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Resolution des Kommunismus Kongresses 2023/Communism Congress 2023

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Alle Informationen zum Kommunimus Kongress 2023 finden sich hier.

The English version of the resolution can be found below.

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Teilnehmer des Kommunismus-Kongresses,
wir haben diesen Kongress organisiert, um einen Beitrag zum Kampf gegen den Imperialismus, gegen die NATO, gegen diese Räuberbande und Schlächter der Menschheit zu leisten.

Wir wollen eine gemeinsame Resolution dieses Kongresses vorschlagen und würden uns freuen, wenn Ihr sie mit Applaus annehmt und unterstützt.

Palästina hat sich erhoben! Palästina schlägt zurück! Der Befreiungskampf des palästinensischen Volks bricht durch! Buchstäblich: Gaza hat seine Gefängnismauern gesprengt! Eine lang ersehnte und notwendige Antwort auf über 100 Jahre Kolonialismus und 75 Jahre Besatzung, Vertreibung und Auslöschung der palästinensischen Nation!

Alle Unterdrückten der Welt und alle Befreiungsbewegungen stehen an der Seite des Widerstands gegen das zionistische Besatzungsregime.

Der Kommunismus-Kongress spricht seine volle Solidarität und Verbundenheit mit dem mutigen und entschlossenen Kampf Palästinas aus! Er ist ein leuchtendes Signal für den weltweiten Kampf gegen die Barbarei und für die Befreiung der Menschheit! Es ist eine historische Notwendigkeit, der aktiv zum Durchbruch verholfen wird: Ganz Palästina wird frei sein! Der zionistische Siedlerkolonialismus wird besiegt werden!

Der Kommunismus-Kongress spricht seine Solidarität mit unserem Referenten und Genossen Zaid Abdulnasser aus, dessen Aufenthalt entzogen werden soll. Unsere Botschaft ist unmissverständlich:  Zaid wird bleiben! Bis Palästina frei ist! Es lebe die palästinensische Befreiungsbewegung — in Palästina und in Deutschland!

Wer den Kampf gegen diese gut organisierten Verbrecher aufnimmt, wer sich den Kriegstreibern der NATO entgegenstellt, muss mit Isolation und Repression rechnen. Der wird lächerlich oder verächtlich gemacht. Wer für die Freiheit der Unterdrückten kämpft, wird von ihren Schergen verfolgt.

Der Kommunismus-Kongress spricht seine Solidarität mit den Kononovich-Brüdern aus, die vom Kiewer Regime als Geiseln genommen wurden und öffentlich mit dem Tode bedroht werden. Wir solidarisieren uns auch mit unserem Genossen und Referenten Alexej Albu, der von den ukrainischen Faschisten aus seiner Heimat vertrieben wurde und dem die europäischen Behörden die Einreise in die EU verweigern. Sie wollen ihn damit zum Schweigen bringen.

Der antifaschistische Kampf gegen die Bandera-Bande, die von den NATO-Staaten finanziert und bewaffnet wird, wird weiter gehen!

In Deutschland sitzen die Gesinnungsrichter preußischer Tradition in den Startlöchern, um alle zu drangsalieren, die nicht in den Kriegschor gegen Russland einstimmen. Die Bundesrepublik zeigt offen, was sie immer war: Das anti-kommunistische Bollwerk in Europa, dem Faschismus entwachsen.

Es sind die Ewiggestrigen kleingeistigen Pickelhaubenträger. Geben wir sie der Lächerlichkeit preis, denn sie sind nichts anderes als lächerliche Gestalten. Sie wollen mit Gewalt verhindern, dass die einfachsten Wahrheiten über die Kriegspläne und Kriegstreiberei der NATO ausgesprochen werden.

Setzen wir ihnen Mut und Entschlossenheit entgegen, das zu sagen, was ist! Es ist die NATO, die Faschismus und Krieg in die Ukraine und viele andere Länder der Welt gebracht hat. Sie ist der Aggressor!

Der Kommunismus-Kongress spricht seine Solidarität mit allen aus, die von der bundesdeutschen Gesinnungsjustiz verfolgt werden, weil sie gegen ihre Kriegstreiberei aufstehen. Stärken wir alle, die der NATO-Propaganda entgegen treten.

Wir rufen dazu auf, die Kampagne der Deutschen Kommunistischen Partei, DKP, gegen den Maulkorb für Kriegsgegner zu unterstützen und gegen den Paragraphen 130 anzukämpfen, der uns den Mund verbieten und einschüchtern soll.

Gestern war der 7. Oktober: Der Gründungstag der Deutschen Demokratischen Republik! Der Staat der deutschen Arbeiterklasse, der gegen den Imperialismus gekämpft hat, der brüderlich mit den Befreiungsbewegungen verbunden war, der den Internationalismus gelebt hat!

Lernen wir von der DDR, nehmen wir diesen Schatz unserer Geschichte für unsere heutigen Kämpfe!

Der Kampf gegen die imperialistischen Unterdrücker ist ein internationaler Kampf, es muss ein gemeinsamer Kampf der unterdrückten Völker und der Arbeiterklasse in den imperialistischen Zentren sein.

Wir wissen, dass die Herrschenden in den Zentren alle Mittel des Terrors und der Vernichtung gegen unsere Genossen in den unterdrückten Ländern anwenden. Viele Freiheitskämpfer fielen ihren Meucheltaten zum Opfer. Und auch heute werden viele verfolgt und mit dem Tode bedroht.

Der Kommunismus-Kongress sendet internationalistische Grüße an alle Kämpfer gegen Kolonialismus, Unterdrückung und Imperialismus.

Es lebe die internationale Solidarität — die Zärtlichkeit der Völker! 

Communism Congress Resolution 2023

Dear comrades, dear participants of the Communism Congress,

we have organized this congress to contribute to the fight against imperialism, against NATO, against this gang of robbers and butchers of humanity. We would like to propose a joint resolution for this congress and would be pleased if you approved and supported it with applause.

Palestine has risen! Palestine strikes back! The liberation struggle of the Palestinian people is breaking through! Literally: Gaza has blown up its prison walls! A long-awaited and necessary response to over 100 years of colonialism and 75 years of occupation, expulsion and extinction of the Palestinian nation! All the oppressed in the world and all liberation movements stand on the side of the resistance against the Zionist occupation regime.

The Communism Congress expresses its full solidarity and attachment to the courageous and determined struggle of Palestine! It is a shining signal for the global fight against barbarism and for the liberation of humanity! It is a historical necessity that is being actively helped to achieve a breakthrough: All of Palestine will be free! Zionist settler colonialism will be defeated!

The Communism Congress expresses its solidarity with our speaker and comrade Zaid Abdulnasser , whose stay is to be revoked. Our message is unmistakable: Zaid will stay! Until Palestine is free! Long live the Palestinian liberation movement – in Palestine and in Germany!

Anyone who takes up the fight against these well-organized criminals and opposes NATO’s warmongers must expect isolation and repression. He is ridiculed or despised. Anyone who fights for the freedom of the oppressed will be persecuted by their minions.

The Communism Congress expresses its solidarity with the Kononovich brothers, who were taken hostage by the Kiev regime and are publicly threatened with death. We also express our solidarity with our comrade and speaker Alexei Albu , who was expelled from his homeland by the Ukrainian fascists and to whom the European authorities are refusing entry into the EU. They want to silence him.

The anti-fascist fight against the Bandera gang, which is financed and armed by the NATO states, will continue!

In Germany, the judges of the Prussian tradition are waiting in the starting blocks to harass everyone who does not join in the war chorus against Russia. The Federal Republic is openly showing what it has always been: the anti-communist bulwark in Europe, which has outgrown fascism.

They are the old-fashioned, small-minded, spiked helmet wearers . Let’s expose them to ridicule,
because they are nothing but ridiculous figures. They want to use force to prevent the simplest truths about NATO’s war plans and warmongering from being spoken. Let us show them courage and determination, to say what is! It is NATO that brought fascism and war to Ukraine and many other countries around the world. She is the aggressor!

The Communism Congress expresses its solidarity with all those who are being persecuted by the Federal German justice system because they stand up against their warmongering. Let us strengthen everyone who opposes NATO propaganda. We call on you to support the campaign of the German Communist Party (DKP) against the muzzle of war opponents and to fight against paragraph 130, which is intended to forbid us from speaking up and intimidate us.

Yesterday was October 7th: the founding day of the German Democratic Republic! The state of the German working class, who fought against imperialism, who was fraternally connected to the liberation movements, who lived internationalism!

Let’s learn from the GDR, let’s use this treasure of our history for our struggles today!

The fight against the imperialist oppressors is an international struggle, it must be a common struggle of the oppressed peoples and the working class in the imperialist centers. We know that those in power in the centers use all means of terror and destruction against our comrades in the oppressed countries. Many freedom fighters fell victim to their assassinations. And even today many are persecuted and threatened with death.

The Communism Congress sends internationalist greetings to all fighters against colonialism, oppression and imperialism.
Long live international solidarity – the tenderness of peoples!

¡Combatir el racismo antimusulmán!

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El siguiente texto es una traducción del comunicado titulado «Antimuslimischen Rassismus bekämpfen!». La siguiente versión en español procede de la página web www.haizeagorriak.wordpress.com.

Agradecemos a los compañeros la traducción y la difusión del texto. Solo hemos introducido una pequeña mejora en un punto y hemos puesto entre comillas el término «islamista radical» al referirnos a Hamás.

Redacción de KO

Durante más de un cuarto de siglo, el discurso de odio islamófobo y los ataques contra los musulmanes han formado parte de la vida cotidiana en Occidente, incluyendo Alemania. Esto no es casualidad. El racismo antimusulmán resulta particularmente útil para quienes ostentan el poder, ya que crea un enemigo tanto «externo» como «interno». Esto permite utilizarlo a nivel nacional (para dividir a la población y erosionar los derechos fundamentales) y en política exterior (para legitimar la guerra). Además, es especialmente compatible con otras formas generalizadas de racismo contra turcos, kurdos, árabes, norteafricanos, libaneses o palestinos.

Guerra en el extranjero, erosión de los derechos fundamentales en el país.

Tras el colapso del bloque socialista en 1991, la OTAN buscó desesperadamente un nuevo «imperio del mal» para justificar el rearme y la guerra. La teoría de Samuel Huntington sobre el «choque de civilizaciones» entre el «Occidente libre» y el «islamismo retrógrado» se lo proporcionó. Desde entonces, los imperialistas han librado numerosas «guerras contra el islamismo» en  Afganistán,  Irán,  Irak,  Yemen, Líbano, Libia,  Malí, Pakistán,  Palestina, Somalia y  Siria, impulsadas principalmente por el petróleo y la geopolítica.

En el ámbito nacional, los musulmanes fueron objeto de sospecha generalizada como potenciales «terroristas». La constante propaganda mediática y política provocó que aproximadamente la mitad de la población alemana mantuviera opiniones islamófobas durante años.1  El Estado utilizó esta infundación de miedo para restringir los derechos fundamentales y ampliar la vigilancia.

División de la clase trabajadora

Especialmente desde la publicación en 2010 de la diatriba racista y antiobrera de Thilo Sarrazin (SPD), «  Alemania se autodestruye»  , la retórica antimusulmana se ha utilizado abiertamente para desviar la atención de las consecuencias sociales de las políticas neoliberales del gobierno: la creciente pobreza y miseria. A la campaña conocida como el «debate Sarrazin» le han seguido numerosos debates racistas y falsos sobre la pobreza, la delincuencia, la migración y el islam.

Este tipo de propaganda racista sirve únicamente para dividir a la clase trabajadora según líneas culturales, religiosas, nacionales y “étnicas”.

Ruleta de imágenes enemigas

Durante mucho tiempo, el racismo en Alemania Occidental se dirigió particularmente contra los trabajadores migrantes turcos. Con la aparición de la imagen del «islam» como enemigo, «los turcos» se convirtieron en «los musulmanes». Esto no significa que el racismo antiturco haya desaparecido. Al contrario, el racismo antimusulmán es sumamente adaptable, como se vio en las campañas contra los norteafricanos tras los atentados de Nochevieja de Colonia (2015) o contra los «clanes» libaneses. 

En Alemania existe un racismo claramente anti-palestino. Este racismo está profundamente influenciado por motivos islamófobos, derivados de la conceptualización del «conflicto palestino» como una guerra religiosa y del enfoque en el grupo «islamista radical» Hamás. Además, este racismo anti-palestino lleva al extremo la idea de que los musulmanes son inherentemente antisemitas.

Además, el racismo antimusulmán afecta no solo a los musulmanes practicantes, sino también a muchas personas que son percibidas como musulmanas simplemente por su apariencia u origen.

Terrorismo islamófobo

Desde al menos 2001, los musulmanes en Occidente han sido objeto de discriminación racial masiva. Además, en Alemania se documentan diariamente más de once ataques antimusulmanes: estos van desde insultos racistas y la profanación de cementerios e instituciones islámicas hasta incendios provocados en mezquitas y agresiones físicas contra musulmanes.2

En 2009,  Marwa El-Sherbini, embarazada, fue  asesinada en un tribunal de Dresde, apuñalada 18 veces delante de su marido y su hijo pequeño, simplemente por llevar velo. Marwa es considerada la primera víctima de racismo explícitamente antimusulmán en Alemania. Antes de ella, los musulmanes en Alemania Occidental eran asesinados principalmente por nazis como «extranjeros» o «turcos», por ejemplo, en los ataques incendiarios de Duisburgo (1984), Mölln (1992) y Solingen (1993), o por la red terrorista NSU (2000-2006). En contraste, los asesinos en masa de Múnich (2016),  Halle (2019) ,  Hanau (2020)  y  Magdeburgo (2024)  también estaban motivados explícitamente por el sentimiento antimusulmán. El terrorismo islamófobo también se ha cobrado numerosas vidas en otros países occidentales: en 2011 en Oslo y Utøya, en 2015 en Chapel Hill (EE. UU.), en 2017 en Londres y Quebec, en 2019 en Christchurch (Nueva Zelanda) y en 2021 en London-Ontario (Canadá). 

Ante todo, las numerosas guerras imperialistas libradas por Occidente en Oriente Medio y partes de África constituyen auténticas masacres antimusulmanas: las cruzadas estadounidenses en Afganistán, Irak, Yemen, Pakistán y Siria, justificadas oficialmente por el 11-S, han costado al menos 4,5 millones de vidas.3 El terrorismo sionista en Palestina, Líbano, Siria e Irán también se justifica oficialmente hoy como una «guerra contra el terrorismo islamista». El racismo antimusulmán es, por lo tanto, una forma de racismo colonial que adopta repetidamente formas genocidas.

Sexismo y racismo colonial

Las mujeres musulmanas que usan velo son víctimas frecuentes de ataques racistas: insultos, empujones, escupitajos e intentos de arrancarles el hiyab forman parte de su día a día en Alemania. Sin embargo, en los medios de comunicación y la política, las mujeres musulmanas son invariablemente retratadas como víctimas de su propia familia, cultura o religión. Al mismo tiempo, a menudo se las considera «culpables» por supuestamente negarse a emanciparse y encarnar el «atraso islámico».

Particularmente insidiosas son las prohibiciones del velo que exigen algunas «feministas» burguesas, y que ya están en vigor en algunos sectores de Alemania. Se trata de prohibiciones profesionales de facto y un ataque masivo a la autodeterminación y la participación social de las mujeres. En lugar de «liberar» a las mujeres musulmanas, se las está forzando a la dependencia y la pobreza.

Además, la obsesión con el velo tiene sus raíces en una tradición colonial: ya en el siglo XIX, cuando las mujeres en Europa aún no tenían derecho al voto, Occidente se presentaba como el «libertador» de las mujeres musulmanas. En Argelia, los colonialistas franceses incluso obligaban a las mujeres a no usar velo en público, una práctica que continúa hoy en Francia con la prohibición del velo y el burkini. El ejército sionista celebra los excesos particularmente repugnantes de este racismo sexualizado, violando a palestinos a diario y exhibiendo en redes sociales la ropa interior de mujeres desplazadas o asesinadas de Gaza.

El ascenso de AfD y compañía.

En política, la «Nueva Derecha» fue la que más se benefició de la agitación islamófoba, sustituyendo en gran medida el antisemitismo por el racismo antimusulmán, al que también pertenece la AfD. Los principales medios de comunicación (especialmente Spiegel, Focus, Stern y la editorial Springer) y los partidos políticos (CDU/CSU, FDP, SPD, Los Verdes) allanaron el camino durante años al consolidar la imagen del islam como el enemigo incluso antes de la aparición de la AfD en 2013.

El racismo antimusulmán también beneficia a aquellos sectores de la derecha que se aferran a su antisemitismo, porque la atención pública se ha desplazado hacia el antisemitismo «islámico» o «relacionado con Israel», desviando así la atención del verdadero antisemitismo de los fascistas. Esto ocurre a pesar de que la gran mayoría de los crímenes antijudíos siguen siendo cometidos por extremistas de derecha.4

División en la lucha antiimperialista

La islamofobia también existe dentro de la izquierda política, a veces de forma más manifiesta, a veces de forma más sutil. El ejemplo más flagrante son los llamados «antialemanes»: sionistas militantes originarios de la izquierda radical, caracterizados por un racismo extremo contra musulmanes y árabes.

Sin embargo, los prejuicios y el chovinismo antirreligioso están muy extendidos incluso entre los izquierdistas antiimperialistas y los comunistas. Se manifiestan, por ejemplo, en la difamación de la resistencia islámica palestina o de Irán, tildándolos de «reaccionarios» o incluso «fascistas», lo que obstaculiza la lucha antiimperialista y por la paz.

¡Combatir el racismo!

Como comunistas, debemos luchar contra todas las formas de racismo y solidarizarnos con todos los afectados. La lucha contra el racismo forma parte de la lucha de clases, porque, como afirmó Malcolm X: no hay capitalismo sin racismo.

Para nosotros, cada ataque contra nuestros hermanos y hermanas musulmanes es un ataque contra toda la clase trabajadora. Debemos repeler con firmeza estos ataques y defender los derechos fundamentales que tanto nos ha costado conseguir —como el derecho al trabajo, el derecho de la mujer a la autodeterminación y la libertad de expresión y de religión— ¡sin peros ni excusas!

¡Basta de discursos de odio antimusulmanes! ¡Combatir el imperialismo! ¡Viva la solidaridad internacional!

  1. https://kompetenznetzwerk-imf.de/ueber-das-kompetenznetzwerk/zahlen-und-fakten/ ↩︎
  2. https://www.claim-organisation.de/aktuelles/news/bundesweites-lagebild-antimuslimischer-rassismus-2025-veroeffentlicht/ ↩︎
  3. Stephanie Savell:  Cómo la muerte sobrevive a la guerra .  El impacto perdurable de las guerras posteriores al 11-S en la salud humana  (15 de mayo de 2023). ↩︎
  4.  https://www.zeit.de/politik/ausland/2023-11/antisemitismus-straftaten-deutschland-frankreich ↩︎

Les accusations d’antisémitisme, une arme du sionisme et de l’impérialisme allemand

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La traduction suivante du déclaration «Antisemitismus-Vorwürfe als Waffe von Zionismus und deutschem Imperialismus» a été réalisée par Supernova – Revue marxiste-léniniste.

Quiconque ose aujourd’hui critiquer Israël en Allemagne s’expose immédiatement au risque d’être diffamé en tant qu’antisémite. Ce type de propagande ne vise pas seulement les personnes qui qualifient l’État sioniste de régime d’apartheid colonialiste et de peuplement, ce qu’il est depuis 1948, ou qui réclament la libération de toute la Palestine, de la mer au fleuve. Elle touche également ceux qui se contentent de critiquer le gouvernement israélien, qui soulignent le racisme profondément enraciné en Israël, qui rejettent le sionisme en tant qu’idéologie, qui parlent d’un « génocide » à Gaza ou qui insistent sur le droit des Palestiniens à la résistance et se solidarisent avec les victimes de la terreur sioniste. Ce type d’attaques n’a pas non plus commencé seulement le 7 octobre 2023. Au contraire, un travail préparatoire de plusieurs années a été mené, ce qui a permis, en RFA, que l’évasion de cette prison à ciel ouvert soit immédiatement présentée par les faiseurs d’opinion allemands comme une sorte de « deuxième Holocauste » et que la réaction génocidaire de Tel-Aviv soit soutenue par 54 % de la population allemande.1

Avant 2023, ces fausses accusations d’antisémitisme visaient de nombreux militants, chercheurs, artistes et acteurs culturels, souvent issus du Tricont et, de manière frappante, souvent juifs. Ainsi, des personnalités telles que Norman Finkelstein, Ilan Pappe, Judith Butler, Moshe Zuckermann, Abraham Melzer ou Evelyn Hecht-Galinski ont déjà dû subir l’accusation – portée le plus souvent par des non-juifs – d’être des « Juifs qui se détestent eux-mêmes » ou des « antisémites juifs ». Il en va de même pour des organisations telles que laVoix juive pour une paix juste. En 2020, le journaliste juif libéral Micha Brumlik a évoqué un « nouveau maccarthysme », comparant ainsi la chasse aux sorcières menée contre les détracteurs d’Israël à la campagne anticommuniste des années 1950 aux États-Unis.2 Nous aussi, en tant que KO, sommes désormais devenus à plusieurs reprises la cible de telles attaques. Ainsi, le – créé par d’anciens nazis et soutenant activement les néonazis – nous a à plusieurs reprises présentés comme un exemple particulièrement « radical » de « positions d’extrême gauche » concernant la Palestine.3 Il ne nous a toutefois pas ouvertement accusés d’antisémitisme. C’est en revanche ce qu’a fait le directeur du mémorial de Buchenwald, Jens-Christian Wagner, qui nous a accusés d’agir de manière « extrêmement antisémite ».4

Le texte qui suit ne prétend pas fournir une analyse exhaustive et théorique du phénomène de l’antisémitisme dans une perspective marxiste. Il vise plutôt à montrer comment l’accusation d’antisémitisme est utilisée comme arme politique par les forces sionistes et d’autres forces bourgeoises, notamment en Allemagne, et à aider à y répondre.

Il est néanmoins nécessaire de préciser brièvement, d’emblée, ce qu’est le véritable antisémitisme, afin de pouvoir reconnaître les fausses accusations d’antisémitisme.

Qu’est-ce que l’antisémitisme ?

L’antisémitisme est l’hostilité envers les Juifs en tant que Juifs. L’antisémitisme moderne, qui se distingue de l’antijudaïsme prémoderne fondé sur la religion, est une forme de racisme : il est apparu avec l’avènement du capitalisme en Europe, le début de la conquête coloniale de l’Amérique (« Conquista ») et l’expulsion des musulmans et des Juifs d’Espagne (« Reconquista ») à partir de la fin du XVe siècle, et s’est « achevé » au XIXe siècle, lorsque la théorie raciale a fait son apparition en Occident et que le terme « antisémitisme » – qui servait alors d’autodésignation positive aux antisémites – a été inventé. Aujourd’hui, après la victoire sur le fascisme allemand et l’effondrement des anciens empires coloniaux, les théories raciales ouvertement affichées sont largement considérées comme discréditées, y compris dans les milieux bourgeois. C’est pourquoi le racisme se manifeste aujourd’hui le plus souvent sous la forme d’un racisme culturel ou d’un « racisme sans races ». Dans le cas de l’antisémitisme, ce sont les éléments culturels, religieux et liés aux mythes du complot, ainsi que les codes et les arguments, qui occupent le devant de la scène.

Le racisme sert d’instrument de domination. Il n’est pas simplement synonyme de préjugés, de peurs ou de « xénophobie ». L’idéologie raciste s’empare bien davantage de ces mécanismes, les popularise, les systématise, les approfondit et les radicalise. Les classes dominantes ont toujours attisé et orienté le racisme selon leurs intérêts : pour diviser leur propre société selon des critères ethniques, nationaux, culturels, linguistiques et/ou religieux, pour détourner l’attention des problèmes ou en dissimuler les véritables causes, et pour légitimer la répression à l’intérieur ou la guerre à l’extérieur. Au cours de l’histoire, l’antisémitisme a rempli toutes ces fonctions. La période du fascisme allemand en est l’exemple le plus extrême et le plus frappant : les Juifs ont été tenus pour responsables tant du « capitalisme avide » que de la « menace communiste » ; ils ont été rabaissés au point de se retrouver encore plus bas que les « Aryens » les plus pauvres et les plus misérables ; leur privation de droits et leur expropriation ont servi de « programme de protection sociale » et d’« ascension sociale » raciste pour la petite bourgeoisie et certaines franges de la classe ouvrière ; et le « bolchevisme juif » était l’ennemi principal contre lequel une guerre coloniale et d’extermination mondiale fut déclenchée pour anéantir l’Union soviétique socialiste.

Le racisme est en outre plus qu’une idéologie : il s’agit d’un rapport de pouvoir et de violence. Il s’agit de discrimination, d’oppression et d’exploitation structurelles et institutionnelles. Cela signifie que les membres de groupes opprimés et discriminés peuvent certes eux-mêmes penser et agir de manière raciste, et qu’il n’est pas rare qu’une sorte de « contre-racisme » émerge en leur sein. Mais ces formes de prise de conscience ne constituent pas des mécanismes d’oppression et ne peuvent donc pas être assimilées au racisme proprement dit.

Et qu’en est-il du contraire ?

Il découle de tout cela que l’assimilation de l’antisionisme à l’antisémitisme est erronée. L’antisionisme en soi ne s’oppose pas aux Juifs en tant que Juifs, mais au sionisme et aux sionistes, que ceux-ci soient d’origine juive, chrétienne, athée ou de toute autre origine. Certes, beaucoup – mais loin d’être tous

– sont également opposés au sionisme, mais l’antisionisme ne découle généralement pas d’une hostilité envers les Juifs, mais exclusivement d’une critique du sionisme en tant qu’idéologie et mouvement raciste, colonialiste, impérialiste et fascisante. Par ailleurs, il y a eu et il existe encore parmi les Juifs des formes d’antisionisme fondées sur des considérations morales ou théologiques. Les premiers antisionistes étaient des Juifs européens et des socialistes révolutionnaires ; plus tard, lorsque le colonialisme sioniste de peuplement a pris pied en Palestine, les Palestiniens opprimés se sont joints à eux, puis leurs frères et sœurs arabes et musulmans.

De même, il est erroné de parler sans cesse d’un « antisémitisme de gauche » ou « arabe », « musulman » ou « antisémitisme lié à Israël » est donc erroné. Ce que l’on appelle « l’antisémitisme lié à Israël » n’est qu’une diffamation de l’antisionisme, présenté comme prétendument antisémite. Divers concepts théoriques ont été élaborés à cette fin. Parmi les plus connus figurent le « test des 3 D » et la définition de l’IHRA.

Le test des 3 D a été développé par l’homme politique israélien de droite Natan Scharanski et vise à démasquer l’« antisémitisme lié à Israël » à l’aide de trois caractéristiques, les « 3 D » : selon ce test, la critique d’Israël serait antisémite lorsqu’elle « diabolise » l’État sioniste, qu’elle le « délégitime » ou qu’elle applique un « deux poids, deux mesures ». 5 Pour Scharanski, le simple fait d’affirmer qu’Israël est un État d’apartheid relève déjà de la « diabolisation » ; quant à la « délégitimation », , il considère déjà comme telle la remise en cause du caractère exclusivement juif de l’État d’Israël.6 Étant donné que l’antisionisme, par définition, refuse toute « légitimité » au régime sioniste, tout antisionisme est considéré comme antisémite selon ce « test ». En matière de double standard, l’ironie réside dans le fait que le régime sioniste, depuis sa constitution en tant qu’État, ne respecte ni les normes du droit international ni celles des droits de l’homme. L’idée selon laquelle Israël ne pourrait prétendument pas être un État colonialiste et d’apartheid raciste, ni commettre de génocide, parce qu’il s’agit d’un « État juif », est également un pseudo-argument largement répandu par les acteurs sionistes et fondé sur le double standard.

La définition de travail de l’Alliance internationale pour la mémoire de l’Holocauste (IHRA), quant à elle, ne comprend que deux phrases qui, en soi, posent peu de problèmes mais sont également peu utiles et ne définissent pas l’antisémitisme ni comme une idéologie raciste ni comme un rapport de force : « L’antisémitisme est une certaine perception des Juifs qui peut s’exprimer par de la haine envers les Juifs. L’antisémitisme s’exprime par des paroles ou des actes dirigés contre des personnes juives ou non juives et/ou leurs biens, ainsi que contre les institutions communautaires juives ou les établissements religieux. » Les onze exemples qui l’accompagnent sont toutefois plus problématiques : sept d’entre eux font référence à l’État d’Israël et l’assimilent de fait aux Juifs – ce qui, selon toutes les définitions de l’antisémitisme – y compris celle de l’IHRA – est en soi antisémite. L’affirmation selon laquelle le régime sioniste serait un projet raciste est ainsi explicitement qualifiée d’antisémite. 7 La définition de l’IHRA n’a pas été élaborée par des universitaires, mais par des États – Israël et ses alliés. En réalité, cette définition et son application font l’objet de vives critiques de la part de divers universitaires. En 2021, une définition a même été publiée sous le nom de « Déclaration de Jérusalem », qui se présente explicitement comme une alternative à la définition de l’IHRA.8 Cette déclaration a été élaborée et signée par de nombreux universitaires, dont des personnalités juives et israéliennes, ainsi que par des chercheurs spécialisés dans l’antisémitisme et le racisme.9

Qui se cache derrière ces fausses accusations ?

La diffamation des Palestiniens, des Arabes et des musulmans, des antifascistes, des internationalistes et des anti-impérialistes en les qualifiant d’« antisémites » n’est ni un dérapage ni un hasard. Derrière tout cela se cachent des calculs politiques et des acteurs concrets. Cela ressort déjà du fait que des concepts tels que le « test des 3 D » et la définition de l’IHRA ont été inventés par des acteurs politiques clairement sionistes ou pro-sionistes.

Ce sont les sionistes qui ont eu et qui ont toujours l’intérêt le plus évident à diffamer les forces antisionistes, c’est-à-dire en premier lieu le mouvement sioniste et l’État d’Israël, mais aussi les États, les groupes financiers et les lobbyistes qui les soutiennent et s’allient à eux. Alors que les sionistes ont longtemps considéré les antisémites comme des alliés objectifs et ont même conclu des alliances et des coopérations réelles avec des acteurs antisémites – y compris les fascistes allemands10 –, la tactique consistant à diffamer les opposants au sionisme en les qualifiant d’« antisémites » n’est apparue qu’à la fin de la Seconde Guerre mondiale : en 1943, le dirigeant sioniste Ben Gourion a accusé les autorités coloniales britanniques d’antisémitisme, ce qui a « marqua le début d’une nouvelle phase de la propagande sioniste ».11 L’antisémitisme, répandu en Europe depuis des siècles, était désormais, aux yeux de l’opinion publique occidentale, indissociable des nazis. Les sionistes tirèrent parti de cette perception : « Désormais, la règle était la suivante : quiconque était antisioniste était antisémite ; quiconque rejetait le nationalisme territorial juif était un nazi. » 12 Cette tactique ne fut toutefois « affinée jusqu’à devenir une véritable forme d’art » qu’après l’agression israélienne de juin 1967, « et ce, d’autant plus que la politique défendue était difficile à justifier. »13 C’est ainsi qu’en 1974, le dirigeant de l’époque de l’organisation sioniste de lobbying Anti-Defamation League (ADL) a forgé le concept de « nouvel antisémitisme », donnant lieu à « un véritable déluge de livres, d’articles et de conférences sur ce “nouvel antisémitisme” ». 14 Dès cette époque, celle-ci visait le mouvement de libération palestinien et arabe, la gauche radicale et, de manière générale, les forces anticolonialistes et antiracistes, tout en relativisant la menace venant de la droite.

