learn more and exchange ideas!

Learning from the experiences of parties in the Global South that have fought or are fighting hard battles is crucial for such a process. Conferences of this size may always have the character of many speeches strung together. This can be tiring and repetitive, but it also provides an overview of the positions and ideas presented. In Moscow, the exchange was framed by highlighted contributions and a summary of the speeches in both sessions. This at least allowed for a certain degree of synthesis and analysis.

Nevertheless, more intensive forms of engagement with a stronger focus on the core political and theoretical questions of the International Communist Movement would be important: What is the relationship between the struggle for socialism and the struggle for national independence? What role does the international working class play in this, and to what extent does its division between the imperialist centers on the one hand and the oppressed and colonized countries on the other play a role? What role do the BRICS play in this struggle, and what processes of anti-imperialist resistance are taking place in the imperialist centers and oppressed countries? How can communists succeed in connecting these struggles, and what theoretical and organizational prerequisites exist for this? What concrete experiences of struggle in the various countries can we draw upon—both today and from our forerunners? How have these experiences been and are they being processed theoretically? What role do the struggle for democracy and against fascism and historical revisionism play?

An exchange on these issues at an international level can be very productive, and we as KO would like to participate.

1 https://cprf.ru/2026/02/address-of-the-communist-parties-of-russia-to-the-communist-and-workers-parties/

2 https://www.unsere-zeit.de/fuer-gerechtigkeit-und-weltweite-entwicklung-ohne-faschismus-terrorismus-und-kriege-4815070/

3 https://www.youtube.com/watch?v=1rCHvmTbhqk&t=7298s from minute 13:53

Nach 85 Jahren soll Russland wieder unterworfen werden!

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Vor 85 Jahren entfesselte der deutsche Faschismus einen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion, der 27 Millionen Menschen das Leben kosten sollte. Heute bereitet die NATO den nächsten Krieg gegen die Völker Russlands vor. Vor unseren Augen ist der nächste Anlauf zur Kolonisierung und Unterwerfung Osteuropas in vollem Gange. Russland ist keine Bedrohung, sondern sah sich dazu gezwungen, sich militärisch gegen die NATO-Aggression zur Wehr zu setzen.

Die historischen Tatsachen anerkennen

Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion wurde erst durch die gewaltigen Finanzspritzen des US-amerikanischen und britischen Monopolkapitals möglich, die Deutschlands Aufrüstungspolitik der 1930er Jahre, trotz der Furcht vor einer deutschen Übermacht, unterstützten, um die Hitler-Aggression gegen die Sowjetunion zu lenken. Bereits im Zuge der Oktoberrevolution hatten Deutschland, England und die USA zur Bekämpfung der Sowjetunion miteinander paktiert. Nun sollte ein für allemal Schluss mit dem sozialistischen Aufbau gemacht werden.

Die deutschen Faschisten waren bei ihrem Überfall nicht allein – die faschistischen Regime Ungarns, Italiens, Rumäniens sowie die Slowakei und Finnland beteiligten sich an dem antikommunistischen Feldzug. Hunderttausende Nazikollaborateure aus vielen weiteren Ländern schlossen sich im Kampf um eine faschistische „Nation Europa“ der Waffen-SS an. Die brutalen Verbrechen der Wehrmacht und der SS – der Kommissarbefehl, die völkermörderische Blockade Leningrads, die industrielle Vernichtung der osteuropäischen Juden, die Politik der verbrannten Erde – sie werden bis heute bewusst verschwiegen und in ihrer Bedeutung heruntergespielt.

Europa unter deutscher Führungsmacht

Das Ziel dieses Vernichtungskrieges war die Kolonisierung Osteuropas und die Ausschaltung der Sowjetunion, welche der Politik des Imperialismus, sei es aus Berlin, London oder Washington, die Stirn bot. Der „Lebensraum im Osten“ sollte der deutschen Wirtschaft nicht nur Millionen Zwangsarbeiter zuführen, sondern auch neue Rohstoffquellen erschließen und lukrative Profite einbringen. Der von den Nazieliten und Monopolvertretern ausgearbeitete „Generalplan Ost“ sah neben einer wirtschaftlichen Ausplünderung der annektierten Gebiete auch die Besiedelung Osteuropas mit deutschen Siedlern vor. Die Gesellschaft für europäische Wirtschaftsplanung und Großraumwirtschaft, ein einflussreicher Kapitalverband, hielt zu jener Zeit in einer Denkschrift fest, dass der europäische Großraum „sämtliche Völker des Festlandes von Gibraltar bis zum Ural und vom Nordkap bis zur Insel Zypern mit ihren natürlichen kolonisatorischen Ausstrahlungen in den sibirischen Raum und über das Mittelmeer nach Afrika hinein“ umfassen müsse. Man sollte grundsätzlich nur von Europa sprechen „denn die deutsche Führungsmacht ergibt sich von selbst“[1].

Dieser Anlauf scheiterte am Widerstand der Roten Armee und der Völker der Sowjetunion. Die Ambitionen des deutschen Imperialismus wurden damit nicht begraben, sondern nur vertagt. Heute formuliert der deutsche Vizekanzler Klingbeil: „Nach knapp 80 Jahren der Zurückhaltung hat Deutschland heute eine neue Rolle im internationalen Koordinatensystem. (…) Deutschland muss den Anspruch einer Führungsmacht haben.“[2] Die Bundesrepublik plant den nächsten Anlauf gegen Osten und ist auf der Suche nach alter Stärke.

Der Imperialismus stößt auf Widerstand

Die Träume der deutschen Monopole nach einem europäischen Großraum wurden durch den Sieg der Roten Armee und des gesamten sowjetischen Volkes vorerst zerschlagen. Mit der Konterrevolution im Jahr 1990 konnten sie ihren nächsten großangelegten Anlauf starten. Anstatt mithilfe eines „Generalplan Ost“ wurde Osteuropa nun durch EU-Integration und das deutsche Exportmodell erobert. Russland wurde in eine halbkoloniale Abhängigkeit gezwungen, seine Rohstoffe flossen in die westlichen Metropolen und die vom IWF diktierten wirtschaftlichen Schocktherapien der 1990er verwandelten die einstige Industrienation in ein Rohstoffanhängsel. Polen, Tschechien, die Ukraine und viele weitere Länder werden seitdem als verlängerte Werkbänke und Absatzmärkte genutzt. Die modernen Formen des Kolonialismus und finanzieller Abhängigkeit, die der Imperialismus während des Kalten Krieges entwickelte, trafen nun auch die Völker Osteuropas. Die EU hatte auf wirtschaftlichem Gebiet erreicht, woran die deutschen Faschisten gescheitert waren. Zuletzt wurden auch vermehrt Schritte des deutschen Imperialismus unternommen, diese Staaten zur Militärbasis für die Kriegsvorbereitung gegen Russland aufzubauen, wie mit der Brigade Litauen.

Seit der internationalen Finanzkrise von 2008, dem Widerstand des Volkes im Donbass gegen den Maidan-Putsch und der zunehmenden Abwendung Russlands von seiner halbkolonialen Rolle gegenüber der EU und den USA, war absehbar, dass der nächste Anlauf zu einem großen Krieg im Osten nur eine Frage der Zeit ist.

Der scheinbar ungehinderten imperialistischen Expansionspolitik des Westens wurde 2014 in der Ukraine ein Riegel vorgeschoben. Der faschistische Putsch in Kiew stieß zunächst auf den antifaschistischen Widerstand im Donbass. Seitdem Russland in das offene Kriegsgeschehen eingegriffen hat, versuchen Deutschland und die NATO das Land militärisch in die Knie zu zwingen.

Mit der NATO-Expansion bis an die russische Grenze, der Stationierung von Raketen, die Moskau in fünf Minuten erreichen, und der offen angedrohten atomaren Aufrüstung der Ukraine soll Russland erpresst und gefügig gemacht, bei Widerstand in Einzelteile zerlegt werden. Russland soll als Gegner des Imperialismus ausgeschaltet werden. Es geht um den nächsten Anlauf zur Kolonisierung und Unterwerfung der Völker Russlands.

Den nächsten Anlauf verhindern

Deutschland unterstützt die Nachfolger der Nazi-Kollaborateure in der Ukraine, in Finnland und dem Baltikum, als die am meisten antirussischen und militaristischen Vollstrecker dieser Politik. Der US-Imperialismus setzt in seiner neuen Nationalen Sicherheitsstrategie auf eine Neuformierung des Transatlantikpakts durch die Unterstützung rechter und faschistischer Parteien, die ein ultrareaktionäres und hochgerüstetes Europa errichten sollen. Die Kriegsvorbereitung gegen Russland ist ein Motor der Faschisierung in Europa.

Kanzler Merz macht aus seinen Ambitionen kein Geheimnis: „Europa blickt auf uns. Europa erwartet etwas von uns. Die neue Bundesregierung nimmt diese Verantwortung an. (…) Die Bundesregierung wird zukünftig alle finanziellen Mittel zur Verfügung stellen, die die Bundeswehr braucht, um konventionell zur stärksten Armee Europas zu werden.“[3] Uns sollte allen klar sein, worum es hier geht: Diese Aufrüstung hat ein klares Ziel – und zwar Moskau. Deutschland tritt damit in die Fußstapfen seiner Vergangenheit, diesmal mit einer Europäischen Union im Schlepptau.

Die Völker Russlands machen sich keine Illusionen über die Politik des Imperialismus. Sie wissen um den Ernst der Lage und wie akut die Bedrohung für ihre Zivilisation ist. Sie wissen aus historischer Erfahrung, was es bedeutet, wenn deutsche Panzer gen Osten rollen, und sie werden sich diesem Anlauf entgegenstellen. Dem Land droht abermals die Unterwerfung und Kolonisierung mit schlimmsten Folgen für seine Bevölkerung und das internationale Kräfteverhältnis gegen den Imperialismus.

Wir müssen die Lüge einer angeblichen Bedrohung durch Russland, die genutzt wird, um die Aufrüstung in Deutschland zu legitimieren, entlarven und klarmachen: Die NATO bedroht Russland. Sie führt einen Krieg gegen das Land – und zwar mithilfe von Nazi-Bataillonen, die mit modernster Waffentechnik der NATO-Länder ausgestattet sind. Die EU versucht Russland mit Wirtschaftsembargos in die Knie zu zwingen, als Gegner ihrer imperialistischen Politik auszuschalten und, wie schon vor 85 Jahren, zu unterwerfen. Es ist im Interesse aller Völker, dass die NATO mit diesem Anlauf scheitert.

Für die Niederlage der NATO in der Ukraine und in der Welt!

Stoppt den Krieg gegen Russland!


[1] Zit. n.: Wolfgang Michalka (Hrsg.): Deutsche Geschichte 1933-1945. Dokumente zur Innen- und Außenpolitik. Frankfurt am Main 1999, S. 227.

[2] Zit. n. AK Antimilitarismus (Hrsg.): Die Große Mobilisierung. Die Bundeswehr von der Wiederbewaffnung bis zur Kriegstüchtigkeit. Köln 2026, S. 167.

[3] Ebd., S.169,

Reden vom Dritten Internationalen Antifaschistischen Forum in Moskau

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Vorwort

Wir spiegeln hier vier Beiträge vom Dritten Internationalen Antifaschistischen Forum, das vom 24. bis 26. Mai in Moskau stattfand. Am Treffen, das von der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation (KPRF) organisiert wurde, nahmen hunderte Antifaschisten aus mehr als hundert Ländern teil, darunter auch die KO. Lesenswert ist auch der vor kurzem veröffentlichte Bericht, in dem wir Eindrücke vom Forum teilen und die Ereignisse kommentieren.

Die Rede des Vorsitzenden der KPRF Gennadij Sjuganow erklärt den Terrorismus als Fortsetzung (neo)kolonialer Methoden der imperialistischen Staaten, ihre Herrschaft gegenüber den kämpfenden Unterdrückten durchzusetzen. Wiktor Tjulkin von der Russischen Kommunistischen Arbeiterpartei erklärt, wie der Widerstand gegen die imperialistische Unterdrückung nur gemeinsam durch alle klassenkämpferischen Kräfte international gelingen kann. Als historisches Vorbild für eine solche Front führt er die Kommunistische Internationale unter der Führung der Sowjetunion an. Sergej Syrankow von der Kommunistischen Partei Belarus bringt die politische Vorherrschaft in einen Zusammenhang mit der Kontrolle der Hochtechnologie durch die dort angesiedelten Monopole. Er betont die positiven Folgen der Beibehaltung sozialistischer Errungenschaften in Belarus für den Kampf um Souveränität. Zuletzt spiegeln wir den Beitrag von Neil Malygin von der Kommunistischen Partei der Schweiz, in dem er unter anderem einen bürgerlichen „Opferkult“ linker Kräfte in Europa kritisiert: ein solcher führe dazu, dass man sich nur so lange mit den Unterdrückten wehre, wie sie tatenlose Opfer ihrer Unterdrücker bleiben. Fangen sie an zu kämpfen, so würde man ihnen plötzlich die Unterstützung entsagen – laut Malygin in der Konsequenz eine offene Ablehnung des Kampfes gegen den Imperialismus.

Wir empfehlen außerdem den Kurzfilm zur Geschichte des NATO-Imperialismus, der auf der Konferenz gezeigt wurde. Er ist unter diesem Link mit englischen Untertiteln zu finden.

Bitte beachtet, dass die hier gespiegelten Reden nicht unbedingt die Positionen der Kommunistischen Organisation (KO) darstellen oder ihnen entsprechen.

Redaktion der KO


Gennadij Sjuganow (KPRF): Der Kampf findet jeden Tag statt- hier und jetzt!

Übersetzung aus dem Russischen: Renate Koppe

Wir sind zum III. Internationalen Antifaschistischen Forum zusammengekommen, um unsere gemeinsamen Aufgaben im Kampf für Frieden und Sicherheit, Völkerfreundschaft und soziale Gerechtigkeit zu erörtern. Diese vielschichtigen Aktivitäten der linken Kräfte können nicht losgelöst vom Kampf gegen Imperialismus und Staatsterrorismus, militärische Aggression und Neokolonialismus, Reaktion und Neofaschismus geführt werden.

Die globale Expansion des Kapitals geht weiter. Sie erreicht ihre Ziele gestützt auf zwei Hauptsäulen – physische Gewalt und Bewusstseinsmanipulation.

Schon im alten Rom betonte Cicero, dass für den vollen Wohlstand des Staates ein „Bündnis von Schwert und Feder“ notwendig sei. Er meinte damit die Verbindung von militärischer Macht und Überzeugungskraft. Jahrhunderte später griff der Italiener Machiavelli diesen Gedanken wieder auf. Er riet dem Herrscher, sowohl dem Löwen als auch dem Fuchs nachzueifern und Tapferkeit mit List zu verbinden.

Ein wichtiger Meilenstein für die Etablierung des Kapitalismus war das Aufkommen des Protestantismus. Das frühe Christentum stellte Moral und ein Leben nach „göttlichen Regeln“ in den Vordergrund. Es setzte sich für die Hilfe für die Armen ein und verurteilte Überfluss. Die neue Lehre verband den Glauben direkt mit der Bereicherung. Materieller Erfolg, so lehrten die protestantischen Prediger, sei ein sichtbarer Beweis dafür, dass der Mensch „Gott wohlgefällig“ sei. Armut und Entbehrungen wurden als „Stempel des Fluchs“ gedeutet.

So wurde in Europa die ideologische Grundlage für Bereicherung, Ausbeutung und Expansion geschaffen. In den Augen der Kapitalisten waren ihre eigenen einfachen Leute und die Bewohner anderer Kontinente „Ausgestoßene“. Ihr Reichtum sollte zugunsten der „von Gott Auserwählten“ enteignet werden. Auf der Grundlage dieser verderblichen Ideen wuchsen die bürgerlichen Imperien heran.

Kampf um Hegemonie

Der Westen erzielte große Erfolge bei der Verbindung verschiedener Herrschaftsmethoden. Dies ermöglichte es ihm, zur führenden globalen Macht zu werden und die Menschheit zu beherrschen. Zur Aufrechterhaltung seiner Hegemonie setzte er in großem Umfang Mittel zur Bewusstseinsbeeinflussung der Volksmassen ein. Mit der Entwicklung neuer Technologien wurde dieses System wahrhaft global.

Zu Beginn des aktuellen Jahrhunderts waren Behauptungen zu hören, das Internet werde das Informationsmonopol zerstören. Dieser Optimismus erwies sich als falsch. Der Besitz der Produktionsmittel ist der Garant für wirtschaftliche und politische Vorherrschaft. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um materielle Produktion oder um Informationen handelt.

Zu meinen, dass die Eigentümer von Internetplattformen, sozialen Netzwerken, globalen Servern und Rechenzentren von Überlegungen zu Freiheit und Demokratie geleitet werden, ist der Gipfel der Naivität. Ihre Ziele sind Ausbeutung, maximaler Profit und Machtkonzentration.

Das Gleiche gilt für die „künstliche Intelligenz“. Sie ist keineswegs ein Geschenk des Schicksals oder von wohlmeinenden Programmierern an alle anderen. Sie ist eine weitere Ressource in den Händen derer, die über das Kapital verfügen. Es ist völlig verständlich, dass Kapitalisten sie nutzen werden, um sich zu bereichern und ihre Vorherrschaft zu festigen.

Das Verständnis dieser Phänomene ist für den Erfolg des Kampfes, den wir führen, von entscheidender Bedeutung. Unsere ideologischen Gegner tun alles, um ein Monopol im „Bereich der Bedeutungen“ zu erlangen. Dies stärkt die Kräfte des Weltkapitals im Kampf um die Zukunft der Menschheit.

Selbst unter den Bedingungen der Krise des Kapitalismus, beim Niedergang alter Entwicklungszentren und dem Entstehen neuer, kann die globale Oligarchie das „Kartenspiel“ noch lange neu mischen. Sie kann Völker und Länder gegeneinander aufhetzen und immer neue „Feindbilder“ erfinden. Sie kann sich mal als „Leuchtturm der Freiheit und Demokratie“, mal als „Verteidigerin traditioneller Werte“ tarnen. Sie wird alles tun, damit die Menschen ihre Klasseninteressen nicht erkennen und nicht verstehen: Die Wurzeln der Probleme liegen nicht in den Besonderheiten von Rassen und Nationen, Bräuchen und Kulturen. Sie liegen im sozioökonomischen System, in der Verfügung über die Produktionsmittel.

Die Pflicht der Kommunisten

Dies zu durchschauen und den Werktätigen die Augen zu öffnen – das ist die wichtigste Aufgabe der Kommunisten, aller volkspatriotischen Kräfte. Ohne sich als Klasse zu begreifen, wird das Proletariat ein Spielball in den Händen des Kapitals sein. Ihm werden fremde Ideen und Werte aufgezwungen werden. Wie einer der Gründer der italienischen Kommunistischen Partei, Antonio Gramsci, schrieb, müssen die Arbeiter eine neue Weltanschauung entwickeln. Die Pflicht der Kommunisten ist es, dem Proletariat zu helfen, Klassenbewusstsein zu erlangen und eine neue Konzeption des Lebens zu entwickeln.

Die Bourgeoisie zwingt den Massen geschickt ihre Moral und ihre Verhaltensregeln auf. Der Westen nutzt geschickt Mechanismen der Bewusstseinsmanipulation. Wenn ein Staat, in dem das Kapital herrscht, ins Wanken gerät, rettet ihn die Struktur der bürgerlichen Gesellschaft. Der Staat ist nur der vorderste Schützengraben des Kapitalismus. Dahinter verbirgt sich eine feste Kette ideologischer Festungen und Kasematten, die von der Oligarchie errichtet wurden.

Mit einem schnellen Schlag „von vorne“ lässt sich diese Verteidigung nicht zerschlagen. Es bedarf eines sorgfältigen und langwierigen „Stellungskriegs“ um das Bewusstsein der Werktätigen, um sie aus dem Lager der Bourgeoisie in ihr eigenes proletarische Lager zu ziehen.

Man muss bedenken, dass der Westen bei weitem nicht immer die „Lokomotive“ der Weltwirtschaft war. Bis ins 17. und 18. Jahrhundert lag Europa hinsichtlich des Wirtschaftsvolumens deutlich hinter China, Indien und einer Reihe anderer Gesellschaften zurück. Zum Führer machte Europa eine zügellose und gnadenlose Expansion, die durch falsche Konzepte des „Messianismus“ getarnt war. In ihnen liegen die Wurzeln des Faschismus und anderer Formen der Herrschaft.

Als Rechtfertigung für die kolonialen Eroberungen diente die Idee der Überlegenheit der weißen Rasse. Sie rechtfertigte den Völkermord an der indigenen Bevölkerung und den Sklavenhandel. Die Bewohner der Kolonien wurden als minderwertige Wesen betrachtet. Die Menschenrechte galten für sie nicht.

Im Jahr 1825 legte die „Doktrin der Entdeckung“ des Obersten Gerichtshofs der USA fest: Das Eigentumsrecht an Land gebührt demjenigen, der es „entdeckt“ hat. Den Indianern, die dort seit Jahrhunderten lebten, wurde dieses Recht vorenthalten. So wurde die „rechtliche“ Grundlage für die massenhafte Vertreibung indianischer Stämme in Reservate und deren Ausrottung geschaffen.

Viele westliche Ideologen schlossen sich der Rechtfertigung des Rassismus an. Einer von ihnen – der Engländer Thomas Carlyle – verfasste den Aufsatz „Die Niggerfrage“ („The Nigger Question“). Seiner Meinung nach hatte Gott den Schwarzen das Schicksal der Sklaverei bei jenen bestimmt, „die als ihre Herren geboren wurden“. Carlyle prangerte die Kämpfer für die Abschaffung der Sklaverei wütend an und bezeichnete sie als „Verbände zum Schutz von Schurken“.

Der Ideologe des britischen Imperialismus Cecil Rhodes beharrte darauf: „Gott will die Vorherrschaft der angelsächsischen Rasse.“ Er schrieb: „Ich hob meine Augen zum Himmel und senkte sie zur Erde. Und sagte mir: Beides soll britisch werden. Und mir wurde klar … dass die Briten die beste Rasse sind, die der Weltherrschaft würdig ist“.

In seinem Buch „Mein Kampf“ stellte Adolf Hitler den Deutschen das Britische Empire des 19. Jahrhunderts als Vorbild vor. Seine Rassendoktrin stützte er weitgehend auf die Werke des Engländers Houston Chamberlain. Der Chefpropagandist des Dritten Reiches, Joseph Goebbels, nannte ihn den „Vater unseres Geistes“.

Rassistische Ideen begleiteten die kapitalistischen Eroberungen von Anfang an. Das bürgerliche System basiert auf Profitwachstum um jeden Preis. Zunächst entzog das junge europäische Kapital seinen Bauern das Land und trieb sie in Arbeitshäuser. Dann begann es, Völker zu unterwerfen und ganze Zivilisationen zu vernichten. „Die große Industrie hat den Weltmarkt hergestellt, den die Entdeckung Amerikas vorbereitete“, schrieben K. Marx und F. Engels.