À cette instrumentalisation concrète de l’accusation d’antisémitisme comme arme contre des adversaires politiques s’ajoute un niveau plus général : la prétention du sionisme d’être la réponse (unique et légitime) à l’antisémitisme « a rendu nécessaire le « maintien » de l’antisémitisme dans le monde »15 – qu’il s’agisse d’un antisémitisme réel, qu’il ait lui-même été encouragé (par exemple par la collaboration avec des fascistes, l’assimilation d’Israël au judaïsme ou des opérations sous faux pavillon), ou d’un antisémitisme inventé.

Ce n’est pas un hasard si l’Allemagne, précisément, affiche aujourd’hui une orientation particulièrement pro-sioniste et si, dans ce pays, les campagnes de diffamation fondées sur de fausses accusations d’antisémitisme sont extrêmement répandues. Ce fait s’explique bien sûr par le lobbying sioniste et la pression exercée par Israël et les États-Unis, mais c’est loin d’être la seule raison : l’impérialisme de la RFA, avec sa ligne radicalement pro-sioniste, poursuit bien davantage ses propres intérêts. Comme on le sait, la République fédérale a été fondée par d’anciens nazis, tandis que la RDA a été édifiée par des antifascistes et d’anciennes victimes du régime nazi. De ce fait, la RFA a connu dès le départ un problème de légitimité. C’est pourquoi un « accord de réparation » a été conclu avec l’« État juif » proclamé en 1948, accord qui a servi de « certificat de réhabilitation » à l’État des anciens nazis. C’est ainsi que les Juifs européens d’Allemagne de l’Ouest ont été présentés comme le groupe de victimes central, voire parfois le seul, et assimilés à Israël, tandis que les peuples slaves, les Roms et les Sintis, les homosexuels, les Noirs, les communistes et les antifascistes ont été presque totalement occultés, car on continuait à les considérer comme des ennemis, à les discriminer et/ou à les persécuter politiquement.

Cette politique d’autolégitimation s’est même encore intensifiée après l’annexion de la RDA en 1990 et la résurgence de l’impérialisme allemand : Dans les années 1990, la RFA a lancé la première guerre d’agression allemande depuis 1945. Elle a activement soutenu la destruction de la Yougoslavie et a bombardé Belgrade en 1999, sous prétexte que le président yougoslave Milošević était le nouveau « Hitler » et qu’il fallait empêcher un nouvel « Auschwitz » (Joschka Fischer, Les Verts). En réalité, la RFA poursuivait le même objectif que les nazis avant elle, à savoir le démantèlement de la Yougoslavie, et s’appuyait même ouvertement sur les successeurs des collaborateurs nazis (les Ustaša en Croatie et, en partie, l’UÇK au Kosovo). Le soutien inconditionnel à Israël par le biais d’armes, qualifié de « raison d’État allemande » (Angela Merkel, CDU), s’inscrit dans cette lignée : selon les impérialistes allemands, la leçon tirée de la guerre mondiale et de l’Holocauste n’est pas « Plus jamais la guerre, plus jamais Auschwitz ! », comme l’exigeaient les résistants antifascistes et le mouvement pour la paix, mais « Solidarité avec Israël » et « la responsabilité allemande dans le monde ». Le sionisme imposé comme « antifascisme de substitution » est constitutif de la RFA. Grâce à cette idéologie d’État, l’impérialisme allemand parvient à instrumentaliser ses crimes du passé au profit de ses crimes du présent et de l’avenir. En aidant activement « l’État juif » à exterminer les « nouveaux nazis » dans la bande de Gaza, il s’octroie l’absolution nécessaire pour soutenir, dans le même temps, les néonazis qui agissent ouvertement en Ukraine pour tuer des Russes.

Tout cela ne signifie pas que les propagandistes allemands du sionisme – des médias allant de la presse Axel Springerà la taz, des institutions pro-sionistes telles que la Fondation Amadeu Antonio, des lobbyistes pro-israéliens comme Uwe Becker (CDU) ou Volker Beck (Les Verts), des partis allant de l’AfD au Parti de gauche ou encore les soi-disant « anti-Allemands » – ne soient pas souvent eux aussi des militants convaincus, partageant avec enthousiasme les objectifs du régime sioniste et nourrissant une haine et un mépris profonds envers les Arabes, les musulmans et la gauche. Mais ils incarnent aussi une symbiose spécifique entre l’Allemagne, l’impérialisme et le sionisme.

Entre diffamation et inflation

Parce que ce qu’Israël fait – colonialisme, guerre d’agression, occupation, apartheid, spoliation des terres, expulsions, massacres, torture et génocide – est si inacceptable et mérite si clairement d’être condamné, ses représentants et ses partisans se retrouvent face à un gros problème. Ils recourent donc à l’accusation d’antisémitisme, car c’est pour eux le seul moyen de détourner l’attention de ces crimes et de passer moralement à la contre-offensive : ils reprochent tout simplement aux critiques d’être antisémites et de se ranger ainsi aux côtés de ceux qui, autrefois, ont mené des guerres d’agression, pratiqué l’oppression, génocides et les massacres. Mais comme cette accusation est totalement absurde et qu’ils ne peuvent la « justifier » qu’à l’aide des artifices mentionnés plus haut, ils recourent à une ruse de propagande qui, malheureusement, a déjà souvent fait ses preuves au cours de l’histoire : ils ne font que répéter leur accusation encore et encore – dans les parlements, les médias, les écoles, les universités – jusqu’à ce qu’elle devienne une « vérité » officielle.

L’objectif premier de cette campagne d’accusations d’antisémitisme est l’intimidation. Certes, sous le prétexte de l’antisémitisme, des procédures pénales et des perquisitions sont engagées, des associations telles que Samidoun et Palästina Solidarität Duisburg (PSDU) sont interdites, des personnes sont licenciées, se voient refuser ou retirer la nationalité, et des expulsions sont accélérées. Cependant, ces mesures répressives se heurtent encore souvent à des limites, ce qui signifie qu’elles ne fonctionnent généralement que parce qu’elles intimident.

La campagne actuelle en Allemagne dure depuis un peu plus de 15 ans : entre 2009 et 2020, on a dénombré au moins 117 tentatives visant à empêcher la tenue d’événements critiques envers Israël dans une trentaine de villes allemandes.16 Tout a commencé fin 2009 et début 2010 à Munich, lorsque des événements avec Ilan Pappe et Norman Finkelstein n’ont pas pu avoir lieu parce que la ville, le Land, l’Église évangélique, la Fondation Heinrich-Böll(Les Verts) et la Fondation Rosa-Luxemburg (Parti de gauche) avaient refusé de mettre leurs locaux à disposition.17 À Fribourg, l’exposition sur la Nakba en 2010 et une manifestation organisée par Médecins sans frontières sur Gaza en 2012 ont dû être imposées par décision de justice face à l’opposition de la municipalité et de l’université.18 Fin 2010, le ministère israélien des Affaires étrangères a annoncé une campagne de propagande à grande échelle. Les principales ambassades en Europe ont reçu pour instruction d’établir, d’ici mi-janvier 2011, une liste d’au moins 1 000 « alliés » dans leur pays respectif, qui devaient être régulièrement alimentés en informations. Selon Haaretz, il s’agissait principalement de « des membres de la communauté juive locale, des militants d’organisations chrétiennes, des journalistes, des responsables politiques, des intellectuels, des universitaires et des militants d’organisations étudiantes ».19 Le 14 janvier 2011, le Junge Welt constatait : « Un lobby pro-israélien très ramifié et influent s’est établi en République fédérale. (…) Il regroupe des associations germano-israéliennes et judéo-chrétiennes, les « Amis saxons d’Israël » et les « Chrétiens aux côtés d’Israël », une « Gauche pro-sioniste de Francfort » ainsi que de nombreuses autres associations et centres. » 20 Entre 2017 et 2019, « le passage d’une approche au cas par cas visant à autoriser ou à empêcher certaines actions à une condamnation officielle sous forme de décisions institutionnelles » s’est opéré par le biais de plusieurs villes, parlements régionaux et enfin du Bundestag, qui ont tous déclaré que le BDS était antisémite. 21 Depuis lors, un consensus farouchement pro-sioniste s’est imposé dans la quasi-totalité des milieux bourgeois de la RFA. Un durcissement supplémentaire est survenu avec le passage, déclaré comme un « tournant historique », à une restructuration étatique autoritaire totalement ouverte à partir de février 2022 et après l’ébranlement de la normalité impérialiste au Proche-Orient par le soulèvement du 7 octobre 2023.

Le revers de la médaille de cette répétition constante est bien sûr que l’accusation perd de plus en plus de son impact : cela vaut en particulier lorsque sont visées des personnes qui ne font que dénoncer des injustices manifestes. D’un côté, c’est une bonne chose, car l’effet de la propagande s’estompe. D’un autre côté, il est toutefois désastreux que l’accusation d’antisémitisme perde en soi son effet – ce qui complique également la lutte contre le véritable antisémitisme. Il en va de même, au sens strict, pour les leçons tirées du fascisme : lorsque d’énormes crimes contre l’humanité sont commis au nom de ces leçons, ce sont alors les leçons elles-mêmes, voire les crimes contre l’humanité du fascisme, qui sont de plus en plus remis en question. Les dirigeants de la RFA abusent, avec leur « raison d’État », non seulement de la mémoire des crimes fascistes pour commettre leurs propres crimes d’inspiration fasciste, mais ils relativisent également ces crimes fascistes par leurs accusations inflationnistes d’antisémitisme, faisant ainsi le jeu des néofascistes et des négationnistes.

Accusations d’antisémitisme et racisme antimusulman

L’islamologue Kai Hafez écrit : « Il ne fait guère de doute que, au cours des deux derniers millénaires, les Juifs ont pu vivre en bien plus grande sécurité dans le monde musulman qu’en Europe. Alors que dans le monde chrétien, le stéréotype des « assassins du Christ » a longtemps perduré, le judaïsme, en tant que religion du Livre (…), est expressément reconnu dans le Coran. »22 Contrairement à l’Europe chrétienne, avec ses ghettos et ses pogroms, le judaïsme a connu plusieurs périodes de prospérité dans le monde islamique. Cette « tradition judéo-islamique » (Bernhard Lewis) n’a été détruite qu’avec l’irruption du colonialisme européen, sa politique de « diviser pour mieux régner », et plus concrètement avec l’avènement du colonialisme sioniste de peuplement et du nettoyage ethnique de la Palestine. Dans le même temps, l’Occident a exporté vers le monde islamique des stéréotypes antisémites jusque-là inconnus, dont les éléments relevant de la mythologie du complot – contrairement à ceux de nature raciste – ont en partie trouvé un terrain fertile, car ils étaient compatibles avec des expériences réelles de complot : après tout, les masses arabes et musulmanes avaient été trahies à maintes reprises par les puissances coloniales, les sionistes et leurs propres élites. Enfin, les sionistes eux-mêmes se sont donné beaucoup de mal pour estomper la distinction entre Juifs et sionistes, ce qui a été repris par certains de leurs adversaires – en partie sciemment, mais le plus souvent sans doute par manque de nuance ou par ignorance.23

Il est incontestable qu’il existe également parmi les populations musulmanes et arabes des préjugés, voire une hostilité, à l’égard des Juifs.

D’une part, cette hostilité réelle envers les Juifs doit toutefois être comprise dans son contexte social : Israël, qui se définit lui-même comme un « État juif », constitue une menace réelle pour le monde arabe et musulman et plonge ces pays dans la guerre et la terreur depuis près de 80 ans. Dans ce contexte, l’antisémitisme chez les Arabes et les musulmans doit être compris comme une forme de « antiracisme » face au racisme colonial sioniste – ce qui ne signifie pas que nous ne devons pas le combattre et que nous ne devons pas toujours défendre une distinction claire entre sionistes et Juifs ! Cet antisémitisme n’est d’ailleurs pas, en soi, exterminateur, comme on aime à l’affirmer : les préjugés, voire le racisme, n’impliquent pas systématiquement des intentions d’extermination.

D’autre part, l’affirmation maintes fois répétée selon laquelle l’antisémitisme serait plus répandu chez les musulmans et les Arabes qu’auprès des non-musulmans et des personnes d’origine non arabe en Occident n’est pas prouvée : les seules statistiques disponibles proviennent en effet d’acteurs sionistes tels que l’ADL et doivent donc être considérées comme de la propagande.

Mais surtout, tout antisionisme arabe ou musulman est de toute façon taxé d’antisémitisme, quelle que soit sa nuance. L’accusation d’antisémitisme sert avant tout à délégitimer la résistance antisioniste, à diaboliser les Arabes et les musulmans et, par conséquent, à légitimer leur oppression, leur expulsion et leur assassinat. Une manifestation organisée à l’université de Fribourg avec le sioniste Stephan Grigat, dont le titre qualifiait la guerre d’agression contre l’Iran de « critique de l’antisémitisme mise en pratique », a parfaitement résumé la situation.24 Il ne s’agit là que d’une version « académique » de « Antifa signifie raid aérien », un slogan des soi-disants « anti-Allemands ».

Mais même si l’accusation d’« antisémitisme arabe », « musulman » ou « islamique » ne s’accompagne pas d’appels directs à la guerre d’agression et aux massacres ni de leur légitimation, elle est presque toujours raciste. Cela apparaît particulièrement clairement lorsqu’on parle d’« antisémitisme importé », ce qui revient à rejeter le problème de l’hostilité envers les Juifs sur les migrants et à disculper le fascisme allemand, toujours vivant aujourd’hui. Mais surtout, l’accusation d’antisémitisme constitue une légitimation perfide du racisme antimusulman : ce racisme s’appuie généralement sur des arguments culturalistes et prétend que « les musulmans » ou « l’islam » seraient prétendument hostiles aux valeurs libérales occidentales telles que les « Lumières » et la « tolérance ». De ce fait, ce racisme trouve un écho jusqu’au sein même du camp de gauche. L’accusation selon laquelle les musulmans en tant que tels ou l’islam en soi seraient antisémites sert ici à renforcer ce discours. La logique est la suivante : si les musulmans haïssent les Juifs, il est légitime de haïr l’islam.

Accusations d’antisémitisme et anticommunisme

En ce qui concerne la gauche révolutionnaire en général et le mouvement communiste en particulier, il est de notoriété publique que les Juifs ont fait partie de ces forces dès le début et que bon nombre de leurs figures de proue étaient d’origine juive. L’antisémitisme a suscité chez de nombreux Juifs la volonté de venir à bout, une fois pour toutes, de l’exploitation et de l’oppression ; inversement, les communistes ont été les combattants les plus résolus contre l’antisémitisme et le fascisme. Le soutien apporté par la gauche révolutionnaire aux mouvements de libération arabes et palestiniens n’a jamais été en contradiction avec l’antifascisme et le rejet de l’antisémitisme.

Bien sûr, les personnes de gauche ne sont pas non plus à l’abri des modes de pensée et de comportement racistes. Cependant, l’expression « antisémitisme de gauche » ne désigne presque jamais des comportements ou des préjugés antisémites concrets de la part d’acteurs de gauche, mais il s’agit presque toujours d’« antisémitisme lié à Israël » ou encore d’« antisémitisme structurel ». Ce dernier est un concept militant des soi-disants « anti-Allemands » et vise à qualifier une « critique réductrice du capitalisme » d’antisémite en fin de compte. Ce faisant, on ne vise toutefois pas l’« anticapitalisme » de façade des fascistes, mais on attaque comme « structurellement antisémite » toute analyse du capitalisme qui désigne les dirigeants et ceux qui en tirent profit. Ainsi, quiconque parle de « dirigeants », de « capitalistes », d’« oligarques financiers », d’« exploiteurs » ou de « parasites » et qui souhaite renverser la classe capitaliste, on lui reproche de viser en fin de compte les Juifs. L’appel à la révolte des « 99 % » de la population contre les « 1 % » des super-riches est tout simplement assimilé à un appel à l’extermination physique d’une minorité juive. Ainsi, la fausse accusation d’antisémitisme devient une arme contre tout mouvement révolutionnaire.

Il faut en outre rappeler sans cesse que les infractions antisémites, telles que les agressions contre des Juifs, les profanations de synagogues et de tombes, la diffusion de propos antisémites et de symboles fascistes, ou encore la négation ou la relativisation de l’Holocauste, sont encore aujourd’hui en Allemagne principalement le fait de fascistes. 25 Même la hausse massive de l’« antisémitisme de gauche » et de l’« antisémitisme lié à la cause palestinienne » dans les statistiques officielles n’y change rien ; cette hausse s’explique par le fait que des activités et des slogans pro-palestiniens tels que « From the river to the sea, Palestine will be free » sont qualifiés d’« antisémites ». Alors que les autorités allemandes s’attaquent avec une agressivité extrême au mouvement de solidarité avec la Palestine, elles ne se contentent pas de tolérer les agissements antisémites de l’extrême droite. Comme on le sait, au plus tard depuis l’échec de l’interdiction du NPD et l’affaire du NSU, elles sont bien plus profondément impliquées dans les réseaux néofascistes d’organisation et de terrorisme, qu’elles financent et protègent.

Nous ne baisserons pas les bras !

En tant que communistes, internationalistes et antifascistes, nous affirmons clairement notre antisionisme : Nous rejetons le projet sioniste de colonisation par peuplement et soutenons les Palestiniens dans leur lutte pour la libération nationale ainsi que les peuples de la région contre l’impérialisme occidental et le néocolonialisme, dont Israël est l’avant-poste. Nous rejetons catégoriquement toute forme de racisme : nous nous opposons à la division et à l’oppression fondées sur des différences nationales, « ethniques », culturelles, linguistiques ou religieuses. L’antisémitisme est une forme de racisme.

En même temps, en tant que mouvement révolutionnaire, antifasciste, pacifiste et solidaire de la Palestine, nous sommes confrontés à de fausses accusations d’antisémitisme qui visent à nous intimider, à nous discréditer et à nous criminaliser. Ces accusations ont des répercussions profondes au sein même de la gauche allemande. Nous l’avons constaté après le 7 octobre au sein de la Rote Hilfe, dont le comité directeur fédéral a pris ses distances avec Samidoun ; nous le constatons depuis des années au sein du Parti de gauche ; nous le constatons dans certaines franges de la scène antiraciste, au sein de la DFG-VK et de la VVN -BdA. Dernièrement, nous l’avons encore constaté dans les réactions d’une grande partie du mouvement communiste à la campagne Kufiyas à Buchenwald. Nous devons enfin nous opposer à ces attaques de manière résolue et offensive, si nous ne voulons pas nous retrouver encore davantage sur la défensive. Le fait que les dirigeants aient déjà pu s’approprier nos concepts centraux, tels que « antifascisme », « solidarité », « paix » et « gauche », et les dénaturer ainsi complètement, affaiblit la résistance contre le racisme, le fascisme, l’autoritarisme, le réarmement et la guerre, et a notamment favorisé la montée en puissance de forces d’extrême droite comme l’AfD.

Nous ne pourrons passer à la contre-offensive que lorsque nous serons capables de serrer les rangs sur des questions idéologiques fondamentales aussi décisives que l’antifascisme, l’antiracisme et l’anti-impérialisme. Lorsque la solidarité avec la Palestine et l’antisionisme seront à nouveau une évidence au sein de la gauche allemande. Lorsque nous ne croirons plus à leurs faux enseignements ni à leurs aveux de culpabilité hypocrites. Lorsque nous ne nous laisserons plus impressionner par les attaques et la propagande de l’ennemi de classe, lorsque nous leur tiendrons tête et déclarerons avec assurance : « C’est vous, et non nous, qui êtes les fascistes et les bellicistes, les racistes, les antisémites et les génocidaires – hier comme aujourd’hui ! Et nous n’aurons de repos que lorsque vous comparaîtrez devant les juges des peuples !

kommunistische-organisation.de

Suggestions de lecture complémentaire

Georg Auernheimer : Deux formes d’antisémitisme. La raison d’État avant les droits humains universels ?, Papyrossa 2025.

Errol Babacan / Laura Höh : Le racisme anti-palestinien au nom de la critique de l’antisémitisme. Dans : Z. Revue du renouveau marxiste n° 141 de mars 2025. En ligne à l’adresse : http://wp.links-netz.de/?p=911.

Norman G. Finkelstein : L’antisémitisme comme arme politique, Piper 2006.

Wolfgang Gehrcke : Diffamation. La campagne antisémite contre la gauche, Papyrossa 2015.

Gerhard Hanloser (éd.) : Antisémitisme de gauche ?, Mandelbaum 2020.

Gerhard Hanloser : « Antisémitisme de gauche ». Critique d’un concept militant, Mandelbaum 2026.

Claus Ludwig : Antisémite ?! Contre les mythes anti-allemands et la réinterprétation du terme, Manifest 2019.

Abraham Melzer : Les faiseurs d’antisémites. Comment la nouvelle droite empêche toute critique de la politique d’Israël, Westend 2017.

Karin Wetterau : Un nouvel antisémitisme ? À la recherche d’indices dans les abîmes d’une campagne politique, Aisthesis 2020.

Moshe Zuckermann : « Antisémite ! » Une accusation comme instrument de domination, Promedia 2010

Moshe Zuckermann : L’antisémite omniprésent ou La peur des Allemands face au passé, Westend 2018.

  1. Selon l’institut de sondage YouGov, en mai 2025, 14 % des Allemands ont déclaré qu’Israël avait agi correctement, tandis que 40 % ont déclaré qu’Israël avait certes eu le droit d’attaquer militairement Gaza, mais qu’il était « allé trop loin ». (Jon Henley : Le soutien public à Israël en Europe occidentale est au plus bas jamais enregistré par YouGov. Dans : The Guardian (03/06/2025).) ↩︎
  2. Micha Brumlik : « La solidarité avec Israël » comme islamophobie. Formes d’un nouveau maccarthysme. Dans : Wolfgang Benz (éd.) : L’antisémitisme, un sujet controversé. Revendication du pouvoir d’interprétation et intérêts politiques, Metropol 2020, p. 166-181. ↩︎
  3. KO : Quand des partisans du nazisme écrivent sur la solidarité avec la Palestine et l’antisémitisme (16/08/2024). ↩︎
  4. Jung & Naiv : Épisode 761, à partir d’environ 2:57:06. ↩︎
  5. Natan Sharansky : L’antisémitisme en 3D. Dans : Forward (21 janvier 2005). ↩︎
  6. Clemens Heni : « Global Forum for Combating Antisemitism », ministère israélien des Affaires étrangères, Jérusalem, 24-25 février 2008. Dans : PaRDeS – Revue de l’Association pour les études juives e. V. 14 (2008) p. 183. ↩︎
  7. IHRA : Définition de travail de l’antisémitisme. ↩︎
  8. Déclaration de Jérusalem sur l’antisémitisme↩︎
  9. Ibid. ↩︎
  10. Voir Lenni Brenner : Sionisme et fascisme. De la sinistre collaboration entre fascistes et sionistes, Kai Homilius Verlag 2007. ↩︎
  11. Christopher Sykes : Cross Roads to Israel. La Palestine, de Balfour à Bevin, Collings Clear-Type Press 1965, p. 295. ↩︎
  12. Ibid. ↩︎
  13. Noam Chomsky : Le Triangle fatidique. Les États-Unis, Israël et les Palestiniens, Pluto Press 1999 (2e édition), p. 59. ↩︎
  14. Norman G. Finkelstein : L’antisémitisme comme arme politique, Piper 2006, p. 53. ↩︎
  15. Moshe Zuckermann : « Antisémite ! » Une accusation comme instrument de domination, Promedia 2010, p. 14. ↩︎
  16. Arne Andersen : L’apartheid en Israël – un tabou en Allemagne ? Neuer ISP-Verlag 2025 (2e édition), p. 408. ↩︎
  17. Annette Groth / Günter Rath (dir.) : La liberté d’expression menacée ? La liberté d’expression en Allemagne menacée par les campagnes des soi-disant « amis d’Israël », 2017, p. 14. ↩︎
  18. Andersen : L’apartheid en Israël – un tabou en Allemagne ?, p. 410-412. ↩︎
  19. Barak Ravid : Lieberman exhorte les ambassades européennes à faire appel à des « alliés » dans leurs efforts de relations publiques. Dans : Haaretz du 28 novembre 2010. ↩︎
  20. Karin Leukefeld : Le cinquième pouvoir. Dans : Junge Welt (14 janvier 2011). ↩︎
  21. Andersen : L’apartheid en Israël – un tabou en Allemagne ?, p. 20-22, 410. ↩︎
  22. Kai Hafez : Guerre sainte et démocratie. Radicalisme et changement politique : une comparaison entre le monde islamique et l’Occident, Transcript 2009, p. 175. ↩︎
  23. Exposé avec des sources chez Noel Bamen : 15 mythes courants sur le Hamas (06/02/2024). ↩︎
  24. Miriam Bartmann : La guerre d’agression d’Israël comme « critique de l’antisémitisme ». Sur le rôle de l’université de Fribourg. Publié sur Etos.Media (21 mars 2026). ↩︎
  25. Statista : Nombre d’infractions antisémites enregistrées par la police en Allemagne de 2013 à 2023, par motivation(mai 2024). ↩︎

FMP1 erteilt Hausverbot wegen Palästina-Solidarität!

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Stellungnahme vom 28.08.26

Das FMP1, der Veranstaltungsort der an diesem Wochenende stattfindenden UZ-Friedenstage am Franz-Mehring-Platz 1 in Berlin, hat den Infotisch der Kommunistischen Organisation (KO) für die Friedenstage verboten. Warum? Wegen unserer Position zu Palästina.

Das FMP1 erklärt in seinen „Hausregeln” unter anderem, dass sie jegliche Erklärungen von Teilnehmern unterbinden, die „das Existenzrecht des Staates Israel in Frage stellen, einer Zwei-Staaten-Lösung entgegenstehen, den Terror der Hamas oder anderer Gruppierungen gegen Israel und seine Unterstützung durch Organisationen, Netzwerke und Personen in Deutschland verteidigen.”

Nicht die Gewalt und der Völkermord durch die israelische Besatzungsmacht ist für das FMP1 das Problem, sondern der Widerstand eines Volkes gegen ihre genozidale Vernichtungspolitik. Nach fast drei Jahren des Völkermordes in Palästina und Libanon, übertrifft ein vermeintlich linker Veranstaltungsraum noch die Zensurpolitik der Bundesregierung und übernimmt vollständig die Propagandalügen zur Unterstützung für ein genozidales Regime.

Das FMP1 verpflichtet alle Teilnehmer und Nutzer faktisch zur unbedingten Toleranz von Besatzung, Vertreibung und Apartheid durch Israel, denn das war und ist die Existenzgrundlage der zionistischen Siedlerbewegung, die sich konsequent in der Politik der Auslöschung des palästinensischen Volkes niederschlägt. Die Position vom FMP1 versteckt sich im Nebeldunst einer „Staatsräson“, die einer Gesetzesgrundlage in Deutschland oder im internationalen Völkerrecht entbehrt.

Im vorauseilenden Gehorsam übertrifft das FMP1 teilweise sogar die krasse Repression und Zensur, mit der die deutschen Repressionsorgane versuchen, jegliche Solidarität mit Palästina als antisemitisch zu deklarieren und zu verbieten. Eine Position, die sich auf der Seite eines menschenverachtenden Besatzungsregimes stellt, hat keinen Platz innerhalb linker und fortschrittlicher Bewegungen.

Das FMP1 ist nicht links. Das FMP1 stellt sich rechts!

Die Zensur des FMP1 reiht sich ein in die jüngste Repression gegen Palästina-Solidarität in Deutschland. Zuletzt hat das hessische Innenministerium den (aufgelösten) Verein Palästina e.V. verboten. Auch hier soll Solidarität mit dem Widerstand und der Kampf gegen die Siedlerkolonie „Israel“ mundtot gemacht werden. Aber Palästina schweigt nicht. Kämpfen wir gemeinsam gegen Verbote und Zensur zugunsten des Völkermords. Vereinigen wir uns für die Befreiung Palästinas!

Wir fordern die Aufhebung der Repression des FMP1 gegen die Palästina-Solidarität und einen Stopp der faktischen Deckung der siedlerkolonialen Verbrechen Israels!

Wir fordern die offene Thematisierung von Krieg und Völkermord und rufen alle linken Organisationen zur Solidarität auf!

Hoch die internationale Solidarität!

Gegen den »Sumpf«: Lenins Bruch mit dem Opportunismus

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Warum las Lenin Hegel, studierte Hunderte Bücher und Artikel und beschäftigte sich ausführlich mit dem Liberalen John A. Hobson, bevor er seine Imperialismusschrift vollendete? Die Entstehungsgeschichte der Broschüre zeigt, was Lenin unter konkreter Analyse als Voraussetzung revolutionärer Politik verstand.

Von Paul Oswald

Im Juli 1916, vor 110 Jahren, sandte Lenin das Manuskript seiner Imperialismusbroschüre an den Petrograder Verlag Parus. Erst nach der Februarrevolution, im April 1917, sollte Lenins bahnbrechende Studie über den Imperialismus erscheinen.

Innerhalb der revolutionären Arbeiterbewegung bestand seit mehr als einem Jahrzehnt eine heftige Kontroverse über die politische und ökonomische Analyse der neuen, wie Lenin darlegen sollte, revolutionären Epoche. Die praktische Konsequenz dieser ideologischen Auseinandersetzung zeigte sich spätestens mit dem Zusammenbruch der II. Internationale, der Etablierung des politischen Burgfriedens und der Integration der Sozialdemokratie in den imperialistischen Weltkrieg.

Lenin lieferte der Arbeiterbewegung mit seiner Studie über den Imperialismus das entscheidende ideologische Rüstzeug für ihren Kampf. Seine Untersuchung begründete die Notwendigkeit des Bruchs mit der Sozialdemokratie aus den veränderten Bedingungen des Kapitalismus selbst und wurde damit zu einer wichtigen theoretischen Grundlage der Oktoberrevolution und der Herausbildung der III. Internationale.

Lenins Analyse bleibt auch nach über 100 Jahren eine der wohl umstrittensten Schriften des wissenschaftlichen Kommunismus. Dies ist nicht verwunderlich. Wie in »Was tun?« (1902), »Staat und Revolution« (1917) und anderen Arbeiten verbindet Lenin die theoretische Analyse unmittelbar mit den konkreten Kampfbedingungen der Arbeiterbewegung: mit der Bestimmung ihrer Gegner und Verbündeten, ihrer Aufgaben und der Bedingungen revolutionärer Politik. Gerade deshalb ist die Auseinandersetzung um Lenin immer auch eine Auseinandersetzung um politische Schlussfolgerungen. Für den Opportunismus ist es von größter Bedeutung, diese konkrete Untersuchung zu verzerren und damit die Arbeiterbewegung in ihrem Kampf fehlzuleiten.