Der Militarismus nimmt zu

Eine neue Etappe der globalen Expansion begann für das Kapital mit dem Übergang zum Imperialismus. W. I. Lenin hat dessen Hauptmerkmale herausgearbeitet. Erstens die Konzentration von Produktion und Kapital, die zur Bildung von Monopolen mit ihrer entscheidenden Rolle im Wirtschaftsleben führte. Zweitens die Verschmelzung von Bankkapital mit Industriekapital und die Entstehung des „Finanzkapitals“, einer Finanzoligarchie. Drittens der Kapitalexport, der wichtiger wird als der Warenexport. Viertens die Bildung internationaler monopolistischer Kapitalistenbündnisse und die Neuaufteilung der Welt. Fünftens die Vollendung der Aufteilung der Erde durch die Großmächte.

Lenin charakterisierte den Imperialismus als ein weltweites System kolonialer Unterdrückung und finanzieller Strangulierung der überwiegenden Mehrheit der Weltbevölkerung durch eine Handvoll imperialistischer Länder. Der Begründer des Bolschewismus bewies, dass Reaktion, Parasitismus und Fäulnis dem Imperialismus eigen sind. Das Großkapital errichtet seine Diktatur über die Gesellschaft. Es strebt danach, die Arbeiter- und die nationale Befreiungsbewegung zu unterdrücken. Die Reaktion verstärkt sich. Der Militarismus nimmt zu.

Das Finanzkapital trägt den Drang nach Herrschaft, nicht nach Freiheit“, betonte Lenin. „ – Politische Reaktion auf ganzer Linie ist eine Eigenschaft des Imperialismus“.

Die wirtschaftliche Entwicklung zieht Millionen von Menschen in die Produktion ein und verbreitet Elemente der Bildung. Umso dringender benötigen die Ausbeuter die raffiniertesten Methoden der Herrschaft – die Manipulation des Bewusstseins.

Die ideologische Verbindung des angelsächsischen Kapitalismus mit dem Faschismus beschränkte sich nicht nur darauf. Das westliche Kapital hat in der Praxis faschistische Regime in Deutschland, Italien, Spanien und anderen Ländern gefördert. Der italienische Faschismus und der deutsche Nationalsozialismus genossen die großzügige Unterstützung der Oligarchie. Dies war eine Reaktion auf die revolutionäre Welle in Europa nach dem Ersten Weltkrieg. Die Bayerische Räterepublik, der Hamburger Aufstand und die Massenstreiks deuteten auf eine tiefe Krise des bürgerlichen Systems hin.

Bereits 1922 hatte sich in Bayern ein Kreis von Industriellen gebildet, die auf Adolf Hitler setzten. Die deutschen Faschisten erhielten große Geldsummen von Henry Ford aus den USA. 1938 verlieh Hitler ihm das Große Kreuz des Deutschen Adlers – die höchste Auszeichnung des Reichs für Ausländer.

Die Unterstützung für die Nazis wuchs rasch. Die Partei wurde von großen Industrie- und Finanzmagnaten Deutschlands gesponsert. Zu den Anhängern der Faschisten gehörten Vertreter der Deutschen Bank, der Handelsbank und der Reichskreditgesellschaft.

Der Höhepunkt des Bündnisses zwischen Großkapital und Nazis war das Treffen am 20. Februar 1933. Die Konzern- und Bankchefs billigten Hitlers Kurs auf die Diktatur. Eine Woche später wurde der Reichstag in Brand gesteckt. Diese Provokation lieferte den Vorwand für die Vernichtung der Gegner und die Niederschlagung der Kommunisten.

Die westlichen Mächte trugen zur Stärkung des Nationalsozialismus bei. London und Washington sahen tatenlos zu, wie die Nazis den Versailler Vertrag außer Kraft setzten, die Wehrmacht aufstellten und den Weg der beschleunigten Militarisierung einschlugen. Sie gewährten Deutschland weiterhin Kredite, versorgten es mit strategischen Rohstoffen, beteiligten sich am Aufbau der U-Boot-Flotte und lieferten Waffen und Material.

Das Mussolini-Regime erhielt ebenfalls Unterstützung aus den USA. Großkredite wurden vom Haus Morgan gewährt. Italien wurde zu einem der führenden Empfänger von ausländischem Kapital in Europa. Washington verschloss zynisch die Augen vor der aggressiven Außenpolitik Roms.

Nie vergessen: Der Überfall auf die Sowjetunion

Weniger als ein Monat bleibt bis zu jenem tragischen Datum der Weltgeschichte. Es jährt sich zum 85. Mal der Tag, an dem der Hitler-Faschismus die Sowjetunion überfiel und der Große Vaterländische Krieg von 1941 bis 1945 begann.

Der heldenhafte Kampf des sowjetischen Volkes unter der Führung der Kommunistischen Partei führte zur Niederlage des Faschismus. Für unseren heiligen Sieg hat das sowjetische Volk einen enormen Preis gezahlt. Auf den Schlachtfeldern kam jeder sechste Bürger der UdSSR ums Leben. Jeder dritte Belorusse. Und jeder zweite Kommunist.

Doch solange der Kapitalismus lebt, wird sein Arsenal stets Faschismus, Terror, Völkermord und andere blutige Verbrechen enthalten.

Äußerst bezeichnend war die Haltung der westlichen Mächte gegenüber den Nazi-Verbrechern in der Nachkriegszeit. Viele von ihnen entgingen der Bestrafung. Sie kooperierten mit den USA und waren am Aufbau der NATO beteiligt. Sie wurden zu Kämpfern des „Kalten Krieges“, arbeiteten bei „Radio Liberty“, „Deutsche Welle“ und anderen antisowjetischen Medien. All dies ist ein direkter Beweis für die tiefe Symbiose zwischen Großkapital, liberalen Eliten und faschistischen Regimes. Gemeinsam bildeten sie eine einheitliche Phalanx zur Erstickung der revolutionären Hoffnungen der Menschheit.

Das oligarchische Kapital gab seine Pläne für Rache und Revanche keinen Moment lang auf. Die sowjetischen Städte und Dörfer lagen noch in Trümmern, als die gestrigen Verbündeten in den westlichen Ländern bereits Pläne für einen Atomschlag gegen die UdSSR schmiedeten. Der „Kalte Krieg“ wurde begonnen. Blutige Konflikte entbrannten in Korea und Vietnam.

Das Kapital versuchte mit allen Mitteln, die Kolonialreiche vor dem Zusammenbruch zu retten. Es tränkte die nationale Befreiungsbewegung in Blut. Der Terror verschwand nie aus dem Arsenal des Kapitalismus. Dafür gibt es Tausende von Beweisen! Einen Teil davon haben wir in dem Film „Imperialismus und Terror“ des KPRF-Fernsehsenders „Rote Leitung“ vorgestellt. Mit dessen Vorführung begann die Arbeit unseres Forums.

Die bösartigsten Kräfte richtete der Imperialismus darauf aus, die Hauptfestung der Befreiungsbewegung – die UdSSR – zu untergraben. Leider gelang dies. Doch die vorübergehende Niederlage der Sowjetunion wurde nicht zum Triumph des Großkapitals. Die Kommunistische Partei Chinas hisste das Banner des Sozialismus hoch. Das Land entwickelte sich zum weltweiten Vorreiter der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung.

Solange die UdSSR, der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) und der Warschauer Pakt existierten, hatte das Kapital einen gemeinsamen Feind und den Wunsch, im Wettstreit mit dem Sozialismus zu siegen. Dies wurde zu einem starken Ansporn für die Entwicklung. Die Kapitalisten verbesserten die Qualität ihrer Produkte, machten Zugeständnisse an die Arbeiter und erweiterten die sozialen Garantien.

Mit der Zerstörung der UdSSR begann ein umfassender Verfall des Kapitalismus. Dieser vollzieht sich in der Wirtschaft und im sozialen Leben, in der Politik und in der Moral. Die Krise der demokratischen Institutionen und des Wahlsystems hat sich verschärft.

Auf die Zunahme seiner Probleme reagiert das Kapital mit einer unverhohlenen Militarisierung. Es provoziert internationale Spannungen. Die Gefahr eines neuen Weltkriegs wächst.

Neokolonialismus intensiviert

Die westlichen Mächte haben die Praxis des Neokolonialismus intensiviert. Ihre wichtigsten Instrumente: das Dollarsystem, die Schuldenfalle des IWF und der Weltbank, Informationsdruck, das Setzen auf eine pro-westliche fünfte Kolonne. Gegen unliebsame Staaten werden Sanktionen, Provokationen, „Farbrevolutionen“ und militärische Interventionen eingesetzt. In ihrer brutalsten Form haben dies die Völker Jugoslawiens, des Irak, Libyens, Syriens, des Iran und Venezuelas am eigenen Leib erfahren.

Mit besonderem Zynismus gehen die Kräfte der weltweiten Reaktion gegen die uns brüderliche Ukraine vor. Sie haben sie in ein Kriegsgebiet verwandelt und der Russischen Welt den Krieg erklärt. Wir leisten umfassende Hilfe für diejenigen, die an der Front gegen den Bandera-Nazismus kämpfen. Wir haben bereits mehr als 150 humanitäre Konvois in den Donbass geschickt. Regelmäßig nehmen wir Kinder auf, die von dort zu uns kommen, um zu genesen und sich zu erholen. Wir danken allen, die bei dieser außerordentlich wichtigen Aufgabe helfen!

Wir sind den Parteien und Bewegungen, deren Vertreter zu diesem Forum gekommen sind, aufrichtig dankbar für Ihre prinzipielle Haltung und für die Solidarität mit der antifaschistischen Position unseres Landes in dieser schwierigen Zeit. Wir sprechen dem koreanischen Volk unseren besonderen Dank für seine Entschlossenheit und seinen Mut im Kampf gegen den Neofaschismus aus.

Das Kapital hat den Abbau des Sozialstaats in Gang gesetzt. Die neoliberale Welle hat den Widerstand der Volksmassen hervorgerufen. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung in den USA, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien und anderen Ländern wächst. Es entfaltet sich ein Protest der Werktätigen gegen die Politik der bürgerlichen Regierungen.

Gleichzeitig breitet sich die anti-neokoloniale Bewegung aus. Die Länder des Globalen Südens fordern immer selbstbewusster die vollständige Befreiung vom Erbe der Kolonialpolitik der westlichen Mächte. Allmählich entstehen auf unserem Planeten die Voraussetzungen für tiefgreifende Veränderungen zum Besseren. Es ist notwendig, diesen Prozess unumkehrbar zu machen.

Die Initiativen Chinas

Für die Schaffung einer gerechteren Welt sind die Initiativen Chinas besonders wichtig. Im Anschluss an das Konzept einer Schicksalsgemeinschaft der Menschheit hat der Präsident der VR China, Xi Jinping, wichtige Vorschläge in den Bereichen globale Entwicklung, Sicherheit und zivilisatorischer Austausch unterbreitet. Im September letzten Jahres wurde in Tianjin eine Initiative zur globalen Governance vorgelegt. Es ist symbolisch, dass dies auf dem Gipfel der Shanghai Cooperation Organization (SCO) geschah. Die Mitglieder der SCO und der BRICS sind aufgerufen, eine besondere Rolle bei der Schaffung eines neuen Systems der internationalen Beziehungen zu spielen.

Auf das Bestreben, seine Positionen zu erschüttern, reagiert das Weltkapital mit Schritten zur Errichtung vollständiger Kontrolle über die Menschheit. Dazu beabsichtigt es, die neuesten Kommunikationsmittel einzusetzen: das Internet, soziale Netzwerke, künstliche Intelligenz. Derzeit sind diese Ziele kein Geheimnis mehr. Auf ihre Existenz weisen Veröffentlichungen der Führungskräfte des Unternehmens „Palantir Technologies“ direkt hin.

Bereits zu Beginn dieses Jahrhunderts betonte ich in meinem Artikel „Globalismus und der ‚neue Imperialismus‘“: „Auf dem Planeten bricht faktisch der Dritte Weltkrieg aus… Zunächst war er ‚kalt‘, dann ‚kühl‘, anschließend ‚warm‘. Und nun, mit dem Einzug des Globalismus, geht er rasch in eine heiße Phase über… Die Menschheit sitzt auf einem Pulverfass, um das herum immer neue Funken sprühen“.

Übergang zur Multipolarität

Die heutige Welt durchläuft einen Übergangsprozess zur Multipolarität. Die Hegemonie des westlichen Kapitals schwächt sich ab. Die Widersprüche zwischen den Imperialisten nehmen zu. Sie haben zu einer Konfrontation zwischen den USA und der EU geführt. Zu Konflikten innerhalb der NATO und anderer Vereinigungen.

Von einem gerechten internationalen System sind wir jedoch noch weit entfernt. Die alten Machtzentren klammern sich mit aller Kraft an die Weltherrschaft. Um diese zu bewahren, sind sie bereit, das gesamte Arsenal an politischem, finanziellem, informativem und militärischem Druck einzusetzen.

Man muss die Tatsache anerkennen, dass nicht alle heutigen Einflusspole eine gleichberechtigte Weltordnung anstreben. Oftmals sind ihre herrschenden Kreise nur an einer Neuaufteilung der Märkte und Einflusssphären interessiert. Deshalb müssen wir, die Vertreter der linken und volkspatriotischen Kräfte, verstehen: Ein einfacher Wechsel der Weltführer im Rahmen des Kapitalismus wird die Werktätigen nicht von der Ausbeutung befreien. Eine echte Alternative dazu garantiert nur der Sozialismus.

In Weiterführung der Leninschen Charakterisierung des Imperialismus hebt die KPRF eine Reihe von Schlüsselmerkmalen des Globalismus hervor. Erstens verstärkt sich die Vorherrschaft des Finanzkapitals über die industrielle Produktion. Die wahren Eigentümer der größten weltweiten Vermögenswerte sind kapitalistische Giganten wie „BlackRock“, „Goldman Sachs“ und „J.P. Morgan Chase“. Ihre Ressourcen übersteigen die Möglichkeiten einzelner Staaten.

Zweitens basiert die Weltwirtschaft auf ungleichwertigem Austausch. Die Entwicklungsländer liefern billige Rohstoffe und kaufen teure Fertigprodukte. Die Schuldenfalle verschärft sich. Nach Angaben der UNO nähert sich die weltweite Verschuldung 100 Billionen Dollar. Fast die Hälfte der Menschheit lebt in Ländern, die mehr Mittel für den Schuldendienst aufwenden als für Gesundheit und Bildung.

Drittens verfestigt das globale Modell der Arbeitsteilung eine kolossale soziale Ungleichheit. Nach Schätzungen der Organisation „Oxfam“ belief sich das Gesamtvermögen der Milliardäre im Jahr 2025 auf 18,3 Billionen Dollar. Das ist doppelt so viel wie im Jahr 2020 und übersteigt den Wert von 2000 um das Siebenfache. Im vergangenen Jahr überschritt die Zahl der Milliardäre weltweit erstmals die Marke von 3000 Personen. Die 12 reichsten Menschen der Welt besitzen ein Vermögen, das das Gesamtvermögen der ärmsten Hälfte der Weltbevölkerung übersteigt.

Viertens nimmt der Einfluss des transnationalen Kapitals auf die Politik drastisch zu. Die größten Finanziers und Konzerne bestimmen direkt den Kurs der Staaten. Die US-Regierung zeigt eine immer engere Verflechtung von Macht und Finanz- und Industriekonzernen. Die Daten von „Oxfam“ bestätigen buchstäblich Lenins Schlussfolgerungen über den Zusammenhang zwischen Monopolen und politischer Reaktion.

Wirtschaftliche Ungleichheit führt zur Aushöhlung von Rechten und politischen Freiheiten. Der Autoritarismus nimmt zu. „Regierungen treffen falsche Entscheidungen, um der Elite und den Reichen zu gefallen, und unterdrücken dabei die Rechte und die Wut der Bürger, die durch die steigenden Lebenshaltungskosten ausgelöst wird, die für zu viele unerschwinglich geworden sind“, bemerkt der Geschäftsführer von „Oxfam“, Amitabh Behar.

Fünftens wird das Völkerrecht zunehmend durch ein System von „Regeln“ ersetzt, die der globalen Oligarchie zugutekommen. Die Nationalstaaten verlieren die Kontrolle über wirtschaftliche Prozesse. Das Großkapital nutzt internationale Institutionen als Druckmittel. Rituelle Bekenntnisse zur „Unantastbarkeit des Privateigentums“ hindern den Westen nicht daran, Vermögenswerte anderer Länder einzufrieren und zu beschlagnahmen.

Sechstens ist die informations- und kulturpolitische Expansion zu einer eigenständigen und äußerst zerstörerischen Form der Aggression geworden. Über globale Medienplattformen, soziale Netzwerke und digitale Monopole werden Konsum- und Verhaltensmuster aufgezwungen. Versuche einzelner Staaten, ihre Informationssouveränität zu schützen, werden lautstark als „Angriff auf die Meinungsfreiheit“ bezeichnet.

Schließlich verstärkt sich der parasitäre Charakter des globalen Kapitals. Es eignet sich geschickt die Vorteile des technologischen Fortschritts an. Ein bedeutender Teil der Menschheit bleibt dabei in Armut und Abhängigkeit. Gleichzeitig verschärfen sich die ökologische Krise und der geistige Verfall. Die sozialen Beziehungen werden entmenschlicht. Ein besonderes Symbol dafür ist heute die Tragödie des palästinensischen Volkes und die Reaktion der westlichen Staaten auf die Geschehnisse.

Wiederum, wie schon im vergangenen Jahrhundert, stützt sich das Kapital immer stärker auf rechtsextreme Kräfte. In Europa gewinnen rechtsradikale Parteien an Stärke, die mit Hitler, Mussolini, Franco und Horthy sympathisieren. In Lateinamerika rechtfertigt eine Reihe von Politikern die Verbrechen der Militärdiktaturen. Zu einem Symbol der rechtsradikalen Politik sind die Handlungen von Javier Milei, einem großen Freund von Donald Trump, in Argentinien geworden.

Aggressiver Antikommunismus

Die reaktionären Kreise vereinen heute aggressiver Antikommunismus, Russophobie und das Streben nach globaler Vorherrschaft. Diese Kräfte sind bereit, die gesamte Macht der Armeen und Staatsapparate einzusetzen, um ihre Vorherrschaft zu festigen.

Die USA nehmen die enormen Errungenschaften des sozialistischen Chinas immer stärker als strategische Herausforderung wahr. Washington strebt danach, seine Position als führendes weltweites Industriezentrum zurückzugewinnen. Zu diesem Zweck schwächt es Europa und unterwirft es immer stärker seinen Interessen. Dies vertieft zwangsläufig die Widersprüche zwischen den Imperialisten.

Es muss jedoch betont werden: Insgesamt behält der Kapitalismus eine hohe Anpassungs- und Überlebensfähigkeit. Neben militärischer Macht stützt er sich auf Informationskontrolle und manipuliert das öffentliche Bewusstsein. Bitter und lächerlich zugleich, doch die Unterdrückung politischer Gegner erfolgt unter dem Deckmantel des Schutzes der Demokratie. Verbote der Wahlteilnahme, Verschärfung der Zensur, Kampagnen zur „Abschaffung“ der russischen Kultur – all dies ist Teil des politischen Lebens im Westen geworden.

Auch auf altbewährte Methoden hat das globale Kapital nicht verzichtet. Verschiedene Formen des Neofaschismus erleben eine Renaissance. Großzügige Unterstützung erhielt der ukrainische Neonazismus, der auf der Grundlage der blutigen Bandera-Ideologie gewachsen ist. In vielen Ländern Europas haben äußerst rechte Kräfte neuen Auftrieb erhalten.

Zu einem bedeutsamen Ereignis wurde der Machtantritt des Teams von Donald Trump in den USA. Nachdem es sich mit raffinierter Demagogie und Populismus die Sympathien der einfachen Bürger gesichert hat, zerstört dieses oligarchische Kapital die Überreste des „Sozialstaats“. Es organisiert zudem Interventionen auf der ganzen Welt.

Die Ideologen des „Friedens durch Stärke“ greifen auf die reaktionärsten Konzepte der Kolonialzeit zurück. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür war die Rede des US-Außenministers Marco Rubio auf der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz. Er bezeichnete die westliche Zivilisation als die größte in der Geschichte und schwärmte von ihren Errungenschaften. „Fünf Jahrhunderte lang, bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, erweiterte der Westen seine Grenzen – seine Missionare, Pilger, Soldaten und Forscher verließen seine Küsten, um Ozeane zu überqueren, neue Kontinente zu besiedeln und riesige Imperien zu errichten, die sich über die ganze Welt erstreckten“, verkündete Rubio.

Nach Ansicht des US-Außenministers führte das Aufkommen des „Reiches des Bösen“ – der Sowjetunion – zu „dunklen Zeiten“. Bezeichnenderweise bezeichnete Rubio das Jahr 1945 als Wendepunkt in der Vorherrschaft des Westens. Danach, so erklärte er, „traten die großen westlichen Imperien in eine Phase des Niedergangs ein, beschleunigt durch gottlose kommunistische Revolutionen und antikoloniale Aufstände, die die Welt veränderten und weite Gebiete auf der Landkarte der Herrschaft von Hammer und Sichel unterwarfen“.

Sozialismus oder Barbarei

Ich möchte betonen, dass dies die Logik der härtesten Imperialisten ist. Nach den Worten des Leiters des amerikanischen Außenministeriums arbeite die Trump-Regierung daran, die frühere Größe des Westens wiederherzustellen. Im Bündnis mit den USA müsse Europa die „Fesseln“ von Umweltstandards und sozialen Garantien abwerfen. Weiter erklärte Rubio: „Gemeinsam haben wir den zerstörten Kontinent nach zwei schrecklichen Weltkriegen wieder aufgebaut. Der freie Westen hat sich mit mutigen Dissidenten verbündet, die gegen die Tyrannei im Osten kämpften, um den sowjetischen Kommunismus zu besiegen. Unter der Führung von Präsident Trump werden die Vereinigten Staaten erneut die Aufgabe der Erneuerung und des Wiederaufbaus übernehmen“.

Solche Bestrebungen sind eine direkte Bedrohung für die gesamte Menschheit!

Der Kapitalismus zeigt sich unfähig, die Schlüsselprobleme unseres Planeten zu lösen. Mehr noch: in dem Bestreben, seine Macht zu bewahren, wird er immer gefährlicher. Die Krise des Weltkapitalismus führt zu zunehmender Ausbeutung, Konflikten und der Gefahr groß angelegter Kriege.