Das Wiederentflammen der Imperialismusdebatte, spätestens seit dem Ausbruch des Ukrainekriegs, hat eine Tendenz zur Verflachung und Dogmatisierung befördert. Schnell sind einzelne, aus dem Kontext gerissene Zitate aus der Imperialismusschrift parat, um den Gegner des Opportunismus zu überführen. Dieser weitverbreitete Katechismus und seine bekannten Kanzelprediger, die davor warnen, ihre heiligen Worte zu hinterfragen, führen dazu, dass heute weder eine systematische Beschäftigung mit Lenins Studien noch ernsthafte Versuche zu erkennen sind, diese Erfahrungen für die Gegenwart nutzbar zu machen.

Im Durchbrechen des »kommunistischen« Katechismus sah Lenin eine der zentralen politischen Aufgaben seiner Zeit. Auch heute bleibt dies eine der entscheidenden Aufgaben, und sie wird es so lange bleiben, wie es Klassen und Klassenkampf gibt.

Mit Blick auf den Lenin-Katechismus in der Imperialismusfrage besteht ein erster wichtiger Schritt darin, die Frage zu stellen, warum Lenin überhaupt an seiner Studie gearbeitet hat – hier setzt der folgende Artikel an. In einem weiteren Schritt könnte der Blick auf den damaligen Diskussionsstand innerhalb der Arbeiterbewegung erweitert werden, um anschließend zu überprüfen, worin Lenins genauer Argumentationsgang bestand und wie dieser vor dem Hintergrund seiner konkreten Kampfsituation zu verstehen ist – bzw. eben nicht zu verstehen ist. Eine solche Wiederaneignung von Lenins Imperialismusanalyse kann jedoch nicht die Aufgabe Einzelner sein, sondern bleibt eine kollektive Aufgabenstellung der kommunistischen Bewegung.

Ein politischer Auftrag

1915 gründete Maxim Gorki gemeinsam mit dem Verleger Alexander Trichonow und Iwan Ladyschnikow den Verlag Parus (Das Segel). Gorki knüpfte an eine Idee aus dem Jahr 1911 an und schlug eine Reihe mit dem Titel »Europa vor und während des Kriegs« vor, die als Anklageschrift gegen den Kapitalismus angelegt werden sollte. Die Publikationsreihe sollte den Ersten Weltkrieg und seine Hintergründe aus der Perspektive der verschiedenen Länder beleuchten. Lenins zugesagte Auftragsarbeit für die Reihe bot ihm politisch die Möglichkeit, erstmals legal und umfassend seine imperialismustheoretischen Überlegungen der russischen Arbeiterklasse darzulegen. Gorkis Publikationsreihe geriet ins Stocken. Außer Lenins Imperialismusschrift sind von der initiierten Publikationsreihe im Parus Verlag lediglich die Studien von Pawlowitsch über Asien und von Cheraskow über England publiziert worden.

Im Januar 1916 begann Lenin, an der Broschüre zu schreiben. Ab April 1916 stand er unter zunehmendem Zeitdruck durch den Verlag, die Broschüre endlich fertigzustellen. Im Mai und Juni 1916 konzentrierte sich Lenin ausschließlich auf die Fertigstellung, was ihm im Juni 1916 gelang – allerdings nicht in der vereinbarten Länge. Ein Jahr nach der Manuskripteinreichung, im August 1917, wurde Lenins Broschüre veröffentlicht, mit einer Auflage von 15.000 Exemplaren, die schnell vergriffen waren.i

Lenin liest Hegel

Lenins intensiver Forschung über den Imperialismus und der Erarbeitung einer strategischen Orientierung ging nach Beginn des Ersten Weltkriegs ein Studium der klassischen deutschen Philosophie voraus. Zwischen September 1914 und Mai 1915 studierte Lenin u. a. Ludwig Feuerbachs »Darstellung, Entwicklung und Kritik der Leibnizschen Philosophie«, Hegels »Wissenschaft der Logik«, unter Berücksichtigung der »Logik« in Hegels »Enzyklopädie«, Hegels »Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie«, Hegels »Vorlesungen über die Philosophie der Weltgeschichte«. Hinzu kam umfangreiche Sekundärliteratur. Lenins umfängliches Studium schlug sich in einer Vielzahl von Exzerpten und kommentierten Anmerkungen nieder, die als »Philosophische Hefte« im Band 38 der Lenin-Werke veröffentlicht wurden.

Der damals 44-jährige Lenin absolvierte in drei Vierteljahren ein umfassendes philosophisches Programm. Für Lenin bestand offensichtlich ein Zusammenhang zwischen dem theoretischen Rüstzeug der sozialdemokratischen Parteien der II. Internationale und ihrem Verrat im Zuge des Ersten Weltkriegs. Sie hatten die wissenschaftlichen Grundlagen der marxistischen Theorie verdrängt. Lenins Anliegen bestand darin, diese wissenschaftliche Grundlage wieder in Erinnerung zu rufen, um dadurch die marxistische Theorie zurück zu einem politischen Instrument des Klassenkampfs zu entwickeln.

Lenins intensiver Hegel-Lektüre ging eine Marx-Lektüre voraus. Im September 1913 erschien eine vierbändige Auswahl des Briefwechsels zwischen Marx und Engels. Lenin arbeitete diese Bände in kurzer Zeit durch. Seine Anmerkungen zu dem Briefwechsel bezogen sich zu einem Viertel auf die Frage der Philosophie und der Dialektik, wobei die hegelsche »Logik« und Marx’ Auseinandersetzung im »Kapital« im Mittelpunkt standen. Indem Lenin die Briefe gegen die revisionistische Interpretation Bernsteins wandte, entdeckte er die Bedeutung Hegels für die marxsche Theorie.

Die vieldeutigen Metaphern aus dem Nachwort der zweiten Auflage des »Kapitals« sowie Engels’ Rede von dem auf den Kopf gestellten Materialismus Hegels sorgten bei Lenins Hegel-Lektüre anfänglich für ein Aschenputtel-Prinzip: die »schlechten« Passagen werden getilgt, die »guten« werden notiert. Im weiteren Verlauf seiner Lektüre ersetzte Lenin dieses Verfahren durch eine kritische Rekonstruktion und Aneignung. Je weiter sich Lenin durch die »subjektive Logik« Hegels arbeitete, desto umfangreicher wurden seine Exzerpte und Anmerkungen. Über die Hälfte Lenins Notizen beziehen sich auf die »Lehre vom Begriff«, von denen sich fast zwei Drittel auf den Abschnitt über die Idee beziehen. Lenin identifizierte das Kapitel über die absolute Idee als den eigentlichen »Kern« der »Wissenschaft der Logik«.ii

Gegen den »Sumpf«

Das Ergebnis von Lenins Hegel-Lektüre ist die Niederschrift von Merkposten, worauf es nach Lenin beim Gebrauch der dialektischen Methode ankommt. Sie finden sich innerhalb von Lenins Notizen und Anmerkungen zur »Wissenschaft der Logik« in 16 »Elementen der Dialektik«, die Lenin im Zusammenhang mit Hegels Darstellung der absoluten Idee als absoluter Methode niederschrieb.iii Zu finden sind sie auch in dem Fragment »Zur Frage der Dialektik«, in dem Lenin versuchte, seine Ergebnisse zu verdichten.iv

Der Zusammenhang von Lenins Dialektik-Studium und seiner Ausarbeitung der Imperialismusanalyse ist einerseits durch den zeitlichen Zusammenhang sowie eine Reihe philosophischer Notizen in den »Heften zum Imperialismus« belegt. Die Bedeutung der methodischen Auseinandersetzung wird auch daran ersichtlich, dass alle marxistischen wie nichtmarxistischen Autoren ihre Arbeiten auf demselben Tatsachenmaterial stützten, um den Imperialismus zu erklären, und dabei zu vollkommen unterschiedlichen Definitionen kamen. Lenin hatte die Methode der konkreten Analyse als eine Vereinigung von Totalität und Entwicklung bestimmt.v

In Lenins »Heften zum Imperialismus« findet sich ein »Entwurf zu einem Artikel über den Kampf gegen den ‚Sumpf‘ (Notizen über das Kautskyanertum)«. Dort ist zu lesen: »Eklektik statt Dialektik. ‚Mittelding‘: ‚Versöhnung‘ der Extreme, keine klare, bestimmte, eindeutige Schlussfolgerung, Schwankungen. Versöhnung und Abstumpfung der Klassengegensätze in Worten, während sie sich in Wirklichkeit verschärfen.«vi Lenin charakterisiert hier das Kautskyanertum, als eine der damals wichtigsten opportunistischen Strömungen innerhalb der Sozialdemokratie, an dieser Stelle methodologisch.

Methodologische Unklarheiten waren zu diesem Zeitpunkt weit verbreitet, etwa der Austromarxismus, der einen »Marxismus ohne Hegel« begründen wollte. Georgi Plechanow, der nach Engels’ Tod zur philosophischen Autorität unter den Kommunisten wurde, legte vor allem Wert auf die Kontinuität der materialistischen Tradition im Marxismus, behandelte Hegel jedoch nur am Rande. Karl Kautsky schrieb davon, dass Philosophie nie seine Stärke war und dass, auch wenn er auf dem Standpunkt des dialektischen Materialismus stehe, er doch daran glaube, »der ökonomische und historische Standpunkt von Marx und Engels zur Not auch mit dem Neukantianismus vereinbar ist«. Bereits Engels bemerkte, dass es, »um die Sache beim Namen zu nennen, […] weder Kautskys noch Bernsteins Sache« gewesen sei, sich auf Hegel einzulassen. Bernstein selbst ging noch weit über Kautsky hinaus und bezeichnete den Hegelianismus als etwas Schlechtes, was er darin begründet sah, dass Hegel für die revolutionäre Seite des Marxismus verantwortlich sei. 1899 warnte Bernstein in seinem Buch »Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie« vor den »logischen Purzelbäume[n] des Hegelianismus«, mit denen man »im Sumpf« lande. Weiter heißt es dort, dass das, was »Marx und Engels Großes geleistet haben, […] sie nicht vermöge der Hegelschen Dialektik, sondern trotz ihrer geleistet« hätten. Bernsteins Buch veranlasste sogar Kautsky zu einer Verteidigung des Hegelianismus, wenn auch in einer verkürzten Form.vii

Im Mai 1920 erschien Bucharins Schrift »Ökonomik der Transformationsperiode«. Lenin rezensierte Bucharins Arbeit und fasste am Schluss seine Kritik an den philosophischen Grundlagen Bucharins zusammen. Lenin wirft Bucharin Eklektizismus vor, da Bucharin den dialektischen Materialismus mit der Organisationssoziologie Bogdanows verquickt habe. Lenin sah darin die Begründung, weshalb Bucharin sehr häufig in eine dem dialektischen Materialismus widersprechende Begriffsscholastik verfiel.viii

Die empirische Basis

Mit den »Heften zum Imperialismus« findet sich in den Lenin-Werken seine vollständige Forschungsarbeit über den Imperialismus. Die 21 Notizbücher sind ein anschauliches Beispiel dafür, welches umfangreiche Studium Lenin betrieb, um seine Broschüre vorzubereiten. Mit rund 800 Druckseiten sind seine Studien über den Imperialismus in einem ähnlichen Umfang wie sein vorhergegangenes intensives philosophisches Studium. Lenin studierte die bisherige bürgerliche und marxistische Literatur über den Imperialismus. Seine Hefte enthalten Auszüge und Statistiken aus 148 Büchern, Broschüren, Dissertationen und statistischen Sammelbänden sowie 232 Artikel aus 49 Zeitschriften und Zeitungen. Lenin las lediglich zwei der Bücher in russischer Übersetzung. Unter den Büchern waren 106 auf Deutsch, 23 auf Französisch und 17 auf Englisch.ix Somit kann gesagt werden, dass sich Lenin nach seiner intensiven methodologischen Beschäftigung auf den wissenschaftlichen Stand der Forschung über den Imperialismus brachte.

1915 begann Lenin seine unmittelbaren Vorarbeiten für seine Broschüre in Bern. Als Lenin Mitte Januar 1916 mit der eigentlichen Arbeit an der Imperialismusstudie begann, war die Mehrzahl der 21 »Hefte zum Imperialismus« bereits fertiggestellt. Da ihm zu diesem Zeitpunkt das vorliegende Material noch nicht ausreichte, begann er 1916, ein neues Heft anzulegen, und vervollständigte drei bereits bestehende. Die Hefte Alpha, Beta, Gamma und Theta wurden bei der Erarbeitung des Manuskripts besonders intensiv genutzt und bilden die Hauptquelle für Lenins Untersuchung.x

Das Heft Beta (β), dessen letzte Einträge Anfang 1916 in Zürich entstanden, ist Lenins umfangreichstes Heft, aus dem er die meisten Zitate für seine Broschüre übernahm. Es enthält Exzerpte und bibliographische Angaben von 131 Titeln, überwiegend zum Thema Banken. In seiner Imperialismusschrift zitiert Lenin 26 Werke, zu denen er in diesem Heft Auszüge notierte. Das Heft Gamma (γ) kann auf September 1915 und April 1916 datiert werden. Es enthält Angaben und Auszüge von 196 Titeln zu sehr unterschiedlichen Themen: französisches Finanzwesen, Kolonialpolitik, Einzelstudien zum amerikanischen, deutschen, englischen und französischen Imperialismus sowie zur Militärfrage und zum Krieg. Von den im Heft Gamma analysierten Titeln werden elf in der Imperialismusschrift zitiert.xi

Ein unerwarteter Verbündeter

Das mit weitem Abstand umfangreichste Konspekt in den »Heften zum Imperialismus« stellen Lenins Aufzeichnungen zu dem 1902 erschienenen Buch »Der Imperialismus« des linksliberalen John A. Hobson dar.

Der Kriegsberichterstatter des »Manchester Guardian«, John A. Hobson, begleitete den blutigen Burenkrieg 1899–1902. Hobson wollte seine Kritik an diesem Waffengang theoretisch fundieren. Er rechnete radikal mit dem Imperialismus ab.xii Im März 1915 entstand das Heft Chi, in dem Lenin sein Konspekt zu Hobsons »Imperialismus« anfertigte. Lenin schätzte den englischen Sozialreformer seit vielen Jahren. Bereits 1898 hatte Lenin die russische Übersetzung von Hobsons Werk »Evolution of modern capitalism« (London 1894) rezensiert. Lenin bemühte sich später, Hobsons Hauptwerk zu übersetzen. Lenins besonderes Interesse galt dem durch Hobson in seinen verschiedenen Ausformungen aufgedeckten »Parasitismus des Imperialismus«.xiii

Hobson stellt ausgehend von konkreten Daten die Kolonialpolitik ihrem Wesen nach als eine Politik der Ausbeutung der Mehrheit der Menschen durch eine kleine Gruppe von Großkapitalisten dar. Durch die Aneignung riesiger Kolonialprofite verwandelt sich die Bourgeoisie in eine parasitäre Klasse. Eine Kolonialpapiere besitzende Rentnerschicht entstand, und die imperialistischen Großmächte verwandelten sich in Rentnerstaaten. Hobson analysierte damit bereits 1902 treffend den Parasitismus und die Fäulnis der kapitalistischen Produktionsverhältnissexiv und übertraf damit viele Sozialdemokraten wie etwa Kautsky oder Hilferding – wie Lenin mehrfach in seiner Broschüre betont.

Hobsons »Imperialismus« sowie der Briefwechsel von Marx und Engels lieferten Lenin die entscheidenden Hinweise, anhand derer er die Entstehung der Arbeiteraristokratie – einer Schicht der Arbeiterklasse, die ebenfalls von der parasitären Kolonialpolitik profitiert – als Basis des Opportunismus wissenschaftlich herleitet. Damit erhält er den Schlüssel für die Charakterisierung des Imperialismus als Hülle des Kapitalismus, die unvermeidlich in Fäulnis übergeht, wenn ihre Beseitigung künstlich verzögert wird, die sich nach Lenin lange in diesem Fäulniszustand halten kann »wenn schlimmstenfalls die Gesundung von dem opportunistischen Geschwür auf sich warten lassen sollte«, aber unvermeidlich beseitigt werden wird.xv

Hobsons wird zu einer der wichtigsten Quellen Lenins im Kampf gegen Kautsky und das Kautskyanertum. Zur ökonomischen Falschheit von Kautskys Definition des Imperialismus schreibt Lenin, dass die Besonderheit des Imperialismus nicht die Herrschaft des Industrie-, sondern des Finanzkapitals sei, das nicht nur Agrarländer, sondern beliebige Länder annektiere. Kautsky trennt den Monopolismus in der Politik von dem Monopolismus in der Ökonomie, um dem plattesten bürgerlichen Reformismus wie »Abrüstung«, »Ultraimperialismus« usw. den Weg zu ebnen. Lenin fährt fort, dass die Verlogenheit Kautskys darin bestehe, dass er über Englands Kolonialmonopol schweige, obwohl bereits Engels vor über 34 Jahren genau auf dieses Monopol hingewiesen habe. Denn wenn das Industriemonopol Englands zerstört ist, so ist das Kolonialmonopol nach Lenin nicht nur geblieben, sondern hat sich verstärkt, da die ganze Erde bereits aufgeteilt ist. Durch dieses Verschweigen schmuggelt Kautsky den bürgerlich-pazifistischen Gedanken ein, »dass es nichts gebe, worum Krieg zu führen wäre«. Das Gegenteil ist der Fall, denn die Kapitalisten müssen Krieg führen, da ohne eine gewaltsame Neuverteilung der Kolonien »die neuen imperialistischen Länder nicht die Privilegien erlangen können«, die die alten Mächte genießen. Die englische Monopolstellung liefert für Lenin die Erklärung für den zeitweiligen Sieg des Opportunismus in England, da durch das Monopol Extraprofite erzielt werden, mit denen die Bourgeoisie ihre Arbeiterklasse besticht, um eine Art Bündnis der Arbeiter der betreffenden Nation mit ihren Kapitalisten gegen die übrigen Länder zu schaffen.xvi

Perspektive der Revolution

Lenins Hervorhebung des Klassenkampfes in seiner Definition ist eine wichtige Trennungslinie zu anderen Sozialdemokraten zu dieser Zeit. Sieht man von Rosa Luxemburg ab, zeigt sich, dass Hilferding und Kautsky den Anspruch vertraten, eine »objektive« Erklärung des Imperialismus zu liefern, die sich lediglich auf der Ebene der Beschreibung und Analyse ökonomischer und politischer Phänomene bewegt, ohne dabei die Bedeutung und die Aufgaben des Klassenkampfes aufdecken zu wollen.xvii

Lenins theoretische und praktische Leistung besteht in der Erarbeitung einer revolutionären und wissenschaftlich begründeten strategischen Orientierung in einer Kampfetappe, in welcher die Opportunisten die Oberhand innerhalb der internationalen Arbeiterbewegung erlangten und die Revisionisten alle entscheidenden Fragen des wissenschaftlichen Kommunismus zersetzten (die Frage der wissenschaftlichen Methode, die Frage der strategischen Orientierung und der Revolution usw.). Lenin rettete die Wissenschaftlichkeit in einer Zeit großer Verwerfungen und ideologischer Verwirrung und schuf eine programmatische Grundlage für die Vereinigung der revolutionären Elemente der internationalen Arbeiterbewegung.


i Hedeler, Wladislaw; Külow, Volker (2016): Die Entstehung und Veröffentlichung von Lenins Werk »Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus«. In: Wladislaw Hedeler und Volker Külow (Hg.): Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus. Gemeinverständlicher Abriss. Berlin: Verlag 8. Mai, S. 222 ff.; S. 228 f.; S. 247 ff.; S. 276

ii Arndt, Andreas (2023): Hegel in Marx. Studien zur dialektischen Kritik und zur Theorie der Befreiung. Dietz Verlag, S. 221 f.; S. 225 ff.

iii Lenin, Wladimir Iljitsch (1964a): Konspekt zu Hegels „Wissenschaft der Logik“. In: Wladimir Iljitsch Lenin (Hg.): Lenin-Werke. Band 38. Berlin: Dietz Verlag, S. 212 ff.

iv Lenin, Wladimir Iljitsch (1964b): Zur Frage der Dialektik. In: Wladimir Iljitsch Lenin (Hg.): Lenin-Werke. Band 38. Berlin: Dietz Verlag, S. 338–344

v Arndt, Andreas (1982): Lenin – Politik und Philosophie. Zur Entwicklung einer Konzeption materialistischer Dialektik. Germinal Verlag, S. 282; S. 298

vi Lenin, Wladimir Iljitsch (1972): Entwurf zu einem Artikel über den Kampf gegen den „Sumpf“ (Notizen über das Kautskyanertum). In: Wladimir Iljitsch Lenin (Hg.): Lenin Werke. Band 39. Berlin: Dietz Verlag, S. 5

vii Arndt: Hegel in Marx, S. 223 ff.

viii Lenin, Wladimir Iljitsch (1981): Bemerkungen zu Bucharins „Ökonomik der Übergangsperiode“. Frankfurt Main u.a.: VTK

ix Lemmnitz, Alfred (1983): Einführung in Lenins Schrift „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“. 4. überarbeitete Auflage. Berlin: Dietz Verlag, S. 13 f.

x Hedeler und Külow: Die Entstehung und Veröffentlichung von Lenins Werk »Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, S. 259

xi Ebd., 260 ff.

xii Bollinger, Stefan (2004): Imperialismustheorien. Historische Grundlagen für eine aktuelle Kritik. Wien: Promedia Verlag, S. 47

xiii Hedeler und Külow: Die Entstehung und Veröffentlichung von Lenins Werk »Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, S. 255

xiv Lemmnitz: Einführung in Lenins Schrift „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“, S. 34

xv Lenin, Wladimir Iljitsch (1974): Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus. Gemeinverständlicher Abriß. In: Wladimir Iljitsch Lenin (Hg.): Lenin-Werke. Band 22. Berlin: Dietz Verlag, S. 308

xvi Lenin, Wladimir Iljitsch (1972): Der Imperialismus und die Spaltung des Sozialismus. In: Wladimir Iljitsch Lenin (Hg.): Lenin-Werke. Band 23: Dietz Verlag, S. 104; S. 111 f.

xvii Arndt: Lenin – Politik und Philosophie, S. 293

Solidarität lässt sich nicht verbieten: Gegen die Kriminalisierung der Palästina-Bewegung in Frankfurt!

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Wir spiegeln im Folgenden die Erklärung des bundesweiten Kufiya Netzwerks zum vom Innenministerium Hessens gestern vollzogenen Vereinsverbot des bereits seit fast zwei Jahren aufgelösten Palästina e. V.

Gestern wurden wieder einmal Razzien gegen Palästina-Aktive in Frankfurt am Main und Mannheim durchgeführt. Offiziell ging es dabei darum, den Verein Palästina e. V. zu zerschlagen. Die Wahrheit ist aber: Palästina e. V. hat sich selbst schon im November 2024 aufgelöst. Die Razzien und das Verbot von Palästina e. V. dienen in Wirklichkeit der Kriminalisierung der gesamten Palästinasolidaritätsbewegung in Frankfurt und Umgebung. Es handelt sich um einen schäbigen Trick der Repressionsbehörden!

Als Kufiya-Netzwerk haben wir uns den Kampf für die Befreiung Palästinas und für die Verteidigung der demokratischen Grundrechte in Deutschland zur Aufgabe gemacht. Als bundesweites Kufiya-Netzwerk wurden wir auf Initiative vieler Aktivistinnen und Aktivsten gerade auch aus Frankfurt gegründet. Daher stehen wir fest an der Seite der von den Razzien Betroffenen und wir sehen das Verbot als einen unmittelbaren Angriff auf uns als Netzwerk und auf unsere gesamte Bewegung!

Aber die Solidarität mit Palästina lässt sich nicht verbieten – nicht in Frankfurt, nicht bundesweit!

Wir rufen alle auf, sich solidarisch mit den Betroffenen zu zeigen! Wir rufen alle auf, sich an den Protesten gegen das Verbot zu beteiligen und selber Solidaritätskundgebungen zu organisieren!

Weg mit dem Verbot von Palästina e. V. – stoppt die Vereinsverbote gegen Palästina-Solidarität!

Freiheit für Palästina – Demokratie für Deutschland!

Hoch die internationale Solidarität!

Building the Vanguard Party – Interview Series with the CPM-K

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Two of our comrades participated in the Pan-Africanism Summit Against Imperialism (PASAI) in Nairobi on May 11 and 12, which took place as a counter-event to the “Africa Forward Summit” initiated by France. There, they witnessed the extreme repression of the Ruto regime, which detained several international PASAI participants for over 65 hours without charge. The comrades also attended a trial against the General Secretary of the Communist Party Marxist–Kenya (CPM-K), Booker Omole, who was brutally arrested by the authorities in early March and tortured while in custody.

In this series of interviews, we are publishing conversations with representatives of the CPM-K, in which we spoke with them about party-building, the communists’ struggle against repression, revolutionary work in universities and workplaces, and much more.

Der Aufbau der Avantgarde Partei in Kenia – Interviewreihe mit der CPM-K

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Zwei Genossinnen von uns haben am 11. und 12. Mai am Pan-Africanism Summit Against Imperialism (PASAI) in Nairobi teilgenommen, der als Gegenveranstaltung zu dem von Frankreich initiierten „Africa Forward-Gipfel“ stattfand. Ebenso nahmen die Genossinnen an einem Prozess gegen den Generalsekretär der Communist Party Marxist – Kenya (CPM-K), Booker Omole, teil, der Anfang März von den Behörden festgenommen und gefoltert wurde.

In dieser Interviewreihe veröffentlichen wir Gespräche mit Vertretern der CPM-K, in denen wir mit ihnen über den Parteiaufbau, den Kampf der Kommunisten gegen Repressionen, die revolutionäre Arbeit in Universitäten, Betrieben, und vieles mehr gesprochen haben.

90 años de la Guerra Civil Española: lecciones para la lucha de hoy

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90 años de la Guerra Civil Española: lecciones para la lucha de hoy

El 17 de julio de 1936, hace noventa años, el golpe de Estado de los militares reaccionarios contra la Segunda República dio comienzo a una guerra de casi tres años que decidiría el futuro de España. Para numerosos historiadores, esta guerra constituyó el «ensayo general» – e incluso la «primera batalla» – de la Segunda Guerra Mundial. Fue en España donde, por primera vez, se enfrentaron abiertamente el fascismo y el antifascismo internacionales: de un lado, las fuerzas reaccionarias españolas, apoyadas por la Alemania nazi y la Italia fascista; del otro, comunistas, socialistas y anarquistas, respaldados por la Unión Soviética, la Internacional Comunista y las Brigadas Internacionales.

A pesar de la derrota sufrida por el campo antifascista – o precisamente a causa de ella –, la Guerra de España no sólo representa uno de los episodios más heroicos de la historia del movimiento obrero internacional, sino que también constituye una fuente inagotable de enseñanzas políticas y militares. En un momento en que las fuerzas fascistas vuelven a fortalecerse en numerosos países y el imperialismo intensifica los preparativos de nuevas guerras por la hegemonía mundial, mantener viva la memoria de la resistencia antifascista en España y extraer las lecciones de aquella lucha resulta más necesario que nunca.

Una contrarrevolución fascista

Tras el final de la Primera Guerra Mundial, la lucha de clases en España alcanzó una intensidad creciente. Mientras la guerra colonial en Marruecos se recrudecía a partir de 1921, en la propia España se consolidó una dictadura de carácter protofascista que no caería hasta 1931. La proclamación de la Segunda República abrió un periodo marcado por profundas reformas sociales y políticas, así como por la creciente oposición de las fuerzas reaccionarias. La victoria electoral del Frente Popular – integrado por republicanos, socialistas, comunistas y nacionalistas catalanes y vascos – impulsó un nuevo ciclo de movilización popular. En numerosas regiones, campesinos y trabajadores comenzaron a llevar las transformaciones más allá del programa gubernamental: ocuparon latifundios, expropiaron grandes propiedades y asaltaron iglesias y monasterios, símbolos del poder de una Iglesia estrechamente vinculada a los sectores más conservadores. Contrariamente a lo que sostenía la propaganda de la derecha, España no vivía una revolución socialista. De hecho, ni siquiera el PSOE, y mucho menos el PCE, formaban parte del Gobierno surgido de las elecciones de febrero de 1936.

El 17 de julio de ese mismo año, un amplio bloque integrado por militares sublevados, monárquicos, conservadores, fascistas, grandes terratenientes, sectores del gran capital y la jerarquía eclesiástica, con el respaldo decisivo de la Alemania nazi y la Italia fascista, se alzó contra la República. En el transcurso de casi tres años, los sublevados conquistaron la totalidad del territorio español, instauraron un régimen de terror, forzaron al exilio a centenares de miles de personas, destruyeron el régimen republicano e impusieron una dictadura fascista encabezada por Francisco Franco. La guerra costó la vida a cerca de medio millón de personas y, durante la dictadura franquista, que se prolongó hasta 1975, alrededor de otras 200.000 fueron ejecutadas o asesinadas por motivos políticos.

Antifascismo y Frente Popular

El Frente Popular constituyó una amplia alianza democrática y antifascista integrada por todas las fuerzas comprometidas con la defensa de la República frente a la reacción, con la excepción del poderoso movimiento anarquista español, que permaneció al margen de la coalición gubernamental. Sin embargo, la actuación de los sectores liberales y socialdemócratas estuvo marcada por constantes vacilaciones. Recelaban de las reformas más profundas, temían la movilización independiente de las masas y evitaron actuar con la contundencia necesaria frente a la conspiración militar. Generales como Francisco Franco o Emilio Mola, cuya implicación en los preparativos del golpe era conocida, no fueron detenidos, sino simplemente destinados a otros mandos militares. Del mismo modo, rechazaron armar a la población, tanto antes como después del estallido golpista. Al mismo tiempo, depositaron sus esperanzas en el apoyo de las democracias liberales occidentales, mientras mantenían una actitud de desconfianza hacia la Unión Soviética, el movimiento comunista y los miles de voluntarios extranjeros que acudían a España para combatir el fascismo. A medida que la guerra avanzaba y la derrota parecía inevitable, el derrotismo fue extendiéndose entre una parte importante de esas fuerzas políticas. Finalmente, en marzo de 1939, sectores republicanos protagonizaron un golpe de Estado en Madrid con el propósito de negociar la capitulación y entregar el poder a Franco.

Frente a esas vacilaciones, el pueblo español protagonizó una resistencia de extraordinaria amplitud y heroísmo. La defensa de la República adquirió simultáneamente un carácter antifascista, revolucionario y, debido a la intervención de las potencias extranjeras, también de liberación nacional. Mientras el Gobierno dudaba, fueron los propios trabajadores y trabajadoras quienes tomaron la iniciativa. Se armaron, organizaron milicias populares y acudieron no sólo a defender sus ciudades, sino también a reforzar los frentes donde los militares sublevados habían logrado sus primeros avances. Al mismo tiempo, muchos soldados se negaron a secundar a los oficiales sublevados e, incluso, se enfrentaron a ellos. La resistencia alcanzó especial intensidad en Asturias, Barcelona, Bilbao y Madrid, grandes centros industriales donde la clase obrera contaba con un elevado grado de organización y conciencia política. 

Entre todas las fuerzas que defendían la República, el Partido Comunista de España (PCE) destacó por la coherencia de su estrategia. Incluso antes de la sublevación había reclamado medidas contundentes contra los conspiradores y defendido el armamento general del pueblo como condición indispensable para frenar el avance del fascismo. Una vez iniciada la guerra, el PCE impulsó la creación de milicias populares que, progresivamente, fueron transformándose en un ejército republicano disciplinado, centralizado y capaz de operar con eficacia. Frente a la dispersión organizativa que caracterizó a otros sectores – en particular a buena parte del movimiento anarquista –, los comunistas defendieron desde el principio la necesidad de un mando unificado y de una estructura militar regular. Ese papel dirigente se tradujo en un extraordinario crecimiento político. En apenas unos meses, el PCE pasó de ser una organización relativamente pequeña, con entre 15.000 y 30.000 militantes, a convertirse en un partido de masas que llegó a reunir alrededor de 300.000 afiliados. Su compromiso también quedó patente en los momentos finales de la guerra: mientras numerosos dirigentes republicanos abandonaban el país tras la caída de Barcelona, los comunistas continuaron organizando la resistencia y fueron los últimos en defender Madrid frente al avance de las tropas franquistas y frente a quienes propugnaban la capitulación.

La experiencia de la Guerra Civil Española constituye una enseñanza de extraordinario valor para comprender la lucha contra el fascismo. Demuestra la importancia de construir amplias alianzas antifascistas, de movilizar a las masas populares y de aprovechar la enorme capacidad de organización y sacrificio de la clase obrera cuando dispone de una dirección política clara. Al mismo tiempo, pone de manifiesto las limitaciones del antifascismo burgués. Las vacilaciones de los sectores liberales y socialdemócratas, su temor a impulsar transformaciones más profundas y su confianza en el apoyo de las democracias occidentales debilitaron la capacidad de resistencia de la República en momentos decisivos. 

La Guerra Civil Española constituye, por tanto, una valiosa lección sobre la política de alianzas antifascistas, sobre la capacidad de movilizar a las masas para la lucha, sobre el enorme potencial que encierra, en particular, la clase obrera y sobre la concepción revolucionaria de la política militar. Pero también pone de manifiesto las debilidades estructurales y la falta de coherencia del antifascismo burgués. Al mismo tiempo, es una advertencia de lo que el fascismo significa para los pueblos: guerra, terror, opresión y exterminio en masa. En lo que respecta a la táctica del Frente Popular y al rechazo de una toma inmediata del poder por parte del proletariado, los trotskistas y los anarquistas acusaron entonces – y siguen acusando hoy – a los comunistas, como han hecho siempre, de haber traicionado la revolución. Sin embargo, mientras que durante décadas la política del Frente Popular fue valorada positivamente en el campo socialista por haber impedido la llegada al poder del fascismo en Francia y por haber logrado frenar durante varios años su victoria en España, en la actualidad partidos como el Partido Comunista de Grecia (KKE) y el Partido Comunista de los Trabajadores de España (PCTE) consideran que aquella estrategia constituyó un error. Debemos tomar en serio este debate, analizar con rigor los argumentos que sostienen esas posiciones divergentes y extraer de ellos las conclusiones políticas que correspondan. Al mismo tiempo debemos subrayar que la lucha antifascista hoy está en una situación mucho peor que la de los años treinta. El movimiento obrero internacional – y especialmente el alemán – atraviesa una etapa de gran debilidad, y los 15.000 afiliados de aquella época son una cifra con que la mayoría de los partidos comunistas hoy sólo pueden soñar. Por ello, las estrategias desarrolladas durante la Guerra Civil no pueden trasladarse mecánicamente al presente, sino que deben reinterpretarse a la luz de las circunstancias contemporáneas.

Solidaridad Internacional

Aunque habitualmente se la denomina Guerra Civil Española, el conflicto tuvo desde el primer momento una dimensión internacional. Así lo comprendieron también quienes vivieron aquellos acontecimientos. La defensa de la República despertó un poderoso movimiento de solidaridad que trascendió las fronteras españolas y movilizó a personas de muy diversas sensibilidades políticas: comunistas, socialistas, republicanos, liberales, pacifistas y amplios sectores de la opinión pública participaron en campañas de solidaridad, organizaron manifestaciones, celebraron congresos y promovieron colectas para sostener el esfuerzo de guerra republicano. La expresión más emblemática de esa solidaridad fueron las Brigadas Internacionales. Cerca de 60.000 voluntarios – combatientes y personal civil – procedentes de alrededor de 50 países acudieron a España para defender su libertad.

Esta expresión de solidaridad, y en especial en el caso de las Brigadas Internacionales, que entregaron miles de mártires por la libertad de España, demostraron que el egoísmo nacional no es algo natural, sino que la solidaridad internacional es una realidad profundamente arraigada entre los pueblos. Esa fraternidad se ha manifestado repetidamente a lo largo de la historia. El ejemplo más reciente son las movilizaciones masivas en todo el mundo contra el genocidio en Gaza, así como los intentos de romper por tierra y por mar el bloqueo impuesto por el sionismo.

Aunque la solidaridad popular fue decisiva, el esfuerzo internacional no habría alcanzado la misma dimensión sin una estructura organizativa capaz de coordinarlo como fue la Internacional Comunista, a los partidos comunistas nacionales y a organizaciones vinculadas a ellos, como el Socorro Rojo Internacional. Fueron estas organizaciones las que impulsaron las primeras campañas de apoyo, facilitaron la llegada de voluntarios y organizaron las Brigadas Internacionales.

En el terreno estatal, la principal ayuda exterior procedió de la Unión Soviética. Junto con México – y posteriormente Chile – fue uno de los escasos países que manifestó abiertamente su apoyo a la República. En el otoño de 1936, Moscú rompió el embargo internacional y comenzó a suministrar alimentos, ropa, armamento ligero y pesado, carros de combate y aviones. Asimismo, envió miles de voluntarios y centenares de asesores e instructores militares, al tiempo que colaboró en la creación de una industria de guerra capaz de abastecer al ejército republicano. 

Con la contrarrevolución y el derrumbe del bloque socialista entre 1989 y 1991, el movimiento antifascista y revolucionario internacional perdió su principal respaldo estatal. La desaparición del bloque socialista supuso una transformación profunda de la correlación internacional de fuerzas. Estos hechos supusieron una enorme pérdida que no debe ser desestimada, y, junto con la actual debilidad del movimiento comunista y obrero, debe de ser tenida en cuenta a la hora de desarrollar estrategias y tácticas antifascistas en la actualidad. Al mismo tiempo, hay que poner de manifiesto la diferencia que supone que las fuerzas de resistencia – ya sean antifascistas o antiimperialistas – cuenten, en una guerra, con el apoyo de un Estado aliado dotado de industria, fuerzas armadas y experiencia. Aunque no se pueden hacer comparaciones con la Unión Soviética de entonces, esto puede observarse hoy en el papel de Irán respecto a Palestina y Asia Occidental, y el de Rusia respecto al Donbás.

Las potencias occidentales y el fascismo

Por intensa que fuera la solidaridad internacional con la República, el apoyo recibido por los sublevados resultó todavía mayor, especialmente en el plano militar. Desde los primeros días del golpe de Estado, Alemania, Italia y Portugal prestaron ayuda a los insurgentes mediante el envío de armamento, asesores militares, apoyo logístico y efectivos. Sin esa intervención exterior, la sublevación difícilmente habría podido consolidarse. Un ejemplo decisivo fue el puente aéreo organizado por la Alemania nazi, que permitió trasladar desde Marruecos hasta la Península al Ejército de África, la fuerza militar más experimentada con la que contaba Franco. Dado que la mayor parte de la Marina permaneció fiel a la República, aquel despliegue aéreo resultó esencial para el desarrollo inicial de la guerra. La intervención alemana alcanzó también una dimensión simbólica y devastadora con la actuación de la Legión Cóndor, responsable de algunos de los bombardeos más destructivos del conflicto. El ataque contra Guernica, convertido desde entonces en uno de los grandes símbolos de la barbarie fascista, ejemplificó el empleo sistemático del terror aéreo contra la población civil. Aello se sumó la participación de decenas de miles de soldados y un constante suministro de armamento.

Mientras que la fuerzas del Eje respaldaban de forma abierta a los golpistas, las democracias occidentales adoptaron oficialmente una política de «no intervención». En la práctica, aquella neutralidad entregó a España claramente a los fascistas. Francia se negó a suministrar armas al Gobierno republicano, pese a los compromisos adquiridos previamente. Poco después, 27 Estados europeos acordaron imponer un embargo que restringía la venta de armamento a España, entre ellos Francia, Gran Bretaña, Italia y Alemania, pero que no impedía la entrada de bienes militares para armar a los fascistas. Estados Unidos también proclamó oficialmente su neutralidad. Sin embargo, importantes empresas estadounidenses abastecieron al ejército de Franco con combustible, vehículos y otros suministros estratégicos. Del mismo modo, amplios sectores de la élite política y económica británica contemplaban con simpatía la victoria de los sublevados.

Al igual que ocurrió en 1938 con Checoslovaquia y Austria, las potencias imperialistas liberales apostaron por utilizar al fascismo como ariete contra el movimiento comunista y la Unión Soviética. Con ese objetivo fortalecieron deliberadamente al fascismo, sacrificaron otros Estados burgueses e incluso expusieron a sus propios países a un riesgo creciente de guerra, todo ello ocultándolo bajo el discurso de la preservación de la paz. Pese a las diferencias existentes, pueden apreciarse paralelismos con la guerra de la OTAN contra Rusia, en la que, desde esta perspectiva, se fortalece a los fascistas ucranianos, se convierte a Ucrania en un campo de batalla y se expone a toda Europa al peligro de una guerra. 

Fascismo y colonialismo

Aunque sea algo de sobra conocido, pocas veces se ha analizado en profundidad el hecho de que el golpe militar comenzó en Marruecos y que una parte importante de las tropas fascistas estaba compuesta por marroquíes. En aquella época, el norte de Marruecos se encontraba bajo dominio colonial español. Durante la guerra colonial contra el movimiento de liberación dirigido por Abd el-Krim (1921-1926), muchos de los futuros generales golpistas, entre ellos el propio Franco, se formaron política y militarmente. En 1934, Franco reprimió además un levantamiento obrero en Asturias con ayuda de tropas marroquíes.

La colonia constituyó, por tanto, un bastión y un importante apoyo del fascismo. La violencia omnipresente en el régimen colonial regresó posteriormente a la metrópoli en forma de fascismo. La actitud persistentemente colonialista de los liberales y los socialdemócratas resultó fatal para la causa antifascista. Se negaron a prometer la independencia a los marroquíes, incluso cuando éstos ofrecieron levantarse contra Franco y atacarlo por la retaguardia. En lugar de ello, depositaron sus esperanzas en la ayuda de las dos mayores potencias coloniales: Francia y Gran Bretaña. Fue una esperanza en vano.

Este capítulo de la historia de España pone en evidencia no sólo la estrecha relación entre colonialismo y fascismo, sino el hecho de que el antifascismo también debe ser, al mismo tiempo, anticolonialista. Quienes no combatan la barbarie colonial en los países oprimidos tampoco podrán derrotar la barbarie fascista en las metrópolis imperialistas. Como demuestra la actitud de amplios sectores de los autodenominados antifascistas en Alemania frente al genocidio y la lucha de liberación en Palestina, esta es una lección que la izquierda alemana aún no ha aprendido. Mientras que ya en diciembre de 2023 miles de personas en Guernica señalaron el paralelismo entre el bombardeo de su ciudad en 1937 y la destrucción de Gaza, organizaciones como la VVN-BdA (por sus siglas en alemán: Asociación de perseguidos por el régimen Nazi – Unión de Antifascistas) o el MLPD (Partido Marxista-Leninista de Alemania) atacan la campaña «Kufiyas en Buchenwald», argumentando que el campo de Buchenwald no es el lugar adecuado para llamar la atención sobre el genocidio en Gaza. ¡Lo es, especialmente ese lugar!

¡Viva la lucha de los pueblos contra el imperialismo y el fascismo!

¡De Guernica a Gaza: nunca más fascismo ni genocidio!

Combatir al fascismo significa combatir a la OTAN: ¡No pasarán!

90 Jahre Spanischer Bürgerkrieg: Lehren für den Kampf heute ziehen!

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Vor 90 Jahren, am 17. Juli 1936, begann mit dem Putsch reaktionärer Militärs gegen die Republik der fast dreijährige Krieg um die Zukunft Spaniens. Dieser Krieg gilt manchen Historikern als „Generalprobe“ oder sogar als „erste Schlacht“ des Zweiten Weltkrieges. Denn hier trafen der internationale Faschismus – in Form der spanischen Rechten mit deutsch-italienischer Hilfe – und der internationale Antifaschismus – verkörpert vor allem durch die Kommunisten, Sozialisten und Anarchisten, unterstützt von der Sowjetunion, der Kommunistischen Internationale und den Internationalen Brigaden – erstmals in einem offenen Krieg aufeinander.

Trotz – und teilweise auch gerade wegen – der Niederlage, die die Antifaschisten damals erlitten, ist dieser Krieg nicht nur ein ruhmreiches Kapitel der Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung, sondern auch reich an wertvollen Erfahrungen. Angesichts des neuerlichen internationalen Erstarkens faschistischer Kräfte und der Vorbereitungen eines neuen großen Krieges des Imperialismus zur Unterwerfung der Welt müssen wir die Erinnerung an den großartigen antifaschistischen Widerstand, für den Spanien damals stand, wachhalten und zugleich die Lektionen lernen, die dieser erbitterte, am Ende verlorene Kampf für uns bereithält. 

Eine faschistische Konterrevolution

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs spitzten sich die Klassenkämpfe in Spanien immer weiter zu. Während der Kolonialkrieg in Marokko 1921 eskalierte, wurde in Spanien selbst ein proto-faschistisches Regime errichtet, das erst 1931 zusammenbrach. Die auf die Diktatur folgende Zweite Spanische Republik war geprägt von weitreichenden sozialen und politischen Reformen und dem Widerstand der Reaktion dagegen. Vor allem nach dem Sieg der Volksfront aus Liberalen, Sozialdemokraten, Kommunisten sowie katalanischen und baskischen Nationalisten nahmen die Massen vielerorts die Umwälzungen selbst in die Hand: Sie enteigneten Großgrundbesitzer und stürmten Kirchen und Klöster des verhassten Klerus. Es handelte sich jedoch keineswegs um eine sozialistische Revolution, wie die Rechten in ihrer Propaganda behaupteten. In Wahrheit beteiligten sich nicht einmal die Sozialdemokraten, geschweige denn die Kommunisten, an der Regierung.

Am 17. Juli 1936 putschten rechte Militärs, unterstützt von Konservativen, Monarchisten, Faschisten, Kapitalisten, Großgrundbesitzern und der Kirche sowie von Deutschland und Italien. Innerhalb von rund drei Jahren eroberten sie ganz Spanien, überzogen das Land mit Terror, trieben Hunderttausende ins Exil, zerschlugen die Republik und errichteten eine faschistische Diktatur. Der Krieg kostete fast eine halbe Million Menschen das Leben und während der bis 1975 andauernden Franco-Herrschaft wurden noch einmal 200.000 Menschen ermordet.

Antifaschismus und Volksfront

Die Volksfront war ein breites antifaschistisch-demokratisches Bündnis aller die Republik gegen die Reaktion verteidigenden Kräfte, mit Ausnahme der in Spanien einflussreichen Anarchisten. Allerdings zeigte sich immer wieder, wie inkonsequent die liberalen und sozialdemokratischen Teile der Front waren: Sie scheuten sich vor radikalen und konsequenten Reformen, sie hatten Angst vor der Mobilisierung der Massen, und sie gingen auch gegen die Faschisten und rechten Militärs nur halbherzig vor. So wurden etwa die Generäle Franco und Mola, von denen bekannt war, dass sie sich gegen die Republik verschworen, nicht verhaftet, sondern lediglich versetzt. Auch die Bewaffnung der Bevölkerung wurde vor und selbst nach Beginn des Putsches von ihnen abgelehnt. Sie hofften zudem vergeblich auf den Beistand der bürgerlich-demokratischen imperialistischen Staaten und standen den Kommunisten, den ins Land strömenden internationalen Kämpfern und der Sowjetunion ablehnend gegenüber. Gegen Ende des Krieges machte sich Defätismus unter ihnen breit und schließlich putschten im März 1939 bürgerliche Kräfte in Madrid, um zu kapitulieren und Franco die Macht zu übergeben.

Das spanische Volk führte einen heroischen antifaschistischen Abwehrkampf, der zugleich revolutionäre und – aufgrund der ausländischen Intervention – nationale Züge annahm. Während die bürgerliche Regierung noch zögerte, gingen die Volksmassen zum Widerstand über: Sie bewaffneten sich, stellten Milizen auf und bekämpften die Putschisten nicht nur lokal, sondern marschierten auch in Gebiete, wo die rechten Militärs anfänglich Erfolge hatten, um ihnen Einhalt zu gebieten. Zudem widersetzten sich viele einfache Soldaten ihren putschenden Offizieren und liquidierten sie. Besonders vehement war der Widerstand in und um die Industriezentren von Asturien, Barcelona, Bilbao und Madrid, wo eine starke, gut organisierte und klassenbewusste Arbeiterklasse existierte.

Am konsequentesten war die Kommunistische Partei Spaniens (PCE), die noch vor dem Putsch ein hartes Vorgehen gegen die Verschwörer und die allgemeine Volksbewaffnung forderte. Zudem stellte sie zu Beginn des Bürgerkriegs Volksmilizen auf, die sie – im Gegensatz etwa zu den Anarchisten – schrittweise zu einer schlagkräftigen, disziplinierten und zentralisierten republikanischen Armee ausbaute. Aufgrund ihrer führenden Rolle im antifaschistischen Widerstand wuchs die PCE von einer relativ kleinen Partei mit 15.000-30.000 Mitgliedern innerhalb kürzester Zeit zu einer Massenpartei mit bis zu 300.000 Mitgliedern heran.1 Die Kommunisten kämpften zudem auch noch nach dem Fall Barcelonas weiter, als die meisten bürgerlichen Republikaner bereits das Land verließen, und verteidigten als Letzte Madrid gegen die Kapitulanten und die faschistischen Truppen. 

Damit ist der Spanienkrieg ein Lehrstück über antifaschistische Bündnispolitik, über die erfolgreiche Mobilisierung der Massen für den Kampf, über die insbesondere in der Arbeiterklasse steckenden Kräfte und über revolutionäre Militärpolitik. Aber auch über die strukturelle Schwäche und Inkonsequenz des bürgerlichen Antifaschismus. Und er ist eine Mahnung, was der Faschismus über die Völker bringt: Krieg, Terror, Unterdrückung und Massenmord. Was die Volksfront-Taktik und die Absage an eine unmittelbare proletarische Machtübernahme angeht, so warfen und werfen Trotzkisten und Anarchisten den Kommunisten (wie immer) Verrat vor. Doch während die Volksfront im sozialistischen Lager lange als relativ erfolgreich bewertet wurde, weil sie die Machtübernahme der Faschisten in Frankreich verhindert und in Spanien immerhin über Jahre aufgehalten habe,2 wird sie heute von Parteien wie der griechischen KKE3 und der Kommunistische Partei der Arbeiter Spaniens (PCTE)4 als Fehler betrachtet. Diese Dissense müssen wir ernst nehmen und uns den dahinterstehenden Argumenten und den daraus abzuleitenden Schlussfolgerungen auseinandersetzen. Zugleich müssen wir uns klarmachen, dass wir heute ungleich schlechter für eine solche antifaschistische Schlacht gewappnet sind: Die Arbeiterbewegung – vor allem in Deutschland – liegt am Boden, und von 15.000 Mitgliedern können die meisten kommunistischen Parteien der Welt nur träumen. Daher können wir die Strategien und Taktiken der Kommunisten damals nicht einfach auf heute übertragen.

Internationale Solidarität

Obwohl er häufig als „Bürgerkrieg“ bezeichnet wird, war der Spanienkrieg eine internationale Schlacht, die von den Zeitgenossen auch als solche wahrgenommen wurde. An der internationalen Solidaritätsbewegung für die Republik in Form von Massendemonstrationen, Kongressen und Spenden-Kampagnen beteiligten sich neben Kommunisten auch Sozialdemokraten, Liberale, Pazifisten und breiteste Volksmassen. Der spektakulärste Ausdruck dieser Solidarität waren die Internationalen Brigaden, in deren Reihen etwa 60.000 Kämpfer und zivile Helfer aus rund 50 Ländern für die Freiheit Spaniens kämpften.

Diese Solidarität und vor allem die Brigaden, die Tausende Märtyrer für die Freiheit Spaniens gaben, waren ein Beweis, dass nationaler Egoismus nichts natürliches, sondern dass die internationale Solidarität tief in den Völkern verankert ist. Diese Geschwisterlichkeit haben wir zuvor und seitdem in der Geschichte immer wieder gesehen. Das jüngste Beispiel sind die weltweiten Massenmobilisierungen gegen den Genozid in Gaza inklusive der Versuche, zu Land und zu Wasser die zionistische Blockade zu durchbrechen.

Obwohl die internationale Solidarität der Massen durchaus spontan war, war sie zugleich organisiert, vor allem durch die Kommunistische Internationale. Es waren die Komintern, die kommunistischen Parteien und ihnen nahestehende Organisationen wie die Internationale Rote Hilfe, die die ersten Konferenzen und Komitees zur Unterstützung der Republik einberiefen, die die ersten Kämpfer nach Spanien schickten und die die Internationalen Brigaden aufstellten, organisierten und führten. 

Die wichtigste ausländische Hilfe allerdings kam aus der Sowjetunion. Die UdSSR war neben Mexiko (und ab Herbst 1938 auch Chile) das einzige Land überhaupt, das der Republik seine Solidarität aussprach. Im Herbst 1936 durchbrach Moskau das über Spanien verhängte Embargo und lieferte der Republik neben Lebensmitteln und Kleidung auch leichte und schwere Waffen in großem Umfang – darunter Hunderte Panzer und Flugzeuge – und entsandte Tausende freiwillige Kämpfer sowie Hunderte militärische Berater und Ausbilder. Auch half sie dabei, eine republikanischen Rüstungsindustrie aus dem Boden zu stampfen.

Mit der Konterrevolution und dem Untergang des sozialistischen Lagers 1989-91 haben wir die wichtigste Schutzmacht des weltweiten antifaschistischen und revolutionären Kampfs verloren. Diesen ungeheuren Verlust dürfen wir nicht unterschätzen, und wir müssen ihm – wie schon mit Blick auf die derzeitige Schwäche der kommunistischen und Arbeiterbewegung – Rechnung tragen, wenn wir heute antifaschistische Strategien und Taktiken entwickeln. Zugleich führt er uns vor Augen, welchen Unterschied es macht, wenn die Widerstandskräfte – ob antifaschistisch oder antiimperialistisch – in einem Krieg eine alliierte Staatsmacht mit Industrie, Militär und Erfahrung haben. Ohne sie mit der sozialistischen Sowjetunion gleichzusetzen, gilt dies aktuell vor allem in Bezug auf Iran gegenüber Palästina und Westasien und auf Russland gegenüber dem Donbas

Die Westmächte und der Faschismus

So groß und großartig die internationale Unterstützung für die Spanische Republik war – die Hilfe für die Faschisten war größer, vor allem die materielle. Deutschland, Italien und Portugal unterstützten den Putsch fast von Tag eins an militärisch, logistisch, durch Waffenlieferungen und die Entsendung von Beratern. Nur durch den Einsatz deutscher Flugzeuge konnte Franco seine Truppen in den ersten Wochen des Putsches überhaupt von Marokko, wo sie stationiert waren, nach Spanien bringen, da sich die spanische Marine geschlossen auf die Seite der Republik gestellt hatte. Es war auch die deutsche „Legion Condor“, die den Putschisten aus der Luft den Weg freibombte und Städte wie das baskische Guernica in Schutt und Asche legte. Hinzu kamen Zehntausende Soldaten und massive Waffenlieferungen.

Während die Achsenmächte die spanischen Putschisten massiv unterstützten, setzten die liberalen Westmächte offiziell auf eine Politik der „Nichteinmischung“, die jedoch Spanien letztlich den Faschisten auslieferte: Frankreich weigerte sich, die Republik mit Waffen zu beliefern, wie es eigentlich vertraglich zugesichert worden war. Stattdessen verhängten 27 europäische Staaten, darunter Frankreich, Großbritannien, Italien und Deutschland, ein gemeinsames Embargo über Spanien, das zwar verhinderte, dass die Republik Waffen erhielt, aber die Militärhilfe für die Faschisten nicht behinderte. Auch die USA erklärten sich offiziell für „neutral“, US-Konzerne belieferten Francos Truppen jedoch im großen Stil u. a. mit LKWs und Treibstoff. Vor allem in Großbritannien lag die Sympathie der herrschenden Klasse und der konservativen Regierung klar aufseiten der spanischen Faschisten.

Wie 1938 im Fall der Tschechoslowakei und Österreichs setzten die liberalen imperialistischen Staaten darauf, den Faschismus als Rammbock gegen die kommunistische Bewegung und die Sowjetunion einzusetzen. Dafür stärkten sie den Faschismus gezielt, opferten andere bürgerliche Staaten, setzten sogar ihre eigenen Länder zunehmender Kriegsgefahr aus – und verbargen all das hinter dem Gerede, den Frieden wahren zu wollen. Bei allen Unterschieden sind die Parallelen zum NATO-Krieg gegen Russland, bei dem ukrainische Faschisten aufgebaut, die Ukraine zum Schlachtfeld degradiert und ganz Europa der Kriegsgefahr ausgesetzt wird, offensichtlich.5

Faschismus und Kolonialismus

Allgemein bekannt, aber wenig reflektiert ist die Tatsache, dass der Putsch der rechten Militärs in Marokko begann und dass ein großer Teil der faschistischen Truppen von Marokkanern gestellt wurde. Nord-Marokko stand damals unter spanischer Kolonialherrschaft. Im Kolonialkrieg gegen die Befreiungsbewegung unter Führung Abdel Krims (1921-26) wurden viele der späteren führenden Putschgeneräle, darunter Franco selbst, politisch und militärisch geprägt. 1934 schlug Franco zudem mithilfe marokkanischer Truppen einen Arbeiteraufstand in Asturien nieder.6

Die Kolonie war also ein Hort und eine wichtige Stütze des Faschismus. Die dort allgegenwärtige Gewalt kehrte in Form des Faschismus in die Metropole zurück. Die ungebrochen kolonialistische Haltung der Liberalen und Sozialdemokraten war daher auch für den Antifaschismus tödlich: Sie lehnten es ab, den Marokkanern die Unabhängigkeit zu versprechen, selbst als diese anboten, Franco mit einem Aufstand in den Rücken zu fallen. Sie hofften stattdessen auf die Hilfe der beiden größten Kolonialmächte: Frankreich und Großbritannien. Vergebens.7

Spanien zeigt uns damit nicht nur eindrücklich, wie eng Kolonialismus und Faschismus zusammenhängen, sondern auch, dass Antifaschismus immer auch antikolonialistisch sein muss. Wer nicht gegen die kolonialistische Barbarei in den unterdrückten Ländern kämpft, wird auch die faschistische Barbarei in den imperialistischen Metropolen nicht besiegen können. Wie die Haltung weiter Teile der selbsternannten Antifaschisten in Deutschland zum Genozid und Befreiungskampf in Palästina zeigt, ist das eine Lektion, die die deutsche Linke bis heute nicht gelernt hat: Während in Guernica bereits im Dezember 2023 tausende Menschen auf die Parallele zwischen der Bombardierung ihrer Stadt 1937 und der Gazas aufmerksam machten, greifen Organisationen wie die VVN-BdA oder die MLPD die Kampagne Kufiyas in Buchenwald an, weil Buchenwald angeblich der falsche Ort sei, auf den Gaza-Genozid aufmerksam zu machen. Dabei ist es genau der richtige Ort!

Es lebe der Kampf der Völker gegen Imperialismus und Faschismus!

Von Guernica bis Gaza: Nie wieder Faschismus und Völkermord!

Kampf dem Faschismus heißt Kampf der NATO: ¡No Pasarán!

Tipps zum Weiterlesen

In der DDR, aber auch bei linken Verlagen in der BRD sind zahlreiche Bücher zum Spanien-Krieg erschienen, vor allem Biografien zu bzw. Memoiren von Spanienkämpfern. Wir empfehlen hier nur einige wenige historische Darstellungen zur weiteren Beschäftigung:

Werner Abel: Der Spanische Krieg 1936 – 1939, Rosa-Luxemburg-Stiftung 2016.

Dokumente zum Studium des Spanischen Bürgerkriegs (1936-1939), Verlag Olga Benario und Herbert Baum 1997.

Marion Einhorn: Die ökonomischen Hintergründe der faschistischen deutschen Intervention in Spanien 1936-1939, Akademie-Verlag 1962. 

Marion Einhorn: Wer half Franco? Spanien in der Politik Großbritanniens und der USA 1939-1953, Akademie-Verlag 1983.

Horst Kühne: Krieg in Spanien 1936-1939, Militärverlag der DDR 1986. 

Peter Rau: Der Spanienkrieg 1936-39, PapyRossa-Verlag 2012.

Pierre Vilar: Der Spanische Bürgerkrieg, Wagenbach-Verlag 2012.

Leon Wystrychowski: Die Rolle Nordafrikas beim Aufstieg des Faschismus in Europa (1923-1943) Teil 1. Italien und Spanien: Machtergreifung und Konsolidierung, Zetkin-Forum 2026.

  1. Rainer Huhle: Die Geschichtsvollzieher. Theorie und Politik der Kommunistischen Partei Spaniens 1936 bis 1938, Focus Verlag 1980, S. 184f. ↩︎
  2. Autorenkollektiv: Allgemeine Geschichte der neuesten Zeit. 1917 – Gegenwart, Deutscher Verlag der Wissenschaften 1988, S. 144. ↩︎
  3. https://www.kke.gr/article/Ta-Laika-Metopa-prin-apo-ton-B-Pagkosmio-Polemo-I-periptosi-tis-Ispanias-B-Meros ↩︎
  4. https://www.pcte.es/international/historical-conclusions-on-the-tactics-of-anti-fascist-fronts-the-contemporary-struggle-of-communists-against-fascism/ ↩︎
  5. Horst Kühne: Krieg in Spanien 1936-1939, Militärverlag der DDR 1986, S. 14-16. ↩︎
  6. Leon Wystrychowski: Die Rolle Nordafrikas beim Aufstieg des Faschismus in Europa (1923-1943) Teil 1. Italien und Spanien: Machtergreifung und Konsolidierung, Zetkin-Forum 2026. ↩︎
  7. Ebd. ↩︎

AfD – Qui contrôle le parti ?

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La traduction suivante du texte «AfD – Wer kontrolliert die Partei?», rédigé par le camarade Jakob Yasko, a été réalisée par Supernova – Revue marxiste-léniniste.

Nous remercions les camarades pour leur travail et leur diffusion.

Alors que, selon les derniers sondages, l’AfD est en passe de devenir le premier parti politique d’Allemagne en termes de popularité, le désaccord est total quant à la nature de ce parti. Une analyse de l’AfD, incluant son histoire, son évolution et toutes ses contradictions, dans le contexte de la politique de l’impérialisme allemand, semble encore lointaine. Au lieu de cela, on recourt souvent à des étiquettes et à des analogies pour décrire le parti, afin de l’interpréter dans un sens ou dans un autre.