Im Gegensatz zu früheren Epochen hat sich die Lage in der Welt grundlegend verändert. In der heutigen Phase verfügt die Menschheit bereits über die Ressourcen und die technologischen Möglichkeiten, um Armut, Hunger und schreckliche Ungleichheit zu überwinden. Doch der Kapitalismus will dies nicht. Er verwandelt kolossale Reichtümer und erstaunliche Möglichkeiten in eine Quelle wachsender Aggression und Degradation.

Wir – Vertreter von Parteien und Bewegungen, gesellschaftlichen Vereinigungen und Initiativen, Wissenschaftler und Experten – haben nicht das Recht, tatenlos zuzusehen. Unser Verstand und unser Gewissen lassen es nicht zu, dass wir gleichgültig auf das Geschehen in der Welt blicken. Für die menschliche Zivilisation sind besondere Zeiten angebrochen. Die weitere Aufrechterhaltung des Kapitalismus lässt sich nicht länger rechtfertigen. Der Ausweg aus der Krise, die Lösung globaler Probleme sowie eine friedliche und erfolgreiche Entwicklung sind nur auf dem Weg eines Übergangs zum Sozialismus möglich.

Auf der Tagesordnung der Menschheit steht die Schaffung einer neuen Welt, frei vom Diktat des globalen Kapitals. Und das ist keine Aufgabe, die man auf morgen verschieben kann. Der Kampf findet jeden Tag statt – hier und jetzt! Wie unsere Mitstreiter in anderen Ländern führt die KPRF ihren politischen Kampf beharrlich und konsequent. Im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit steht die Entlarvung von Imperialismus, Reaktion, Neokolonialismus, Neofaschismus und Staatsterrorismus.

Im Jahr 2023 haben wir vorgeschlagen, diese Arbeit auf eine neue Ebene zu heben. Gemeinsam mit der Kommunistischen Partei von Belarus haben wir die Durchführung des I. Internationalen Antifaschistischen Forums in Minsk initiiert. Daran nahmen Vertreter aus 50 Staaten teil. Es wurde das Manifest für die Vereinigung der Völker der Welt „Die Menschheit vor dem Faschismus bewahren!“ verabschiedet.

Hände weg von Kuba – Freiheit für Maduro!

Die Einschätzungen und Schlussfolgerungen des Minsker Manifests fanden breite Unterstützung. Im April 2025 kamen 164 Delegationen zum II. Internationalen Antifaschistischen Forum nach Moskau. Sie vertraten 91 Länder der Welt. Ein weiteres halbes Jahr später veranstalteten wir das Internationale Antifaschistische Medienforum, auf dem Fragen der Koordinierung der Informationspolitik linker Kräfte diskutiert wurden.

Die gemeinsamen Ansätze unserer Parteien und Bewegungen helfen uns, gemeinsam am Kampf für den Frieden teilzunehmen. Wir bekunden unsere Solidarität mit den Völkern, die Opfer von Aggressionen geworden sind. Wir fordern die Beendigung des Völkermords am palästinensischen Volk. Gemeinsam sagen wir: „Hände weg vom freien Kuba und seiner historischen Wahl“! Wir bestehen auf der sofortigen Freilassung des venezolanischen Präsidenten aus den Kerkern der USA.

Bereits im Januar hat die KPRF ein Öffentliches Komitee für die Freilassung von Nicolás Maduro und Cilia Flores gegründet. Es arbeitet aktiv und weitet seine Tätigkeit aus. Wir fordern Freiheit für Jevghenia Gutsul in Moldau, Vardan Gukasyan in Armenien, für alle politischen Gefangenen, die für die Ideale der Gerechtigkeit und der Völkerfreundschaft gelitten haben.

Das jetzige Forum ist eine weitere Etappe der Einigung im Kampf gegen die weltweite Reaktion. Der Imperialismus hat die letzten Reste seiner friedensstiftenden Maske abgewischt. Auf unserem unglaublich schönen Planeten sät er schreckliche Armut und Staatsterrorismus, Krieg und Tod. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, das Wesen der Politik des Großkapitals mutig zu entlarven. Die linken Kräfte zu vereinen, unsere Alternative vorzuschlagen und beharrlich auf das Ziel zuzugehen.

Auf uns allen lastet eine enorme Verantwortung. Die fortschrittlichen Kräfte brauchen eine gemeinsame Taktik und Strategie. Wir brauchen einen genauen Fahrplan für den Kampf gegen Imperialismus und Neokolonialismus, Neofaschismus und Staatsterrorismus.

Der Weg des Kampfes wird dornig sein. Wir müssen ihn beschreiten und siegen! Das ist eine große Aufgabe von wahrhaft historischem Ausmaß!

Lasst uns unserer ideologischen Entscheidung würdig sein!

Lasst uns unseren großen Vorfahren würdig sein!

Gemeinsam vorwärts, zur Verwirklichung der hohen Ideale des Friedens und der Völkerfreundschaft, der Gerechtigkeit, des Fortschritts und des Sozialismus!


Wiktor Tjulkin (Russische Kommunistische Arbeiterpartei): Imperialismus und internationaler Terrorismus des 21. Jahrhunderts: Entstehungsgründe, Ziele, Methoden

Übersetzung: Alexander Kiknadze

Der Kampf ist unvermeidlich, wir müssen uns darauf vorbereiten!

Liebe Mitstreiter!

1. Ich möchte mich zu Beginn meines Vortrags für Terroristen1 einsetzen. Nicht im Sinne einer Rechtfertigung einer bestimmten Person, sondern im Sinne eines allgemeinen wissenschaftlichen Verständnisses dieses komplexen Phänomens. Und um zu vermeiden, dass der Begriff als bloßes Schimpfwort oder zur Einschüchterung der Zuhörer – und ja, auch unserer selbst – verwendet wird. Denn wir wissen sehr wohl, dass die Hitler-Faschisten die sowjetischen Partisanen in den Wäldern von Brjansk und im Belovežer Urwald, in den Bergen Griechenlands und die Widerstandskämpfer in allen Ländern Europas Banditen und Terroristen nannten. Und auch heute bezeichnet die bürgerliche Propaganda den palästinensischen Widerstand in Gaza und die Kämpfer der Hamas-Bewegung eindeutig als Terroristen, und ganze Staaten werden angeblich für die Unterstützung von Terroristen verantwortlich gemacht.

Wir alle kennen Lenins berühmte Worte: „Wir werden einen anderen Weg gehen!“. Doch dabei schreckten die Bolschewiki niemals vor Terroristen zurück. Im Gegensatz zu denen, die die Terroristen als Aussätzige sahen, angeblich deshalb, weil sie prinzipiell Gewalt und Blutvergießen ablehnten. Sie verstanden, dass der Terrorismus die Kampfmethode verzweifelter Menschen ist, eine eigentümliche, gesetzmäßige Reaktion auf die Willkür und das Unrecht des bürgerlichen Regimes, auf ein erniedrigtes und gedemütigtes Dasein. Diese Menschen lassen sich nicht brechen, das hat die gesamte weltweite Erfahrung bewiesen, von den Narodniki (antizaristische Terrororganisation, dt. „Volkstümler“ im 19. Jahrhundert, Anm. d. Üb.) bis zu den heutigen Kämpfern der Palästinensischen Befreiungsbewegung. Doch auch sie sind weder damals noch heute in der Lage, das System zu brechen. Mehr noch: Sie stellen für das ausbeuterische System selbst keine besondere Gefahr dar, da sie dazu beitragen, die Energie der Empörung und des Zorns der Massen in den engen Korridor vereinzelter Terroranschläge umzulenken. Anarchistische Elemente, unterstützt von den Behörden, arbeiteten in der ersten russischen Revolution von 1905 mit individuellen Terror, Enteignungen und den banditenhaften Slogan „Plündert, schlagt, tötet!“. Die Bolschewiki lehrten, dass ein Angriff auf einen einzelnen kleinen Ladenbesitzer, das Ausrauben einer Privatwohnung, das Niederbrennen jemandes Anwesen natürlich einfacher ist, als einen organisierten Klassenkampf gegen die gesamte Klasse der Kapitalisten und Großgrundbesitzer zu führen. Es ist einfacher, einen einzelnen Agenten der zaristischen Macht anzugreifen oder sogar den Zaren zu töten, als die zaristische Autokratie als Ganzes anzugreifen und die Massen zum Sturz des Zarismus zu organisieren.

2. So waren die Bolschewiki zwar Gegner des Terrors, doch schrieb Lenin: „Grundsätzlich haben wir uns nie vom Terror abgewandt und können uns auch nicht davon abwenden. Er ist eine der militärischen Maßnahmen, die durchaus geeignet und sogar notwendig sein kann zu einem bestimmten Zeitpunkt der Schlacht bei bekanntem Zustand der Truppe und unter bekannten Bedingungen. … Der Kern der Sache liegt gerade darin, dass der Terror derzeit keineswegs als eine der Operationen der aktiven Armee, die eng mit dem gesamten Kampfsystem verbunden und auf dieses abgestimmt ist, in den Vordergrund gestellt wird, sondern als eigenständiges und von jeder Armee unabhängiges Mittel eines Einzelangriffs“ („Womit anzufangen“, Band 5, S. 7).

Wenn wir also vom Terror als Klassenpolitik, von groß angelegten Aktionen oder von Drohungen gegen den Feind sprechen, dann ist für uns Kommunisten die Politik der Komintern und die Drohung mit einer Weltrevolution gegen die gesamte bürgerliche Welt auf einen Schlag das Vorbild! Die Aurora feuerte 1917 nur einmal einen Platzpatronenschuss ab, und die gesamte kapitalistische Welt zittert bis heute vor Angst vor der Revolution. Die Sowjetunion hatte Verbündete in Form der Arbeiterklassen in jedem noch so reaktionären Land. Darin lag die Stärke des Sozialismus, die den Bourgeois Schrecken einflößte! Darin lag unser politischer und geistig-moralischer Terror gegenüber der Welt des Kapitals.

3. Der heutige internationale Terrorismus hat, genau wie zu Lenins Zeiten, eine Klassenbasis und lässt sich durch Lenins Imperialismustheorie erklären. Nach der (sicherlich nur vorübergehenden) Niederlage des Sozialismus in der UdSSR und den osteuropäischen Ländern sowie dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat die Reaktion weltweit einen riesigen Sprung nach vorne gemacht. Der Imperialismus unter der Führung der USA begann, besonders dreist und zynisch zu agieren. Es bildete sich ein Kern der am weitesten entwickelten und räuberischsten imperialistischen Länder heraus, die den Rest der Welt ausplündern, indem sie einfach nur Coupons abschneiden und diesen Prozess immer häufiger mit Gewalt untermauern. Jugoslawien, Irak, Libyen, Afghanistan, Syrien, Ukraine, Venezuela, Iran – das sind die Glieder dieser Kette. An der Spitze dieser räuberischen Meute stehen der US-Imperialismus und die NATO. Und die Richtigkeit der Schlussfolgerung über den Kern der Imperialisten wurde durch die Tatsache bestätigt, dass dieselbe Meute von Räubern, die die ukrainischen Nazis unterstützt und nährt, auch das zionistische Israel in seiner Politik des Völkermords gegenüber Palästina und dem Gazastreifen unterstützt. Die Theorie einer imperialistischen Pyramide, in der alle Länder Imperialisten sind, nur in unterschiedlichem Maße, weshalb der Krieg für alle Seiten gleichermaßen imperialistisch sei – eine Theorie, die von den Genossen der Kommunistischen Partei Griechenlands und einiger anderer Parteien dogmatisch vertreten wird –, hält der Überprüfung durch Argumente des realen Lebens offensichtlich nicht stand; die Praxis widerlegt sie. Wie schon W. I. Lenin sagte: „Die Leugnung jeglicher Möglichkeit nationaler Kriege unter dem Imperialismus ist theoretisch falsch, historisch offensichtlich irrtümlich, und praktisch kommt sie dem europäischen Chauvinismus gleich…2. Wie man so schön sagt: Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Sie zitieren Lenin wortwörtlich, haben aber im Grunde genommen das wahre Wesen eines konkreten Krieges (die Spezialoperation in der Ukraine), seinen defensiven und schützenden Charakter, nicht verstanden. Hinzu kommt, dass die Genossen die Ausarbeitungen der Komintern, die Definition des Faschismus und die Taktik der Volksfronten leugnen.

4. Unsere Partei geht in ihrer Analyse der aktuellen Politik des Imperialismus von der Definition des Faschismus aus, die der Komintern gegeben hat: „Der Faschismus an der Macht ist eine offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten und imperialistischsten Elemente des Finanzkapitals, eine besondere Form der Klassenherrschaft der Bourgeoisie“. Der Faschismus besteht in der Abschaffung demokratischer Formen bürgerlicher Herrschaft und dem Übergang zu offenem bürgerlichem Terror. In der heutigen Welt bedienen sich die meisten bürgerlichen Staaten in ihrer Innenpolitik verschiedener Formen der bürgerlichen Demokratie und sehen von der Ausübung einer Diktatur in offener terroristischer Form ab. Anders verhält es sich auf der internationalen Bühne, wo die Fortsetzung der Innenpolitik bereits als internationale Politik umgesetzt wird. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR hat der internationale Imperialismus unter der Führung der Vereinigten Staaten von Amerika nicht nur seine Aggressivität verstärkt, sondern begann offen die Normen des Völkerrechts mit Füßen zu treten und sogar die bürgerliche Rechtsstaatlichkeit zu ignorieren. Kern der imperialistischen Kräfte ist heute gerade das Finanzkapital, und zwar mit einem weitaus größeren spezifischen Einfluss als Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts. Der Faschismus ist eine der möglichen Reaktionen des Imperialismus, um die kapitalistische Ordnung vor den Gefahren sozialistischer Revolutionen zu retten, insbesondere in Krisenzeiten. Deshalb sind dem Faschismus offener Antikommunismus und eine konsequente arbeiterfeindliche Politik wesensimmanent. Dabei bedient sich der Faschismus zur Verdummung des Volkes des Instruments einer breiten und aktiven sozialen Demagogie. All diese Merkmale sind heute in der Politik des westlichen Imperialismus deutlich erkennbar und werden durchweg von der modernen Sozialdemokratie umgesetzt. Diese Situation spiegelt unserer Meinung nach heute sehr treffend der in der russischen politischen Öffentlichkeit etablierte und begründete Begriff „Faschismus für den Export“ wider.

5. Faschismus für den Export – das ist eine unverhüllte, die Gesetze und Normen des Völkerrechts missachtende, terroristische und imperialistische Politik der Gewalt und der blutigen Durchsetzung der Interessen des Weltimperialismus, dessen Kern das Finanzkapital bildet. Wir dürfen unsere Augen vor dieser modernen Form des Faschismus nicht verschließen. Darüber haben wir den Parteien von Solidnet bereits im fernen Jahr 2012 berichtet. Leider akzeptieren viele Genossen sowohl innerhalb Russlands als auch in anderen Ländern, darunter auch Vertreter einiger kommunistischer Parteien, diese Schlussfolgerung bis heute nicht und behaupten, die Definition von Faschismus, auf der diese Schlussfolgerung basiert, sei angeblich nicht ganz korrekt. Manchen gefällt der Begriff – Faschismus für den Export – nicht. Wir hängen nicht an Begriffen; wichtiger ist es zu verstehen, dass dieses Phänomen existiert und sich bis zur Alltäglichkeit entwickelt – das Beispiel Venezuelas und des Irans, die Drohungen gegen und die Verschärfung der Wirtschaftsblockade gegen Kuba belegen eindeutig die Ansprüche auf weltweite Vorherrschaft und das Fehlen jeglicher Hemmnisse seitens der USA und ihrer Handlanger. Manche werden sagen, dass es in der US-Politik scheinbar keinen offenen Chauvinismus und keinen Rassenhass gibt. Aber das ist nicht wahr! Der US-Imperialismus verkündet offen und arrogant die besondere Stellung und die besondere Verantwortung der USA für das Schicksal der ganzen Welt! Sie selbst bestimmen ohne jegliche Rücksprache und ohne Rücksicht darauf, welche Staaten Terroristen sind, wer zur Achse des Bösen gehört und wer überhaupt ein Schurke ist! Welchen der Staatschefs souveräner Länder man einfach töten darf, damit die Welt nach Ansicht der USA besser wird. Das ist ohne jeden Zweifel Faschismus des 21. Jahrhunderts. Die Gefahr, dass die aktuellen Konflikte in einen Dritten Weltkrieg eskalieren, ist durchaus real.

6. Besonders hervorzuheben ist, dass sich in den aggressiven Handlungen der Imperialisten (sowohl gegen Russland als auch innerhalb ihrer eigenen Länder) immer deutlicher Anklänge von Revanchismus für die Niederlage von 1945 erkennen lassen. Der Antikommunismus in den Ländern Europas und der Welt nimmt zu, Denkmäler sowjetischer Soldaten werden zerstört, Gedenktage und Symbole der Roten Arbeiter- und Bauernarmee werden verboten, die Geschichte wird zugunsten der wiederauflebenden Faschisten umgeschrieben. In der Ukraine ist dieser Prozess so weit fortgeschritten, dass sich das Regime selbst als Fortführer des Werkes von Hitlers Mitstreitern versteht. Über der Menschheit schwebt die Gefahr, dass sich eine braune Reaktion ernsthaft und auf Dauer etabliert.

7. Den Arbeitern aller Länder ist es nicht gleichgültig, unter welchen Bedingungen sie leben und arbeiten – unter den Bedingungen einer faschistischen Diktatur oder unter den Bedingungen einer eingeschränkten, bürgerlichen, aber dennoch bestehenden Demokratie. Deshalb muss man gegen den Faschismus kämpfen. Mit allen Mitteln und Verbündeten. Krieg ist Krieg – man muss eine Front bilden. Man muss jede Risse im Lager des Gegners und die Widersprüche zwischen den imperialistischen Ländern nutzen.

Doch heute gibt es keine Sowjetunion mehr, kein sozialistisches Land, das die Grundlage einer klassenkämpferischen antifaschistischen Front bilden könnte. Das bürgerliche Russland, die VR China und andere Länder versuchen in vielerlei Hinsicht, sich mit den USA zu einigen, zu verhandeln und Wege für einen Waffenstillstand zu finden. Sie nennen die Dinge nicht beim Namen. In dieser Situation besteht die Aufgabe der orthodoxen Kommunisten darin, der gesamten linken Bewegung die Notwendigkeit einer Bündelung der Kräfte zur Lösung der unmittelbaren Aufgaben zu verdeutlichen – die Ausweitung des Krieges zu einem Weltkrieg zu verhindern, eine Niederlage der Russischen Föderation und des Iran zu verhindern, den Völkermord an Palästina zu beenden, die Souveränität Kubas zu verteidigen usw. All dies sind Glieder einer Kette, ein einheitlicher Prozess, und der Kampf muss ein gemeinsamer sein. Dabei ist es äußerst wichtig, sich zwar auf diese unmittelbaren Ziele zu konzentrieren, aber die Perspektive nicht aus den Augen zu verlieren – den Kampf für den Sozialismus und den Sturz der Herrschaft des Kapitals. Sowohl in der Ukraine als auch in den USA, in der Russischen Föderation und auf allen Seiten des Konflikts. Nur auf dem Weg zum Sozialismus kann man dem Faschismus und dem Terrorismus gegen die arbeitenden Menschen ein Ende setzen.

Wir stehen in einer gemeinsamen Klassenfront!

1Terror (lat. terror und frz. la terreur — „Angst, Schrecken“) — Einschüchterung politischer Gegner durch körperliche Gewalt oder die Androhung ihrer Anwendung[1].

2W. I. Lenin, Gesammelte Werke, Band 30, S. 133.


Sergej Alexandrowitsch Syrankow (Kommunistische Partei Belarus, Auszüge)

Auszüge aus der Rede von Sergej Alexandrowitsch Syrankow auf dem III. Internationalen Antifaschistischen Forum. Übersetzung von Alexander Kiknadze

Wir sind Zeugen einer beispiellosen Verschärfung der internationalen Beziehungen, die durch den Niedergang des imperialistischen Systems ausgelöst wurde.

Der Machtantritt von Donald Trump in den USA hat die räuberische Natur des amerikanischen Kapitals nicht verändert. Allein in den knapp anderthalb Jahren seiner zweiten Amtszeit sind durch das Wirken des US-Imperialismus mindestens 10.000 Menschen ums Leben gekommen.

Wir beobachten einen harten, zynischen Wettbewerb zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Kapital.

Die USA deindustrialisieren Europa offen, machen es zu ihrem rechtlosen wirtschaftlichen Vasallen und zwingen es, ihre geopolitischen Abenteuer zu finanzieren.

Die Weltoligarchie hat die Reichtümer des Planeten in ihren Händen konzentriert, während die Lebensqualität der absoluten Mehrheit der Weltbevölkerung rapide sinkt. Im Jahr 1980 wurde das Vermögen des reichsten Menschen der Welt auf etwa 20 Milliarden Dollar geschätzt, während heute, im Mai 2026, der Spitzenreiter der globalen Milliardärsliste, Elon Musk, über ein Vermögen von rund 780 Milliarden Dollar verfügt.

Der Planet ist in eine Phase extremer Polarisierung eingetreten. Das weltweite Verhältnis von Vermögen zu Einkommen ist von 390 % des weltweiten Nettosozialprodukts im Jahr 1980 auf über 625 % gestiegen. Seit 1980 hat sich das reichste 1 % der Weltbevölkerung 54 % des gesamten weltweiten Wirtschaftswachstums angeeignet, während auf die wohlhabendsten 5 % 70 % dieses Wachstums entfielen.

Die superreiche Schicht von 0,001 % der Bevölkerung kontrolliert heute dreimal so viel des weltweiten Vermögens wie die gesamte ärmste Hälfte der Menschheit zusammen.

Die globale Oligarchie hat Spitzentechnologien, künstliche Intelligenz, Mikroelektronik und Bioingenieurwesen monopolisiert. Den Ländern der globalen Mehrheit wird der Zugang zu wissenschaftlich-technischem Fortschritt durch ein System aus Sanktionen, Patenten und technologischen Blockaden zynisch verwehrt.

Rund 80 % aller Patente in den Bereichen künstliche Intelligenz, Quantencomputing, Biotechnologie und „grüne“ Energie gehören transnationalen Konzernen mit Sitz in den USA, der EU und Japan.

KI wurde zum Hauptfaktor für den wissenschaftlich-technischen Vorsprung in den 2020er Jahren, doch der Zugang dazu ist streng begrenzt.

Mit Digitalisierung und ungezügeltem Kapitalismus entsteht die gefährlichste Mischform des 21. Jahrhunderts – Technofeudalismus und Technofaschismus. Sie zielt darauf ab, Gesetze und den Willen der Völker durch geschlossene digitale Algorithmen und private Plattformen zu ersetzen.

Anstelle eines Gesellschaftsvertrags bietet die Oligarchie eine neue digitale Ordnung an, in der nicht die Verfassung die Regeln diktiert, sondern der Eigentümer der Serverinfrastruktur.

Der Trumpismus bedient sich nationalchauvinistischer Rhetorik, um die Arbeiterklasse innerhalb der USA zu spalten und die amerikanischen Arbeiter gegen die Völker der globalen Mehrheit aufzuhetzen. Die Bandera-Bewegung in Osteuropa fungiert als avantgardistische Terrororganisation des transnationalen Kapitals.

Doch die globale Mehrheit will nicht in Barbarei untergehen. Zu unserem kollektiven Schutzschild gegen diese Bedrohung werden die neuen Institutionen einer multipolaren Welt. Die BRICS versetzt dem Finanzimperialismus einen mächtigen Schlag, indem sie die Dollar-Hegemonie und das Diktat des IWF bricht. Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit formt eine eurasische Sicherheitsarchitektur und blockiert die Versuche des Westens, Terrorismus und Chauvinismus zur Destabilisierung des Kontinents einzusetzen. Die Eurasische Wirtschaftsunion schützt unsere Märkte vor der Expansion transnationaler Konzerne.

Und eine besondere, wegweisende Rolle in diesem Prozess spielt die Unionsstaat von Belarus und Russland.

Belarus ist der lebende Beweis dafür, dass die Treue zur sozialistischen Wahl die Völker rettet. Wir haben nicht nur das Beste aus dem großen sowjetischen Erbe bewahrt: eine mächtige Industrie, fortschrittliche Wissenschaft und den Geist der sozialen Gerechtigkeit. Wir haben dieses Potenzial vergrößert, indem wir eine souveräne digitale und industrielle Basis geschaffen haben, die durch einen gemeinsamen Nuklearschild mit dem brüderlichen Russland geschützt ist.

Genossen! Angesichts der Bedrohung durch den globalen Technofaschismus haben wir kein Recht auf Passivität und Zersplitterung. Es ist Zeit für entschlossene historische Schritte.

Die Kommunistische Partei von Belarus ruft die Teilnehmer des Forums dazu auf, die Kommunistische Internationale – die Neue Komintern – auf einer modernen ideologischen und technologischen Grundlage wiederherzustellen!


Neil Malygin, Kommunistische Partei der Schweiz: Aktuelle Probleme der internationalen Solidarität im Zeitalter der Entstehung einer multipolaren Welt

Übersetzung: Alexander Kiknadze

Heute, da der westliche Imperialismus unter Führung der Vereinigten Staaten zu einer allgemeinen Offensive gegen alle übergegangen ist, die sich seiner Hegemonie widersetzen, gewinnt die Stärkung des Netzwerks der Solidarität und Zusammenarbeit zwischen allen fortschrittlichen Kräften der Welt erneut an vorrangiger Bedeutung. Eine solche Struktur fehlt den fortschrittlichen Kräften zumindest seit dem Zusammenbruch der UdSSR.

Die Notwendigkeit, in diese Richtung zu gehen, scheint für alle offensichtlich zu sein. Wahrscheinlich gibt es heute keine einzige kommunistische Partei, die nicht offen die Bedeutung von Einheit, Solidarität und Koordination unter den Kommunisten betonen würde.

Frage: Warum gelingt es trotz dieser von allen anerkannten Notwendigkeit bis heute nicht, eine solide und wirksame Koordinierung der internationalen Arbeiterbewegung zu schaffen?

Der Grund ist bekannt: Es gibt verschiedene Irrtümer darüber, wie Solidarität aufgebaut werden sollte und wie Internationalismus im dritten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts zu verstehen ist. In diesem Beitrag möchte ich auf zwei davon eingehen, die meiner Ansicht nach das Haupthindernis für eine effektive Koordinierung der internationalen fortschrittlichen Kräfte darstellen.

Das erste Missverständnis ist ein sektiererischer Ansatz zum Internationalismus, der seine Solidarität ausschließlich gegenüber Ländern und politischen Bewegungen sozialistischer Ausrichtung zum Ausdruck bringt und jenen Staaten die Unterstützung verweigert, die zwar unter dem Druck des euro-amerikanischen Imperialismus stehen, ihre Wirtschaft aber nach wie vor auf kapitalistischen Prinzipien aufbauen.

Ein solcher Ansatz ignoriert völlig die globalen Veränderungen des letzten Jahrzehnts hinsichtlich des Eintritts der Welt in eine Ära der Multipolarität. Das Hauptmerkmal dieser Ära ist, dass der Hauptwiderspruch zwischen Imperialismus und Multipolarität besteht. Ich meine damit den Konflikt zwischen dem euro-amerikanischen Block, der der einzige imperialistische Block auf dem Planeten ist, und der Koalition der Entwicklungsländer und Staaten des Globalen Südens. Zu dieser Koalition gehören Länder mit den unterschiedlichsten politischen und wirtschaftlichen Systemen, von denen viele nach wie vor einen eindeutig kapitalistischen Charakter tragen.

Dennoch verbindet sie das Bestreben, ihre eigene Souveränität und ihr Recht, ihren Entwicklungsweg und ihre Zukunftsvision selbst zu bestimmen, vor der Einmischung des imperialistischen Blocks und des dahinter stehenden Großkapitals zu schützen. Den angegriffenen Ländern die Solidarität zu verweigern, nur weil ihre Volkswirtschaften kapitalistisch bleiben, bedeutet, dem Imperialismus in die Hände zu spielen. Dennoch halten viel zu viele Genossen weltweit weiterhin an diesem sektiererischen Ansatz fest.

Dies zeigt sich besonders deutlich im Hinblick auf den Iran. Selbst wenn sie die israelisch-amerikanische Aggression verurteilen, halten es viele kommunistische Parteien für notwendig, ihre Ablehnung des „theokratischen Regimes“ der Ayatollahs zu betonen. Dieselben Parteien unterstützten vor Beginn der jüngsten Aggression die bewaffneten Aufstände im Iran, die als „Demonstrationen für die Freiheit“ ausgegeben wurden, obwohl sich später herausstellte, dass sie lediglich den Weg für eine ausländische Militärintervention ebneten.

Es bedarf keiner Erklärung, dass eine solche Haltung, die sich hinter dem Mantel der „marxistischen Reinheit“ versteckt, in Wirklichkeit mit Kollaboration gleichzusetzen ist und einen regelrechten Verrat an der revolutionären Sache darstellt.

Dasselbe beobachten wir auch im Falle Russlands, wo der kapitalistische Charakter seiner Wirtschaft als Vorwand genutzt wird, um es als „imperialistisch“ zu brandmarken, trotz seiner langjährigen enormen Anstrengungen zur Eindämmung des westlichen NATO-Imperialismus.

Aber die Russische Föderation mit den Vereinigten Staaten von Amerika gleichzusetzen und beide Seiten als imperialistisch zu bezeichnen, macht niemanden zu einem „reinen Marxisten“, sondern lediglich zu einem nützlichen Idioten an der Leine der NATO.

Man muss verstehen, dass das sozialistische und das kapitalistische Wirtschaftsmodell heute nicht das Hauptkriterium dafür sind, wen man als fortschrittlich und wen als imperialistisch betrachtet. In der gegenwärtigen Phase der historischen Entwicklung können sogar Länder mit kapitalistischer Wirtschaft eine fortschrittliche und antiimperialistische Rolle spielen. Dies gilt sowohl für Russland als auch für den Iran. Natürlich wünschen wir uns, dass sie so schnell wie möglich auf den sozialistischen Entwicklungsweg übergehen, aber wir werden ihnen unsere Unterstützung nicht verweigern.

In Zukunft kann es wieder eine Epoche geben, in der der Widerspruch zwischen Kapitalismus und Sozialismus erneut zum Hauptwiderspruch der historischen Phase wird, wie es bereits zu Zeiten des Kalten Krieges der Fall war. Doch heute ist der Hauptwiderspruch ein anderer, und das Unverständnis dieses Faktors führt im besten Fall zu einer sinnlosen Verschwendung von Kräften, im schlimmsten Fall zu einer direkten Unterstützung des Imperialismus, wie im Fall der Diskreditierung der iranischen Führung durch einzelne Genossen.

Noch seltsamer erscheint jedoch die Situation, wenn die Solidarität sogar gegenüber Ländern in Frage gestellt wird, die vollständig sozialistisch sind.

Immer wenn von der katastrophalen humanitären Lage Kubas die Rede ist, verspüren einige Genossen den dringenden Drang, sich in die inneren Angelegenheiten der Insel einzumischen, indem sie mal auf Korruption, mal auf vermeintliche politische Fehler der kubanischen Regierung und so weiter hinweisen.

Die Aufgabe eines echten Kommunisten besteht jedoch darin, seinen ausländischen Genossen angesichts ausländischer Aggression bedingungslose Unterstützung zu gewähren und nicht als Kontrolleur und ideologischer Richter aufzutreten. Es liegt auf der Hand, dass keine internationale Solidarität ernsthafte Ergebnisse bringen kann, wenn einige Genossen weiterhin einen selektiven und sektiererischen Internationalismus praktizieren.

Das zweite Problem, vor dem die internationale Arbeiterbewegung steht, ist das, was ich als „Opferkult“ bezeichne.

Nach dieser Irrlehre verdienen nur wehrlose Opfer Unterstützung und Solidarität, während diejenigen, die den Mut aufbringen, sich mit Waffen in der Hand zu verteidigen, sofort mit Aggressoren gleichgesetzt werden.

Das ist eine typisch bürgerlich-moralistische Vorstellung: Ein Opfer verdient Mitgefühl und Unterstützung nur dann, wenn es hilflos und harmlos ist und die bestehende Ordnung nicht bedroht. Sobald es jedoch Widerstand leistet, verliert es sofort seinen Opferstatus und wird zum Gegenstand schärfster Verurteilung.

Genau deshalb fällt es der bürgerlichen Linken im Westen so leicht, das palästinensische Volk mit Worten zu unterstützen. Doch diese Unterstützung verwandelt sich augenblicklich in Verurteilung, sobald jemand – zum Beispiel die Hamas – auf Gewalt mit bewaffnetem Widerstand reagiert.

Ein echter Kommunist kann die Hamas jedoch nicht verurteilen, sonst müsste er zugeben, dass Opfer für immer Opfer bleiben müssen. Nach derselben absurden Logik verurteilen einige Genossen die Vergeltungsmaßnahmen des Iran gegen die Länder am Persischen Golf, die als Komplizen der Amerikaner auftreten.

Eine ähnliche Situation haben wir auch in der Frage der Solidarität mit dem Donbass beobachtet. Während der acht Jahre der Minsker Vereinbarungen, als die Bevölkerung des Donbass den ukrainischen Beschuss ihrer Häuser erdulden musste, war die Solidarität mit dem Donbass eine recht verbreitete Bewegung unter den radikalen Linken Westeuropas. Doch sobald der Donbass mit russischer Unterstützung zum Gegenangriff überging, beeilten sich dieselben radikalen Linken sofort, die gegnerische Seite zu unterstützen – das neue „Opfer“, also die Ukraine.

Sagen wir es ganz offen: Viele Genossen leiden an der Krankheit des idealistischen Pazifismus. Indem sie Gewaltlosigkeit als einzig zulässige Form des Kampfes propagieren, wollen sie faktisch, dass die Opfer für immer Opfer bleiben. Dieser Ansatz verbirgt eine tiefe Ablehnung der revolutionären Perspektive.

Diese Irrtümer, die einst nur für die bürgerliche Linke und einige sektiererische Kreise charakteristisch waren, haben sich heute leider auch in der internationalen kommunistischen Bewegung weit verbreitet.

Dieser Ansatz muss überwunden werden, sonst wird die weltweite Arbeiterbewegung auf der Stelle treten und nicht in der Lage sein, einen wirklichen Beitrag zum globalen antiimperialistischen Kampf zu leisten. Was können wir dagegen tun? Zusammenarbeiten, uns treffen und so oft wie möglich Informationen und Meinungen austauschen. Wir müssen funktionierende Koordinationsstrukturen schaffen, und zwar nicht nur auf organisatorischer, sondern auch auf technischer und digitaler Ebene. Wir müssen gemeinsame Online-Ressourcen aufbauen. Wir müssen gemeinsame Projekte zur ideologischen Ausbildung von Kadern ins Leben rufen. Die Kommunistische Partei der Schweiz wird alle Initiativen unterstützen, die in diese Richtung gehen.

Ein wichtiger Schritt in der Kommunistischen Bewegung – aber reicht er aus?

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Bericht vom Dritten Internationalen Antifaschistischen Forum in Moskau

Wir berichten vom Dritten Internationalen Antifaschistischen Forum in Moskau, einem wichtigen internationalen Austausch der Kommunistischen Bewegung. Im zweiten Teil geben wir wichtige Inhalte einzelner Redebeiträge wieder, bevor wir die Ereignisse im Fazit kommentieren.
Hier findet ihr einen Auszug von lesenswerten Reden, die auf dem Forum gehalten wurden.

In der Nacht vom 21. auf den 22. Mai griff die Armee des Kiewer Regimes eine Studierendenunterkunft in Starobilsk bei Lugansk an. Dabei tötete sie 21 Jugendliche und verletzte weitere 40 Menschen. Bereits 2014 wurde tödliche Gewalt gegen Antifaschisten in der Ukraine verübt. Seit über zweieinhalb Jahren unterstützt der Westen vor den Augen der Weltöffentlichkeit den Genozid in Gaza. Es zeigt sich: die Anwendung von terroristischer Gewalt gegen Zivilisten gilt mittlerweile als normalisiertes Mittel zur Erreichung der politischen Ziele des Westens. Die Lage ist ernst, der Imperialismus steigert seine Aggression. Das war auch an der Stimmung beim dritten Internationalen Antifaschistischen Forum in Moskau deutlich zu erkennen.

Das vom 24. bis zum 26. Mai in Moskau durch die Kommunistische Partei der Russischen Föderation ausgerufene Internationale Antifaschistische Forum war dem „Kampf gegen internationalen Terrorismus, Willkür und Aggression- für Frieden und Sicherheit“ gewidmet. Über 180 Delegationen aus knapp 100 Ländern kamen zusammen, um gemeinsam zu diskutieren, sich auszutauschen und den gemeinsamen Kampf gegen Imperialismus und Faschismus zu koordinieren.

Für uns war die Teilnahme sehr interessant und produktiv. Unser Vorhaben des Klärungsprozesses in der Internationalen Kommunistischen Bewegung sowie der Studiengang zur Geschichte des Kommunismus stieß auf Interesse in den Gesprächen. Das Antifaschistische Forum ist ein, vielleicht das zentrale Austauschforum für die Kommunistische Bewegung geworden und hat viele Inhalte hervorgebracht. Es braucht aus unserer Sicht darüber hinaus aber intensivere und theoretische Austauschformen. Es stellt sich auch die Frage, wie eine stärkere gemeinsame Kampforientierung und Stoßrichtung erreicht werden kann, damit Austauschforen mehr als nur Erklärungen nach sich ziehen.

Spaltung der Internationalen Kommunistischen Bewegung

Das Forum war die dritte Versammlung in diesem Format. Sie stellt eine neue und wichtige Entwicklung in der Kommunistischen Bewegung dar, um Kräfte im Kampf gegen den Imperialismus und Faschismus zu bündeln. Sie ist auch eine Reaktion auf die Entwicklung im solidnet-Zusammenschluss, der es nicht vermocht hat, eine Debatte für die Überwindung der tiefreichenden Dissense der Bewegung zu organisieren. Die scharfe Abwendung der KKE und der ihr verbundenen Parteien hat diesen Prozess beschleunigt. Die Spaltung auf inhaltlicher Ebene ist in vielen Dokumenten manifestiert und führte zur weiteren Lähmung des Solidnet-Zusammenhangs.

Die KPRF hat die Foren nicht als Gegenprojekt organisiert oder gerahmt, sondern in letzter Zeit erneut Diskussionsangebote an die KKE gemacht. Diese wurden abgelehnt1. Dennoch ist die Zusammenführung der Kräfte wichtig, die sich einig sind, dass Russland und China einen gemeinsamen Kampf gegen Imperialismus und Faschismus führen.

Die Konferenz bot eine wichtige Möglichkeit zur Vernetzung und Schaffung von Austausch der kommunistischen Bewegung. Die KPRF bildet als größte kommunistische Partei im postsowjetischen Raum einen wichtigen Bezugspunkt und vermochte es mit der Konferenz diesem Zweck zu dienen. Innerhalb der Russischen Föderation stellt sie eine zentrale Kraft zur Unterstützung des Kampfs der Volksrepubliken dar. Weltweit ermöglicht sie die Zusammenarbeit progressiver antiimperialistischer Kräfte.

Wichtiges Forum mit Kräften des Globalen Südens

Das Zusammenkommen so vieler Parteien war auch deshalb interessant, weil ihre jeweiligen Kampfbedingungen sehr unterschiedlich sind. Die wichtigste Botschaft der Reden und Atmosphäre war, dass alle Kräfte vereint gegen die Aggression der NATO, des Imperialismus und seiner faschistischen Instrumente kämpfen müssen. Dies kommt auch in der Erklärung der Konferenz2 zur Sprache.

Geprägt von dieser Situation und Stimmung kamen vor allem Parteien des globalen Südens, vom Imperialismus bedrohte oder angegriffene Länder zusammen. Die Präsenz und Anstrengungen der Kommunistischen Parteien der Russischen Föderation, von Belarus, der Volksrepublik China, der DVRK, Kubas und Südafrikas spielten als große und teilweise staatsführende Parteien eine zentrale Rolle. Aber auch kleinere oppositionelle und unterdrückte Parteien spielten eine wichtige Rolle. Hervorzuheben ist, dass die KP China sehr deutlich präsent war – eine gewisse Veränderung gegenüber ihrer bisher eher zurückhaltenden Rolle. Die Beiträge der KP Belarus sind besonders interessant, da sie die ideologischen Fragen der Bewegung stark in den Fokus nehmen und auf den Aufbau einer neuen Kommunistischen Internationale fokussieren.

Neue Dynamik auch in Europa?

Die europäische Bewegung war nur von wenigen großen Parteien vertreten, darunter die PCP aus Portugal. Parteien aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Ungarn, Spanien, Finnland, Schweiz, Polen, Rumänien und weiteren Ländern waren vertreten. Viele interessante Gespräche fanden statt, teilweise zur Frage der Überwindung der Krise der Bewegung. Es war aber auch wichtig zu erfahren, dass einige Parteien eine Analyse der Niederlage von 1990 und der Geschichte ihrer Parteien erstellt haben, wie zum Beispiel in Ungarn und Rumänien.

Es gibt in Europa zahlreiche Parteigründungen oder den Neuaufbau von Strukturen. Insbesondere in Italien ist die Dynamik stark. Getragen von Protestbewegungen und Unzufriedenheit mit den Verhältnissen haben sich vier Parteien herausgebildet, die landesweite Strukturen haben und ihre Präsenz steigern. Die inhaltlichen Ausarbeitungen und strategischen Überlegungen wollen wir studieren und in Austausch treten. Auch die Anstrengungen in Frankreich durch den PRCF sind für uns von großem Interesse.

Angesichts der gefährlichen Eskalation der Lage durch den NATO-Faschismus war unser Eindruck, dass die Anstrengungen jedoch noch nicht ausreichen. Insbesondere in Europa muss einiges getan werden, um zu größerer gemeinsamer Stärke zu kommen. In diesem Zusammenhang halten wir die Organisierung eines systematischen Klärungsprozesses für ein wichtiges Instrument, um Probleme zu identifizieren und zu lösen.

Analysen zum Faschismus und Imperialismus auf dem Forum

Bitte beachtet, dass die hier besprochenen Reden nicht unbedingt die Positionen der Kommunistischen Organisation (KO) darstellen oder ihnen entsprechen.

Abschlusserklärung mit Stärken und Schwächen

Die Abschlusserklärung des Forums betont den notwendigen Kampf gegen den Faschismus und führt aus: „Wir betonen: Unser Kampf gegen Neonazismus und Terrorismus ist von grundsätzlichem Charakter. In ihm gibt es keinen Platz für Kompromisse. Er richtet sich gegen Kräfte, die darauf abzielen, die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs zu revidieren, die Komplizen des Hitler-Faschismus zu rehabilitieren und die Erinnerung an die Heldentaten der Antifaschisten auszulöschen.“ Faschismus wird definiert als „kein zufälliger Umweg in der Weltgeschichte“, sondern als Resultat der Krise des Kapitalismus, „aus der Angst des Großkapitals vor den werktätigen, aus seinem Wunsch, diese zu versklaven und zu unterdrücken.“ Faschismus wird als Bestreben der Finanzoligarchie bezeichnet, die um jeden Preis ihre Herrschaft erhalten will.

Terror und Terrorismus werden besonders hervorgehoben, dessen Nährboden soziale Ungleichheit, Rechtlosigkeit und Armut sei, Interventionen und Völkermord, Diktat neokolonialer Praktiken, Willkür von Sanktionen und zynischer Blockaden. Die Völker verfügen nicht über die kolossalen Massen des Reichtums, sondern die Herren der Banken und Finanzgruppen. Alle Ursachen des Terrorismus müssten beseitigt werden. Die Spezialoperation der Russischen Föderation in der Ukraine wird in diesen Zusammenhang gereiht und betont, dass die Teilnehmer die antifaschistischen und antiterroristischen Aktivitäten Russlands in diesem Rahmen unterstützen: „Wir betrachten diesen Kampf als Teil des allgemeinen Widerstands gegen globales Diktat, Staatsterror, Militarismus und Neonazismus. Wir verurteilen entschieden die Versuche, das ukrainische Territorium als Sprungbrett für die Ausweitung des Einflusses imperialistischer Kräfte zu nutzen.“

Die Ausführungen zu anderen Schauplätzen des Kampfs gegen Imperialismus sind eher allgemein und zum Teil nicht deutlich genug (Westasien, Palästina, Iran) oder werden gar nicht ausgeführt, wie die Kämpfe in Afrika. Die Ausführungen zum Terrorismus sind insofern ungenau, da nicht immer klar ist, welche Kräfte mit welcher Beschreibung gemeint sind. Die Bezeichnung der imperialistischen Methoden als terroristisch sind vollkommen richtig und zeigen sich insbesondere in der Ukraine. Der Begriff des Staatsterrors wird nur in Bezug auf Kuba genannt, aber nicht in Bezug auf die Verbrechen der zionistischen Entität, auch wenn der Völkermord beim Namen genannt wird. Der Zionismus als eine wichtige Form des Faschismus wird allerdings nicht erwähnt. Weitere wichtige Quellen des antiimperialistischen Kampfs fehlen, das gilt auch und vielleicht besonders für die Kämpfe auf dem afrikanischen Kontinent. Auch die Erfahrungen der Demokratischen Volksrepublik Korea sind nicht erwähnt. In gewisser Hinsicht drückt sich hier eine Schwäche der Bewegung aus, die darin besteht, dass die verschiedenen Kampfplätze und Kräfte gegen den Imperialismus noch nicht zusammengebracht sind. Eine Aufgabe, die sich allen kommunistischen Kräften stellt.