Pour le mouvement communiste, la tâche consiste à appliquer les théories historiques du fascisme aux conditions changeantes du présent, sans les transposer de manière schématique. Il s’agit ici de clarifier non seulement les relations de l’AfD avec le capital monopolistique, l’appareil d’État et les forces conservatrices, mais aussi sa fonction dans les phases de crises capitalistes et de militarisation concomitante. Les contradictions internes du parti, ses glissements stratégiques de pouvoir et sa formation doivent être examinés au même titre que la question de savoir quelle option concrète de domination l’AfD propose et incarne. Toutes ces questions revêtent une grande importance pour l’article de fond de Jakob Yaskos sur l’AfD, qui paraîtra prochainement.

L’extrait suivant, rédigé à l’occasion du congrès fédéral de l’AfD à Erfurt, traite de l’évolution interne du parti entre 2013 et 2026. L’auteur tente d’y démontrer comment l’aile nationaliste « völkisch » autour de Björn Höcke a réussi à s’emparer de l’ensemble du parti, et met en garde contre le risque de confondre la professionnalisation de l’AfD avec une modération du parti.

Toute analyse de l’AfD passe nécessairement par l’examen de ses évolutions internes, car les intérêts de classe, les orientations stratégiques et les formations idéologiques s’expriment concrètement à travers les luttes de pouvoir, les alliances et les changements de personnel au sein du parti. L’AfD n’est pas un bloc homogène, mais le résultat de forces contradictoires dont les affrontements renseignent sur les courants qui ont pu s’imposer, sur les fonctions que le parti remplit pour le capital monopolistique et son État, et sur la direction que prend son caractère politique. Quiconque ignore ces processus réduit l’AfD à une étiquette statique et néglige les conditions nécessaires pour déterminer avec précision son rôle dans la transition d’une restructuration étatique réactionnaire et militariste vers d’éventuelles formes de domination fascistes.

Sans une connaissance aussi précise que possible de l’évolution interne de l’AfD, il est impossible d’évaluer ce parti. Quelles forces contrôlent réellement le parti ? Quelle est l’influence de l’aile autour de Björn Höcke ? Des forces modérées s’imposent-elles désormais au sein du parti ? Dans quelle mesure et dans quel intérêt le capital exerce-t-il déjà une influence sur le parti ? Nous devons être en mesure de répondre à toutes ces questions. Elles ne représentent qu’une petite partie des thèmes et des évolutions que nous devons traiter pour parvenir à une caractérisation fidèle à la réalité.

Note de la rédaction de la KO

L’évolution au sein du parti

Thèse : L’évolution de l’AfD est le résultat d’une prise de pouvoir stratégique à long terme par un réseau nationaliste « völkisch », qui a systématiquement conquis l’hégémonie au sein du parti. Ce que l’on appelle « l’aile » ne fonctionne pas comme un courant radical au sein d’un parti par ailleurs populiste de droite, mais de plus en plus comme son centre stratégique et idéologique.

Cela a été rendu possible grâce à la protection de partenaires d’alliance de droite conservatrice, à l’appui idéologique de réseaux de la « nouvelle droite » et à la couverture tactique d’un ensemble de nationalistes « völkisch » ainsi qu’à l’influence de bailleurs de fonds opaques. La dissolution formelle de la « Flügel » n’a pas marqué la fin de cette évolution, mais le passage à une nouvelle phase de professionnalisation, de formation des cadres et d’ancrage institutionnel. Dès ses débuts, le parti a été un instrument de la politique nationaliste ethnique, qui marque le parti dans son ensemble.

Ouverture précoce après la fondation

Dans ce qui suit, nous examinerons l’évolution du personnel et des structures de l’AfD entre 2013 et 2025. Afin d’assurer la plus grande clarté possible, seuls les développements essentiels et les personnalités les plus importantes de l’AfD sont mentionnés. L’ensemble des conflits, scissions et fluctuations au sein du parti sont nettement plus complexes et multiformes et feront l’objet d’une analyse plus approfondie dans un autre cadre. Néanmoins, une tendance fondamentale et claire se dégage au sein du parti, que nous nous attachons à mettre en évidence ici.

En juillet 2013, trois mois seulement après la création du parti, le président Bernd Lucke décide, face aux membres du comité directeur Konrad Adam et Alexander Gauland, d’ouvrir le parti vers la droite afin d’atteindre la « clientèle de Sarrazin » et de remédier à l’enlisement des campagnes électorales. [1] Les thèses socio-chauvinistes et racistes contenues dans l’ouvrage de Sarrazin « L’Allemagne court à sa perte » (2010) jouaient sur les craintes de déclin social d’une grande partie de la classe ouvrière et de la petite bourgeoisie dans le contexte de la crise financière, et ont été largement relayées par les médias. La marge de manœuvre que la direction du parti a ainsi laissée aux forces de droite a été immédiatement exploitée pour mettre davantage en avant des prises de position contre l’islam et l’immigration. Alors que la Junge Freiheit (JF) accompagne ce processus dès le début avec bienveillance et en tant que conseillère, les réseaux de Götz Kubitschek s’orientent désormais eux aussi vers l’AfD. Alors que la JF misait sur des personnalités « sérieuses » telles que Gauland et Petry, les réseaux de Kubitschek ont accompagné des forces nationalistes « völkisch » comme Höcke et Poggenburg dans leur ascension au sein du parti et ont prôné une ligne plus dure.[2] Ces stratégies divergentes, qui se sont souvent résolues par une répartition des tâches et une coopération, continuent aujourd’hui encore de susciter des dissensions quant à l’orientation du parti : L’AfD doit-elle servir de correctif national-conservateur à la CDU ou imposer une « conception de l’État fondamentalement différente »[3], comme l’appelle Götz Kubitschek ?

Alors qu’au cours des années 2014 et 2015, de nombreux « scandales nazis » ont été révélés au sein de l’AfD, mettant de plus en plus sous pression l’aile national-libérale de Lucke, Alexander Gauland et Frauke Petry se sont prononcés en faveur d’une collaboration avec le mouvement Pegida. À cette époque, les réseaux de Kubitschek ont noué des liens étroits avec le Mouvement identitaire et ont activement cherché à se rapprocher du mouvement Pegida et de ses ramifications à l’échelle nationale, qui devaient servir à l’avenir de base au parti. [4]

La formation de « Die Flügel »

En mars 2015, « Die Flügel » se forme afin d’orienter le parti vers une ligne nationaliste et ethnique et de lutter contre tous les opposants internes à cette ligne. Ce réseau marquera profondément l’évolution du parti.

La résolution d’Erfurt peut être considérée comme le document fondateur de cette association interne au parti et comme une déclaration de guerre contre tous ceux qui ne voient dans le parti qu’un « simple » recentrage vers le national-conservatisme. La résolution critique l’« obéissance anticipée » d’une partie du parti envers les « anciens partis » et les « institutions » étatiques, et réclame « un tournant politique fondamental en Allemagne » par le biais d’une « confrontation courageuse avec les anciens partis ».[5] Au total, 1 600 membres de l’AfD ont soutenu l’appel à la création de la « Flügel ».[6]

Parmi les trois premiers signataires figurent le président régional de Thuringe, Björn Höcke, le président régional de Saxe-Anhalt, Andre Poggenburg, et le doyen de l’AfD, Alexander Gauland. [7] Götz Kubitschek, coauteur de la résolution de « Flügel », avait déjà souligné dès 2013, d’un point de vue stratégique, à l’adresse des forces national-libérales au sein de l’AfD : « Qu’ils agissent donc, qu’ils prennent tranquillement un peu leurs distances par rapport à nous (…), si cela permet de positionner dans un premier temps ce parti près du centre. Le peuple, le peuple du parti, en veut depuis longtemps davantage et, cette fois-ci, il doit en obtenir davantage et il en obtiendra davantage. »[8]

Cette alliance entre Höcke, Gauland et Kubitschek a été et reste d’une importance capitale pour l’AfD. Gauland, en tant que père fondateur de l’AfD, conservateur de droite, jouera à l’avenir le rôle de figure de proue conservatrice du parti et créera des conditions de développement très favorables aux nationalistes völkisch au sein de l’AfD. Höcke, acclamé comme chef de file au sein de l’aile nationaliste ethnique, rassemble des forces partageant les mêmes idées et les mobilise contre les adversaires au sein du parti. Le premier rang de cette aile est occupé par Björn Höcke, Andreas Kalbitz et Andre Poggenburg – trois personnes qui partagent non seulement leur idéologie nationaliste ethnique, mais aussi un passé commun dans le milieu néonazi.

Götz Kubitschek et ses auteurs, en tant que réseaueurs en amont et moteurs idéologiques, fournissent les orientations stratégiques nécessaires. Si, dans la suite de cet article, nous citons fréquemment les stratèges gravitant autour de la maison d’édition et de la revue de Götz Kubitschek (par exemple Martin Sellner, Erik Lehnert, Benedikt Kaiser, etc.), ce n’est pas parce qu’il ne serait pas possible de trouver suffisamment de déclarations similaires directement au sein de l’AfD, mais parce qu’ils sont considérés comme des penseurs reconnus, en particulier au sein de l’aile nationaliste ethnique, et qu’ils exercent une très forte influence.

Gauland, figure de proue de l’aile droite de la CDU, veilla au cours des années suivantes, avec plus ou moins de succès, à ne pas trop se rapprocher de cette aile afin de ne pas compromettre son rôle de médiateur auprès des franges « plus modérées » du parti. Il renforça ainsi l’alliance interne entre nationalistes ethniques et conservateurs de droite, qui devint un gage de succès pour le parti. Les projets antérieurs tels que le NPD, la DVU et les Républicains avaient tous échoué à maintenir une telle alliance et s’étaient isolés très tôt en raison d’une attitude trop radicale et peu professionnelle. Gauland, en revanche, a couvert les arrières de l’aile nationaliste ethnique par des déclarations telles que : « Höcke est le centre du parti »[9],.

Le collectif d’auteurs du *Kommunistischer Aufbau*, qui classe des personnalités politiques telles que Gauland dans une « aile national-allemande fasciste »[10] , soulève une question passionnante quant à l’évaluation de l’aile droite de la CDU, mais court en même temps le risque de passer sous silence le caractère rassembleur du parti, qui est essentiel pour comprendre les courants qui le composent et pour adopter une conception très large du fascisme. Nous reviendrons plus tard sur la question de savoir s’il y a eu et s’il existe encore une aile fasciste au sein de la CDU, ou du moins des fractions de la CDU enclines au fascisme.

À la suite de ces développements, l’Association des entrepreneurs familiaux a pris ses distances par rapport aux prises de position ouvertes en faveur de l’AfD. Les contacts et liens futurs ont été maintenus dans le cadre de la « Hayek-Gesellschaft » ou recherchés par des canaux plus informels. Comme, entre autres, les réunions clandestines entre des responsables économiques, des responsables politiques de l’AfD et des Identitaires au sein du « Düsseldorf-Runde ».[11]

Cette aile est devenue le moteur des évolutions à venir au sein du parti et a remporté trois luttes de pouvoir internes en sa faveur.

La première victoire d’étape

En juillet 2015, Frauke Petry a été élue présidente grâce à une alliance entre les réseaux chrétiens fondamentalistes de von Storch et le milieu national-conservateur de Gauland, issu de l’ancienne CDU. L’aile national-libérale de Lucke, qui misait certes sur une ouverture stratégique vers la droite mais appelait en même temps à la modération, a été évincée par « Der Flügel ». [12] Dans ce nouveau contexte, « Der Flügel », sous la direction de Kalbitz, Höcke et Poggenburg et avec le soutien de Gauland, est devenu le courant le plus influent au sein du parti. Les responsables politiques de l’AfD qui se tenaient à l’écart de « Der Flügel » n’étaient souvent pas moins radicaux, mais ne faisaient pas partie de ce courant en raison de leurs propres ambitions de pouvoir et de questions liées à leurs réseaux. Ainsi, en 2016, Frauke Petry et Beatrix von Storch (aucune des deux n’étant officiellement partisane de l’Aile) ont exigé que l’on tire sur les migrants à la frontière.[13]

Intégration dans le cartel des partis du capital monopolistique

En 2017, l’AfD fait son entrée au Bundestag. Même sans exercer le pouvoir, le parti est très tôt intégré dans l’appareil d’État de la République fédérale en tant que force d’opposition de façade. Au sein de celui-ci, les représentants des associations patronales ont non seulement un accès permanent à l’appareil gouvernemental et à la chancellerie, mais aussi à l’ensemble de la bureaucratie parlementaire. Ils sont intégrés, en tant que conseillers, collaborateurs et secrétaires d’État, dans tous les comités consultatifs, commissions, groupes de travail et autres instances. Les représentants des associations patronales entretiennent à cet égard des relations particulièrement étroites avec les groupes parlementaires, leurs dirigeants et les courants au sein des partis. Ils constituent ainsi le maillon entre le capital monopolistique, les associations patronales et l’appareil d’État – un réseau dont l’AfD devient une composante à part entière. [14] Le parti agit d’une part comme une force d’opposition de façade, mais d’autre part aussi de plus en plus comme un parti susceptible de gouverner, en tant que partie intégrante du cartel des partis du capital monopolistique, et remplit à cet égard un rôle particulier, sur lequel nous reviendrons plus en détail ultérieurement.

Dans son livre « Requiem », publié en 2021 et dans lequel elle explique son départ du parti, Frauke Petry dévoile certains de ces réseaux et de leurs bailleurs de fonds, que nous avons déjà évoqués dans le chapitre consacré à la fondation de l’AfD.

Une vérification des sources que j’ai effectuée m’a conduit à conclure qu’il fallait partager ici ses informations. Avant même la création du parti, le milliardaire August Baron von Finck finançait, par l’intermédiaire de la société suisse « Degussa Goldhandel », la soi-disant « Convention citoyenne » , au sein duquel siégeaient notamment Vera Lengsfeld, figure de l’opposition en RDA, Klaus-Peter Krause, ancien rédacteur en chef de la FAZ, et Beatrix von Storch. Alors que ces deux dernières ont rejoint l’AfD, Lengsfeld mène et finance la campagne électorale de l’AfD de Höcke en Thuringe. [15] Depuis la création du parti, Finck n’a cessé d’exercer son influence en faveur de l’aile de Höcke. Les capitalistes comme Finck, qui soutiennent publiquement des partis et se mettent en avant, constituent toutefois l’exception. Afin de préserver les apparences d’une démocratie dans laquelle le peuple a son mot à dire, il existe des mécanismes cachés permettant d’exercer une influence sur les partis, qui se sont avérés être un moyen éprouvé de domination capitaliste monopolistique.

Seule la CDU reçoit davantage de dons importants que l’AfD. D’une part, cela n’est guère surprenant, car la CDU s’avère depuis des décennies être un parti fiable pour faire prévaloir les intérêts du capitalisme monopolistique. D’autre part, cela montre néanmoins à quel point un parti politique est mis en place de manière ciblée par les instances supérieures, au cas où la CDU ne serait plus en mesure de faire prévaloir les plans des dirigeants. Nous examinerons ce que cela signifie exactement dans les chapitres consacrés à la question de la fascisation et aux relations entre l’impérialisme allemand et l’AfD. Le nombre de dons importants versés à l’AfD augmente d’année en année. En raison de lois partisanes opaques, de modes de financement dissimulés (les « dons par homme de paille ») et de la corruption, l’identité de ses bailleurs de fonds reste souvent secrète.[16]

La deuxième victoire d’étape

Frauke Petry, qui critiquait de plus en plus l’influence croissante de « l’Aile » sur l’ensemble du parti, a perdu en 2017 la course à la présidence du parti face à Jörg Meuthen, partisan de « l’Aile ». Cette deuxième métamorphose révèle déjà l’hégémonie de « l’Aile » au sein du parti. Désormais, il n’y a pratiquement plus aucun moyen de contourner ce réseau nationaliste et ethno-centriste. Alice Weidel en est également consciente : depuis 2017, elle a pris ses distances par rapport à ses critiques à l’égard de Björn Höcke et a noué des contacts avec Götz Kubitschek. Ce dernier a facilité la collaboration entre l’ancienne cadre de Goldman Sachs et l’aile de Höcke. [17] Entre des personnalités telles que Meuthen ou Weidel (apparemment des figures de la droite modérée) et l’aile, il se développe une relation de dépendance que cette dernière peut dominer : Meuthen fonde son pouvoir sur l’aile, tandis que celle-ci l’utilise comme figure de proue « bourgeoise ».

Se référant à des e-mails internes, Petry fait remarquer que Maximilian Krah, en 2016, et Alice Weidel, en 2017, ont reçu d’importantes contributions non transparentes en provenance de Suisse avant de se rallier à Höcke. Il en va de même pour le politicien du SPD Guido Reihauss, qui a rejoint l’AfD à la suite d’un tel cas. Klonovsky, un collaborateur de Petry qui travaille désormais pour Alexander Gauland – lequel est intervenu à plusieurs reprises au sein de l’« Association pour la préservation de l’État de droit et des libertés civiles » de Finck – et a très probablement perçu pour cela des honoraires substantiels, a exercé une pression croissante sur Petry pour qu’elle modère ses propos à l’égard de Höcke.[18] Cette même association a supervisé la création du Deutschlandkurier en 2017, issue de discussions avec des éditeurs et des journalistes de la radio bavaroise (Bayerischer Rundfunk). Depuis lors, le *Deutschlandkurier*, en tant que média de proximité, prend parti pour l’aile nationaliste et völkisch de l’AfD.[19]

La troisième victoire d’étape

En 2020, l’« Appel des 100 » voit le jour. Dans cet appel, des responsables politiques de l’AfD plus ou moins haut placés critiquent le pouvoir et l’influence de la « Flügel » sur l’ensemble du parti et dénoncent ce réseau comme antidémocratique et nuisible à la réputation du parti. Lors du congrès fédéral du parti la même année, tous les signataires de l’appel, qu’ils occupaient une fonction de premier plan ou qu’ils se présentaient à un poste, sont destitués et remplacés par des partisans de la « Flügel ». [20]

Un an auparavant, Alexander Gauland avait déjà cédé son poste de président à Tino Chrupalla, un favori de « Flügel ». À cette époque, Alexander Gauland estimait que 40 % du parti soutenait « Flügel » – bien que des chiffres officiels n’aient jamais été publiés.[21] Au cours des cinq années comprises entre 2015 et 2020, cette association interne au parti avait atteint les objectifs qu’elle s’était fixés et s’est dissoute l’année suivante. Cette alliance entre nationalistes ethniques et conservateurs de droite a profondément marqué le parti et a mis fin à toutes les « interdictions de penser et de s’exprimer au sein du parti », qu’elle critiquait encore dans son appel de Stuttgart de 2018.[22]

Lorsque Meuthen s’insurge en 2022 contre l’influence persistante de la « Flügel » dissoute, cela conduit à une scission et à la troisième métamorphose du parti. Lors du congrès de 2022, Alice Weidel est élue nouvelle présidente. Sous sa direction, seuls des politiciens à la merci de la « Flügel » sont nommés au comité directeur.[23] Et ce, bien qu’à cette époque, la « Flügel » n’existe déjà plus qu’en tant que « groupe d’intérêt » officiel. En 2021, au sommet de son pouvoir, la « Flügel » se dissout officiellement. Kalbitz sert de bouc émissaire et est exclu du parti en raison de son passé néonazi. Chrupalla vote contre.[24]

Un réseau en coulisses

Les manœuvres de Weidel et Höcke, ainsi que l’exclusion de Meuthen en 2022, prouvent à quel point le Flügel était et reste influent, bien au-delà de sa dissolution formelle. Le Flügel continue de fait d’exister. Face au fait que, lors du congrès de 2022, de nombreuses personnes défendant ouvertement des positions nationalistes ethniques ont été élues au comité directeur du parti, et que des journaux glorifiant la Waffen-SS sont distribués dans le hall d’entrée de la salle, Weidel se montre ostensiblement effacée.[25]

En coulisses, ce sont depuis longtemps les réseaux de Höcke qui tirent les ficelles. C’est d’ailleurs à son initiative qu’a été décidée, lors de ce même congrès, la collaboration avec l’organisation d’extrême droite « Zentrum Automobil » en tant que structure satellite de l’AfD.[26]

Le rapport de forces au sein du parti fait certes encore l’objet de conflits aujourd’hui, mais il évolue fortement depuis 2017 en faveur de l’aile nationaliste ethnique. La dissolution de l’aile n’y a que peu changé. Les débats actuels traversent parfois les rangs des anciens partisans de l’aile, mais ils sont loin d’avoir la même force explosive que les conflits d’avant 2022. Fort d’une position solidement ancrée au sein du parti, l’aile passe à une stratégie de professionnalisation : des concepts sont définis, des postes font l’objet de marchandages, des stratégies sont élaborées et les sections régionales « modérées » sont prises pour cible.

Le triomphe se poursuit

Depuis lors, les développements ultérieurs du parti ne cessent de confirmer clairement l’hégémonie de l’aile nationaliste et ethnique : l’émergence du réseau Münzenmaier, la création de la « Génération Allemagne » et la mise en place d’académies politiques.

En 2022, le réseau dit « Münzenmaier » a vu le jour afin d’éviter à l’avenir les conflits ouverts lors des congrès du parti et d’organiser la concertation interne entre les différents courants du parti. Sebastian Münzenmaier et ses réseaux contrôlent les listes de candidats, les votes ainsi que les thèmes qui doivent être soumis au débat. [27] L’hégémonie de l’aile nationaliste « völkisch » est ici un postulat. Elle n’est ni sujette à discussion, ni remise en cause par des fractions importantes du parti. Sebastian Münzenmaier, ancien hooligan du 1. FC Kaiserslautern, partage avec la quasi-totalité des membres de son réseau un passé commun au sein de l’ancienne association de jeunesse d’extrême droite de l’AfD (Junge Alternative) ainsi que de l’aile officiellement dissoute. Parmi eux figurent trois membres du comité directeur fédéral : Dennis Hohloch, Hannes Gnauck et Alexander Jungbluth. Par ailleurs, René Springer, Jan Nolte et Matthias Helferich représentent ce réseau au Bundestag. Une enquête approfondie menée par la « Gesellschaft für Freiheitsrechte » révèle : « Au niveau régional, le réseau est représenté dans plusieurs Länder. René Springer est président régional en Brandebourg, Ulrich Siegmund est membre du comité directeur régional et président du groupe parlementaire en Saxe-Anhalt, Damian Lohr est secrétaire général du groupe AfD au Landtag de Rhénanie-Palatinat, Andreas Lichert est porte-parole régional de l’AfD en Hesse, Tobias Rausch est député au Landtag de Saxe-Anhalt et Jean-Pascal Hohm, député au Landtag de Brandebourg. Au niveau européen, René Aust dirige la délégation de l’AfD et occupe le poste de coprésident du groupe parlementaire « Europe des nations souveraines » (ESN). Alexander Sell est président et Alexander Jungbluth vice-président du groupe ESN. »[28]

Lors des congrès fédéraux du parti à Magdebourg (2023), Essen (2024) et Giessen (2025), le réseau a manifestement pu exercer une influence dans l’intérêt de l’aile nationaliste et ethnique, sans pour autant provoquer, comme cela a été le cas dans l’histoire du parti, de confrontations médiatiques.

Les membres du réseau s’efforcent non seulement de mettre en place des structures extraparlementaires, appelées « Vorfeld », mais font également régulièrement leur apparition lors d’académies et de fêtes organisées au domaine seigneurial de Götz Kubitschek à Schnellroda. Selon des sources proches du réseau, celui-ci partagerait avec Höcke « les mêmes objectifs, les mêmes idéaux ».[29]

Alors que l’aile « Flügel » a dû s’imposer lors d’une phase de luttes de ligne publiques acharnées contre des adversaires au sein du parti, le réseau de Münzenmaier correspond à une nouvelle phase de professionnalisation. Les réseaux de Münzenmaier représentent une nouvelle génération de nationalistes völkisch qui peuvent s’appuyer sur les succès de l’aile « Flügel » et se sentent liés à celle-ci.

La création, en 2025, de l’organisation de jeunesse « Generation Deutschland » (GD) a constitué une nouvelle victoire d’étape pour ce réseau. Cette refonte de la « Junge Alternative », autrefois plus indépendante, illustre très clairement la stratégie de professionnalisation et ne doit pas être confondue avec un assouplissement de la ligne politique.

La responsabilité de la mise en place de cette nouvelle structure du parti incombait essentiellement à Dennis Hohloch et Jean-Pascal Hohm, qui évoluent tous deux dans les réseaux de Kubitschek et Höcke et font partie du réseau de Münzenmaier. Le nouveau chef de la GD, Hohm, entretient par ailleurs des contacts étroits avec la maison d’édition Jungeuropa et le Mouvement identitaire. Pour le comité directeur de Generation, Hohloch et Hohm ont constitué un ensemble hétéroclite de jeunes hommes d’extrême droite et ont obtenu l’approbation de leur base lors du congrès fédéral du parti en novembre 2025. La revendication d’une « remigration » ou d’une « remigration à l’échelle du million » était omniprésente dans presque tous les discours de candidature. Un compte-rendu du congrès rédigé par TRT rassemble certaines de ces déclarations et précise : « Mio Trautner, originaire du Bade-Wurtemberg, a exigé “que les expulsions commencent enfin dans le pays, que les pistes d’atterrissage en Allemagne soient en surchauffe” ». La déclaration de la candidate Julia Gehrkens, également élue au comité directeur de la GD, a été accueillie par des applaudissements tonitruants : « Seule une remigration à l’échelle des millions protégera nos femmes et nos enfants ! » Cedric Krippner, nouveau membre du comité directeur, a lui aussi reçu un tonnerre d’applaudissements lorsqu’il a réclamé une « remigration à l’échelle des millions ». « Nous devons expulser, expulser, expulser, jusqu’à ce que l’Allemagne redevienne notre patrie », a déclaré Helmut Strauf, également membre du comité directeur de la GD. »[30]

L’Académie Schwarz-Rot-Gold des associations régionales de Thuringe et de Bavière, dont la mise en place a été supervisée par Björn Höcke, est en outre destinée à servir de pépinière de cadres pour cette nouvelle génération. Avec la création de cette académie, les réseaux de Höcke concrétisent les discussions autour de centres de formation internes au parti, qui ont été réclamés à maintes reprises, notamment depuis Schnellroda. La « formation cadre » des jeunes responsables « dans le cadre de séminaires en bloc » au sein du FPÖ sert ici de modèle.[31] Alors que l’Académie Schwarz-Rot-Gold, d’envergure nationale, forme principalement les hauts responsables du parti, l’aile assure la relève au second rang.

La politique du personnel du comité directeur fédéral de l’AfD favorise également de manière systématique les réseaux de Höcke et de Münzenmaier. Cet organe suprême du parti est majoritairement composé de proches issus des réseaux de Höcke et de Münzenmaier.[32]

Lorsque Rüdiger Lucassen, responsable de la politique militaire de l’AfD et colonel de la Bundeswehr, critique Höcke pour sa position sur le service militaire obligatoire (Höcke ne souhaite le mettre en place que lorsque l’AfD sera au pouvoir), il fait l’objet d’une procédure disciplinaire engagée par le groupe parlementaire au Bundestag.[33] Lors du congrès de l’AfD à Erfurt en 2026, Stefan Möller, un proche de Höcke, devrait se porter candidat au poste de porte-parole fédéral adjoint. « Je sais que si Stefan Möller siège au comité directeur fédéral, j’aurai alors quelqu’un avec qui je suis en contact étroit ; je serai ainsi impliqué sans avoir à faire le travail moi-même. Et je pourrai continuer à me concentrer ici sur la voie thuringienne »[34], explique Höcke avant de préciser : « Il veut – et c’est très important pour nous – imposer la ligne thuringienne au sein du comité directeur fédéral. »[35]

Le fait est que la dissolution formelle de l’aile n’a pas signifié une rupture, mais un ajustement tactique qui a été mis à profit pour la professionnalisation, la formation de cadres et la mise en place de structures périphériques. Si l’on peut donc affirmer à juste titre que l’aile influence de larges pans du parti, la question de sa caractérisation concrète s’impose. Les objectifs, les réseaux et l’idéologie de cette aile, ainsi que ses partenaires d’alliance de droite conservatrice et ses détracteurs au sein du parti, doivent être examinés avec autant de précision que la nature de l’AfD dans son ensemble.

kommunistische-organisation.de

note

[1] Friedrich (2017) : AfD, p. 52.

[2] Weiß (2017) : Revolte, p. 89 et suivantes.

[3] Kubitschek (2024) : Opposition, https://sezession.de/68990/sechs-gedanken-zur-lage-der-nationalen-opposition?hilite=Staatsidee

[4] Ibid., p. 139-144.

[5] Archives Web de derflueglel.de (2016) : Résolution, https://web.archive.org/web/20160105210808/https://www.derfluegel.de/2015/03/14/die-erfurter-resolution-wortlaut-und-erstunterzeichner/.

[6] Friedrich (2017) : AfD, p. 62.

[7] Endstation Rechts (2015) : Les ailes de l’AfD, https://www.endstation-rechts.de/news/rechter-afd-flugel-festigt-position.

[8] Kubitschek (2016) : La largeur de la ligne de crête, p. 46.

[9] Büüsker (2020) : Höcke, https://www.deutschlandfunk.de/der-tag-herr-hoecke-ist-die-mitte-der-partei-100.html.

[10] Collectif d’auteurs KA (2023) : Fascisme, p. 189.

[11] Anhold (2026) : Hayek, https://www.lobbycontrol.de/aus-der-lobbywelt/hayek-gesellschaft-klimafaktenleugner-und-extreme-rechte-auf-einer-buehne-mit-einer-wirtschaftsweisen-125283/

[12] Weiß (2017) : Révolte, p. 91.

[13] Friedrich (2017) : AfD, p. 69.

[14] Collectif d’auteurs (1988) : RFA, p. 131 et suivantes.

[15] Petry (2021) : Requiem, p. 274.

[16] Eschmann (2026) : Dons aux partis, https://www.lobbycontrol.de/parteienfinanzierung/parteispenden-2025-afd-grossspenden-explodieren-123936/.

[17] Kienholz (2020) : Lutte, p. 23 / p. 76.

[18] Petry (2021) : Requiem, p. 278 et suivantes.

[19] Ibid., p. 276.

[20] Kienholz (2021) : Kampf, p. 56.

[21] Ibid., p. 22.

[22] Ibid., p. 22.

[23] Ibid., p. 23 et suivantes.

[24] Die Zeit (2020) : Chrupalla, https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-05/afd-tino-chrupalla-andreas-kalbitz-rauswurf-rechtsextremismus

[25] ARD (2022) : Congrès du parti, https://www.ardmediathek.de/video/ard-sondersendung/bericht-vom-parteitag-der-afd/ das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2FyZC1zb25kZXJzZW5kdW5nL2EyYzMwMDk2LTRmMzktNGZkMC05NzRjLTc5YzA2ODY2MmRlOA

[26] Ibid.

[27] Moini (2026) : Avis juridique, p. 257 et suivantes.

[28] Ibid., p. 261 et suivantes.

[29] Ibid., p. 282.

[30] TRT Deutsch (2025) : Congrès de la jeunesse de l’AfD, https://www.trtdeutsch.com/article/7c1d31801067

[31] Kanal Schnellroda (2024) : Table ronde, https://www.youtube.com/watch?v=_M8eWCfWeyI, à partir de la 41e minute.