Kontinuität der Gewalt durch den Westen

Das Forum wurde zunächst durch einen kurzen Film3 und einem längeren Referat des Generalsekretärs der KPRF Gennadi Sjuganow eingeleitet. Es galt zunächst die aktuellen Eskalationen der imperialistischen Gewalt in der historischen Entwicklung des Kapitalismus zu verordnen. Sjuganow führte aus, dass Europa bis zum 17. Jahrhundert bei weitem nicht als „Lokomotive des Fortschritts“ gesehen werden konnte und den asiatischen Imperien in vielerlei Hinsicht unterlegen war. Die gewaltvoll hergestellte Dominanz der westlichen Staaten durch die Ausbeutung des Rests der Welt sei schließlich die Grundlage des Aufkommens des Faschismus gewesen. Hinsichtlich des deutschen Faschismus betonte er die Orientierung Hitlers an den angelsächsischen Systemen. Nach dem Zweiten Weltkrieg seien große Teile der Faschisten zudem weiterhin im westlichen System integriert worden. Dieser Prozess setze sich nun auch in der Ukraine fort. Sjuganow betonte angesichts der Eskalation der imperialistischen Gewalt, dass es Aufgabe der Kommunisten ist, Aufklärungsarbeit zu leisten und den Hintergrund der Krise und Gewalt zu beleuchten, entgegen der von den herrschenden Klassen verbreiteten Hetze.

Aufbau einer antiimperialistischen Front

Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Belarus, Sergej Syrankow, definierte in seinem Referat das Monopol auf die Nutzung von Hochtechnologie und die unter anderem damit verbundenen Möglichkeiten zur Verschleierung und Legitimierung der Gewalt als zentrale Komponenten des imperialistischen Terrors. Er hob ebenfalls die Konzentration des weltweiten Reichtums seit den 1990er Jahren und des Zugangs zu modernsten Technologien in den Händen einer globalen Oligarchie hervor. Seine Rede schloss er mit einem Appell zum Aufbau einer neuen Kommunistischen Internationale, neben einer Front mit progressiven und patriotischen Kräften. Andere Sprecher, wie der kubanische Botschafter in der Russischen Föderation Enrique Orta González betonten die Verdrehung der Begriffe, wenn unter anderem sein Heimatland, welches historisch Opfer zahlreicher Terroranschläge durch die USA war, durch eben diese als „Terrorstaat“ deklariert wird.

Faschismus als Normalzustand des Imperialismus

Auseinandersetzungen mit der Kontinuität der imperialistischen Gewalt seit dem Kalten Krieg bereicherten ebenfalls die Debatte um die aktuelle Eskalation der Gewalt der Imperialisten. Die indische Politikwissenschaftlerin Radhika Desai bezeichnete in ihrem Referat es als im Kalten Krieg verbreitetes „falsches Bild“ des Faschismus als ungewöhnliche Form der Herrschaft durch die Bourgeoisie. Vielmehr wäre die vermeintliche Vereinbarkeit von Demokratie und Kapitalismus in den westlichen Staaten ein Ausnahmezustand des Kalten Kriegs gewesen, der seit Jahrzehnten in verschiedenen Schüben der Liberalisierungsreformen und Faschisierung abgebaut wurde. In der internationalen Politik hätten die USA hingegen die Missachtung internationaler Rechtsprechung schon immer als probates Mittel gesehen. Der Vertreter der Kommunistischen Partei Brasiliens (PCdoB) betonte unter anderem den engen Bezug zwischen dem Faschismus in seinem Heimatland und dem globalen Imperialismus. Den Aufbau der Militärdiktatur 1964 stellte er als Paradebeispiel der Funktion des Faschismus zur Erreichung wirtschaftlicher Ziele dar.

Führende Rolle der KPRF im Kampf gegen Imperialismus

Internationale Bemühungen zum Aufbau einer multipolaren Weltordnung wurden auf dem Forum vor allem als positive Schritte gegen den Imperialismus hervorgehoben. Der russische Präsident Wladimir Putin stellte in seinem Grußwort an das Forum die laufenden Bemühungen ebenso positiv hervor. Sjuganow betonte zuvor zudem die positive Rolle der Volksrepublik Chinas zur Schaffung neuer Institutionen der internationalen Zusammenarbeit. Innerhalb der Russischen Föderation stellte er die KPRF als Kraft dar, die den Kampf gegen den Imperialismus am entschiedensten führen würde.

Errungenschaften des Sozialismus als Stärke

Syrankow betonte ebenfalls die avantgardistische Rolle der belarussischen Regierung bei der Ausrichtung der BRICS zu einer Organisation, welche die Dollarfinanzhegemonie bedeutend schwächen könne. Hinsichtlich der Resilienz des Landes gegen Angriffe von außen hob er die Entwicklung der belarussischen Industrie auf Grundlage gesicherter Errungenschaften des Sozialismus unter der Regierung Lukaschenkos hervor. Der Vorsitzende der Russischen Kommunistischen Arbeiterpartei Viktor Tjulkin führte ebenfalls aus, dass die Kommunisten zwar Bemühungen Russlands und Chinas unterstützen sollten, wobei sie ihre Aufgabe zur Führung des bewussten Kampfes gegen den Faschismus im Bewusstsein ragen mussten. Ein Vertreter aus dem Donbass bezeichnete seine Heimat als „Spanien unserer Zeit“ und betonte die internationale Zusammensetzung antifaschistischer Kampfverbände, welche dort den Faschismus effektiv bekämpften. Der Vertreter der „Levy Front“ Leonid Raswosschajew betonte ebenfalls die Notwendigkeit, die russische Regierung in ihrem Kampf gegen den Westen zu unterstützen, auch wenn er selbst bereits von dieser ins Gefängnis gesteckt wurde. Er bezeichnete die Beseitigung der westlichen Arbeiteraristokratie als grundsätzlich wichtigstes Ziel unserer Zeit.

Der Kampf in Westasien

Ein Sprecher der Jordanischen Kommunistischen Partei charakterisierte zudem Westasien als Zentrum der imperialistischen Aggression und Krise. Der Vertreter der Palästinensischen Kommunistischen Partei erklärte in seiner Rede die Notwendigkeit, Zionismus als eine der aktuell wichtigsten Erscheinungsformen des Faschismus zu bekämpfen. Angesichts der aktuellen Bedeutung war dieser Aspekt etwas unterrepräsentiert auf dem Forum. Der griechische Vertreter der „World Anti Imperialist Platform“, Dimitrios Patelis, betonte darüber hinaus die historische Bedeutung des Kampfes der Islamischen Republik Iran gegen die westliche Vorherrschaft in Westasien.

Kampf gegen Geschichtsrevisionismus

Die Bekämpfung von Geschichtsrevisionismus und das Andenken an den Zweiten Weltkrieg wurde ebenfalls zur zentralen Aufgabe der Kommunisten von verschiedenen Vertretern erklärt. Der Vorsitzende der Ungarischen Arbeiterpartei Gyula Thürmer sprach von der Aufgabe der Kommunisten, den „Faschismus der Vergangenheit“ „wieder und wieder“ zu besiegen. Der Vertreter der Kommunistischen Partei Bulgariens betonte die Schreckensherrschaft unter dem monarcho-faschistischen Regime, das eine Million Bulgaren in Konzentrationslagern internierte. Es gälte nach wie vor daran zu erinnern, dass die Namen der Befreier Berlins, die auf das Reichstagsgebäude geschrieben wurden, zum großen Teil russisch sind.

Internationaler Austausch notwendig

Zum Teil wurde ebenfalls die Notwendigkeit eines verstärkten Austauschs in der globalen Kommunistischen Bewegung zur Sprache gebracht. Tjulkin befürwortete zwar, dass bei einer Konferenz in Havanna im September verschiedene Kommunistische Parteien zusammenkommen würden um die Frage Kubas zu diskutieren, betonte aber zugleich die Notwendigkeit die Blockade Kubas als Bestandteil der Eskalierung des Imperialismus zu diskutieren.

Frage der islamischen Kräfte

Es müsste ebenso der Umstand stärker in Betracht gezogen werden, dass es auch andere progressive Kräfte gibt, die insbesondere in Bezug auf die nationale Frage eine wichtige Rolle spielen, darunter progressive islamische Kräfte. Auf der Konferenz mag zwar ein Konsens zur Rolle der Russischen Föderation im Ukrainekrieg geherrscht haben, aber was die Bewertung und historische Einschätzung islamischer Kräfte angeht, gäbe es sicherlich noch mehr Klärungsbedarf. Eine Rolle dürfte gespielt haben, dass der Westen sich islamisch nennende Kräfte als Terrortruppen aufgebaut hat, die nicht zuletzt in Russland schwere Terrorattentate mit hohen Opferzahlen verübt haben. Eine Gesamtanalyse müsste diese Erscheinungen natürlich mit einbeziehen. In dieser Analyse sollten jedoch als lehrreiches Beispiel auch die Rolle des palästinensischen Widerstands und der Islamischen Republik Iran als wichtige Kräfte im antiimperialistischen Kampf und ihre Erfahrungen betrachtet werden.

Probleme und Schwächen – aber auch organisierter Austausch

Es gab auch Schwächen der Konferenz bzw. die Widerspiegelung von Problemen der Bewegung, vielleicht vor allem in den imperialistischen Ländern. Die relevanten politischen Streitfragen wurden oftmals nicht als solche angesprochen. Die politischen Probleme der Kommunistischen Bewegung sollten durch einen politischen und selbstkritischen Prozess überwunden werden. Ein solcher Prozess erfordert große, auch theoretische Anstrengungen. Möglicherweise war das Forum für eine solche Arbeit gar nicht gedacht, sondern hatte eher die Orientierung der Kräfte zum Ziel, die sich bereits in wichtigen Grundsatzfragen einig sind.

Mehr lernen und austauschen!

Von den Erfahrungen der Parteien des globalen Südens zu lernen, die harte Kämpfe durchfochten haben oder durchfechten, ist für eine solche Erarbeitung wichtig. Möglicherweise haben Konferenzen in dieser Größe immer einen Charakter vieler aneinander gereihter Reden. Das kann ermüdend und wiederholend sein, zugleich gibt es auch einen Eindruck der Positionen und Ideen wieder. In Moskau war der Austausch gerahmt durch hervorgehobene Beiträge und durch eine Zusammenfassung der Reden in beiden Sessions. Das hat zumindest eine gewisse Zusammenführung und Auswertung ermöglicht.

Dennoch wären intensivere Formen mit stärkerem Fokus auf die politischen und theoretischen Kernfragen der Internationalen Kommunistischen Bewegung wichtig: Wie steht es um das Verhältnis des Kampfes für den Sozialismus zum Kampf um nationale Unabhängigkeit? Welche Rolle spielt dabei die internationale Arbeiterklasse und inwiefern spielt ihre Spaltung in den imperialistischen Zentren einerseits und den unterdrückten und kolonisierten Ländern andererseits dabei eine Rolle? Welche Rolle spielen die BRICS in diesem Kampf und welche Formierungsprozesse antiimperialistischen Widerstands gibt es in den imperialistischen Zentren und unterdrückten Ländern? Wie kann es den Kommunisten gelingen, diese Kämpfe zu verbinden und welche theoretischen und organisatorischen Voraussetzungen gibt es dafür? Auf welche konkreten Kampferfahrungen in den verschiedenen Ländern können wir uns beziehen – heute und von unseren Vorkämpfern? Wie wurden und werden diese Erfahrungen theoretisch verarbeitet? Welche Rolle spielen der Kampf für Demokratie und gegen Faschismus und Geschichtsrevisionismus?

Ein Austausch um diese Fragen auf internationaler Ebene kann sehr produktiv sein und wir wollen uns als KO gerne daran beteiligen.


1 https://cprf.ru/2026/02/address-of-the-communist-parties-of-russia-to-the-communist-and-workers-parties/

2 https://www.unsere-zeit.de/fuer-gerechtigkeit-und-weltweite-entwicklung-ohne-faschismus-terrorismus-und-kriege-4815070/

3 https://www.youtube.com/watch?v=1rCHvmTbhqk&t=7298s ab Minute 13:53

Kritischer Marxismus – Domenico Losurdo – Über den Zusammenhang seines Denkens (Teil 5)

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Im letzten Teil der Reihe von Andreas Wehr über den italienischen Historiker Domenico Losurdo geht es um die Frage der Nation, wobei Losurdo Marx und Engels ein schwankendes Verhältnis und dem westlichen Marxismus nationalen Nihilismus attestiert.

Weiter geht es um die Frage des Verhältnisses des Sozialismus zur negativen Freiheit und einer über den Kapitalismus hinausreichenden Bedeutung bürgerlicher Freiheiten. Zuletzt geht es um die von Gramsci bereits identifizierten zwei Revolutionstheorien bei Marx. Diejenige, in der eine bürgerliche Revolution unter Führung von Sozialisten über sich selbst hinauswächst, habe sich historisch letztlich als erfolgreich erwiesen.

Alle Texte von Andreas Wehr zu dieser Folge findet ihr hier:

⁠Absterben des Staates?⁠ 
Die Bedeutung der Nation⁠
Abstrake Freiheit und die Bedeutung der Menschenrechte⁠
Zwei Marxsche Revolutionstheorien⁠

Aufnahme – Faschismusdiskussion nach 1945 in den zwei Deutschlands

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In der DDR entfaltete sich eine breite Faschismusforschung, die unser Genosse Johannes kurz vorstellt. Auch die Nachkriegssituation in der DDR und BRD sowie die Beiträge der westdeutschen marxistischen Faschismusforschung bleiben dabei nicht ungeachtet. Viele Fragen und Debatten aus dieser Zeit sind bis heute aktuell.

Der Vortrag basiert auf einem Kapitel unserer Broschüre zu Faschismus.

The battle for yesterday is the battle for today and tomorrow!

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On the Federal Republic of Germany’s historical revisionism and why we must fight against it

Preparations for war are underway in Germany. The target is for Germany to be capable of waging war against Russia by 2029. To this end, the German war machine is being fuelled with 1.7 trillion euros, conscription is being prepared, and NATO’s war course is being supported. Germany’s past no longer stands in the way: through distortion, reinterpretation and lies, historical revisionism has succeeded in using the crimes of the past to legitimize new ones.

The so-called denazification of the FRG

To this day, the narrative is perpetuated that the FRG is a completely different state from its fascist predecessor and that a clear break with the fascist past has taken place. For this narrative, a few Nazi cadres had to lose their heads or their careers. The vast majority, however, who had supported and financed fascism, were able to move on undisturbed to build the new state of the FRG – whether their names were Heusinger, Gehlen, Globke or Krupp. Fascism as a political system was replaced by bourgeois democracy. The foundation of war and fascism, capitalism, remained untouched. And so, the FRG quickly became a bulwark of aggression – back then against the German Democratic Republic (GDR) and the Soviet Union, today against the Russian Federation. Fascism and war are not mere blips in German history; they are deeply embedded in this state, which throughout its history has repeatedly sought expansion, particularly towards the East.

Further reading → Der Faschismus als Rammbock des deutschen Monopolkapitals

The fairy tale of the ‘two German dictatorships’

What disrupted this narrative was the GDR. For it demonstrated what denazification actually looks like, and through socialist reconstruction, it undermined not only fascism but also the foundations of war. Whilst in the GDR former concentration camp inmates were building the new state, in the FRG their former guards and tormentors were back at work. After years of silence, FRG historians began to frame the Holocaust as a reaction to socialism, equating fascism with socialism. Today, the GDR’s anti-fascism is dismissed on the grounds that it merely served to legitimize its own “dictatorship”. Following this logic, neo-fascism in East Germany is also explained today: East Germans are said to have a “totalitarian inclination” due to their history. The fact that it was the FRG that built up neo-fascism in East Germany, both financially and in terms of personnel, is glossed over.

Further reading → Zur bürgerlichen Faschismustheorie und Neofaschismus in Ostdeutschland

8 May – End of the war instead of liberation?!

Whilst 8 May is celebrated in most countries around the world as a day of liberation from fascism, in Germany it is simply referred to as the ‘end of the war’. On the 80th anniversary, the German newspaper ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’ (FAZ) ran a headline stating that 8 May was no cause for celebration, whilst the radio station ‘Deutschlandfunk’ spoke of the ‘dark’ sides of liberation. Where there is no liberation, there can be no liberators: at official commemorative events, the role of the Soviet Union is downplayed; red and Soviet flags, as well as symbols or music of the Red Army, are banned; and representatives of the Russian Federation are consistently disinvited.

Further reading → Zum 80. Jahrestag der Befreiung

The relativization of German war guilt

For a long time, Germany’s preparations for war stood in the way of its responsibility for the Second World War. An instrument for relativizing war guilt was created by an EU resolution adopted in 2019, which summarized the practice already in place: it declared the German-Soviet Non-Aggression Pact to be a central factor in the Second World War and attributed partial blame to the Soviet Union for Germany’s war of annihilation. This not only denies that the Soviet Union fought fascism with the utmost vigor from the very beginning, but also attributes to it a share of the responsibility for its own destruction – German fascism left more than 27 million dead in the Soviet Union. At the same time, the responsibility of fascism is relativized and the historical guilt incurred by the Western powers through their long-standing support of German fascism is glossed over.

Tip for further reading → Broschüre „Geschichtsfälscher“

Zionism instead of anti-fascism

Through its support for Israel, the Federal Republic of Germany has cultivated an image of a reformed state, and German state policy has simply replaced anti-fascism with Zionism. The highly militarized occupying power of Israel is presented as the only possible consequence of Auschwitz. Internationally, the Federal Republic of Germany presents itself as an expert on genocide, standing firmly by Israel’s side because of its “confronted past”. The old war-criminal corporations are once again raking in record profits today, whilst bombs fall on Gaza in the name of the Holocaust and another genocide is being perpetrated. The oath of the liberated prisoners of Buchenwald – “Never again war and fascism” – is thus turned on its head. At the same time, anyone who opposes the genocide in Palestine is defamed as an anti-Semite in order to silence them.

Further reading → Stellungnahme zum 9. November

The so-called “responsibility” of the Federal Republic of Germany

Nowadays, people speak of “lessons from history” when it is possible to use them to legitimize new crimes. A distinction is made here: between crimes that can be exploited in this sense, such as the Holocaust. Thus, in the 1990s, German bombs were justified in the war of aggression against Yugoslavia with the slogan “Never again Auschwitz”. And in crimes that cannot be instrumentalized in this sense, such as the genocidal blockade of Leningrad. German imperialism twists the genocides it has committed to suit its own needs and declares this to be “responsibility”: According to the revisionist historical narrative, the FRG is, precisely because of its fascist past, predestined to combat “authoritarian systems”, and it is precisely from this that the historical responsibility of the “new, democratic Germany” arises to put today’s “authoritarian Russia” in its place. The fact that this involves collaborating with fascists who were already allies of German fascism is evidenced by developments in Ukraine and shows how quickly historical revisionism turns into the rehabilitation of fascism.

Further reading → Zum Völkermord in Leningrad und Gaza und Zur Rehabilitierung des Faschismus

Let us defend our history!

When people speak today of historical responsibility and lessons to be learnt, we must look closely. We must recognize when crimes of the past are being used to legitimize crimes of the present. When Germany’s war guilt is cited to wage new wars. When the legacy of the labour movement is distorted to silence anti-fascists once again. Repression has a long tradition in the Federal Republic of Germany: in 1956, the KPD – the political force that had most consistently resisted fascism and whose members were the first to be imprisoned and murdered for doing so – was banned. To this day, we still witness repression and smear campaigns against all those who oppose Germany’s war course. Against all those who call out historical revisionism, rub salt into the wound and say: Not with us!

In this spirit, we must also shape commemoration and remembrance: an anti-fascist commemoration that says nothing about the genocide in Palestine or the war against Russia is on the wrong track.

To prevail in this struggle, we must not only know the history of fascism and the Federal Republic of Germany, but also study the experiences and lessons of the anti-fascist labour movement in order to build on them. These are our history, and we must fight for them!

Never again fascism, war and genocide!

Further reading → Zum 81. Jahrestag der Selbstbefreiung von Buchenwald

„Scheitern oder Niederlage?“ – Domenico Losurdo – Über den Zusammenhang seines Denkens (Teil 4)

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Im vierten Teil seiner Reihe zum Werk Domenico Losurdos widmet sich Andreas Wehr Losurdos Sicht auf die Revolutionen in Russland und China und die Entwicklung dieser sozialistischen Gesellschaften. Welche Bilanz zieht Losurdo unter dem realen Sozialismus? Welche Rolle spielten Staat, Partei und Bürokratie bei der Analyse des Niedergangs dieser Projekte? Wehr führt in die verschiedenen inneren und äußeren Faktoren ein, die Losurdo zur Analyse der Konterrevolution 1990 und der Bewertung des Realsozialismus anbringt.

Insbesondere Losurdos kritische Auseinandersetzungen mit Stalins Person und seiner Rolle bieten bis heute Anlass zur Diskussion seiner Positionen. Vor 25 Jahren setzte sich bereits Kurt Gossweiler mit „Losurdos Flucht aus der Geschichte“ ausführlich auseinander und kritisierte ihn scharf. Ohne dabei die Verdienste seiner Arbeit zu schmälern, stellte Gossweiler heraus, dass Losurdo „sich bei seinen Ursachen-Erklärungen unserer Niederlage zumeist nicht von den geschichtlichen Tatsachen, sondern von seinen diese Tatsachen oft völlig außer Acht lassenden, sehr subjektiven Vorstellungen leiten lässt.“

Der Vortrag liefert einen Einstieg in die streitbaren Werke des italienischen Philosophen, die sich mit dem beschäftigen, was wir häufig als Niederlagenanalyse bezeichnen.

Aufnahme – Die Faschismusdiskussion der Kommunistischen Internationale (1922-1935)

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Die Debatten der KomIntern um eine klassenmäßige Analyse des Faschismus sind bis heute von großer Bedeutung – mitunter werden heute die gleichen Fragen und Probleme diskutiert wie vor 100 Jahren. Hier begegnen uns Theorien wie die „Bonapartismusthese“, die „Sozialfaschismusthese“ oder die Volksfrontpolitik, die bis heute wichtige Bezugspunkte der Debatte um Faschismus und Antifaschismus bleiben.

Der Vortrag, welcher im Rahmen einer Konferenz der Marx-Engels-Stiftung gehalten wurde, liefert einen historischen Überblick und vermittelt Grundlagen der Faschismusanalyse.

Diskussionsbeitrag: Zu Russland und dem Ukrainekrieg

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Wir veröffentlichen hier einen Beitrag von Heiner Karuscheit. Der Text wurde Ende Januar bei uns eingereicht und ist eine kritische Reaktion auf unsere im Juni 2025 veröffentlichten Thesen zum Ukraine-Krieg. Er erschien kürzlich bei Aufsätze zur Diskussion (AzD).

Wir sehen bei diesem Diskussionsbeitrag viele Probleme und haben länger darüber nachgedacht, ob wir eine Veröffentlichung für konstruktiv und zielführend halten. Wir haben uns schließlich für die Publikation entschieden, weil wir die Initiative des Autoren anerkennen und wertschätzen. Und weil wir hoffen, dass sich daraus eine interessante Diskussion ergibt, die hoffentlich auch weitere Debatten befeuert.

Da wir planen, mit einem eigenen Text auf den Artikel zu antworten, sehen wir an dieser Stelle von einem längeren Vorwort ab. Eine Bemerkung wollen wir allerdings doch vorausschicken: Wir sehen unsere Thesen in den Ausführungen des Genossen Karuscheit unvollständig und vor allem nicht immer korrekt wiedergegeben. Darauf wird auch die geplante Antwort von uns eingehen. Wir legen an dieser Stelle jedoch allen Lesern ans Herz, selbst noch einmal in unseren Thesen nachzuschauen und sich nicht auf die Darstellungen in dem folgenden Text zu verlassen.

Zuletzt wollen wir uns bei Heiner für seine Einreichung und sein Angebot bedanken, unseren Antwort-Text bei AzD zu veröffentlichen, und uns dafür entschuldigen, dass sich die Veröffentlichung so lange gezogen hat.

Gerne können auch weiterhin Beiträge mit einem Umfang von bis zu vier Seiten eingereicht werden unter: redaktion@kommunistische-organisation.de

Redaktion der KO

Fortschrittliche Rolle Russlands?

Im Sommer letzten Jahres hat die Kommunistische Organisation eine 31 Seiten starke Broschüre zum Ukraine-Krieg herausgegeben. Andere linke Kräfte, so auch die „Aufsätze zur Diskussion“ (AzD), treten für die Niederlage beider Seiten in diesem Krieg ein, wie Lenin das im Ersten Weltkrieg gefordert hat. Dagegen propagiert die KO in insgesamt 18 Thesen den Sieg Russlands, denn, so bereits der Titel: „Russland widersetzt sich in der Ukraine dem Imperialismus“. Die Begründung dafür lautet, dass „Russlands Militäroperation im Interesse der Befreiung der Arbeiterklasse und der unterdrückten Völker“ liegt (9. These).

Laut Vorbemerkung ist die Broschüre nicht der endgültige Standpunkt der KO, sondern nur ein „Aufschlag zur Diskussion“. Der folgende Text versteht sich als ein Beitrag zu dieser Diskussion.

Der Ausgangspunkt: die Konterrevolution 1991

Der historische Ansatzpunkt für die fortschrittliche Rolle Russlands gegenüber dem Imperialismus findet sich in der Bewertung des Untergangs der Sowjetunion, den die KO-Broschüre als „Konterrevolution“ betrachtet, wie das erhebliche Teile der Linken tun, vorweg die DKP.

Nur – was für eine „Konterrevolution“ soll damals stattgefunden haben? Der Begriff setzt voraus, dass eine fortschrittliche Alternative durch einen reaktionären Akt abgebrochen bzw. aufgelöst worden ist. Doch die Sowjetunion jener Zeit war ein gänzlich maroder Staat, der weder gesellschaftlich noch wirtschaftlich noch politisch eine Perspektive hatte.1 Seit dem vollständigen Scheitern des Übergangs zum Kommunismus, der von Chruschtschow auf dem XXII. Parteitag 1961 für die nächsten 20 Jahre angekündigt worden war, hatten Staat und Gesellschaft einen kontinuierlichen Niedergang erlebt.

Bis auf den Rüstungssektor lagen die gesellschaftlichen Produktivkräfte darnieder und zersetzten sich immer weiter, ohne dass auf dem Boden des Sozialismus ein Ausweg erkennbar war. Welche positive Alternative soll also damals durch die Privatisierung der im Staatseigentum stehenden Produktionsmittel zerstört worden sein?

Außerdem: sollten Kommunisten sich nicht vielleicht die Frage stellen, warum die Arbeiterklasse „ihren“ Staat nicht verteidigt hat? In der Oktoberrevolution 1917 hatte das Proletariat den Sowjetstaat geschaffen, in den 30er Jahren mit einer beispiellosen Kraftanstrengung die Industrialisierung vollbracht, um den Sozialismus aufzubauen, und im 2. Weltkrieg keine Opfer gescheut, um dem scheinbar übermächtigen NS-Deutschland zu widerstehen.

Warum hat diese Arbeiterklasse dann die sog. Konterrevolution nicht verhindert? Weshalb ist sie sowohl beim Verbot der KPdSU im August 1991 als auch bei der anschließenden Auflösung der Sowjetunion passiv geblieben? Offensichtlich stellte die Fortdauer der maroden Staats- und Gesellschaftsordnung für sie keine Perspektive dar, weshalb sie mangels einer Alternative den Übergang zum Kapitalismus ohne Gegenwehr hinnahm.

Ein Oligarchenkapitalismus

Von der „konterrevolutionären“ Bewertung des sowjetischen Untergangs führt in der Broschüre ein gerader Weg zur positiven Beurteilung des gegenwärtigen Herrschaftssystems.

Ausgangspunkt sind die Jahre des Niedergangs und des Ausverkaufs der russischen Rohstoffe unter Jelzin. In Ablösung dieser dunklen Zeit ist nach Auffassung der Autoren der Broschüre mit Putin an der Spitze eine nationale Bourgeoisie an die Macht gelangt, die gegen den westlichen Imperialismus kämpft und deswegen unterstützt werden muss. So weit in Kurzfassung die Interpretation der russischen Entwicklung.

Demgegenüber hat Ditte Gerns, Mitherausgeberin der Marxistischen Blätter, 2023 eine Analyse der Moskauer Machtverhältnisse vorgelegt, die zu anderen Ergebnissen kommt als die Darstellung in der KO-Broschüre.2

Ihrer Analyse zufolge entstand in Russland nach Auflösung der Sowjetunion „zunächst ein kapitalistisches System mit weitreichenden monopolistischen Strukturen“, das insbesondere von den sog. Oligarchen getragen war. „Diese spezifische russische Turboakkumulation des Kapitals und die auf ihrer Grundlage entstehende ‚wilde‘ Form des staatsmonopolistischen Kapitalismus“, fährt Gerns fort, „stießen Ende der 90er Jahre an ihre Grenzen, da sie auf Dauer kein erfolgversprechendes Entwicklungsmodell darstellen konnten. Nachdem Putin im März 2000 zum Präsidenten gewählt wurde, begann die staatsmonopolistische Entwicklung in mehr oder weniger geordneten Bahnen zu verlaufen. Er formierte eine politische Koalition, die es ihm ermöglichen sollte, die nach der Zerrüttung Russlands in der Jelzin-Periode entstandenen Konflikte zu lösen und die Politik des Landes dauerhaft zu stabilisieren.“

Das Machtsystem unter Putin

Zu diesem Zweck wurde zum einen der direkte politische Einfluss der Oligarchen zurückgedrängt, außerdem „sicherte sich der Staat die Kontrollmehrheit über die strategisch wichtigen Bereiche der Wirtschaft. Dabei handelte es sich um wichtige Teile der Gas-, Erdöl- und Energiegewinnung, die in den 90er Jahren durch die Privatisierungen teilweise in private Hände gelangt waren, sowie um den systemrelevanten Teil des Bankensystems und des militärisch-industriellen Komplexes. (…) Im Gegenzug sicherte der russische Staat das rohstoffbasierte Akkumulationsregime, den Oligarchen ihre einträglichen Verwertungsbedingungen und eine Politik in ihrem Interesse.“ Aber „trotz des Machtverlusts der früheren Oligarchen“, so das Urteil von Ditte Gerns, „ist Russland weiterhin ein oligarchisch organisiertes Machtsystem, da eine exklusive Elite mit Hilfe extraktiver politischer und wirtschaftlicher Institutionen maßgeblich die Schwerpunkte in der Wirtschafts- und Außenwirtschaftspolitik bestimmt.“

Bestandteil dieser Herrschaftsstrukturen sind auch die privaten militärischen Sonderverbände, von denen es 2023 ca. vierzig (!) gab, darunter als bekannteste die sog. „Wagner-Truppe“ unter ihrem Anführer Prigoschin. Diese Militärunternehmen, so Gerns, schicken ihre Söldner auch zum Einsatz in die Ukraine und bewahren das Regime so davor, noch mehr junge Männer als Wehrpflichtige zu mobilisieren.

Zusammenfassend kommt die Autorin zu dem Ergebnis, „dass das politische System mit einer Clique aus einflussreichen Vertretern der Oligarchie und der Sicherheitskräfte an der Spitze bisher uneingeschränkt die Macht in Russland ausübt. (…) Flankiert wird dieses System durch eine zunehmend nationalistischere, reaktionäre Ideologie, die Eingang in das Bewusstsein vieler Russen und auch weite Teile der politischen, selbst sich als links verstehenden Opposition findet. Damit gelingt es den Herrschenden besonders in Zeiten der militärischen Konfrontation, des Krieges gegen die Ukraine und des Kampfes gegen den ‚kollektiven Westen‘, große Teile der Bevölkerung und der Opposition systemstabilisierend einzubinden.“

Die Autorin selber zieht diesen Vergleich nicht, aber grundsätzlich trägt dieses Regime keinen anderen Charakter als die Oligarchenherrschaft in der Ukraine. Der Unterschied besteht darin, dass der Einfluss der Bandera-Kräfte in Kiew es der russischen Seite erlaubt, den Krieg gegen den Nachbarstaat als „Kampf gegen den Faschismus“ zu deklarieren, was auch die KO-Autoren tun.

Eine großrussisch-imperiale Legitimation des Ukraine-Kriegs

Damit kommen wir zum eigentlichen Krieg und seiner Begründung durch die Moskauer Führung. Die „zunehmend nationalistischere, reaktionäre Ideologie“, die Ditte Gerns benannt hat, bestimmt auch das Staatsverständnis des heutigen Russlands, das seine historische Identität unter Negierung der Sowjetzeit auf das großrussische Zarenreich vor der Oktoberrevolution zurückführt. An elementarer Stelle gehört dazu nicht nur die Ablehnung der Oktoberrevolution, sondern speziell auch der Leninschen Nationalitätenpolitik.

Bekanntlich hatten die Bolschewiki unter Lenins Führung das Selbstbestimmungsrecht für alle vom Zarismus unterdrückten Völker und Nationen verfochten, inklusive des Rechts auf eine eigene staatliche Existenz und auf Loslösung aus dem großrussischen Staatsverband. Seinerzeit entstanden so nicht nur Polen und die baltischen Länder als eigene Staaten, sondern auch die Ukraine. Im Unterschied zu Polen etc. schloss sich die Ukraine allerdings auf dem Boden einer Volksabstimmung freiwillig mit Russland, Belarus (Weißrussland) und den asiatischen Republiken zur „Union der Sozialistischen Volksrepubliken“ (UdSSR) zusammen.

Diese auf dem Boden des Selbstbestimmungsrechts erfolgte Entwicklung gilt der russischen Staatsführung von heute als Verbrechen an Russland, weil sie zur territorialen Verkleinerung des damaligen Großrusslands führte. Am 21. Februar 2022 hielt Putin eine „Rede an die Nation“, mit der die Bevölkerung auf den drei Tage später beginnenden Krieg gegen die Ukraine eingestimmt werden sollte.3 Darin führte er aus: „Vom Standpunkt des historischen Schicksals Russlands und seiner Völker waren die Leninschen Prinzipien des Staatsaufbaus nicht nur einfach ein Fehler, sie waren, sozusagen viel schlimmer als ein Fehler.“ Und weil 1989 ein ZK-Beschluss der KPdSU den Status aller Unionsrepubliken „als souveräne sozialistische Staaten“ bekräftigt hatte, darin eingeschlossen das Recht auf Austritt aus der Sowjetunion, bezeichnete Putin diesen Beschluss in seiner Rede als „haltloses Geschwätz über die Rückkehr zum Leninschen Prinzip der nationalen Selbstbestimmung“.

Das Selbstbestimmungsrecht und die KO

Aber Putin beschränkte sich nicht auf die Ablehnung des Selbstbestimmungsrechts als solches, sondern sprach den Ukrainern jede nationale Identität überhaupt ab, denn, so der russische Staatschef: „Seit jeher nannten sich die Bewohner der südöstlichen, historischen altrussischen Lande Russen und Orthodoxe“. Mit den „südöstlichen, historischen altrussischen Lande“ ist die Ukraine gemeint, und den russischen und religiös orthodoxen Bewohnern dieser Lande, so der Tenor der Rede, haben erst Lenin und die Bolschewiki eine künstliche ukrainische Nationalität aufgepfropft.

Dieser Argumentation folgend bedeutete der Einmarsch russischer Truppen am 24. Februar 2022 keinen Krieg gegen einen anderen Staat. Er war eine „militärische Spezialoperation“ gegen ein illegitim abgespaltenes Gebiet mit dem Ziel, die künstliche Abtrennung dieses Teils Russlands rückgängig zu machen und dessen Bewohner als „Russen und Orthodoxe“ wieder ins russische Vaterland heimzuholen.

Dieses Vorhaben entpuppte sich als grundlegende Fehleinschätzung, denn die russische Führung erreichte das Gegenteil des Gewollten: statt die Rückkehr nach Russland zu begrüßen, führte der Überfall zu einer Stärkung des ukrainischen Nationalismus und gab insbesondere den Bandera-Anhängern Auftrieb. Das Ergebnis ist, dass die „Spezialoperation“ heute bereits länger dauert als der Krieg der Sowjetunion gegen NS-Deutschland. Darüber hinaus beendete der Krieg die Entspannungspolitik mit der deutschen Bundesrepublik und führte zur Isolierung Russlands gegenüber Europa. Um ein Talleyrand zugeschriebenes Bonmot zu zitieren, auf das Putin in seiner Rede anspielte, als er die Leninsche Nationalitätenpolitik verurteilte: diese „Militäroperation“ war schlimmer als ein Verbrechen, sie war eine Dummheit.

Vor diesem Hintergrund erhellt sich die Stellung der KO-Autoren zur Frage des Selbstbestimmungsrechts. Einerseits verteidigen sie dieses Recht – zu Recht – für den Donbass. Dagegen verlieren sie kein Wort zu der großrussischen Rechtfertigung der „militärischen Spezialoperation“, d. h. zu dem von der russischen Führung zurückgewiesenen Selbstbestimmungsrecht für die Ukraine.4 Besonders auffällig dabei ist, dass ihnen die damit verbundene Aburteilung Lenins nicht einen Satz wert ist, geschweige denn eine nähere Auseinandersetzung. Ist dies für Kommunisten nicht etwas befremdlich?

Zerfall der Weltordnung – Auswirkungen auf den Ukraine-Krieg

Wie sieht es nun mit der Beurteilung der weiteren Entwicklung des Ukraine-Konflikts durch die KO aus? Mitte des letzten Jahres, also zum selben Zeitpunkt, als die KO-Broschüre erschien, schrieben wir in dem Grundsatzartikel „Eine neue Weltordnung, eine jämmerliche Bourgeoisie und die Selbstaufgabe der Linken“: „Geostrategisch ziehen die USA sich also aus ihrer bisherigen Vormachtstellung zurück, da deren Aufrechterhaltung zu kostspielig geworden ist. ‚Die Vereinigten Staaten sind dabei, ihre eigene Weltordnung zu demontieren …, weil die Existenz als hegemoniale Macht nicht mehr lange aufrechtzuerhalten wäre. Die Last wiegt zu schwer.‘ Damit löst sich nicht nur die bislang von den USA bestimmte ‚regelbasierte Weltordnung‘ auf. Im gleichen Atemzug geht der sog. ‚kollektive Westen‘ seinem Ende entgegen, denn die von Trump angekündigte Rückzugsbewegung betrifft in erster Linie Europa“.5

Die damals vorgenommene Einschätzung hat sich seither vielfach bestätigt. Ökonomisch und militärisch überfordert, lösen sich die Vereinigten Staaten unter Trump aus internationalen Verpflichtungen, die mit ihrer bisherigen Rolle als dominierende Weltmacht einhergingen, und sind dabei, das Schwergewicht ihrer Kräfte vom Atlantik zum Pazifik, von Europa nach Asien zu verlagern, um sich auf die Auseinandersetzung mit China zu konzentrieren. Verbunden ist dies mit dem Bemühen, die Beziehung zu Russland nicht nur zu entspannen, sondern Russland möglichst auf die eigene Seite zu ziehen.

Ein Fiasko für die deutsche Bourgeoisie

Dieser Politikschwenk hat für den Ukraine-Krieg und die Nato grundlegende Konsequenzen.

Unter Bidens Präsidentschaft diente die gegen den Widerstand Deutschlands und Frankreichs vorangetriebene Nato-Mitgliedschaft der Ukraine dazu, die stillschweigende Annäherung der beiden EU-Führungsmächte an Russland zu unterbinden und Europa zu spalten. Dagegen hat Trump sich von einer Nato-Mitgliedschaft der Ukraine deutlich distanziert und stellt darüber hinaus die Nato insgesamt in Frage.

Damit sind bisherige Grundkonstanten der deutschen Außen- und Militärpolitik ins Schwimmen geraten, gehörten doch bislang die Nato und das Bündnis mit den USA zur „Staatsräson“ der Republik. Als Reaktion darauf werden die Rüstungsausgaben gesteigert, doch eine neue außen- und militärpolitische Strategie, die an die Stelle der bisherigen „atlantischen“ Ausrichtung stehen könnte, ist nicht in Sicht.

In der KO-Broschüre, die zur selben Zeit wie der oben zitierte AzD-Artikel erschienen ist, findet sich nicht ein Gedanke zu den Folgen des epochalen Wechsels von Biden zu Trump. Als ob es den voranschreitenden Umbruch der Weltordnung nicht geben würde, steht für die Autoren außer Zweifel, dass der deutsche Imperialismus wie schon immer vorhat, „Russland zu erobern, zu vernichten und zu kolonisieren“ (16. These). Hat einer der beteiligten Autoren sich einmal gefragt, welchen Realitätsgehalt die Behauptung hat, dass das nicht nuklear bewaffnete Deutschland planen würde, die (zusammen mit den USA) weltweit stärkste Atommacht Russland zu erobern und zu vernichten – ohne Rückendeckung durch die USA?

Angesichts der Warnung vor einem neuen „Ostlandritt“ mutet in diesem Zusammenhang außerdem etwas anderes doppelt seltsam an: Seit Jahrzehnten gehört die Forderung nach einem Austritt aus der Nato zum Grundkonsens des Antiimperialismus in Deutschland. „Deutschland raus aus der Nato – Nato raus aus Deutschland!“ – das war ehedem eine zentrale gemeinsame Parole von Friedensbewegung und Kommunisten. In der KO-Broschüre ist sie nicht zu finden. Warum ist das so? Eine Begründung dafür findet sich nicht.

Heiner Karuscheit, Januar 2026

  1. S. dazu das Buch von Karuscheit/Schröder: Von der Oktoberrevolution zum Bauernsozialismus; VTK 1993. ↩︎
  2. Im Internet veröffentlicht unter: https://kommunisten.de/rubriken/analysen/8865-machtverhaeltnisse-im-heutigen-russland; gekürzt abgedruckt in: MBl 5/6-2023. ↩︎
  3. https://zeitschrift-osteuropa.de/blog/putin-rede-21.2.2022/ ↩︎
  4. In den AzD 95/2022 hat A. Schröder sich in einem Artikel über den Ukraine-Krieg und das Selbstbestimmungsrecht der Nationen mit der Thematik des Selbstbestimmungsrechts weitergehend auseinandergesetzt. ↩︎
  5. AzD 98, Juni 2025. ↩︎

Solidarität mit den verhafteten Genossen in Kenia!

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Im Zuge der antiimperialistischen Proteste gegen den diesjährigen „Afrika-Frankreich Gipfel“ in Nairobi kam es zu mehreren Fällen staatlicher Repression. Bereits gestern wurden fünf kenianische Genossen verhaftet, die gegen das neokolonialistische Event protestiert hatten. Heute schoss die Polizei mit Tränengas auf eine Demonstration und verhaftete weitere Aktivisten, darunter mehrere ausländische Genossen.

Die Communist Party Marxist – Kenya (CPM-K) erklärte in einer Stellungnahme: „Ihr einziges Verbrechen besteht darin, sich auf die Seite der Unterdrückten zu stellen. Ihr einziges Verbrechen besteht darin, die imperialistische Herrschaft abzulehnen. Ihr einziges Verbrechen besteht darin, zu erklären, dass Afrika nicht zum Verkauf steht.

Die Verhaftung internationaler Delegierter verdeutlicht einmal mehr die wachsende Panik in imperialistischen und kompradorischen Kreisen. Sie fürchten die Einheit revolutionärer und fortschrittlicher Kräfte über Kontinente hinweg. Sie fürchten die internationale Solidarität gegen den Imperialismus. Sie fürchten ein politisch bewusstes Volk.“

Die Partei stellte folgende Forderungen auf:

„1. Die sofortige und bedingungslose Freilassung aller verhafteten Genossen.

2. Ein Ende der Schikanen, Entführungen und Repressionen durch die Polizei gegen Aktivisten, Organisatoren und fortschrittliche Bewegungen.

3. Die sofortige Einstellung aller imperialistischen militärischen, politischen und wirtschaftlichen Abkommen, die Kenia und Afrika aufgezwungen werden.

4. Die Achtung der demokratischen Rechte aller Teilnehmer an antiimperialistischen und panafrikanischen Versammlungen.“

Wir schließen uns diesen Forderungen an, sprechen den Verhafteten und den Genossen in Nairobi unsere Solidarität aus und sind stolz, dass zwei Genossinnen von uns vor Ort sind, um aktiv und praktisch zu unterstützen.

Interview with the Communist Party Marxist – Kenya (CPM-K)

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Following its loss of influence in the Sahel, France is attempting to reestablish its neocolonial control in Africa – this time through East Africa. The so-called “Africa-France Summit” in Nairobi is a prime example of this offensive: Under the guise of “partnership,” “climate protection,” and “innovation,” it is about nothing other than access to resources, labor, and the preservation of political power.

Progressive forces are opposing this with the Pan-African Counter-Summit PASAI, organized by the Communist Party Marxist – Kenya (CPM-K).

We invited two CPM-K comrades to discuss the current reorganization of imperialist strategies, the current role of countries like France in Africa and why our position as European communists entails a special responsibility.

The webinar was part of the mobilization to support the Pan-African counter-summit – politically, practically, and financially.

Unterstützt den Panafrikanischen Gipfel gegen Imperialismus in Kenia!