[32] Rapport d’expertise n° 238.

[33] Pfeffer/Kurz (2026) : Groupe parlementaire de l’AfD au Bundestag, https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/ordnungsverfahren-lucassen-afd-100.html.

[34] Thorwarth (2026) : Jeu de pouvoir, https://www.fr.de/politik/hoeckes-machtspiel-in-der-afd-vertrauter-soll-vize-werden-wechsle-niemals-ein-gewinner-team-aus-zr-94350285.html.

[35] Ibid.

Luttons contre le racisme anti-musulman!

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La traduction suivante du déclaration «Antimuslimischen Rassismus bekämpfen!» a été réalisée par Supernova – Revue marxiste-léniniste.

Depuis plus d’un quart de siècle, les discours de haine islamophobes et les agressions contre les musulmans font partie du quotidien en Occident – y compris en Allemagne. Ce n’est pas un hasard. Pour les dirigeants, le racisme antimusulman est particulièrement utile, car il permet de créer à la fois un « ennemi extérieur » et un « ennemi intérieur ». Il peut ainsi être utilisé tant en politique intérieure (pour diviser la population et restreindre les droits fondamentaux) qu’en politique étrangère (pour légitimer la guerre). De plus, il s’articule particulièrement bien avec d’autres formes répandues de racisme – contre les Turcs, les Kurdes, les Arabes, les Nord-Africains, les Libanais ou les Palestiniens.

Guerre à l’extérieur, démantèlement des droits fondamentaux à l’intérieur

Après la chute du bloc socialiste en 1991, l’OTAN cherchait désespérément un nouvel « empire du mal » qui lui permettrait de justifier le réarmement et la guerre. La théorie de Samuel Huntington sur le « choc des civilisations » entre « l’Occident libre » et « l’islam arriéré » lui a fourni ce prétexte. Depuis lors, les impérialistes ont mené de nombreuses « guerres contre l’islamisme » en Afghanistan, en Iran, en Irak, au Yémen, au Liban, en Libye, au Mali, au Pakistan, en Palestine, en Somalie et en Syrie, qui concernaient avant tout le pétrole et la géopolitique.

Sur le plan de la politique intérieure, les musulmans ont été placés sous suspicion générale en tant que « terroristes » potentiels. La campagne de dénigrement médiatique et politique permanente a eu pour effet que, en Allemagne par exemple, la moitié de la population défend depuis des années des positions islamophobes.1 L’État a profité de cette campagne de peur pour restreindre les droits fondamentaux et renforcer la surveillance.

Division de la classe ouvrière

C’est surtout depuis la parution, en 2010, de l’ouvrage raciste et anti-ouvrier de Thilo Sarrazin (SPD), intitulé L’Allemagne court à sa perte, que la propagande antimusulmane est ouvertement utilisée pour détourner l’attention des conséquences sociales de la politique néolibérale des dirigeants – à savoir une pauvreté et une paupérisation toujours plus grandes. La campagne qualifiée de « débat Sarrazin » a depuis été suivie de nombreux autres faux débats racistes sur la pauvreté, la criminalité, la migration et l’islam.

Ce type de propagande raciste ne sert qu’à diviser les travailleurs selon des critères culturels, religieux, nationaux et « ethniques ».

La roulette des boucs émissaires

Pendant longtemps, le racisme en RFA s’est particulièrement dirigé contre les travailleurs immigrés turcs. Avec l’émergence de l’« islam » comme bouc émissaire, « les Turcs » sont devenus « les musulmans ». Cela ne signifie pas pour autant que le racisme anti-turc ait disparu. Au contraire, le racisme antimusulman s’adapte extrêmement bien à diverses situations, comme lors des campagnes contre les Nord-Africains après la « nuit de la Saint-Sylvestre à Cologne » (2015) ou contre les « clans » libanais.

Il existe désormais également en Allemagne un racisme résolument antipalestinien. Celui-ci est profondément imprégné de motifs islamophobes, du fait de la présentation du « conflit palestinien » comme une guerre de religion et de la focalisation sur le Hamas « islamiste radical ». De plus, le racisme anti-palestinien pousse à l’extrême l’idée selon laquelle les musulmans seraient tous antisémites.

Par ailleurs, le racisme antimusulman touche non seulement les musulmans de fait, mais aussi de nombreuses personnes qui sont simplement prises pour telles en raison de leur apparence ou de leurs origines.

Terreur islamophobe

Depuis 2001 au plus tard, les musulmans en Occident sont exposés à un « profilage racial » massif. De plus, plus de onze agressions antimusulmanes sont recensées chaque jour en Allemagne : elles vont des insultes racistes à la profanation de cimetières et d’établissements islamiques, en passant par des incendies criminels contre des mosquées et des agressions physiques contre des musulmans.2

En 2009, Marwa El-Sherbini, alors enceinte, a été assassinée dans une salle d’audience de Dresde de 18 coups de couteau sous les yeux de son mari et de son jeune fils, parce qu’elle portait un voile. Marwa est considérée comme la première victime mortelle d’un racisme résolument antimusulman en Allemagne. Avant elle, les musulmans en RFA étaient principalement assassinés par des nazis en tant qu’« étrangers » ou « Turcs », notamment lors des incendies criminels de Duisbourg (1984), à Mölln (1992) et à Solingen (1993), ou par le réseau terroriste NSU (2000-2006). Les auteurs des tueries de Munich (2016), Halle (2019)Hanau (2020) et Magdebourg (2024), quant à eux, étaient également expressément motivés par l’islamophobie. Dans d’autres pays occidentaux également, le terrorisme islamophobe a fait de nombreuses victimes : en 2011 à Oslo et à Utøya, en 2015 à Chapel Hill (États-Unis), en 2017 à Londres et à Québec, en 2019 à Christchurch (Nouvelle-Zélande) et en 2021 à London, en Ontario (Canada).

Mais surtout, les nombreuses guerres impérialistes menées par l’Occident au Proche-Orient et dans certaines régions d’Afrique constituent de véritables génocides antimusulmans : à elles seules, les croisades américaines en Afghanistan, en Irak, au Yémen, au Pakistan et en Syrie, officiellement justifiées par le 11 septembre, ont coûté la vie à au moins 4,5 millions de personnes. 3La terreur sioniste en Palestine, au Liban, en Syrie et en Iran est elle aussi officiellement menée aujourd’hui sous le prétexte d’une « guerre contre le terrorisme islamiste ». Le racisme antimusulman est donc avant tout un racisme colonial qui prend sans cesse des formes génocidaires.

Sexisme et racisme colonial

Les femmes musulmanes portant le voile sont particulièrement souvent victimes d’agressions racistes : insultes, bousculades, crachats ou tentatives d’arracher le hijab font partie du quotidien de beaucoup d’entre elles en Allemagne. Dans les médias et en politique, en revanche, les femmes musulmanes ne sont toujours présentées que comme des victimes de leur propre famille, de leur culture ou de leur religion. Dans le même temps, elles sont souvent considérées elles-mêmes comme des « coupables », car elles ne voudraient soi-disant pas s’émanciper et incarneraient le « retard islamique ».

Les interdictions du voile, réclamées par certaines « féministes » bourgeoises et déjà en vigueur dans certains secteurs en Allemagne, sont particulièrement perfides. Il s’agit en réalité d’interdictions professionnelles de fait et d’une attaque massive contre l’autodétermination et la participation sociale des femmes. Au lieu de « libérer » les femmes musulmanes, on les pousse vers la dépendance et la pauvreté.

De plus, l’accent mis sur le voile s’inscrit dans une tradition coloniale : dès le XIXe siècle, alors qu’en Europe aucune femme n’avait encore le droit de vote, l’Occident se présentait comme le « libérateur » des femmes musulmanes. En Algérie, les femmes ont même été dévoilées par les colonialistes français dans le but de faire sensation – une pratique qui se poursuit aujourd’hui en France sous la forme d’interdictions du voile et du burkini.

L’armée sioniste célèbre les dérives particulièrement répugnantes de ce racisme sexualisé : elle viole quotidiennement des Palestiniens et exhibe sur les réseaux sociaux les sous-vêtements de femmes de Gaza déplacées ou assassinées.

Montée en puissance de l’AfD et compagnie

En politique, c’est surtout la « Nouvelle Droite » qui a profité de cette campagne d’incitation à la haine islamophobe ; celle-ci a largement remplacé l’antisémitisme par le racisme antimusulman et compte notamment l’AfD parmi ses rangs. Les médias bourgeois (notamment le Spiegel, le Focus, le Stern et la presse Springer) et les partis (CDU/CSU, FDP, SPD, Les Verts) lui ont ouvert la voie pendant des années en ayant déjà établi l’image de l’islam comme ennemi avant même que l’AfD ne fasse son apparition en 2013.

Mais le racisme antimusulman profite également à ces franges de l’extrême droite qui s’accrochent à leur antisémitisme, car l’attention du public se concentre désormais sur un « antisémitisme islamique » ou « lié à Israël », détournant ainsi l’attention de l’antisémitisme réel des fascistes. Et ce, bien que la grande majorité des délits antisémites soit encore commise par l’extrême droite.4

Division de la lutte anti-impérialiste

Au sein de la gauche politique également, il existe une islamophobie tantôt plus ouverte, tantôt plus subtile. L’exemple le plus flagrant est celui des soi-disant « anti-Allemands » – des sionistes militants issus à l’origine de la scène d’extrême gauche, qui se caractérisent par un racisme extrême à l’égard des musulmans et des Arabes.

Cependant, les préjugés et le chauvinisme antireligieux sont répandus même parmi les gauchistes anti-impérialistes et les communistes. Ils se manifestent par exemple par des diffamations à l’encontre de la résistance islamique palestinienne ou de l’Iran, qualifiés de « réactionnaires » voire de « fascistes », et entravent ainsi la lutte anti-impérialiste et pour la paix.

Luttons contre le racisme !

En tant que communistes, nous devons lutter contre toute forme de racisme et être fondamentalement solidaires de toutes les personnes concernées. La lutte contre le racisme fait partie de la lutte des classes, car comme l’a déjà constaté Malcolm X : « Il n’y a pas de capitalisme sans racisme. »

Pour nous, toute attaque contre nos camarades de classe musulmans est une attaque contre l’ensemble de la classe ouvrière. Nous devons repousser ces attaques avec détermination et défendre sans réserve les droits fondamentaux durement acquis – tels que le droit au travail, le droit des femmes à l’autodétermination ou la liberté d’opinion et de croyance !

Halte à la propagande antimusulmane !

Lutte contre l’impérialisme !

Vive la solidarité internationale !

1 https://kompetenznetzwerk-imf.de/ueber-das-kompetenznetzwerk/zahlen-und-fakten/

2 https://www.claim-organisation.de/aktuelles/news/bundesweites-lagebild-antimuslimischer-rassismus-2025-veroeffentlicht/

3 Stephanie Savell : How Death Outlives War. The Reverberating Impact of the Post-9/11 Wars on Human Health (15 mai 2023).

4 https://www.zeit.de/politik/ausland/2023-11/antisemitismus-straftaten-deutschland-frankreich

Antisemitismus-Vorwürfe als Waffe von Zionismus und deutschem Imperialismus

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Wer es heute in Deutschland wagt, Israel zu kritisieren, der setzt sich sofort der Gefahr aus, als Antisemit diffamiert zu werden. Diese Art der Propaganda trifft nicht nur Personen, die den zionistischen Staat als das siedlerkolonialistische Apartheid-Regime bezeichnen, das es seit 1948 ist, oder die die Befreiung ganz Palästinas vom Meer bis zum Fluss fordern. Es trifft auch jene, die lediglich die israelische Regierung kritisieren, die auf den in Israel tief verwurzelten Rassismus hinweisen, die den Zionismus als Ideologie ablehnen, die von einem „Genozid“ in Gaza sprechen oder das Recht der Palästinenser auf Widerstand betonen und sich mit den Opfern des zionistischen Terrors solidarisieren. Diese Art der Attacken haben auch nicht erst mit dem 7. Oktober 2023 begonnen. Vielmehr wurde eine jahrelange Vorarbeit geleistet, deren Ergebnis war, dass in der BRD der Ausbruch aus dem Freiluftgefängnis von den deutschen Meinungsmachern sofort zu einer Art „zweiten Holocaust“ verklärt werden konnte und die völkermörderische Reaktion Tel Avivs grundsätzlich von 54 % der deutschen Bevölkerung unterstützt wurde.1

Vor 2023 trafen diese falschen Antisemitismus-Vorwürfe zahlreiche Aktivisten, Wissenschaftler, Künstler und Kulturschaffende, häufig solche aus dem Trikont und auffallend oft jüdische. So mussten bereits Persönlichkeiten wie Norman Finkelstein, Ilan Pappe, Judith Butler, Moshe Zuckermann, Abraham Melzer oder Evelyn Hecht-Galinski den – meist von Nichtjuden erhobenen – Vorwurf über sich ergehen lassen, sie seien „selbsthassende Juden“ oder „jüdische Antisemiten“. Dasselbe gilt für Organisationen wie dieJüdische Stimme für einen gerechten Frieden. 2020 sprach der liberale jüdische Publizist Micha Brumlik von einem „neuen McCarthyismus“, womit er die Hetzjagd auf Israelkritiker mit der antikommunistischen Kampagne in den 1950er Jahren in den USA verglich.2 Auch wir als KO sind mittlerweile wiederholt zum Ziel derartiger Angriffe geworden. So hob uns der – von Altnazis aufgebaute und Neonazis aktiv unterstützende – Geheimdienst „Verfassungsschutz“ wiederholt als besonders „radikales“ Beispiel für „linksextremistische Positionen“ in Bezug auf Palästina hervor.3 Allerdings erhob er keinen offenen Antisemitismus-Vorwurf gegen uns. Das tat dafür der Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, Jens-Christian Wagner, der uns unterstellte, „extrem antisemitisch“ zu agieren.4

Der folgende Text hat nicht den Anspruch, eine umfassende und theoretische Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Antisemitismus aus marxistischer Perspektive zu liefern. Er soll vielmehr aufzeigen, wie der Antisemitismus-Vorwurf von zionistischen und anderen bürgerlichen Kräften, vor allem in Deutschland, als politische Waffe eingesetzt wird, und helfen, dagegen zu argumentieren. Trotzdem ist es nötig, eingangs in aller Kürze klarzustellen, was realer Antisemitismus ist, um falsche Antisemitismus-Vorwürfe zu erkennen.

Was ist Antisemitismus?

Antisemitismus ist Feindschaft gegen Juden als Juden. Der moderne Antisemitismus, der sich vom vormodernen, religiös begründeten Antijudaismus unterscheidet, ist eine Form von Rassismus: Er entstand mit dem Aufkommen des Kapitalismus in Europa, dem Beginn der kolonialen Eroberung Amerikas („Conquista“) und der Vertreibung der Muslime und Juden aus Spanien („Reconquista“) ab Ende des 15. Jahrhundert und wurde im 19. Jahrhundert „vollendet“, als im Westen die Rassenlehre aufkam und der Begriff „Antisemitismus“ – damals als positive Selbstbezeichnung der Judenhasser – erfunden wurde. Heute, nach dem Sieg über den deutschen Faschismus und der Zerschlagung der alten Kolonialreiche, gelten offene Rassentheorien auch in bürgerlichen Kreisen weithin als diskreditiert. Daher funktioniert Rassismus heute meist als Kulturrassismus oder als „Rassismus ohne Rassen“. Im Fall des Antisemitismus treten kulturelle, religiöse und verschwörungsmythologische Elemente, Codierungen und Argumente in den Vordergrund.

Rassismus dient als Herrschaftsinstrument. Er ist nicht einfach gleichbedeutend mit Vorurteilen, Ängsten oder „Fremdenfeindlichkeit“. Rassistische Ideologie greift diese Mechanismen viel mehr auf, popularisiert, systematisiert, vertieft und radikalisiert sie. Die Herrschenden haben Rassismus stets befeuert und gelenkt, wie es ihren Interessen diente: um die eigene Gesellschaft entlang ethnischer, nationaler, kultureller, sprachlicher und/oder religiöser Linien zu spalten, um von Problemen abzulenken oder ihre wahren Ursachen zu verschleiern und um Repression nach innen oder Krieg nach außen zu legitimieren. Der Antisemitismus hat im Laufe der Geschichte all diese Zwecke erfüllt. Die Zeit des deutschen Faschismus ist das extremste und anschaulichste Beispiel: Juden wurden sowohl für den „raffgierigen Kapitalismus“ als auch für die „kommunistische Gefahr“ verantwortlich gemacht; sie wurden so weit degradiert, dass sie noch unter den ärmsten und elendesten „Ariern“ standen; ihre Entrechtung und Enteignung diente als rassistisches „Wohlfahrts-“ und „Aufstiegsprogramm“ für Kleinbürger und Teile der Arbeiterklasse; und der „jüdische Bolschewismus“ war der Hauptfeind, gegen den ein globaler Kolonial- und Vernichtungskrieg zur Zerschlagung der sozialistischen Sowjetunion entfesselt wurde.

Rassismus ist zudem mehr als Ideologie: es handelt sich um ein Macht- und Gewaltverhältnis. Es geht um strukturelle und institutionelle Benachteiligung, Unterdrückung und Ausbeutung. Das bedeutet, dass Angehörige unterdrückter und diskriminierter Gruppen zwar auch selbst rassistisch denken und handeln können und nicht selten auch eine Art „Gegenrassismus“ unter ihnen entsteht. Aber diese Formen von Bewusstsein sind keine Unterdrückungsmechanismen und können daher nicht mit dem eigentlichen Rassismus gleichgesetzt werden.

Und was nicht?

Aus all dem folgt, dass die Gleichsetzung von Antizionismus und Antisemitismus falsch ist. Antizionismus an sich wendet sich nicht gegen Juden als Juden, sondern gegen Zionismus und Zionisten, vollkommen unabhängig davon, ob mit jüdischem, christlichem, atheistischem oder welchem Hintergrund auch immer. Zwar sind viele – aber längst nicht alle – Antisemiten auch gegen den Zionismus, aber Antizionismus ist meist nicht auf Judenfeindlichkeit zurückzuführen, sondern ausschließlich auf Kritik am Zionismus als rassistische, kolonialistische, imperialistische und faschistoide Ideologie und Bewegung. Unter Juden gab und gibt es zudem Formen von moralisch oder theologisch begründetem Antizionismus. Die ersten Antizionisten waren europäische Juden und revolutionäre Sozialisten, später, als der zionistische Siedlerkolonialismus in Palästina Fuß fasste, kamen die bedrängten Palästinenser und schließlich ihre arabischen und muslimischen Geschwister hinzu.

Entsprechend ist auch die ständige Rede von einem verbreiteten „linken“ oder „arabischen“, „muslimischen“ oder „israelbezogenen Antisemitismus“ falsch. Der sogenannte „israelbezogene Antisemitismus“ ist schlicht eine Diffamierung des Antizionismus als angeblich antisemitisch. Dazu wurden verschiedene theoretische Konzepte ausgearbeitet. Zu den bekanntesten gehören der sogenannte „3-D-Test“ und die IHRA-Definition.

Der 3-D-Test wurde vom rechten israelischen Politiker Natan Scharanski entwickelt und soll anhand von drei Merkmalen, den „3 Ds“, „israelbezogenen Antisemitismus“ entlarven: Demnach sei Kritik an Israel dann antisemitisch, wenn sie den zionistischen Staat „dämonisiere“, ihn „delegitimiere“ oder aber „Doppelstandards“ anlege.5 Zur „Dämonisierung“ zählt Scharanski bereits die Aussage, dass Israel ein Apartheidstaat ist; als „Delegitimierung“ gilt für ihn schon die Infragestellung Israels als exklusiv jüdischem Staat.6 Da Antizionismus dem zionistischen Regime per Definition die „Legitimität“ abspricht, gilt laut diesem „Test“ jeder Antizionismus als antisemitisch. In Sachen Doppelstandards liegt die Ironie in der Tatsache, dass das zionistische Regime sich seit seiner Konstituierung als Staat weder an völker- noch an menschenrechtliche Standards hält. Dass Israel angeblich kein rassistischer Kolonial- und Apartheidstaat sein und auch keinen Völkermord begehen könne, weil es ein „jüdischer Staat“ sei, ist ebenfalls eine auf Doppelstandards basierende weit verbreitete Pseudoargumentation zionistischer Akteure.

Die Arbeitsdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) wiederum umfasst lediglich zwei Sätze, die an sich wenig problematisch, aber auch wenig hilfreich sind und Antisemitismus weder als rassistische Ideologie noch als Gewaltverhältnis definieren: „Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass gegenüber Jüdinnen und Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.“ Problematischer sind allerdings die elf zugehörigen Beispiele, von denen sich sieben auf den Staat Israel beziehen und diesen faktisch mit Juden gleichsetzen – was laut allen Antisemitismus-Definitionen – einschließlich der IHRA-Definition – selbst antisemitisch ist. Dabei wird die Aussage, das zionistische Regime sei ein rassistisches Projekt, explizit als antisemitisch gebrandmarkt.7 Die IHRA-Definition wurde nicht von Wissenschaftlern, sondern von Staaten – von Israel und seinen Alliierten – aufgestellt. Tatsächlich gibt es von verschiedenen Wissenschaftlern scharfe Kritik an dieser Definition und ihrer Handhabung. 2021 wurde mit der Jerusalemer Erklärung sogar eine Definition veröffentlicht, die sich explizit als Gegenentwurf zur IHRA-Definition versteht.8 Diese Erklärung wurde von zahlreichen Akademikern, darunter jüdischen und israelischen Persönlichkeiten, Antisemitismus- und Rassismusforschern erarbeitet und unterzeichnet.9

Wer steckt hinter den falschen Vorwürfen?

Die Diffamierung von Palästinensern, Arabern und Muslimen, von Antifaschisten, Internationalisten und Antiimperialisten als „antisemitisch“ ist keine Entgleisung und kein Zufall. Dahinter stecken politisches Kalkül und konkrete Akteure. Das zeigt sich schon an der Tatsache, dass Konzepte wie der „3-D-Test“ und die IHRA-Definition von eindeutig zionistischen bzw. pro-zionistischen politischen Akteuren erfunden wurden.

Das offensichtlichste Interesse an der Diffamierung antizionistischer Kräfte hatten und haben die Zionisten, also in erster Linie die zionistische Bewegung und der Staat Israel, aber auch die hinter ihnen stehenden und mit ihnen verbündeten Staaten, Kapitalgruppen, Lobbyisten. Während die Zionisten Antisemiten lange als objektive Verbündete betrachteten und auch real Bündnisse und Kooperationen mit antisemitischen Akteuren – einschließlich der deutschen Faschisten10 – eingingen, so kam die Taktik, die Gegner des Zionismus als „Antisemiten“ zu diffamieren, erst gegen Ende des Zweiten Weltkriegs auf: 1943 bezichtigte der Zionistenführer Ben-Gurion britische Kolonialbehörden des Antisemitismus, womit er „eine neue Phase der zionistischen Propaganda einleitete“.11 Der Jahrhunderte lang in Europa verbreitete Antisemitismus war in den Augen der westlichen Öffentlichkeit mittlerweile untrennbar mit den Nazis verbunden. Diese Sicht machten sich die Zionisten zu Nutze: „Von nun an galt: Wer antizionistisch war, war antisemitisch; wer den jüdischen Territorialnationalismus ablehnte, war ein Nazi.“12 Diese Taktik wurde aber erst nach Israels Juni-Aggression 1967 „zu einer wahren Kunstform verfeinert, und zwar in zunehmendem Maße, je weniger die verteidigte Politik zu rechtfertigen war.“13 Dafür wurde 1974 vom damaligen Chef der zionistischen Lobby-Organisation Anti-Defamation League (ADL) der Begriff des „neuen Antisemitismus“ geprägt und es begann „eine wahre Flut von Büchern, Artikeln und Konferenz zu diesem ‚neuen Antisemitismus‘.“14 Diese richtete sich schon damals gegen die palästinensische und arabische Befreiungsbewegung, gegen die radikale Linke und allgemein antikoloniale und antirassistische Kräfte und relativierte zugleich die Gefahr von rechts.

Zu dieser konkreten Instrumentalisierung des Antisemitismus-Vorwurfs als Waffe gegen politische Gegner kommt noch eine allgemeinere Ebene hinzu: Der Anspruch des Zionismus, die (einzig legitime) Antwort auf den Antisemitismus zu sein, „ließ die ‚Erhaltung‘ des Antisemitismus in der Welt notwendig werden“15 – ob nun ein realer, der auch selbst gefördert wurde (etwa durch die Zusammenarbeit mit Faschisten, die Gleichsetzung Israels mit dem Judentum oder False-Flag-Aktionen), oder ein erfundener.

Dass ausgerechnet Deutschland heute besonders pro-zionistisch ausgerichtet ist und hierzulande Diffamierungskampagnen mittels falscher Antisemitismus-Vorwürfe extrem ausgeprägt sind, ist kein Zufall. Diese Tatsache geht natürlich auch auf zionistische Lobby-Arbeit und Druck aus Israel und den USA zurück, aber eben längst nicht nur: Der BRD-Imperialismus verfolgt mit seinem radikal pro-zionistischen Kurs viel mehr sein ureigenes Interesse. Die Bundesrepublik wurde bekanntlich von alten Nazis aufgebaut, während die DDR von Antifaschisten und ehemaligen Verfolgten des Nazi-Regimes errichtet wurde. Dadurch hatte die BRD von Anfang an ein Legitimitätsproblem. Daher wurde mit dem 1948 ausgerufenen „jüdischen Staat“ ein „Wiedergutmachungsabkommen“ geschlossen, das als Persilschein für den Altnazi-Staat diente. So wurden die europäischen Juden in Westdeutschland zur zentralen, teilweise einzigen Opfergruppe stilisiert und zugleich mit Israel gleichgesetzt, während die slawischen Völker, die Roma und Sinti, Homosexuelle, Schwarze, Kommunisten und Antifaschisten nahezu vollständig ausgeblendet wurden, da man sie weiterhin als Feinde betrachtete, diskriminierte und/oder politisch verfolgte.

Diese Politik der Selbstlegitimierung hat nach der Annexion der DDR 1990 und dem Wiederaufstieg des deutschen Imperialismus sogar noch an Schärfe zugenommen: In den 1990er Jahren begann die BRD den ersten deutschen Angriffskrieg nach 1945. Sie unterstützte aktiv die Zerstörung Jugoslawiens und bombardierte 1999 Belgrad, mit der Begründung, der jugoslawische Präsident Milošević sei der neue „Hitler“ und es müsse ein neues „Auschwitz“ verhindert werden (Joschka Fischer, Grüne). In Wahrheit aber verfolgte die BRD dasselbe Ziel wie die Nazis zuvor, nämlich die Zerschlagung Jugoslawiens, und stützte sich dabei sogar offen auf Nachfolger der Nazi-Kollaborateure (Ustaša in Kroatien und teilweise UÇK im Kosovo). Die als „deutsche Staatsräson“ (Angela Merkel, CDU) bezeichnete bedingungslose Unterstützung Israels mit Waffen reiht sich hier ein: Die Lehre aus Weltkrieg und Holocaust lautet den deutschen Imperialisten zufolge nicht: „Nie wieder Krieg, nie wieder Auschwitz!“, wie es die antifaschistischen Widerstandskämpfer und die Friedensbewegung forderten, sondern: „Solidarität mit Israel“ und „deutsche Verantwortung in der Welt“. Der verordnete Zionismus als „Ersatz-Antifaschismus“ ist konstituierend für die BRD. Mit dieser Staatsideologie schafft es der deutsche Imperialismus, seine Verbrechen der Vergangenheit für seine Verbrechen der Gegenwart und Zukunft zu instrumentalisieren. Indem er dem „jüdischen Staat“ aktiv hilft, die „neuen Nazis“ im Gazastreifen auszurotten, holt er sich die Absolution, zeitgleich in der Ukraine offen auftretende Neonazis dabei zu unterstützt, Russen umzubringen.

Das alles bedeutet nicht, dass die deutschen Propagandisten des Zionismus – Medien von der Axel-Springer-Presse bis zur taz, pro-zionistische Institutionen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung, Israel-Lobbyisten wie Uwe Becker (CDU) oder Volker Beck (Grüne), Parteien von AfD bis Linkspartei oder die sogenannten „Antideutschen“ – nicht auch häufig Überzeugungstäter sind, die voller Begeisterung die Ziele des zionistischen Regimes teilen und Araber, Muslime und Linke zutiefst hassen und verachten. Aber sie stehen eben auch für eine spezifische deutsch-imperialistisch-zionistische Symbiose.

Zwischen Rufmord und Inflation

Weil das, was Israel tut – Kolonialismus, Aggressionskrieg, Besatzung, Apartheid, Landraub, Vertreibung, Massaker, Folter und Völkermord – so ungehörig und offensichtlich zu verurteilen ist, haben seine Vertreter und Unterstützer ein großes Problem. Und so greifen sie zum Antisemitismus-Vorwurf, weil es die einzige Möglichkeit für sie ist, von diesen Verbrechen abzulenken und moralisch in die Gegenoffensive zu kommen: Sie werfen den Kritikern einfach vor, Antisemiten zu sein und damit selbst in einer Reihe mit jenen zu stehen, die einst Angriffskriege, Unterdrückung, Massen- und Völkermord begangen haben. Weil dieser Vorwurf aber so völlig absurd ist und sie ihn auch nur mittels – der oben genannten – Hilfskonstruktionen „begründen“ können, nutzen sie einen Propagandatrick, der in der Geschichte leider schon häufig Wirkung gezeigt hat: sie wiederholen ihren Vorwurf einfach immer und immer wieder – in den Parlamenten, den Medien, den Schulen, den Unis –, bis er zu offiziellen „Wahrheit“ wird.

Ziel der Kampagne der Antisemitismus-Vorwürfe ist in erster Linie Einschüchterung. Zwar werden unter dem Vorwurf des Antisemitismus auch Strafverfahren und Razzien eingeleitet, Vereine wie Samidoun und Palästina Solidarität Duisburg (PSDU) verboten, Jobs gekündigt, Staatsbürgerschaften verweigert oder wieder aberkannt und Abschiebungen forciert. Allerdings stoßen diese Repressionen bisher noch häufig an Grenzen, was bedeutet, dass sie meist nur funktionieren, weil sie einschüchtern.

Die aktuelle Kampagne in Deutschland läuft seit etwas über 15 Jahren: Zwischen 2009 und 2020 gab es mindestens 117 Versuche, israelkritische Veranstaltung in etwa 30 deutschen Städten zu verhindern.16 Ende 2009 und Anfang 2010 ging es in München los, als dort Veranstaltungen mit Ilan Pappe und Norman Finkelstein nicht stattfinden konnten, weil Stadt, Land, Evangelische Kirche, Heinrich-Böll– (Grüne) und Rosa-Luxemburg-Stiftung (Linkspartei) ihre Räumlichkeiten versagten.17 In Freiburg mussten 2010 die Nakba-Ausstellung und 2012 eine Veranstaltung von Ärzte ohne Grenzen zu Gaza gegen die Kommune und die Universität mittels Gerichtsurteil durchgesetzt werden.18 Ende 2010 kündigte das israelische Außenministerium eine großangelegte Propaganda-Kampagne an. Die wichtigsten Botschaften in Europa wurden angewiesen, bis Mitte Januar 2011 jeweils eine Liste von mindestens 1.000 „Verbündeten“ im jeweiligen Land zu erstellen, die regelmäßig mit Informationen versorgt werden sollten. Laut Haaretz ging es vor allem um „Mitglieder der lokalen jüdischen Gemeinde, Aktivisten in christlichen Organisationen, Journalisten, Politiker, Intellektuelle, Akademiker und Aktivisten in Studentenorganisationen“.19 Am 14. Januar 2011 stellte die Junge Welt fest: „In der Bundesrepublik hat sich eine weit verzweigte und wirkungsvolle Israel-Lobby etabliert. (…) Ihr gehören Deutsch-Israelische und Christlich-Jüdische Gesellschaften an, die Sächsischen Freunde Israels und Christen an der Seite Israels, eine Prozionistische Linke Frankfurt und viele andere Vereine und Zentren.“20 Zwischen 2017 und 2019 „vollzog sich der Übergang von der einzelfallbezogenen Be- oder Verhinderung zur offizialisierten Ächtung in Form von institutionellen Beschlüssen“ durch die mehrere Städte, Landtage und schließlich den Bundestag, die allesamt BDS für antisemitisch erklärten.21 Seither ist der stramm pro-zionistische Konsens in nahezu sämtlichen bürgerlichen Kreisen der BRD durchgesetzt. Eine weitere Verschärfung kam mit dem als „Zeitenwende“ deklarierten Übergang zum vollkommen offenen autoritären Staatsumbau ab Februar 2022 und nach der Erschütterung der imperialistischen Normalität im Nahen Osten durch den Aufstand vom 7. Oktober 2023.

Die Kehrseite des ständigen Wiederholens ist freilich, dass sich der Vorwurf zunehmend abnutzt: Das gilt insbesondere dann, wenn Menschen betroffen sind, die lediglich offensichtliches Unrecht anprangern. Einerseits ist das gut, weil die Wirkung der Propaganda nachlässt. Fatal ist aber andererseits, dass der Vorwurf des Antisemitismus an sich seine Wirkung verliert – was auch den Kampf gegen wirklichen Antisemitismus erschwert. Dasselbe gilt im engeren Sinne für die Lehren aus dem Faschismus: Wenn im Namen dieser Lehren ungeheure Menschheitsverbrechen begangen werden, dann werden die Lehren an sich oder sogar die Menschheitsverbrechen des Faschismus selbst zunehmend infrage gestellt. Die Herrschenden in der BRD missbrauchen mit ihrer „Staatsräson“ also nicht nur das Erinnern an die faschistischen Verbrechen, um eigene faschistoide Verbrechen zu begehen, sie relativieren die faschistischen Verbrechen durch ihre inflationären Antisemitismus-Vorwürfe auch noch und schütten dadurch Wasser auf die Mühlen der Neofaschisten und Holocaustleugner.

Antisemitismus-Vorwürfe und antimuslimischer Rassismus

Der Islamwissenschaftler Kai Hafez schreibt: „Es kann kaum einen Streit darüber geben, dass Juden in den letzten zweitausend Jahren in der muslimischen Welt weitaus sicherer leben konnten als in Europa. Während im christlichen Raum das Motiv der ‚Christusmörder‘ lange nachwirkte, wird das Judentum als Buchreligion (…) im Koran ausdrücklich anerkannt.“22 Anders als im christlichen Europa, mit seinen Ghettos und Pogromen, erlebte das Judentum in der islamisch geprägten Welt mehrere Blütephasen. Diese „jüdisch-islamische Tradition“ (Bernhard Lewis) wurde erst mit dem Eindringen des europäischen Kolonialismus, dessen Teile-und-Herrsche-Politik und konkret mit dem Aufkommen des zionistischen Siedlerkolonialismus und der ethnischen Säuberung Palästinas zerstört. Gleichzeitig exportierte der Westen bis dahin unbekannte antisemitische Stereotype in die islamische Welt, deren verschwörungsmythologische Versatzstücke – ganz im Gegensatz zu den rassistischen – teilweise auf fruchtbaren Boden fielen, weil sie mit realen Verschwörungserfahrungen vereinbar waren: Schließlich waren die arabischen und muslimischen Massen wiederholt von den Kolonialmächten, den Zionisten und ihren eigenen Eliten betrogen worden. Und nicht zuletzt gaben sich die Zionisten selbst alle Mühe, den Unterschied zwischen Juden und Zionisten zu verwischen, was von einigen ihrer Gegner – teils bewusst, häufiger wohl aber aus mangelnder Differenzierung oder Unwissen – übernommen wurde.23

Dass es auch unter muslimischen und arabischen Menschen Vorurteile bis hin zu Feindlichkeit gegenüber Juden gibt, ist unbestritten.

Zum einen aber muss diese reale Judenfeindlichkeit im gesellschaftlichen Kontext begriffen werden: Israel, das sich selbst als „jüdischer Staat“ definiert, ist eine reale Bedrohung für die arabische und muslimische Welt und überzieht diese Länder seit fast 80 Jahren mit Krieg und Terror. In diesem Kontext ist Antisemitismus unter Arabern und Muslimen als eine Form von „Gegenrassismus“ gegenüber den zionistischen Kolonialrassismus zu verstehen – was nicht bedeutet, dass wir ihm nicht entgegentreten und stets für die klare Trennung zwischen Zionisten und Juden eintreten müssen! Dieser Antisemitismus ist zudem nicht per se eliminatorisch, wie gerne behauptet wird: Vorurteile und selbst Rassismus bedeuten in der Konsequenz nicht immer gleich Vernichtungsabsichten.

Zum anderen ist die immer wieder vorgebrachte Behauptung, Antisemitismus sei unter Muslimen und Arabern weiter verbreitet als unter Nichtmuslimen und Menschen ohne arabischen Hintergrund im Westen, nicht bewiesen: Die einzigen Statistiken stammen nämlich von zionistischen Akteuren wie der ADL und müssen daher als Propaganda betrachtet werden.

Vor allem aber wird ohnehin jeder arabische oder muslimische Antizionismus des Antisemitismus bezichtigt, egal wie differenziert er ist. Der Vorwurf des Antisemitismus dient vor allem der Delegitimierung des antizionistischen Widerstands, der Dämonisierung von Arabern und Muslimen und in der Konsequenz der Legitimierung ihrer Unterdrückung, Vertreibung und Ermordung. Auf den Punkt gebracht hat das eine Veranstaltung an der Uni Freiburg mit dem Zionisten Stephan Grigat, die in ihrem Titel den Angriffskrieg auf den Iran als „praktizierte Antisemitismuskritik“ bezeichnete.24 Das ist nur eine akademisierte Version von „Antifa heißt Luftangriff“, einem Slogan der sogenannten „Antideutschen“.

Aber auch wenn der Vorwurf des „arabischen“, „muslimischen“ oder „islamischen Antisemitismus“ nicht mit direkten Aufrufen zu und Legitimationen von Angriffskriegen und Massenmorden einhergeht, ist er fast immer rassistisch. Besonders deutlich wird das, wenn vom „importierten Antisemitismus“ die Rede ist, womit das Problem der Judenfeindlichkeit auf Migranten abgewälzt und der bis heute lebendige deutsche Faschismus entlastet wird. Vor allem aber ist der Antisemitismus-Vorwurf eine perfide Legitimierung für antimuslimischen Rassismus: Dieser Rassismus argumentiert meist kulturalistisch und behauptet, „die Muslime“ beziehungsweise „der Islam“ stünden vermeintlich westlich-liberalen Werten wie „Aufklärung“ und „Toleranz“ feindlich gegenüber. Dadurch ist dieser Rassismus anschlussfähig bis weit hinein ins linke Lager. Der Vorwurf, Muslime per se oder der Islam an sich seien antisemitisch, dient hier als Verstärker. Die Logik lautet: Wenn Muslime Judenhasser sind, ist es legitim, Islamhasser zu sein.

Antisemitismus-Vorwürfe und Antikommunismus

Was die revolutionäre Linke im Allgemeinen und die kommunistische Bewegung im Besonderen angeht, so ist weithin bekannt, dass Juden von Anfang an Teil dieser Kräfte waren und viele ihrer wichtigsten Köpfe einen jüdischen Hintergrund hatten. Der Antisemitismus entfachte unter zahlreichen Juden den Drang, Ausbeutung und Unterdrückung grundsätzlich zu überwinden, und umgekehrt waren die Kommunisten die entschiedensten Kämpfer gegen Antisemitismus und Faschismus. Die Unterstützung der arabischen und auch der palästinensischen Befreiungsbewegung durch die revolutionäre Linke stand nie im Gegensatz zum Antifaschismus und der Ablehnung des Antisemitismus.

Auch Linke sind natürlich nicht immun gegen rassistische Denk- und Handlungsweisen. Allerdings bezeichnet das Schlagwort „linker Antisemitismus“ fast nie konkrete judenfeindliche Verhaltensweisen oder Vorurteile von linken Akteuren, sondern es geht fast immer um „israelbezogenen“ oder auch „strukturellen Antisemitismus“. Letzteres ist ein Kampfbegriff der sogenannten „Antideutschen“ und zielt darauf ab, „verkürzte Kapitalismuskritik“ als letztlich antisemitisch zu brandmarken. Dabei wird allerdings nicht etwa auf den vorgeschobenen „Antikapitalismus“ von Faschisten abgezielt, sondern jede Analyse des Kapitalismus, die Herrscher und Profiteure benennt, als „strukturell antisemitisch“ attackiert. Wer also von „Herrschenden“, „Kapitalisten“, „Finanzoligarchen“, „Ausbeutern“ oder „Schmarotzern“ spricht und die Kapitalistenklasse stürzen will, dem wird unterstellt, letztlich Juden zu meinen. Der Aufruf zum Aufstand der „99 Prozent“ der Bevölkerung gegen die „1 Prozent“ der Superreichen wird einfach mit dem Aufruf zur physischen Vernichtung einer jüdischen Minderheit gleichgesetzt. Damit wird der falsche Antisemitismus-Vorwurf zur Waffe gegen jede revolutionäre Bewegung.

Es muss zudem immer wieder darauf hingewiesen werden, dass antisemitische Straftaten, wie Angriffe auf Juden, Schändungen von Synagogen und Gräbern, die Verbreitung antisemitischer Äußerungen und faschistischer Symbole oder die Leugnung oder Relativierung des Holocaust in Deutschland bis heute in erster Linie von Faschisten begangen werden.25 Daran ändert auch der massive Anstieg des „linken“ und „palästinabezogenen Antisemitismus“ in den offiziellen Statistiken nichts, der darauf zurückzuführen ist, dass pro-palästinensische Aktivitäten und Parolen wie „From the river to the sea Palestine will be free“ als „antisemitisch“ eingestuft werden. Während die deutschen Behörden mit höchster Aggressivität gegen die Palästinasolidaritätsbewegung vorgehen, tolerieren sie die antisemitischen Umtriebe von Rechts nicht nur. Sie sind, wie spätestens seit dem gescheiterten NPD-Verbot und dem NSU-Komplex bekannt ist, viel mehr zutiefst verstrickt in die neofaschistischen Organisations- und Terror-Netzwerke, die sie finanzieren und schützen.

Wir werden nicht ruhen!

Als Kommunisten, Internationalisten und Antifaschisten bekennen wir uns klar zum Antizionismus: Wir lehnen das zionistische siedlerkolonialistische Projekt ab und unterstützen die Palästinenser in ihrem Kampf um nationale Befreiung und die Völker der Region gegen den westlichen Imperialismus und Neokolonialismus, dessen Vorposten Israel ist. Wir lehnen jede Form von Rassismus entschieden ab: Wir stehen gegen Spaltung und Unterdrückung auf Grundlage nationaler, „ethnischer“, kultureller, sprachlicher oder religiöser Unterschiede. Antisemitismus ist eine Form von Rassismus.

Zugleich sind wir als revolutionäre, als antifaschistische, als Friedens- und als palästinasolidarische Bewegung mit den falschen Antisemitismus-Vorwürfen konfrontiert, die uns einschüchtern, diskreditieren und kriminalisieren sollen. Diese Vorwürfe wirken bis tief hinein in die deutsche Linke. Das mussten wir nach dem 7. Oktober bei der Roten Hilfe sehen, deren Bundesvorstand sich von Samidoun distanzierte, wir sehen es seit Jahren in der Linkspartei, wir sehen es in Teilen der antirassistischen Szene, bei der DFG-VK und in der VVN-BdA. Zuletzt haben wir es bei den Reaktionen weiter Teile auch der kommunistischen Bewegung auf die Kampagne Kufiyas in Buchenwald erlebt. Diesen Angriffen müssen wir uns endlich entschieden und offensiv entgegenstellen, wenn wir nicht noch weiter in die Defensive geraten wollen. Dass die Herrschenden sich unsere zentralen Begriffe, wie „Antifaschismus“, „Solidarität“, „Frieden“ und „links“, bereits aneignen und so völlig verdrehen konnten, schwächt den Widerstand gegen Rassismus, Faschismus, Autoritarismus, Aufrüstung und Krieg und hat nicht zuletzt auch den Aufstieg rechtsradikaler Kräfte wie der AfD begünstigt.

In die Gegenoffensive werden wir erst kommen, wenn wir die Reihen in so entscheidenden ideologischen Grundfragen wie Antifaschismus, Antirassismus und Antiimperialismus schließen können. Wenn Palästinasolidarität und Antizionismus in der deutschen Linken wieder eine Selbstverständlichkeit sind. wenn wir ihre falschen Lehren und ihre geheuchelten Schuldeingeständnisse nicht mehr glauben. Wenn wir uns von den Angriffen und der Propaganda des Klassenfeindes nicht mehr beeindrucken lassen, wenn wir ihnen entgegentreten und selbstbewusst erklären: Ihr, nicht wir, seid die Faschisten und Kriegstreiber, die Rassisten, Antisemiten und Völkermörder – damals wie heute! Und wir werden nicht ruhen, bis ihr vor den Richtern der Völker steht!

Tipps zum Weiterlesen

Georg Auernheimer: Zweierlei Antisemitismus. Staatsräson vor universellen Menschenrechten?, Papyrossa 2025.

Errol Babacan / Laura Höh: Antipalästinensischer Rassismus im Namen der Antisemitismuskritik. In: Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung Nr. 141 vom März 2025. Online unter: http://wp.links-netz.de/?p=911.

Norman G. Finkelstein: Antisemitismus als politische Waffe, Piper 2006.

Wolfgang Gehrcke: Rufmord. Die Antisemitismus-Kampagne gegen links, Papyrossa 2015.

Gerhard Hanloser (Hrsg.): Linker Antisemitismus?, Mandelbaum 2020.

Gerhard Hanloser: „Linker Antisemitismus“. Zur Kritik eines Kampfbegriffs, Mandelbaum 2026.

Claus Ludwig: Antisemitisch?! Gegen antideutsche Mythen und die Umdeutung des Begriffs, Manifest 2019.

Abraham Melzer: Die Antisemitenmacher. Wie die neue Rechte Kritik an der Politik Israels verhindert, Westend 2017.

Karin Wetterau: Neuer Antisemitismus? Spurensuche in den Abgründen einer politischen Kampagne, Aisthesis 2020.

Moshe Zuckermann: „Antisemit!“ Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument, Promedia 2010

Moshe Zuckermann: Der allgegenwärtige Antisemit oder Die Angst der Deutschen vor der Vergangenheit, Westend 2018.

  1. Laut Meinungsforschungsinstitut YouGov gaben im Mai 2025 14 % der Deutschen an, Israel habe richtig gehandelt, während 40 % erklärten, Israel habe zwar das Recht gehabt, Gaza militärisch anzugreifen, sei „aber zu weit gegangen“. (Jon Henley: Public support for Israel in western Europe at lowest ever recorded by YouGov. In: The Guardian (03.06.2025).) ↩︎
  2. Micha Brumlik: „Israelsolidarität“ als Islamophobie. Formen eines neuen McCarthyismus. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Streitfall Antisemitismus. Anspruch auf Deutungsmacht und politische Interessen, Metropol 2020, S. 166-181. ↩︎
  3. KO: Wenn Nazi-Unterstützer über Palästina-Solidarität und Antisemitismus schreiben (16.08.2024). ↩︎
  4. Jung & Naiv: Folge 761, ab ca. 2:57:06. ↩︎
  5. Natan Sharansky: Antisemitism in 3-D. In: Forward (21.01.2005). ↩︎
  6. Clemens Heni: „Global Forum for Combating Antisemitism“, Israelisches Außenministerium, Jerusalem, 24.-25.2.2008. In: PaRDeS – Zeitschrift der Vereinigung für jüdische Studien e. V. 14 (2008) S. 183. ↩︎
  7. IHRA: Arbeitsdefinition von Antisemitismus. ↩︎
  8. Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus. ↩︎
  9. Ebd. ↩︎
  10. Siehe Lenni Brenner: Zionismus und Faschismus. Über die unheimliche Zusammenarbeit von Faschisten und Zionisten, Kai Homilius Verlag 2007. ↩︎
  11. Christopher Sykes: Cross Roads to Israel. Palestine from Balfour to Bevin, Collings Clear-Type Press 1965, S. 295. ↩︎
  12. Ebd. ↩︎
  13. Noam Chomsky: Fateful Triangle. The United States, Israel, and the Palestinians, Pluto Press 1999 (2. Auflage), S. 59. ↩︎
  14. Norman G. Finkelstein: Antisemitismus als politische Waffe, Piper 2006, S. 53. ↩︎
  15. Moshe Zuckermann: „Antisemit!“ Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument, Promedia 2010, S. 14. ↩︎
  16. Arne Andersen: Apartheid in Israel – Tabu in Deutschland? Neuer ISP-Verlag 2025 (2. Auflage), S. 408. ↩︎
  17. Annette Groth / Günter Rath (Hrsg.): Meinungsfreiheit bedroht? Die Gefährdung der Meinungsfreiheit in Deutschland durch die Kampagnen der sogenannten „Freunde Israel“, 2017, S. 14. ↩︎
  18. Andersen: Apartheid in Israel – Tabu in Deutschland?, S. 410-412. ↩︎
  19. Barak Ravid: Lieberman Urges Europe Embassies to Use ‘Allies‘ in PR Efforts. In: Haaretz vom 28.11.2010. ↩︎
  20. Karin Leukefeld: Die fünfte Gewalt. In: Junge Welt (14.1.2011). ↩︎
  21. Andersen: Apartheid in Israel – Tabu in Deutschland?, S. 20-22, 410. ↩︎
  22. Kai Hafez: Heiliger Krieg und Demokratie. Radikalität und politischer Wandel im islamisch-westlichen Vergleich, Transcript 2009, S. 175. ↩︎
  23. Mit Belegen ausgeführt bei Noel Bamen: 15 gängige Mythen über die Hamas (06.02.2024). ↩︎
  24. Miriam Bartmann: Israels Angriffskrieg als „Antisemitismuskritik“. Zur Rolle der Universität Freiburg. Erschienen bei Etos.Media (21.03.2026). ↩︎
  25. Statista: Number of anti-Semitic offenses recorded by the police in Germany from 2013 to 2023, by motivation (Mai 2024). ↩︎

Solidarität mit den Anti-NATO-Kräften in der Türkei!

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Der NATO-Gipfel, der derzeit in Ankara stattfindet, wird mit heftigen Repressionen von Seiten des türkischen Staates und seiner Polizei sowie einem Shutdown der Stadt begleitet: Unter dem Vorwand des „Terrorismus“ werden Anti-NATO-Kräfte massenweise verhaftet und anderweitig schikaniert. Offensichtlich soll damit Friedhofsruhe geschaffen und gleichzeitig kaschiert werden, dass die wahren Terroristen die beim Gipfel des Kriegsbündnisses zusammenkommenden westlichen Staats- und Regierungschefs selbst sind, die den Globus unter ihrer Kontrolle halten wollen und dafür die nächsten militärischen Schritte beraten.

Neben vielen weiteren Repressionsfällen wurde etwa das Jugendtreffen der World Anti-Imperialist Platform (WAP) bei Istanbul am 1. Juli gestürmt und rund 20 Teilnehmer wurden festgenommen, darunter auch internationale Delegierte wie Miloš Karavezić von der Kommunistische Jugend Jugoslawiens (SKOJ). Die Kommunistische Partei der Türkei (TKP) berichtet von 145 Verhafteten bei einem heftigen Angriff der Polizei auf ihre Demonstration. Viele weitere Organisationen des linken und kommunistischen Spektrums bis hin zu Anwaltsvereinen melden Razzien und Inhaftierungen ihrer Mitglieder. Insgesamt betrifft dies mehrere hundert, vermutlich aber bereits über tausend Personen. Wir wünschen allen Verletzten und allen Gefangenen und Misshandelten eine schnelle Genesung und fordern die Freilassung aller Anti-NATO-Kräfte.

Die fast völlige Ausschaltung des öffentlichen Lebens in Ankara inklusive Verboten von jeglichen politischen Bekundungen oder Diskussionen (ob auf der Straße oder in Innenräumen), Streiks und sogar Prüfungen, Konzerten und Festen, nur um den Kriegsherren einen abgeschirmten und ungestörten Ablauf zu genehmigen, zeigt erneut, wie eng Kriegspolitik nach außen und Einschränkungen von Grundrechten und -freiheiten nach innen zusammenhängen. Widerstand dagegen ist ehrenwert – wir protestieren entschieden gegen die Repressionen!

Solidarität mit den Anti-NATO-Kräften in der Türkei!

Freiheit für die politischen Gefangenen!

Nieder mit der NATO!

Solidarity with the Anti-NATO Forces in Türkiye!

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The NATO summit currently taking place in Ankara is accompanied by severe repression by the Turkish state and its police, as well as a shutdown of the city: Under the pretext of “terrorism”, anti-NATO forces are being arrested en masse and otherwise harassed. The obvious aim is to create a deathly silence while simultaneously concealing the fact that the terrorists are none other than the Western heads of state and government gathered at the summit of this war alliance themselves – those who seek to keep the globe under their thumb and are discussing the next military steps to achieve it.

In addition to many other cases of repression, the youth meeting of the World Anti-Imperialist Platform (WAP) near Istanbul on July 1st was raided, and around 20 participants were arrested, including international delegates such as Miloš Karavezić from the Communist Youth of Yugoslavia (SKOJ). The Communist Party of Türkiye (TKP) reports that 145 people were arrested during a violent police attack on its demonstration. Many other organizations across the leftist and communist spectrum, including lawyers’ associations, are reporting raids and the detention of their members. In total, this affects at least several hundred people, but the number is likely already over a thousand. We wish all those injured and mistreated in prison a speedy recovery and strongly urge the release of all anti-NATO activists.

The near-total shutdown of public life in Ankara – including bans on all political demonstrations or discussions (whether on the streets or indoors), strikes, and even exams, concerts, and festivals – simply to allow the warlords to operate in a sheltered and completely undisturbed environment, demonstrates once again how closely linked foreign policy of war is to the restriction of rights and freedoms at home. Resistance against this is honorable – we strongly protest the repressive measures!

Solidarity with the anti-NATO forces in Türkiye!

Freedom for the political prisoners!

Down with NATO!

AfD – Wer kontrolliert die Partei?

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Vorwort

Wir veröffentlichen anlässlich des AfD-Parteitages diesen Auszug eines Diskussions- und Hintergrundartikels über die AfD, welcher demnächst auf unserer Website erscheinen soll.

Während die AfD aktuellen Umfragen zufolge zu Deutschlands wählerstärkster politischer Partei heranwächst, herrscht absolute Uneinigkeit über den Charakter der AfD. Eine Einschätzung der AfD, samt ihrer Geschichte, Entwicklung und all ihrer Widersprüche, im Kontext der Politik des deutschen Imperialismus scheint in weiter Ferne. Stattdessen wird nicht selten auf Etikettierungen und Analogien zur Beschreibung der Partei zurückgegriffen, um sie in die eine oder andere Richtung zu deuten.

Für die Kommunistische Bewegung stellt sich die Aufgabe, historische Faschismustheorien auf die veränderten Bedingungen der Gegenwart anzuwenden, ohne sie schematisch zu übertragen. Zu klären ist dabei nicht nur das Verhältnis der AfD zum Monopolkapital, dem Staatsapparat und konservativen Kräften, sondern auch ihre Funktion in Phasen kapitalistischer Krisen und gleichzeitiger Militarisierung. Die inneren Widersprüche der Partei, ihre strategischen Machtverschiebungen und ihre Formierung sind dabei ebenso zu untersuchen wie die Frage, welche konkreten Herrschaftsoption die AfD anbietet und verkörpert. All diese Fragen spielen für Jakob Yaskos Hintergrundartikel zur AfD, der demnächst erscheinen wird, eine große Bedeutung.

Der folgende Auszug beschäftigt sich angesichts des Bundesparteitages der AfD in Erfurt mit der innerparteilichen Entwicklung zwischen 2013 und 2026. Der Autor versucht dabei zu nachzuweisen, wie es dem völkisch-nationalistischen Flügel rund um Björn Höcke gelang, die gesamte Partei an sich zu reißen, und warnt davor, eine Professionalisierung der AfD mit einer Mäßigung der Partei zu verwechseln.

Eine Beschäftigung mit der AfD kommt nicht umhin, ihre innerparteilichen Entwicklungen zu untersuchen, da sich Klasseninteressen, strategische Ausrichtungen und ideologische Formierungen konkret in Machtkämpfen, Bündnissen und personellen Verschiebungen innerhalb der Partei ausdrücken. Die AfD ist kein homogener Block, sondern das Resultat widersprüchlicher Kräfte, deren Auseinandersetzungen Aufschluss darüber geben, welche Strömungen sich durchsetzen konnten, welche Funktionen die Partei für das Monopolkapital und ihren Staat erfüllt und in welche Richtung sich ihr politischer Charakter bewegt. Wer diese Prozesse ignoriert, reduziert die AfD auf ein statisches Etikett und ignoriert die Voraussetzungen, um ihre Rolle im Übergang von reaktionär-militaristischem Staatsumbau zu möglichen faschistischen Herrschaftsformen präzise zu bestimmen.

Ohne eine möglichst genaue Kenntnis der innerparteilichen Entwicklung der AfD ist eine Einschätzung der Partei nicht möglich. Welche Kräfte kontrollieren eigentlich die Partei? Wie steht es um den Einfluss des Flügels rund um Björn Höcke? Setzen sich mittlerweile gemäßigte Kräfte in der Partei durch? Inwieweit und in welchem Interesse nimmt das Kapital bereits Einfluss auf die Partei? All diese Fragen müssen wir beantworten können. Sie bilden nur einen kleinen Teil der Themenkomplexe und Entwicklungen ab, die wie bearbeiten müssen, um zu einer wirklichkeitsadäquaten Charakterisierung zu gelangen.


Redaktionsnotiz der KO

Die innerparteiliche Entwicklung

These: Die Entwicklung der AfD ist das Ergebnis einer langfristig angelegten, strategischen Machtübernahme durch ein völkisch-nationalistisches Netzwerk, welches systematisch die innerparteiliche Hegemonie errang. Der sogenannte „Flügel“ fungiert nicht als radikale Strömung innerhalb einer ansonsten rechtspopulistischen Partei, sondern zunehmend als ihr strategisches und ideologisches Zentrum. Das gelang geschützt und ermöglicht durch rechtskonservative Bündnispartner, ideologisch versorgt durch neurechte Vorfeldnetzwerke und taktisch abgesichert durch eine Sammlung völkischer Nationalisten und die Einflussnahme intransparenter Geldgeber. Die formale Auflösung des Flügels markierte keinen Abbruch dieser Entwicklung, sondern den Übergang in eine neue Phase der Professionalisierung, Kaderbildung und institutionellen Verankerung. Die Partei war von Beginn an ein Instrument völkisch-nationalistischer Politik, welche die Partei als Ganze prägt.

Frühe Öffnung nach der Gründung

Im Folgenden werden wir die personelle und strukturelle Entwicklung der AfD zwischen 2013 und 2025 begutachten. Zugunsten bestmöglicher Übersichtlichkeit sind nur die wesentlichsten Entwicklungen und die wichtigsten Persönlichkeiten der AfD aufgeführt. Sämtliche Streitigkeiten, Spaltungen und Schwankungen in der Partei sind noch deutlich vielschichtiger und komplexer und sollen an anderer Stelle genauer nachvollzogen werden. Dennoch ist eine grundlegende und eindeutige Tendenz in der Partei erkennbar, die an dieser Stelle nachgewiesen werden soll.                             

Im Juli 2013, nur drei Monate nach der Parteigründung, entschließt sich der Parteivorsitzende Bernd Lucke gegenüber den Vorstandsmitgliedern Konrad Adam und Alexander Gauland, die Partei nach rechts zu öffnen, um das „Sarrazin-Klientel“ zu erreichen und den stockenden Wahlkämpfen entgegenzuwirken.[1] Die sozialchauvinistischen und rassistischen Thesen in Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ (2010) spielten mit den Abstiegsängsten weiter Teile der Arbeiterklasse und des Kleinbürgertums vor dem Hintergrund der Finanzkrise und wurden medial massiv aufgebaut. Die Spielräume, die der Parteivorstand infolgedessen rechten Kräften lieferte, wurden umgehend genutzt, um Positionierungen gegen den Islam und Migration stärker in den Vordergrund zu rücken. Während die Junge Freiheit (JF) diesen Prozess von Beginn an wohlwollend und beratend begleitet, orientieren sich nun auch Götz Kubitscheks Netzwerke auf die AfD. Während man in der JF auf „seriöse“ Figuren wie Gauland und Petry setzte, begleiteten Kubitscheks Netzwerke völkisch-nationalistische Kräfte wie Höcke und Poggenburg auf ihrem Weg durch die Partei und setzten auf einen härteren Kurs.[2] Diese unterschiedlichen Strategien, die oft im Sinne einer Arbeitsteilung und Kooperation aufgelöst wurden, führen bis heute zu Streitigkeiten über die Ausrichtung der Partei: Soll die AfD als nationalkonservative Kurskorrektur für die CDU herhalten oder eine „grundlegend andere Staatsidee“[3] durchsetzen, wie Götz Kubitschek es nennt?