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Heute hat in Nairobi der Pan-Africanism Summit Against Imperialism (PASAI) begonnen. Er richtet sich gegen den sogenannten „Afrika-Frankreich-Gipfel“, der zeitgleich in Kenia stattfindet und das Ziel hat, den Neokolonialismus in Ostafrika zu zementieren.

Antiimperialistische und revolutionäre Kräfte werden in Kenia schon länger unterdrückt. Auch heute hat sich die staatliche Repression gegen Genossen gerichtet, die gegen das neokolonialistische Event protestiert haben.

Genossinnen von uns sind vor Ort dabei und werden über den PASAI berichten. In Kürze werden wir auch ein Interview mit zwei Genossen der Communist Party Marxist – Kenya (CPM-K) veröffentlichen.

Antikoloniale Umbrüche in Westafrika

Der diesjährige Pan-Africanism Summit Against Imperialism (PASAI) tagt in einer Phase tiefgreifender Umbrüche auf dem afrikanischen Kontinent. Während in der Sahel-Zone historische Verschiebungen stattfinden – mit dem Abzug des französischen Militärs aus Mali, Burkina Faso und Niger – erleben wir zugleich, wie imperialistische Akteure ihre Strategien neu ordnen, um ihren politischen, wirtschaftlichen und militärischen Einfluss zu bewahren. Die jüngsten Destabilisierungsversuche in Mali, die wachsenden politischen Kampagnen gegen die AES-Staaten sowie die zunehmende Einmischung europäischer Institutionen zeigen: der Imperialismus zieht sich nicht zurück, er reorganisiert sich.

Gleichzeitig vollziehen die Staaten des Sahels mutige Schritte hin zu echter Souveränität. Der Aufbau eigener Verteidigungsstrukturen, nationale Rückgewinnung politischer Kontrolle und Projekte, die die Bevölkerung unmittelbar in die Gestaltung gesellschaftlicher Entwicklung einbeziehen, markieren einen Bruch mit Jahrzehnten neokolonialer Abhängigkeiten. Diese Entwicklungen bleiben nicht regional begrenzt, sondern inspirieren und ermutigen antiimperialistische Bewegungen weit über die Region hinaus.

Neokoloniales „Rollback“ in Ostafrika?

In diesem Kontext rückt auch Ostafrika in den Fokus. Die jüngste Ratifizierung eines weitreichenden Verteidigungsabkommens zwischen Frankreich und Kenia – inklusive umfassender Immunität für französische Truppen – steht exemplarisch für eine Politik, die unter dem Label „Partnerschaft“ den Verlust von Souveränität vorantreibt. Dass sich hunderte französische Soldaten bereits im Land befinden und diese Entscheidung bis 2036 auch nicht widerrufen werden kann, macht deutlich, wie aggressiv und langfristig diese Einbindung angelegt ist. Der von Frankreich und Kenia organisierte „Africa Forward Summit“ heißt nichts anderes als: vorwärts mit der Unterjochung afrikanischer Völker!

Umso bedeutender ist der Beitrag der kenianischen Genossen, die trotz massiver Repressionen den panafrikanischen Gegen-Gipfel organisieren. Ihr unerschütterlicher Einsatz gegen Neokolonialismus, Enteignung und politische Unterdrückung zeigt, was revolutionäre Konsequenz heute bedeutet – und weshalb internationale Solidarität notwendiger ist denn je.

Der Counter Summit schafft Raum für Analyse, Austausch und gemeinsame Strategien gegen imperialistische Interventionen auf dem Kontinent. Er knüpft an die realen Kämpfe um Selbstbestimmung an, die in der Sahel-Zone geführt werden, und macht deutlich: Die Zukunft Afrikas wird nicht in europäischen Regierungszentren verhandelt, sondern von den Völkern selbst erkämpft.

Praktische Solidarität!

Zum Schluss ein klarer Appell: Die Organisierung des PASAI benötigt materielle Unterstützung. Wer den Aufbau eines selbstbestimmten, panafrikanischen Widerstands konkret stärken will, kann dies mit einer Spende tun. Solidarität ist nicht nur ein Prinzip – sie ist eine praktische Notwendigkeit.

Geschichtsfälscher – Zur Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs (Podcast #58)

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In unserer neuen Podcastfolge zur Geschichtsfälscher-Broschüre widmen wir uns der Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges und stellen heraus, wie die Westmächte (USA, England und Frankreich) den Aufbau des Faschismus in Deutschland unterstützten, um die Hitleraggression gegen die Sowjetunion zu lenken. Dabei beschäftigen wir uns mit einigen geschichtsrevisionistischen Mythen, die aktuell Hochkonjunktur feiern, und decken Kontinuitäten deutsch-imperialistischer Politik auf.

Unsere Neuauflage der Geschichtsfälscher-Broschüre könnt ihr HIER NACHLESEN.

Der Kampf um gestern ist der Kampf um heute und morgen!

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Zum Geschichtsrevisionismus der BRD und warum wir dagegen kämpfen müssen

In Deutschland wird der Krieg vorbereitet. Bis 2029 soll Deutschland kriegsfähig gegen Russland sein, lautet die Zielmarke. Dafür wird die deutsche Kriegsmaschinerie mit 1,7 Billionen Euro geölt, die Wehrpflicht vorbereitet und der Kriegskurs der NATO gestützt. Die deutsche Vergangenheit stellt dabei kein Hindernis mehr dar: Der Geschichtsrevisionismus hat es durch Verdrehung, Umdeutung und Lügen geschafft, die Verbrechen der Vergangenheit als Legitimation für neue zu nutzen.

Die angebliche Entnazifizierung der BRD

Bis heute wird das Bild bemüht, dass die BRD ein gänzlich anderer Staat sei als ihr faschistischer Vorläufer und dass ein klarer Bruch mit der faschistischen Vergangenheit stattgefunden habe. Für dieses Narrativ mussten ein paar Nazi-Kader ihren Kopf oder ihre Karriere lassen. Die allermeisten jedoch, die den Faschismus getragen und finanziert hatten, konnten ungestört dazu übergehen, den neuen Staat BRD aufzubauen – egal, ob sie Heusinger, Gehlen, Globke oder Krupp hießen. Der Faschismus als politisches System wurde durch die bürgerliche Demokratie ersetzt. Die Grundlage von Krieg und Faschismus, der Kapitalismus, blieb unangetastet. Und so wurde die BRD schnell zum Bollwerk der Aggression – damals gegen die DDR und die Sowjetunion, heute gegen die Russische Föderation. Faschismus und Krieg sind keine Ausrutscher in der deutschen Geschichte; sie sind tief in diesem Staat verankert, der in seiner Geschichte immer wieder die Expansion, insbesondere nach Osten, gesucht hat.

Tipp zum Weiterlesen → Der Faschismus als Rammbock des deutschen Monopolkapitals

Das Märchen von den„zwei deutschen Diktaturen“

Was in dieser Erzählung störte, war die DDR. Denn sie zeigte, wie Entnazifizierung tatsächlich aussieht, und nahm mit dem sozialistischen Aufbau nicht nur dem Faschismus, sondern auch dem Krieg die Grundlage. Während in der DDR ehemalige KZ-Insassen den neuen Staat aufbauten, machten sich in der BRD ihre alten Wächter und Peiniger wieder an die Arbeit. Nach Jahren des Schweigens gingen BRD-Historiker dazu über, den Holocaust als Reaktion auf den Sozialismus einzuordnen, und setzten Faschismus mit Sozialismus gleich. Heute wird der Antifaschismus der DDR damit weggewischt, dass er nur der Legitimation der eigenen „Diktatur“ gedient habe. Dieser Logik folgend wird heute auch der Neofaschismus in Ostdeutschland erklärt: Die Ostdeutschen hätten aufgrund ihrer Geschichte eine „totalitäre Neigung“. Dass es die BRD war, die den Neofaschismus in Ostdeutschland finanziell und personell aufgebaut hat, wird ausgespart.

Tipp zum Weiterlesen → Zur bürgerlichen Faschismustheorie und Neofaschismus in Ostdeutschland

Der 8. Mai – Kriegsende statt Befreiung?!

Während der 8. Mai in den meisten Ländern der Welt als Tag der Befreiung vom Faschismus gefeiert wird, spricht man in Deutschland schlicht vom „Kriegsende“. Die FAZ titelte zum 80. Jahrestag, dass der 8. Mai kein Grund zum Feiern sei, während der Deutschlandfunk von den „dunklen“ Seiten der Befreiung sprach. Wo es keine Befreiung gibt, kann es auch keine Befreier geben: Bei offiziellen Gedenkveranstaltungen wird die Rolle der Sowjetunion kleingeredet, rote und sowjetische Fahnen sowie Symbole oder Musik der roten Armee sind verboten und Vertreter der Russischen Föderation werden konsequent ausgeladen.

Tipp zum Weiterlesen → Zum 80. Jahrestag der Befreiung

Die Relativierung der deutschen Kriegsschuld

Den deutschen Kriegsvorbereitungen stand lange die Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg im Weg. Ein Instrument zur Relativierung der Kriegsschuld schuf eine 2019 verabschiedete EU-Resolution, die die bereits geübte Praxis zusammenfasste: Sie erklärte den deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag als zentralen Faktor für den Zweiten Weltkrieg und schob der Sowjetunion eine Teilschuld am deutschen Vernichtungskrieg unter. Damit wird nicht nur geleugnet, dass die Sowjetunion den Faschismus von Anfang an aufs Schärfste bekämpfte, sondern ihr wird auch eine Mitverantwortung für die eigene Vernichtung – der deutsche Faschismus hinterließ in der Sowjetunion mehr als 27 Millionen Tote – angedichtet. Zugleich werden die Verantwortung des Faschismus relativiert und die historische Schuld, die die Westmächte durch ihre langjährige Unterstützung des deutschen Faschismus auf sich geladen haben, verschwiegen.

Tipp zum Weiterlesen → Broschüre „Geschichtsfälscher

Zionismus statt Antifaschismus

Durch die Unterstützung Israels hat sich die BRD das Image eines geläuterten Staates verliehen und die deutsche Staatsräson hat Antifaschismus einfach durch Zionismus ersetzt. Die hochmilitarisierte Besatzungsmacht Israel wird als die einzig mögliche Konsequenz von Auschwitz präsentiert. Die BRD gibtsich international als Genozidexpertin, die wegen ihrer „aufgearbeiteten Vergangenheit“ fest an der Seite Israels steht. Die alten Kriegsverbrecherkonzerne erzielenheute wieder Rekordgewinne, wenn im Namen des Holocaust Bomben auf Gaza fallenund erneut ein Völkermord verübt wird. Der Schwur der Befreiten von Buchenwald – „Nie wieder Krieg und Faschismus“ – wird so ins Gegenteil verkehrt. Gleichzeitig werden alle, die sich gegen den Völkermord in Palästina stellen, als Antisemiten diffamiert, um sie zum Schweigen zu bringen.

Tipp zum Weiterlesen → Stellungnahme zum 9. November

Die sogenannte Verantwortung“ der BRD

Von „Lehren aus der Geschichte“ wird heutzutage dann gesprochen, wenn es möglich ist, sie für die Legitimation neuer Verbrechen zu nutzen. Dabei wird unterschieden: In Verbrechen, die in diesem Sinne instrumentalisierbar sind, wie den Holocaust. So wurden in den 90er Jahren mit der Parole“Nie wieder Auschwitz“ deutsche Bomben im Angriffskrieg auf Jugoslawien gerechtfertigt. Und in Verbrechen, die nicht in diesem Sinne instrumentalisiert werden können, wie die völkermörderische Blockade Leningrads. Der deutsche Imperialismus dreht sich die von ihm begangenen Völkermorde so, wie er sie braucht, und deklariert dies als „Verantwortung“: Aufgrund seiner faschistischen Vergangenheit sei die BRD geradewegs prädestiniert dazu, „autoritäre Systeme“ zu bekämpfen, und genau daraus erwachse die historische Verantwortung des „neuen, demokratischen Deutschlands“, das heutige „autoritäre Russland“ in die Schranken zu weisen, besagt das geschichtsrevisionistische Narrativ. Dass dabei mit Faschisten, die bereits für den deutschen Faschismus Bündnispartner waren, zusammengearbeitet wird, belegen die Entwicklungen in der Ukraine und zeigen, wie schnell aus Geschichtsrevisionismus die Rehabilitierung des Faschismus wird.

Tipps zum Weiterlesen → Zum Völkermord in Leningrad und Gaza und Zur Rehabilitierung des Faschismus

Lasst uns unsere Geschichte verteidigen!

Wenn heute von historischer Verantwortung und Lehren gesprochen wird, müssen wir genau hinschauen. Wir müssen erkennen, wann Verbrechen der Vergangenheit benutzt werden, um heutige Verbrechen zu legitimieren. Wann die deutsche Kriegsschuld angeführt wird, um neue Kriege zu führen. Wann das Erbe der Arbeiterbewegung verdreht wird, um Antifaschisten erneut mundtot zu machen. Repression hat in der BRD Tradition: 1956 wurde mit der KPD, die politische Kraft, die dem Faschismus am konsequentesten Widerstand geleistet hatte und deren Mitglieder dafür als erste eingekerkert und ermordet worden waren, verboten. Bis heute erleben wir immer noch Repression und Hetze gegen alle, die sich dem deutschen Kriegskurs entgegenstellen. Gegen alle, die den Geschichtsrevisionismus benennen, den Finger in die Wunde legen und sagen: Nicht mit uns!

In diesem Sinne müssen wir auch Gedenken und Erinnerung prägen: Ein antifaschistisches Gedenken, das kein Wort über den Völkermord in Palästina oder den Krieg gegen Russland enthält, befindet sich auf Abwegen. Um in diesem Kampf zu bestehen, müssen wir nicht nur die Geschichte des Faschismus und der BRD kennen, sondern auch die Erfahrungen und Lehren der antifaschistischen Arbeiterbewegung studieren, um an sie anzuknüpfen. Diese sind unsere Geschichte, und um sie müssen wir kämpfen!

Nie wieder Faschismus, Krieg und Völkermord!

Tipp zum Weiterlesen → Zum 81. Jahrestag der Selbstbefreiung von Buchenwald

Wenn Antifaschisten zu Nazis gemacht und die Staatsräson Gesetz werden soll

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Die Herrschenden in der BRD haben ein Problem: Sie schaffen es nicht, den Protest gegen den Völkermord in Palästina von den Straßen zu bekommen – weder durch Polizeigewalt oder juristische Repression noch durch Integrations- und Spaltungsversuche oder mediale Hetzkampagnen. Daher muss ein neues Repressionsmittel her: Das Land Hessen hat dazu einen Gesetzesantrag verfasst, dem zufolge die Leugnung des „Existenzrechts Israels“ künftig mit bis zu fünf Jahren Haft oder einer Geldbuße bestraft werden soll. Dass das Gesetz aus Hessen kommt, wo die Palästinabewegung immer wieder Erfolge vor Gericht erzielt und die Parole „From the River to the Sea Palestine will be free“ deshalb derzeit nicht unterdrückt und geahndet wird, ist so wenig Zufall wie die Tatsache, dass es am 8. Mai, dem 81. Jahrestag der Befreiung Europas vom Faschismus, im Bundesrat diskutiert werden soll.

Staatsräson per Gesetz

Der Gesetzesentwurf legt auf 19 Seiten Ausgangsproblem, Lösung und Mittel aus Sicht der Herrschenden dar und ist deutsche Staatsräson in Kompaktform. Argumentativer Ausgangspunkt ist der „Terrorangriff“ der Hamas vom 7. Oktober 2023, auf den die israelische Besatzungsmacht reagierte, indem sie Terroristen bombardiert“ habe. Indem das Papier konstatiert, dass das „Leid der Zivilbevölkerung als Folge des Krieges sehr groß“ sei, bagatellisiert es mit einem einzigen Halbsatz den am besten dokumentierten Völkermord der Menschheitsgeschichte. Zugleich wird das Kernproblem der Herrschenden benannt, nämlich dass „viele Menschen in Deutschland friedlich gegen den Krieg und das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung“ demonstrierten.1 Als hätte man diese friedlichen Proteste nicht drei Jahre lang kriminalisiert, zensiert, verboten und mit Gewalt zu unterdrücken versucht, werden sie als grundsätzlich legitim dargestellt, wogegen jedoch diffuse andere Kräfte das „Existenzrecht Israels“, u. a. mit Parolen wie „From the River to the Sea, Palestine will be free“, leugneten. Beklagt wird, dass die bereits zur Verfügung stehenden strafrechtlichen Instrumente, wie die Paragraphen 86 („Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“) und 130 („Volksverhetzung“) Strafgesetzbuch (StGB), nicht ausreichten, um gegen diese Kräfte vorzugehen. Hier müsse Abhilfe geschaffen werden.

Problem dabei ist lediglich das Recht auf Meinungsfreiheit, dessen man sich jedoch mittels eines juristischen Kniffs entledigen will: Eine verfassungskonforme Einschränkung der Meinungsfreiheit kann nämlich nur dann stattfinden, wenn es darum geht,„die propagandistische Befürwortung der nationalsozialistischen Gewalt- und Willkürherrschaft von 1933 bis 1945“ zu verhindern.2 Dies besagt der sogenannte Wunsiedel-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts von 2009, in dessen Zusammenhang die bis dahin jährlich stattfindenden Neonazi-Aufmärsche in Gedenken an den Nazi-Funktionär Rudolf Heß verboten wurden.3 Die Bezugnahme auf dieses Urteil ist juristische Taktik und zeigt deutlich, welche Richtung die politische Argumentation einschlägt: Menschen, die gegen Völkermord, Apartheid und Siedlerkolonialismus demonstrieren, werden in eine Ecke mit den deutschen Faschisten gestellt. Und so zieht der Gesetzesentwurf auch ganz konkret eine Linie von Antizionisten, die Forderungen wie „Free Palestine from german guilt“ erheben, bis hin zu eliminatorischen Antisemiten, die auf die „‚Ausmerzung des Juden‘ als Quelle globaler Übel“ zielen.4

Laut BRD-Staatsräson ist Israel die einzig legitime Schlussfolgerung aus dem Verbrechen des Völkermords an den europäischen Juden; ebenso ist Israel laut Gesetzesentwurf „untrennbar“ mit dem Holocaust verknüpft. Dass der zionistische Kolonialismus lange vor dem Holocaust im Gange war, dass Zionisten punktuell selbst mit den Nazis kollaborierten und dass ihnen ihr Siedlungsprojekt erklärtermaßen wichtiger war als die Rettung der europäischen Juden, wird ausgeblendet.5 Genauso wie die Tatsache, dass Israel von Anfang an als Vorposten des Imperialismus in Asien dienen sollte. Einwände gegen die Staatsräson, wie dass die Gleichsetzung von Zionismus und Judentum unzulässig und im Kern selbst antisemitisch ist, dass eine Besatzungsmacht im dauerhaften Kriegszustand keinen „Schutzraum“ darstellen kann, dass es im Völkerrecht grundsätzlich kein „Existenzrecht“ für Staaten gibt, und dass neue Vertreibung und Genozid niemals die Schlussfolgerungen aus einem begangenen Völkermord sein dürfen, sind unzulässig. Gegen all jene, die Widerspruch erheben, wird schon jetzt vorgegangen: Holocaust-Überlebende und deren Nachkommen, die das zionistische Siedlerprojekt ablehnen, werden als „selbsthassende Juden“ diffamiert, während Organisationen wie der Jüdischen Stimme die Konten gesperrt oder Gedenkveranstaltungen, wie dieses Jahr in Buchenwald, verboten werden.

Die Gleichsetzung von Israel bzw. Zionismus mit dem Judentum sowie die Manifestation Israels als der einzig möglichen Schlussfolgerung aus dem Holocaust bilden die argumentative Basis für das vorgeschlagene Gesetz: Wer die von der BRD erhobene Staatsräson ablehnt, müsse laut Gesetzesentwurf im Umkehrschluss auch ihren Ausgangspunkt, also den Holocaust, leugnen oder zumindest relativieren und werde damit selbst mittels „Umwegkommunikation“ zum Befürworter dieser Verbrechen, also zum Nazi. Das liest sich dann so: „Mag sich der Leugnende auch vordergründig vom Völkermord der Nationalsozialisten an den Juden distanzieren, so macht er sich durch die Verneinung völkerrechtlicher Legitimität des Staates Israel in der Sache mit der Verharmlosung des Menschheitsverbrechens gemein.“6

Spätestens hier muss einem schwindelig werden, doch es geht noch weiter: Milliarden Menschen weltweit, darunter zahlreiche Juden, werden nicht nur zu Nazis und Antisemiten gemacht, indem sie die von der BRD gezogenen Schlussfolgerungen aus dem Holocaust – nämlich die Unterstützung von Krieg und Genozid – ablehnen, sondern sie werden auch in eine direkte Kontinuität zur deutschen faschistischen Außenpolitik gestellt. Diese habe schließlich laut Gesetzesentwurf ebenfalls die Existenz eines „jüdischen Staates“ abgelehnt. Einerseits verschweigt der Text die Tatsache, dass die Nazis durch das Ha’avara-Abkommen mit den Zionisten die Flucht von Juden sogar nach Palästina gelenkt haben. Andererseits wird an dieser Stelle einfach darüber hinweggegangen, dass die Nazis nicht nur einen „jüdischen Staat“ ablehnten, sondern auf eine physische Vernichtung des Judentums setzten – eine tatsächliche Relativierung des Holocaust! Es wird ein oberflächlicher Vergleich auf Grundlage ähnlicher Worte bemüht, ohne Berücksichtigung der jeweiligen Argumentationen, die sich diametral gegenüberstehen: So werden Antizionisten, die die Gleichsetzung von Zionismus beziehungsweise Israel und Judentum sowie Rassismus, Faschismus und Kolonialismus ablehnen, in eine Linie mit der Vernichtungspolitik der Nazis gestellt. Dabei sollte man nie vergessen: Diese Konstruktion wird von einem Staat bemüht, der in seinem aktuellen Kriegskurs gegen Russland in Wort und Inhalt an die faschistische Eroberungspolitik Richtung Osten anknüpft und sich damit tatsächlich in die Kontinuität der Außenpolitik der Nazis stellt.

Gegen Antifaschisten, Kommunisten und Antizionisten

Das darf nicht verwundern, wenn man sich die Geschichte und den Charakter der BRD vergegenwärtigt. Es handelt sich um einen Staat, der nach 1945 Faschisten mit dem Wiederaufbau betraute und den Zionismus als „Ersatz-Antifaschismus“ wählte. Ein Staat, der sich als NATO-Rammbock Richtung Osten aufrüsten ließ und Kommunisten verfolgte, um den Kapitalismus, die Grundlage des Faschismus, zu schützen. Ein Staat, dessen DNA schon immer aus Antikommunismus, Militarismus und Imperialismus bestand; der den Neofaschismus im eigenen Gebiet hofierte und nach Ostdeutschland exportierte, der Neonazi-Terrornetzwerke wie den NSU päppelte und der Menschen auf Grundlage ihrer Herkunft, Hautfarbe, Nationalität oder Religion einsperrt, abschiebt und ermordet.

All dies zeigt, dass es der BRD nie darum ging, grundsätzlich gegen Faschisten vorzugehen – und dies soll auch nicht mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf passieren. Stattdessen geht es um das Festschreiben der deutschen Staatsräson im Recht. Die Staatsräson dient der Legitimierung der BRD und ihrer Politik: Waffen für den Völkermord, Repression gegen Antifaschisten und Kriegsgegner sowie Aufrüstung zum nächsten Krieg gegen Russland. Durch den Gesetzesentwurf soll diesen politischen Leitlinien Gesetzescharakter verliehen werden, um ihre autoritäre Durchsetzung zu erleichtern.

Auch wenn die Verabschiedung des Gesetzes zum gegenwärtigen Zeitpunkt von Experten bezweifelt wird,7 müssen wir davon ausgehen, dass dieser Vorstoß dazu dient, den Weg für künftige Versuche zu bereiten. Zugleich ist die Initiative aber auch Ausdruck einer Schwäche der Herrschenden: Der BRD fällt es immer schwerer, ihre imperialistische Kriegspolitik zu legitimieren, denn immer mehr Menschen hinterfragen die Staatsräson. Der Gesetzesentwurf zeigt deutlich, wen die BRD als ihren Feind betrachtet: Internationalisten, Antifaschisten, Kommunisten und Antizionisten. Diese sind aus Sicht der BRD ein Problem, denn sie untergraben die Selbstdarstellung und Selbstlegitimierung dieses Staates. Sie verweisen auf die faschistische und kriegerische Kontinuität der Bundesrepublik, zeigen die Zusammenhänge zwischen Kapitalismus, Faschismus, und Kolonialismus auf und halten die einzig richtige Schlussfolgerung aus den Verbrechen der Nazis hoch: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus, nie wieder Völkermord!

Die Kräfte, die schon einmal in der Geschichte störten und dafür als erste in den Konzentrationslagern gefoltert und ermordet wurden, stören auch heute noch in einem Staat, der Völkermorde unterstützt und zum großen Krieg aufrüstet. Doch die Geschichte, und gerade der 8. Mai, lehren: Antifaschismus kann man nicht verbieten. Unser Widerstand kann ihre Unterdrückungspolitik brechen und wir dürfen nicht ruhen, bis wir den Faschismus mit seinen Wurzeln endgültig vernichtet und eine neue Welt des Friedens und der Freiheit aufgebaut haben.

1 https://dserver.bundestag.de/brd/2026/0227-26.pdf

2 Ebd.

3 https://www.servat.unibe.ch/dfr/bv124300.html

4 https://dserver.bundestag.de/brd/2026/0227-26.pdf

5 https://www.youtube.com/watch?v=YkB1khPGBbs

6 https://dserver.bundestag.de/brd/2026/0227-26.pdf

7 Siehe hierzu LTO, Verfassungsblock und Junge Welt.

Aktionsbericht zum 1. Mai: Bruchstelle Antiimperialismus

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Auch in diesem Jahr haben sich KO-Genossen – teilweise als KO, teilweise als Einzelpersonen und im Rahmen anderer Organisationen, in denen die Genossen aktiv sind – am Kampftag der Arbeiterklasse an DGB-Demos in verschiedenen Städten beteiligt. Außerdem waren wir bei mehreren sogenannten Revolutionären 1. Mai-Demos dabei. Wir haben unsere Erfahrungen zusammengetragen, kollektiv diskutiert und wollen sie in diesem Bericht öffentlich zugänglich machen.

Internationalismus gegen Sozialpartnerschaft

Der diesjährige Aufruf des DGB unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ hat einmal mehr gezeigt, wie sehr Klassenkampf-Positionen in den Gewerkschaften in den letzten Jahrzehnten demontiert wurden und wie defensiv der DGB in die Auseinandersetzungen mit dem Großkapital geht: Die Monopolherren sollen ihre Profite ruhig haben, über höhere Löhne wird nicht gesprochen, die einzige Forderung: Militarisierung ja, aber bitte sozial verträglich und ohne Massenarbeitslosigkeit!

Dass sich die DGB-Führung mittlerweile in der totalen Abwehrkampf-Haltung befindet und lediglich den Status quo verteidigen will, liegt ganz akut daran, dass sie den Aufrüstungskurs der Ampel-Regierung und der Großen Koalition grundsätzlich mitträgt. Entsprechend gab es weder im DGB-Aufruf noch in den Reden der Gewerkschaftssekretäre Kritik an Kriegs- und Rüstungspolitik der BRD und erst recht wurde keine Verbindung zwischen dieser Politik und dem immer aggressiver werdenden Sozialabbau gezogen. Stattdessen waren, wie etwa in Duisburg, Transparente gegen „Putin“ (Verdi) und gegen „China-Stahl“ (IG Metall) zu sehen.

Unsere Genossen haben dieser Politik der Sozialpartnerschaft, der Aufrüstung und der Standortlogik klassenkämpferische und internationalistische Positionen entgegengesetzt. Dazu haben wir dort, wo wir im Rahmen der KO aufgetreten sind, unsere Stellungnahme „Gewerkschaft heißt: konsequent gegen Krieg, Völkermord und Verarmung!“ verteilt und Gespräche mit Kollegen, Genossen und anderen Teilnehmern geführt. Wir haben uns sowohl als KO als auch als Einzelpersonen beziehungsweise im Rahmen anderer Organisationen an kommunistischen, internationalistischen, antiimperialistischen und Palästina-Blöcken auf den DGB-Demos beteiligt.

In Dresden, Leipzig und Mannheim machten unsere Genossen auf die Verbindungen des DGB zur zionistischen „Gewerkschaft“ Histadrut aufmerksam, die seit ihrer Gründung an der kolonialen Eroberung Palästinas, der Ausbeutung von Palästinensern sowie am Gaza-Genozid und dem Angriffskrieg gegen den Iran beteiligt ist. In Duisburg und Frankfurt störten wir Redebeiträge von SPD-Politikern mit Zwischenrufen: In Duisburg begleitete der antiimperialistische Block die Rede von Bundesarbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas mit Sprechchören wie „Bärbel Bas – Klassenfeind!“ und „Kriegstreiberin“, was diese sichtlich verunsicherte und auch in zahlreichen bürgerlichen Medien Erwähnung fand.1 In Frankfurt sah sich Oberbürgermeister Mike Josef, der in der Vergangenheit seine bedingungslose Solidarität mit Israel bekundet hat und hart gegen die lokale Palästinabewegung vorgegangen ist, von den Sprechchören des Palästina-Blocks derart gestört, dass er mehrfach darum bat, die Parolen zu unterlassen.

Sozialdemokratie in der Defensive

Protest kam allerdings teilweise auch von offiziellen Rednern der DGB-Veranstaltungen: In Duisburg, Jena und Leipzig etwa kritisierten mehrere Sprecher, darunter solche der DGB-Jugend, die Aufrüstungs-, Spar- und Klima-Politik der Bundesregierung. Auch die SPD wurde teilweise direkt adressiert.

Während in den meisten Städten die Teilnehmerzahl im Vergleich zu den letzten Jahren unverändert war, konnten wir in Jena und Leipzig eine größere Beteiligung beobachten. Darunter waren vor allem junge Menschen, viele davon aus dem linksradikalen bis kommunistischen Spektrum.

In Dresden, Jena und Leipzig gab es Auseinandersetzungen um ein sogenanntes Nationalfahnen-Verbot auf den DGB-Demos. Konkret ging es um Palästina-, Kuba-, Venezuela- und Libanon-Flaggen. In Dresden und Leipzig konnten wir uns gegen diese Einschränkung durchsetzen. In Jena mussten unsere Genossen nachgeben, weil der Rückhalt im Block fehlte – sie weigerten sich aber, die KO-Fahnen einzurollen, was ebenfalls von ihnen gefordert wurde. In diesem Kontext wurden unsere Leute teilweise beschimpft und sogar mit Gewalt bedroht. In Leipzig drohte ein DGB-Ordner unseren Genossen „Schläge“ an, sollten sie die Parole „Alle sagen hier nie wieder – das gilt auch für Palästina!“ weiter rufen. Ganz anders in Duisburg und Frankfurt: Dort stimmten der antiimperialistische beziehungsweise der Palästina-Block ungehindert „From the river to the sea, Palestine will be free!“ an. In Frankfurt war dies letztes Jahr noch vom DGB verboten worden, in NRW wird die Parole von den Behörden bis heute massiv kriminalisiert.

Insgesamt scheint sich die seit Jahrzehnten unangefochtene sozialdemokratische Vorherrschaft auf den DGB-Demos in einer Krise zu befinden, und auch die Zionisten (sogenannte „Antideutsche“) agieren zunehmend hilflos. Zwar hat die Sozialdemokratie die Gewerkschaften weiterhin fest in der Hand und dominiert damit den Kurs die Inhalte und das öffentliche auftreten, was das Bekenntnis zur „deutschen Staatsräson“ (inklusive anti-palästinensischem Rassismus und Unterstützung der zionistischen Apartheid- und Genozid-Politik) mit einschließt. Sie können ihre Zensurmaßnahmen aus den letzten Jahren aber nicht mehr so einfach durchsetzen: Sie scheuen sich davor, zu (allzu) repressiven Mitteln zu greifen, weil sie fürchten müssen, dadurch relevante Teile ihrer Basis abzustoßen, die gegen Aufrüstung, Krieg, Rassismus und Genozid sind. Das zeigte sich in Leipzig bereits im Vorfeld des 1. Mai: Im April war ein internes antikommunistisches und antipalästinensisches Papier des DGB an die Öffentlichkeit geraten, in dem verschiedene linke Organisationen, darunter die KO, in „problematisch“ und „höchst problematisch“ eingeteilt, Symbole kriminalisiert und Repressionsmaßnahmen vorgegeben wurden.2 Die DGB-Führung distanzierte sich nach Bekanntwerden von diesem Dokument.

Iran als Lackmustest

Während wir als Bewegung den Kampf um die Möglichkeit, Palästina auf den DGB-Demos thematisieren zu können, offenbar weitgehend gewonnen haben, hat sich dieses Jahr deutlich gezeigt, dass sich das Ringen um internationalistische und antiimperialistische Positionen im nächsten Schritt an der Iran-Frage entscheidet.

Bemerkenswerter Weise konnten wir auf einigen DGB-Demos relativ problemlos Iran-Fahnen tragen, so etwa in Duisburg und Mannheim. In Duisburg wurde zwar im Nachhinein auf Instagram behauptet, es habe einen „anti-kurdischen rassistischen Angriff“ von „Mullah-Unterstützern“ gegeben. Der Post verschwand allerdings schnell, nachdem kurdische Genossen klargestellt hatten, dass sie Teil eben jenes antiimperialistischen Blocks waren und dass die Frauen, die in dem Video beschuldigt wurden, selbst Kurdinnen sind.

Ein größeres Problem mit den Iran-Fahnen gab es dagegen auf den sogenannten revolutionären 1. Mai-Demos. In Mannheim nahmen unsere Genossen die Fahnen herunter, um Auseinandersetzungen zu vermeiden. In Frankfurt dagegen wurde der Palästina-Iran-Block sogar mit körperlicher Gewalt aus der Demonstration gedrängt. Einen ähnlichen Konflikt gab es offenbar auch in Hamburg.3 Damit setzt sich die Auseinandersetzung um die Iran-Frage fort, die mit dem Regime Change-Versuch Anfang diesen Jahres neu entflammt ist und Spaltungslinien in der kommunistischen und Palästinabewegung offenbart hat.

Sie ist allerdings nur ein konkreter Ausdruck der allgemeinen Auseinandersetzung in der kommunistischen und linken Bewegung in Deutschland, in der es heute großen Teilen nicht gelingt, einen analytischen Begriff von Imperialismus und Antiimperialismus zu entwickeln und danach strategisch und taktisch, statt moralistisch und identitär, zu handeln. Es sei zudem daran erinnert, dass dies nicht das erste Mal war, dass es zu solchen Zwischenfällen kam: Vor drei Jahren wurden unsere Genossen, ebenfalls auf der sogenannten Revolutionären 1. Mai-Demo in Frankfurt, körperlich angegriffen. Damals ging es um ein Transparent mit der Aufschrift „Stoppt den Krieg gegen Russland!“ Kurz darauf, am 8. Mai 2023, kam es auch in Duisburg zu einem ähnlichen Vorfall wegen eines gleich lautenden Transparents.

Klären und kämpfen

Die Aktivierung und Mobilisierung jüngerer und radikalerer Kreise und die von uns beobachteten Risse in der Hegemonie der klassenverräterischen und pro-imperialistischen DGB-Führung geben Hoffnung. Zugleich ist klar, dass es viel mehr braucht, um diese Probleme in eine Führungskrise zu verwandeln und schließlich den Kurs der deutschen Gewerkschaften grundlegend zu ändern. Dazu ist langfristige Arbeit in den Beitrieben und den DGB-Strukturen notwendig. Als KO sind wir dazu derzeit genauso wenig in der Lage, wie der größte Teil der kommunistischen Bewegung in Deutschland. Doch genau dahin müssen wir als Bewegung kommen.

Daneben braucht es aber auch Klarheit in der Frage der Strategie, denn ein größerer Einfluss auf die Arbeitermassen hilft wenig, wenn wir als Kommunisten nicht die richtigen Losungen ausgeben können. Dass nach vier Jahren Krieg gegen Russland, nach zweieinhalb Jahren Genozid in Gaza und nach zwei Angriffskriegen gegen den Iran noch immer große Teile der Kommunisten und der radikalen Linken äquidistante, antirussische, antiislamische und antiiranische – also in der Konsequenz schädliche und dem imperialistischen Klassenfeind in die Hände spielende – Positionen vertreten, zeigt, wie tief die Krise unserer Bewegung ist. Das bestätigt uns darin, dass wir den Kommunistischen Klärungsprozess fortsetzen und vertiefen müssen und dass dieser mit dem praktischen politischen Kampf verbunden sein muss.

  1.  Von ARD über SZ und Handelsblatt bis Springer-Presse. ↩︎
  2. https://www.jungewelt.de/artikel/520914.staatstragende-gewerkschaft-antikommunismus-zum-1-mai.html ↩︎
  3. https://www.instagram.com/hamburgerbuendnispalaestina/p/DX415XRDcXw/  ↩︎

Gewerkschaft heißt: konsequent gegen Krieg, Völkermord und Verarmung!

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Stellungnahme zum 01. Mai 2026

Deutschland soll wieder militärisch mitmischen, und das möglichst schnell: sämtliche Politik der Bundesrepublik ist auf den Kriegskurs des deutschen Imperialismus ausgerichtet. Nach außen bedeutet das Großprojekt Militarisierung aktuell die Beihilfe an der Erdrosselung Kubas und an Krieg, Vertreibung, Besatzung und Genozid in Westasien. Für die Heimatfront heißt das ständig fortschreitende Demontage von sozialen Errungenschaften, immer stärkere Kriminalisierung von Kriegsgegnern wie der Palästina- und Friedensbewegung, die stückweise Schaffung eines Kriegsrechts inklusive der Wehrpflicht, der Aufbau einer Militärindustrie unter Opferung der zivilen, tatsächlich Wert schaffenden Industrie. Die breite Bevölkerung der Bundesrepublik spürt das an allen Ecken – sie sind es, die für den Krieg nicht nur mit ihrem Leben, sondern schon jetzt mit ihrem Lebensstandard bezahlen sollen.

Im Kampf gegen diese Zustände haben Gewerkschaften eine wichtige Rolle: als Ort, an dem sich die Werktätigen für ihre Interessen organisieren, können sie machtvolle Gegenwehr schaffen. Gegenwehr, die viel weitergeht als naive Bitten zu stellen. Mit dem Streik als mächtige Waffe, als Kampfmittel der Arbeiter und als Ausdruck von praktischer Solidarität, kann massiv Druck ausgeübt werden – diesen Druck zu entfalten, ihm Form zu verleihen, ist zentraler Zweck der Gewerkschaften.

Dieser Aufgabe kommen der DGB und die in ihm organisierten Einzelgewerkschaften nicht nach. Im Gegenteil: sie sind geprägt durch eine Gewerkschaftsspitze, die in erster Linie mit dem deutschen Imperialismus kooperiert. Daniela Cavallo, Gesamtbetriebsratsvorsitzende von VW, steht stellvertretend für den Teil des Gewerkschaftsapparats, der machtvolle Positionen innehat, seinem durch die Beschäftigten verliehenem Mandat aber nicht nachkommt. Sie spricht es offen aus: „Ich bin der Meinung, dass Deutschland und Europa unabhängiger werden müssen im Bereich Verteidigung.“ Das ist die Wiederholung der Rechtfertigung des Kapitals zur Militarisierung Deutschlands, und nicht zuletzt zur Arbeitsplatzvernichtung auch bei VW, dass Deutschland sich gegen eine Aggression von Osten verteidigen müsse – und liegt voll in der Logik der „Sozialpartnerschaft“.
Statt an konsequenter Politik für die Arbeiter arbeitet dieser Apparat an der Schaffung von Zustimmung zum Kriegskurs des Kapitals.

Deutlich wird das auch am Aufruf des DGB zum 1. Mai. Die DGB-Führung lässt sich nicht einmal zur Erwähnung von Krieg und Militarisierung hinreißen, sie bleibt bei halbgaren Forderungen stehen die darauf hinauslaufen, dass alles so bleiben soll wie es ist. Dadurch, dass sie die zentrale Ursache für die aktuellen Angriffe auf die Arbeiter verschweigt, disqualifiziert sie sich mit ihrem Aufruf völlig für ihre eigentliche Aufgabe: eine sinnvolle Orientierung zu geben. Sie schürt den Wunschtraum, dass die Militarisierung ohne die Demontage der sozialen und ökonomischen Errungenschaften von Beschäftigten durchgesetzt wird. Und selbst diese Illusion trägt der Aufruf nur als Bitte vor: Die Banken- und Konzernchefs sollen ihren Krieg doch bitte sozial verträglich gestalten! Eine klare Analyse, eine Ablehnung der Rüstungswirtschaft, eine Kampfansage der Werktätigen gegen den Krieg, ja auch nur Anfänge einer Organisierung von Widerstand lässt die Gewerkschaftsführung trotz klarem antimilitaristischen Auftrag aus dem Statut schmerzlich vermissen. Yasmin Fahimi, Vorsitzende des DGBs, fordert andernorts die „Gießkanne“ an Subventionen für das Industriekapital, und die Gewerkschaftsführung macht immer wieder die Kriegsindustrie über die Arbeitsplatzsicherheit schmackhaft – dass die Werktätigen ihr eigenes Grab schaufeln, und am Ende doch nur die Profite der Kapitalisten gesichert werden, verschweigt sie.

Auch die zur Staatsräson erhobene Mittäterschaft der Bundesrepublik an den Verbrechen Israels unterstützt die gewerkschaftliche Führungsriege. Sie und im Verband organisierte Zionisten halten große Stücke auf „die Freundschaft und Solidarität“ (Fahimi) mit der Histadrut, der bedeutendsten israelischen Pseudo-Gewerkschaft. Durch Kooperationen und – vor allem – intensive Lobbyarbeit legitimiert der DGB eine Struktur, die an der Vertreibung der Palästinenser 1948 beteiligt war und bis heute relevanter Teil des Systems der Entrechtung, der ethnischen Segregation palästinensischer Arbeiter in der Westbank ist. In diesem Kontext muss auch die „Handreichung“ des Leipziger DGB gesehen werden: Sie ist Ausdruck der im DGB organisierten Zionisten und Opportunisten, die seit Jahren gegen konsequente Kriegsgegner, Antiimperialisten und Internationalisten vorgehen. Bereits vor zwei Jahren wurde u. a. in Leipzig und Berlin gegen alle vorgegangen, die ihre Solidarität mit Palästina zum Ausdruck brachten. Die Leipziger DGB-Vorsitzende ging sogar soweit, einer Demonstrantin die Palästina-Fahne aus der Hand zu reißen.

Wir müssen um unsere Gewerkschaften kämpfen. Dafür gibt es bereits beachtliche Ansätze. Zahlreiche Kollegen engagieren sich in den Tarifbewegungen für ein gutes Leben, auch über die Kompromissler in den eigenen Reihen hinaus. In der Automobilindustrie wird der Ruf „Nein zur Kriegswirtschaft“ lauter, der zuerst von Metallern bei Ford zu hören war. Kollegen gehen mit Kampagnen wie „Stop Arming Israel“, „Gewerkschafter 4 Gaza“ und „Gewerkschaften gegen Aufrüstung“ hörbar über Bitten an die Kriegstreiber hinaus und organisieren sich, sammeln Unterschriften und bieten Aufklärung. Und die Gewerkschaftsjugend trifft antimilitaristische Beschlüsse wie in Hessen-Thüringen, sie sind in vielen Orten bei den Streiks gegen die Wehrpflicht dabei.

Unsere Aufgabe als Gewerkschafter ist es, diese Initiativen auszubauen und zu unterstützen, wo wir können. Überall, an jedem Posten müssen wir gemeinsam mit den Kollegen lautstark die Grundsätze der Gewerkschaft verteidigen: für Antimilitarismus und Internationalismus! Für einen konsequenten Kampf für unsere Interessen als Arbeiter. Wir lassen uns nicht blenden und nicht ruhig stellen, wir lassen keine Lügen und hohle Erklärungen durchgehen! Wir lassen uns nicht spalten und bleiben solidarisch – gegen die Repressionen, am 1. Mai und darüber hinaus!

Wir müssen unüberhörbar bleiben:

Schluss mit der Rückendeckung für Krieg und Völkermord!

Nein zu Militarisierung und Verarmung!


Stoppt den Krieg gegen Russland!


Freiheit für Palästina!


Hoch die internationale Solidarität!

Kuba unter Druck! – Vortrag und Diskussion mit Marcel Kunzmann

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Wie ist die aktuelle Situation auf Kuba? Wie wirkt sich die Ölblockade der USA konkret aus? Droht eine Niederlage der kubanischen Revolution? Wie ist die Stimmung in der Bevölkerung? Was ist bekannt über mögliche militärische Interventionsszenarien der USA? Und wie kann Kuba darauf reagieren? Wie sind die jüngsten Wirtschaftsreformen einzuordnen? Über das und vieles mehr klärt Marcel Kunzmann in diesem Diskussionsmitschnitt auf.

Marcel Kunzmann hat in Havanna studiert, ist profunder Kenner der Geschichte und Gegenwart Kubas und schreibt darüber seit 2012 regelmäßig auf dem Nachrichtenblog „Cuba heute“ und als freier Journalist für verschiedene Zeitungen und Portale.