Während im Laufe der Jahre 2014 und 2015 zahlreiche „Nazi-Skandale“ in der AfD aufgedeckt wurden, die den nationalliberalen Lucke-Flügel zunehmend unter Druck setzten, machten sich Alexander Gauland und Frauke Petry für eine Zusammenarbeit mit der Pegida-Bewegung stark. Kubitscheks Netzwerke knüpften in der Zeit enge Kontakte zur Identitären Bewegung und suchten aktiv die Nähe zur Pegida-Bewegung und ihren bundesweiten Ablegern, die künftig als Vorfeld der Partei dienen sollten.[4]

Die Aufstellung des Flügels

Im März 2015 formiert sich der Flügel, um die Partei auf einen völkisch-nationalistischen Kurs zu bringen und gegen alle innerparteilichen Gegner dieser Linie vorzugehen. Dieses Netzwerk wird die Entwicklung der Partei wesentlich prägen. Die Erfurter Resolution kann als Gründungsdokument der parteiinternen Vereinigung und als Kampfansage gegen alle verstanden werden, die die Partei „nur“ als nationalkonservative Kurskorrektur verstehen. Die Resolution kritisiert den „vorauseilenden Gehorsam“ von Teilen der Partei gegenüber den „Altparteien“ und staatlichen „Institutionen“ und fordert „eine grundsätzliche politische Wende in Deutschland“ durch eine „mutige Auseinandersetzung mit den Altparteien“.[5] Insgesamt unterstützten 1.600 AfD-Mitglieder den Aufruf zur Gründung des Flügels.[6]

Unter den drei Erstunterzeichnern finden sich der Thüringer Landesvorsitzende Björn Höcke, Sachsen-Anhalts Landesvorsitzender Andre Poggenburg und der AfD-Grand-Senior Alexander Gauland.[7] Götz Kubitschek, Mitverfasser der Flügel-Resolution, betonte in strategischer Hinsicht bereits 2013 gegenüber den nationalliberalen Kräften in der AfD: „Sollen sie also machen, sollen sie sich ruhig ein bißchen von uns (…) distanzieren, wenn es hilft, diese Partei zunächst in der Nähe der Mitte zu platzieren. Das Volk, das Partei-Volk will längst mehr und diesmal soll und wird es mehr bekommen.“[8]

Dieses Bündnis aus Höcke, Gauland und Kubitschek war und ist von immenser Bedeutung für die AfD. Gauland, als rechtskonservativer Gründervater der AfD, wird künftig das konservative Aushängeschild der Partei spielen und den völkischen Nationalisten sehr vorteilhafte Entwicklungsbedingungen in der AfD verschaffen. Höcke, der im völkisch-nationalistischen Flügel als Führer gefeiert wird, sammelt gleichgesinnte Kräfte und bringt sie gegen parteiinterne Gegner in Stellung. Die erste Reihe des Flügels übernahmen Björn Höcke, Andreas Kalbitz und Andre Poggenburg – drei Personen, die sich nicht nur ihre völkisch-nationalistische Ideologie, sondern auch eine gemeinsame Vergangenheit in der Neonaziszene teilen.

Götz Kubitschek und seine Autoren liefern als Vorfeld-Netzwerker und als ideologische Impulsgeber die nötigen strategischen Orientierungen. Wenn wir im Folgenden häufig darauf zurückgreifen werden, die Strategen rund um Götz Kubitscheks Verlag und Zeitschrift (bspw. Martin Sellner, Erik Lehnert, Benedikt Kaiser usw.) zu zitieren, dann liegt das nicht daran, dass sich nicht auch direkt aus den Reihen der AfD genug ähnliche Aussagen finden würden, sondern daran, dass sie als anerkannte Vordenker, insbesondere des völkisch-nationalistischen Flügels, gelten und einen sehr starken Einfluss geltend machen können.

Der rechte CDU-Stahlhelmer Gauland achtete in den Folgejahren mehr oder weniger erfolgreich darauf, nicht zu stark die Nähe zum Flügel zu suchen, um seine Rolle als Brückenbauer zu „gemäßigteren“ Teilen der Partei nicht zu verspielen. So stärkte er das innerparteiliche Bündnis aus völkischen Nationalisten und Rechtskonservativen, das zu einem Erfolgsgaranten der Partei wurde. Vorherige Projekte wie NPD, DVU und Republikaner waren alle an der Aufrechterhaltung eines solchen Bündnisses gescheitert und isolierten sich frühzeitig durch ein zu radikales und unprofessionelles Auftreten. Gauland hingegen hielt dem völkisch-nationalistischen Flügel durch Aussagen wie: „Höcke ist die Mitte der Partei“[9], den Rücken frei.

Das Autorenkollektiv des Kommunistischen Aufbaus, welches Politiker wie Gauland einem „deutschnational-faschistischen“[10] CDU-Flügel zuordnet, wirft eine spannende Frage nach der Bewertung des rechten Randes der CDU auf, aber läuft auch gleichzeitig Gefahr, den Sammlungscharakter der Partei zu unterschlagen, der wesentlich ist, um die Strömungen in der Partei zu verstehen und einen sehr breiten Begriff von Faschismus anzusetzen. Wir wollen später noch einmal auf die Frage zurückkommen, ob es einen faschistischen CDU-Flügel oder zumindest dem Faschismus zugeneigte Teile in der CDU gab und gibt.

Der Familienunternehmerverband rückte in Folge dieser Entwicklungen von offenen Parteinahmen für die AfD ab. Künftige Kontakte und Verbindungen wurden im Rahmen der „Hayek-Gesellschaft“ aufrechterhalten oder durch informellere Kanäle gesucht. Wie unter anderem die Klandestinen Treffen von Wirtschaftsfunktionären, AfD-Politikern und Identitären in der „Düsseldorfer Runde“.[11]

Der Flügel entwickelte sich zur Triebkraft kommender Entwicklungen in der Partei und konnte drei interne Machtkämpfe zu seinen Gunsten gewinnen.

Der erste Etappensieg

Im Juli 2015 wurde im Bündnis mit von Storchs fundamentalchristlichen Netzwerken und Gaulands nationalkonservativem Ex-CDU-Milieu Frauke Petry zur Vorsitzenden gewählt. Luckes nationalliberaler Flügel, der zwar auf eine strategische Öffnung nach rechts setzte, aber gleichzeitig zur Mäßigung mahnte, wurde durch den Flügel abgesetzt.[12] Unter diesen veränderten Bedingungen entwickelte sich der Flügel unter Führung von Kalbitz, Höcke und Poggenburg und mit Rückendeckung von Gauland zur einflussreichsten parteiinternen Strömung. AfD-Politiker, die dem Flügel fernblieben, waren häufig nicht minder radikal, sondern aufgrund eigener Machtambitionen und Netzwerkfragen nicht Teil des Flügels. So forderten im Jahr 2016 Frauke Petry und Beatrix von Storch (beide keine offiziellen Flügel-Anhänger) auf Migranten an der Grenze schießen zu lassen.[13]

Eingliederung in das Parteienkartell des Monopolkapitals

2017 erfolgt der Einzug der AfD in den Bundestag. Auch ohne zu regieren, wird die Partei früh als scheinoppositionelle Kraft in den Staatsapparat der Bundesrepublik eingebunden. Dort haben die Vertreter der Kapitalverbände nicht nur ständigen Zugang zum Regierungsapparat und dem Kanzleramt, sondern zur gesamten Parlamentsbürokratie. Sie sind als Berater, Mitarbeiter und Staatssekretäre in sämtliche Beiräte, Ausschüsse, Arbeitskreise und andere Gremien integriert. Die Vertreter der Kapitalverbände pflegen dabei besonders enge Beziehungen zu den Parlamentsfraktionen, ihren Spitzenfunktionären und innerparteilichen Gruppierungen. Sie bilden so das Kettenglied zwischen Monopolkapital, Kapitalverbänden und Staatsapparat – einem Netz, zu dessen festem Bestandteil die AfD wird.[14] Die Partei agiert einerseits als scheinoppositionelle Kraft, aber andererseits auch zunehmend als mögliche Regierungspartei, als integraler Bestandteil des Parteienkartells des Monopolkapitals, und erfüllt in dieser Hinsicht eine besondere Rolle, auf die wir später genauer eingehen werden.

Frauke Petry legt in ihrem Aussteigerbuch „Requiem“ aus dem Jahr 2021 einige der Netzwerke und ihrer Finanziers offen, auf die wir bereits im Kapitel zur Gründung der AfD eingegangen sind. Eine Quellenüberprüfung meinerseits führte zu dem Schluss, ihre Einblicke hier zu teilen. Bereits vor der Parteigründung finanzierte der Milliardär August Baron von Finck über die Schweizer Firma „Degussa Goldhandel“ den sogenannten „Bürgerkonvent“ mit 6 Millionen Euro, in dessen Vorstand sich u.a. die DDR-Oppositionelle Vera Lengsfeld, der frühere FAZ-Redakteur Klaus-Peter Krause und Beatrix von Storch trafen. Während letztere der AfD beitraten, betreibt und finanziert Lengsfeld Wahlwerbung für Höckes Thüringer AfD.[15] Finck nahm seit der Gründung wiederholt Einfluss auf die Partei zugunsten des Höcke-Flügels. Kapitalisten wie Finck, die öffentlich Parteien unterstützten und in den Vordergrund treten, sind allerdings die Ausnahme. Um den Schein einer Demokratie wahren, in der das Volk mitbestimmen darf, existieren verdeckte Mechanismen zur Einflussnahme auf Parteien, die sich als bewährtes Mittel monopolkapitalistischer Herrschaft erwiesen haben.

Nur die CDU erhält mehr Großspenden als die AfD. Das ist einerseits wenig verwunderlich, da sich die CDU seit Jahrzehnten als zuverlässige Partei zur Durchsetzung monopolkapitalistischer Interessen erweist. Andererseits zeigt es dennoch, wie gezielt eine politische Partei von oben aufgebaut wird, für den Fall, dass die CDU nicht mehr im Stande ist, die Pläne der Herrschenden durchzusetzen. Was das genau bedeutet, untersuchen wir in den Kapiteln zur Frage der Faschisierung und des Verhältnisses zwischen deutschem Imperialismus und AfD. Die Zahl der Großspenden an die AfD steigt von Jahr zu Jahr. Ihre Geldgeber bleiben aufgrund intransparenter Parteigesetze, verdeckter Finanzierungsmöglichkeiten (sogenannter „Strohmannspenden“) und Korruption häufig im Verborgenen.[16]

Der zweite Etappensieg

Frauke Petry, die den wachsenden Einfluss des Flügels auf die Gesamtpartei zunehmend kritisierte, verlor 2017 das Rennen um den Parteivorstand gegen den Flügel-Anhänger Jörg Meuthen. Diese zweite Häutung offenbart bereits die innerparteiliche Hegemonie des Flügels. Fortan führt kaum ein Weg mehr an dem völkisch-nationalistischen Netzwerk vorbei. Das versteht auch Alice Weidel, die seit 2017 von ihrer Kritik an Björn Höcke Abstand nahm und Kontakte zu Götz Kubitschek aufbaute. Dieser vermittelte die Zusammenarbeit zwischen der ehemaligen Goldmann-Sachs-Managerin mit Höckes Flügel.[17] Zwischen Personen wie Meuthen oder Weidel (augenscheinlich gemäßigteren Rechten) und dem Flügel entwickelt sich ein Abhängigkeitsverhältnis, das durch den Flügel dominiert werden kann: Meuthen stützt seine Macht auf den Flügel, dieser benutzt ihn als „bürgerliches“ Aushängeschild.

Mit Verweis auf interne Mails bemerkt Petry, dass Maximilian Krah im Jahr 2016 und Alice Weidel im Jahr 2017 umfangreiche, intransparente Zuwendungen aus der Schweiz erhielten, bevor sie sich an die Seite Höckes wandten. Gleiches gilt für den SPD-Politiker Guido Reihauss, welcher nach einem solchen Fall zur AfD übertrat. Petrys Mitarbeiter Klonovsky, welcher mittlerweile für Alexander Gauland arbeitet, der mehrfach bei Fincks „Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten“ auftrat, und dafür höchstwahrscheinlich saftige Honorare erhielt, übte zunehmenden Druck auf Petry aus, sich gegenüber Höcke zu mäßigen.[18] Derselbe Verein betreute die Gründung des Deutschlandkuriers im Jahr 2017, welche aus Gesprächen mit Verlegern und Journalisten des Bayerischen Rundfunks hervorging. Der Deutschlandkurier ergreift seitdem in seiner Rolle als Vorfeldmedium Partei für den völkisch-nationalistischen Flügel der AfD.[19]

Der dritte Etappensieg

2020 kommt es zum „Appell der 100“. Darin kritisieren mehr oder weniger hochrangige AfD-Politiker die Macht und den Einfluss des Flügels auf die gesamte Partei und kritisieren das Netzwerk als undemokratisch und rufschädigend für die Partei. Auf dem Bundesparteitag im selben Jahr werden sämtliche Unterzeichner des Appells, die entweder eine Spitzenfunktion innehatten oder sich auf einen Posten bewerben, abgewählt und durch Anhänger des Flügels besetzt.[20]

Ein Jahr zuvor räumte Alexander Gauland bereits seinen Posten als Vorsitzender für den Flügel-Günstling Tino Chrupalla. Zu diesem Zeitpunkt ging Alexander Gauland davon aus, dass 40 Prozent der Partei den Flügel unterstützten – offizielle Zahlen wurden allerdings nie veröffentlicht.[21] Die parteiinterne Vereinigung hatte in den fünf Jahren zwischen 2015 und 2020 ihre formulierten Ziele erreicht und löste sich im Folgejahr auf. Das Bündnis aus völkischen Nationalisten und Rechtskonservativen hat die Partei stark geprägt und mit sämtlichen „Denk- und Sprechverboten innerhalb der Partei“, die sie noch in ihrem Stuttgarter Aufruf von 2018 kritisierten, aufgeräumt.[22]

Als Meuthen 2022 gegen den fortbestehenden Einfluss des aufgelösten Flügels aufbegehrt, kommt es zum Bruch und zur dritten Häutung der Partei. Auf dem Parteitag 2022 wird Alice Weidel zur neuen Vorsitzenden gewählt.  Mit ihr werden ausschließlich Politiker von Flügels Gnaden in den Vorstand einberufen.[23] Und das, obwohl der Flügel zu dieser Zeit bereits nicht mehr als offizielle „Interessengemeinschaft“ besteht. 2021, auf dem Höhepunkt seiner Macht, löst sich der Flügel offiziell auf. Kalbitz muss als Bauernopfer herhalten und wird wegen seiner Neonazivergangenheit aus der Partei entfernt. Chrupalla stimmt dagegen.[24]

Ein Netzwerk im Hintergrund

Wie wirkmächtig der Flügel über seine formale Auflösung hinaus war und ist, beweisen die Paktiererei Weidels und Höckes sowie die Entfernung Meuthens im Jahr 2022. Der Flügel besteht faktisch fort. Gegenüber der Tatsache, dass auf dem Parteitag 2022 zahlreiche Personen in den Parteivorstand gewählt wurden, die offen völkisch-nationalistische Positionen vertreten, und im Vorraum des Saals Zeitungen vertrieben werden, die die Waffen-SS beschönigen, gibt Weidel sich betont Kleinlaut.[25] Im Hintergrund ziehen längst Höckes Netzwerke die Fäden. Durch seine Initiative wurde auf demselben Parteitag außerdem die Zusammenarbeit mit dem rechtsradikalen Zentrum Automobil als AfD-Vorfeldstruktur beschlossen.[26]

Das Kräfteverhältnis in der Partei ist zwar bis heute Auseinandersetzungen ausgesetzt, aber entwickelt sich seit 2017 stark zugunsten des völkisch-nationalistischen Flügels. Die eigene Auflösung hat daran nur wenig geändert. Aktuelle Debatten laufen mitunter quer durch die Reihen ehemaliger Flügel-Unterstützer – haben aber längst nicht mehr die Sprengkraft jener Streitigkeiten vor 2022. Mit einer stark gefestigten Position in der Partei, geht der Flügel zur Strategie der Professionalisierung über: Begriffe werden gesetzt, Posten geschachert, Strategien entwickelt und „gemäßigte“ Landesverbände werden ins Visier genommen.

Der Siegeszug hält an

Seitdem belegen die weiteren Entwicklungen der Partei immer wieder deutlich die Hegemonie des völkisch-nationalistischen Flügels: die Entstehung des Münzenmaier-Netzwerkes, die Gründung der Generation Deutschland und die Aufstellung politischer Akademien.

Im Jahr 2022 entstand das sogenannte Münzenmaier-Netzwerk, um künftig offene Streitigkeiten auf Parteitagen zu verhindern und interne Abstimmungen zwischen den verschiedenen Strömungen der Partei zu organisieren. Sebastian Münzenmaier und seine Netzwerke kontrollieren Kandidatenlisten, Abstimmungen und auch die Themen, welche zur Debatte gebracht werden sollen.[27] Die Hegemonie des völkisch-nationalistischen Flügels ist dabei vorausgesetzt. Sie steht weder zur Diskussion, noch wird sie von relevanten Teilen der Partei in Frage gestellt. Sebastian Münzenmaier, ein ehemaliger Hooligan des 1. FC Kaiserslautern, teilt sich mit nahezu allen Mitgliedern seines Netzwerkes eine gemeinsame Vergangenheit im ehemaligen stramm-rechten Jugendverband der AfD (Junge Alternative) sowie dem offiziell aufgelösten Flügel. Zu Ihnen gehören drei Bundesvorstandsmitglieder: Dennis Hohloch, Hannes Gnauck und Alexander Jungbluth. Darüber hinaus vertreten René Springer, Jan Nolte und Matthias Helferich das Netzwerk im Bundestag. Eine umfangreiche Recherchearbeit der „Gesellschaft für Freiheitsrechte“ ergibt: „Auf Landesebene ist das Netzwerk in mehreren Bundesländern vertreten. René Springer ist Landesvorsitzender in Brandenburg, Ulrich Siegmund Mitglied des Landesvorstands und Fraktionsvorsitzender in Sachsen-Anhalt, Damian Lohr parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz, Andreas Lichert Landessprecher der AfD Hessen, Tobias Rausch sachsen-anhaltischer Landtagsabgeordneter und Jean-Pascal Hohm brandenburgischer Landtagsabgeordneter. Auf europäischer Ebene leitet René Aust die AfD-Delegation und fungiert als Co-Vorsitzender der Fraktion Europa der Souveränen Nationen (ESN). Alexander Sell ist Vorsitzender und Alexander Jungbluth stellvertretender Vorsitzender der ESN-Fraktion.“[28]

Auf den Bundesparteitagen in Magdeburg (2023), Essen (2024) und Gießen (2025) konnte das Netzwerk nachweislich Einfluss im Interesse des völkisch-nationalistischen Flügels geltend machen, ohne, wie in der Geschichte der Partei, öffentlichkeitswirksame Konfrontationen zu produzieren. Die Mitglieder des Netzwerkes bemühen sich nicht nur um den Aufbau außerparlamentarischer Strukturen, Vorfeld genannt, sondern tauchen immer wieder auf Akademien und Festen in Götz Kubitscheks Rittergut in Schnellroda auf. Aus dem Umfeld des Netzwerkes heißt es, man teile mit Höcke „dieselben Ziele, dieselben Ideale“.[29]

Während der Flügel eine Phase harter öffentlicher Linienkämpfe gegen parteiinterne Gegner für sich entscheiden musste, entspricht das Münzenmaier-Netzwerk einer neuen Phase der Professionalisierung. Münzenmaiers Netzwerke repräsentieren eine neue Generation völkischer Nationalisten, die auf den Erfolgen des Flügels aufbauen können und sich ihm verbunden fühlen.

Einen weiteren Etappensieg dieses Netzwerkes stellte die Gründung der Nachwuchsorganisation Generation Deutschland (GD) im Jahr 2025 dar. An dieser Neuformierung der vormals unabhängigeren Jungen Alternative wird die Strategie der Professionalisierung sehr deutlich und sollte nicht mit einer Mäßigung verwechselt werden.

Die Verantwortung für die Aufstellung der neuen Parteigliederung lag im Wesentlichen bei Dennis Hohloch und Jean-Pascal Hohm, beide verkehren in den Netzwerken Kubitscheks und Höckes und sind Teil des Münzenmaier-Netzwerkes. Der neue GD-Chef Hohm pflegt darüber hinaus enge Kontakte zum Jungeuropa-Verlag und der Identitären Bewegung. Für den Vorstand der Generation stellten Hohloch und Hohm ein Sammelsurium rechtsradikaler junger Männer auf und holten sich auf dem Bundesparteitag im November 2025 die Zustimmung ihrer Basis ab. In kaum einer der Bewerbungsreden durfte die Forderung nach „Remigration“ oder „millionenfacher Remigration“ fehlen. Ein Parteitagsbericht von TRT trägt einige der Aussagen zusammen und schreibt: „Der Baden-Württemberger Mio Trautner forderte, „dass die Abschiebungen im Land endlich starten, dass die Startbahnen in Deutschland glühen“. Tosenden Beifall gab es für die Aussage der Kandidatin Julia Gehrkens, die ebenfalls in den GD-Vorstand gewählt wurde: „Nur millionenfache Remigration schützt unsere Frauen und Kinder!“ Auch Neu-Vorstandsmitglied Cedric Krippner bekam großen Beifall, als er „millionenfache Remigration“ forderte. „Wir müssen abschieben, abschieben, abschieben, bis Deutschland wieder Heimat wird“, sagte Helmut Strauf, ebenfalls Vorstandsmitglied der GD.“[30]

Als künftige Kaderschmiede für diesen Nachwuchs soll zudem die Akademie Schwarz-Rot-Gold der Landesverbände Thüringen und Bayern dienen, deren Aufstellung durch Björn Höcke begleitet wurde. Mit der Gründung dieser Akademie verwirklichen Höckes Netzwerke die Diskussionen um parteiinterne Schulungszentren, die insbesondere aus Schnellroda immer wieder gefordert wurden. Die „gekaderte Ausbildung“ junger Funktionäre „entlang von Blockseminaren“ in der FPÖ dient dabei als Vorbild.[31] Während in der bundesweiten Akademie Schwarz-Rot-Gold vor allem Spitzenfunktionäre der Partei geschult werden, sorgt der Flügel für Nachwuchs in der zweiten Reihe.

Auch die Personalpolitik des Bundesvorstandes der AfD verläuft zuverlässig zugunsten Höckes und Münzenmaiers Netzwerke. Dieses oberste Parteigremium ist mehrheitlich mit Vertrauten aus Höckes und Münzenmaiers Netzwerken besetzt.[32]

Als der AfD-Militärpolitiker und Bundeswehr-Oberst Rüdiger Lucassen Höcke für seine Haltung zur Wehrpflicht kritisiert (Höcke will sie erst einsetzen, wenn die AfD auch regiert), erhält er ein Ordnungsverfahren durch die Bundestagsfraktion.[33] Auf dem AfD-Parteitag in Erfurt 2026 soll Höckes Vertrauter Stefan Möller als stellvertretender Bundessprecher kandidieren. „Ich weiß, wenn Stefan Möller im Bundesvorstand ist, dann habe ich jemanden, mit dem ich im engsten Austausch bin, ich bin angeschlossen, ohne selbst die Arbeit machen zu müssen. Und ich kann mich hier weiter konzentrieren auf den Thüringer Weg“[34], erklärt Höcke und führt weiter aus: „Er will – und das ist für uns sehr wichtig – die Thüringer Linie im Bundesvorstand durchsetzen.“[35]

Fakt ist: Die formale Auflösung des Flügels bedeutete keinen Bruch, sondern eine taktische Anpassung, die zur Professionalisierung, Kaderbildung und dem Aufbau von Vorfeldstrukturen genutzt wurde. Wenn man also mit Fug und Recht behaupten kann, dass der Flügel weite Teile der Partei beeinflusst, so drängt sich die Frage nach seiner konkreten Charakterisierung auf. Die Ziele, die Netzwerke und die Ideologie des Flügels sowie seine rechtskonservativen Bündnispartner und innerparteilichen Kritiker müssen ebenso genau untersucht werden wie der Charakter der AfD in seiner Gesamtheit.


[1] Friedrich (2017): AfD, S.52.

[2] Weiß (2017): Revolte, S.89ff.

[3] Kubitschek (2024): Opposition, https://sezession.de/68990/sechs-gedanken-zur-lage-der-nationalen-opposition?hilite=Staatsidee

[4] Ebd., S.139-144.

[5] Web Archiv derflueglel.de (2016): Resolution, https://web.archive.org/web/20160105210808/https://www.derfluegel.de/2015/03/14/die-erfurter-resolution-wortlaut-und-erstunterzeichner/.

[6] Friedrich (2017): AfD, S. 62.

[7] Endstation Rechts (2015): AfD-Flügel, https://www.endstation-rechts.de/news/rechter-afd-flugel-festigt-position.

[8] Kubitschek (2016): Die Spurbreite des schmalen Grats, S.46.

[9] Büüsker (2020): Höcke, https://www.deutschlandfunk.de/der-tag-herr-hoecke-ist-die-mitte-der-partei-100.html.

[10] Autorenkollektiv KA (2023): Faschismus, S.189.

[11] Anhold (2026): Hayek, https://www.lobbycontrol.de/aus-der-lobbywelt/hayek-gesellschaft-klimafaktenleugner-und-extreme-rechte-auf-einer-buehne-mit-einer-wirtschaftsweisen-125283/

[12] Weiß (2017): Revolte, S. 91.

[13] Friedrich (2017): AfD, S. 69.

[14] Autorenkollektiv (1988): BRD, S.131ff.

[15] Petry (2021): Requiem, S.274.

[16] Eschmann (2026): Parteispenden, https://www.lobbycontrol.de/parteienfinanzierung/parteispenden-2025-afd-grossspenden-explodieren-123936/.

[17] Kienholz (2020): Kampf, S. 23/ S. 76.

[18] Petry (2021): Requiem, S. 278f.

[19] Ebd., S.276.

[20] Kienholz (2021): Kampf, S.56.

[21] Ebd., S.22.

[22] Ebd., 22.

[23] Ebd., 23f.

[24] Die Zeit (2020): Chrupalla, https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-05/afd-tino-chrupalla-andreas-kalbitz-rauswurf-rechtsextremismus

[25] ARD (2022): Parteitag, https://www.ardmediathek.de/video/ard-sondersendung/bericht-vom-parteitag-der-afd/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2FyZC1zb25kZXJzZW5kdW5nL2EyYzMwMDk2LTRmMzktNGZkMC05NzRjLTc5YzA2ODY2MmRlOA

[26] Ebd.

[27] Moini (2026): Rechtsgutachten, S.257f.

[28] Ebd., S. 261f.

[29] Ebd., S. 282.

[30] TRT Deutsch (2025): AfD-Jugendkongress, https://www.trtdeutsch.com/article/7c1d31801067

[31] Kanal Schnellroda (2024): Podium, https://www.youtube.com/watch?v=_M8eWCfWeyI, ab Min. 41.

[32] Gutachten 238.

[33] Pfeffer/ Kurz (2026): AfD-Bundestagsfraktion, https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/ordnungsverfahren-lucassen-afd-100.html.

[34] Thorwarth (2026): Machtspiel, https://www.fr.de/politik/hoeckes-machtspiel-in-der-afd-vertrauter-soll-vize-werden-wechsle-niemals-ein-gewinner-team-aus-zr-94350285.html.

[35] Ebd.

Antimuslimischen Rassismus bekämpfen!

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Seit mehr als einem Vierteljahrhundert gehören islamfeindliche Hetze und Angriffe auf Muslime zum Alltag im Westen – auch in Deutschland. Das ist kein Zufall. Für die Herrschenden ist der antimuslimische Rassismus besonders nützlich, weil er sowohl einen „äußeren“ als auch einen „inneren Feind“ konstruiert. Dadurch kann er innen- (zur Spaltung der Bevölkerung und zum Abbau von Grundrechten) und außenpolitisch (zur Legitimierung von Krieg) genutzt werden. Darüber hinaus ist er besonders anschlussfähig an andere verbreitete Formen von Rassismus – gegen Türken, Kurden, Araber, Nordafrikaner, Libanesen oder Palästinenser.

Krieg nach außen, Grundrechtsabbau nach innen

Nach dem Ende des sozialistischen Lagers 1991 suchte die NATO händeringend nach einem neuen „Reich des Bösen“, mit dem man Aufrüstung und Krieg begründen konnte. Samuel Huntingtons Theorie vom „Kampf der Kulturen“ zwischen dem „freien Westen“ und dem „rückständigen Islam“ lieferte es. Seither führten die Imperialisten zahlreiche „Kriege gegen den Islamismus“ in AfghanistanIranIrakJemen, Libanon, Libyen, Mali, Pakistan, Palästina, Somalia und Syrien, bei denen es vor allem um Erdöl und Geopolitik ging.

Innenpolitisch wurden Muslime als potenzielle „Terroristen“ unter Generalverdacht gestellt. Die permanente mediale und politische Hetze bewirkte, dass etwa in Deutschland seit Jahren die Hälfte der Bevölkerung islamfeindliche Positionen vertritt.1 Der Staat nutzte die Panikmache, um Grundrechte ab- und Überwachung auszubauen.

Spaltung der Arbeiterklasse

Vor allem seit 2010 Thilo Sarrazins (SPD) rassistische und arbeiterfeindliche Hetzschrift Deutschland schafft sich ab erschien, wird antimuslimische Hetze ganz offen genutzt, um von den sozialen Folgen der neoliberalen Politik der Regierenden – nämlich immer größere Armut und Verelendung – abzulenken. Der als „Sarrazin-Debatte“ bezeichneten Kampagne folgten seither zahlreiche weitere rassistische Scheindebatten um Armut, Kriminalität, Migration und Islam.

Diese Art der rassistischen Propaganda dient einzig dazu, die Werktätigen entlang kultureller, religiöser, nationaler und „ethnischer“ Linien zu spalten.

Feindbild-Roulette

Lange richtete sich der Rassismus in der BRD besonders gegen türkische Arbeitsmigranten. Mit dem Aufkommen des Feindbilds „Islam“ wurden „die Türken“ zu „den Muslimen“. Das bedeutet nicht, dass antitürkischer Rassismus verschwunden ist. Vielmehr ist antimuslimischer Rassismus extrem andockfähig, etwa bei den Kampagnen gegen Nordafrikaner nach der „Kölner Silvesternacht“ (2015) oder gegen libanesische „Clans“. 

Mittlerweile existiert auch ein dezidiert antipalästinensischer Rassismus in Deutschland. Dieser ist durch das Framing des „Palästina-Konflikts“ als Religionskrieg und durch die Fokussierung auf die „radikalislamische“ Hamas zutiefst von islamfeindlichen Motiven geprägt. Außerdem treibt der antipalästinensische Rassismus das Motiv, wonach Muslime durchweg antisemitisch seien, auf die Spitze.

Im Übrigen trifft der antimuslimische Rassismus neben tatsächlichen Muslimen auch viele Menschen, die aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Herkunft lediglich dafür gehalten werden.

Islamfeindlicher Terror

Spätestens seit 2001 sind Muslime im Westen einem massiven „Racial Profiling“ ausgesetzt. Zudem werden in Deutschland täglich mehr als elf antimuslimische Angriffe dokumentiert: Sie reichen von rassistischen Beleidigungen über die Schändung islamischer Friedhöfe und Einrichtungen bis hin zu Brandanschlägen auf Moscheen und körperlichen Angriffen auf Muslime.2

2009 wurde die schwangere Marwa El-Sherbini in einem Dresdner Gerichtssaal mit 18 Messerstichen vor den Augen ihres Ehemannes und ihres kleinen Sohns ermordet, weil sie ein Kopftuch trug. Marwa gilt als erstes Todesopfer eines dezidiert antimuslimischen Rassismus in Deutschland. Vor ihr wurden Muslime in der BRD vor allem als „Ausländer“ oder „Türken“ von Nazis ermordet, etwa bei den Brandanschlägen in Duisburg (1984), Mölln (1992) und Solingen (1993) oder durch das Terrornetzwerk NSU (2000-2006). Die Massenmörder von München (2016), Halle (2019)Hanau (2020) und Magdeburg (2024) dagegen waren ebenfalls ausdrücklich antimuslimisch motiviert. Auch in anderen westlichen Ländern hat der islamfeindliche Terror zahlreiche Todesopfer gefordert: 2011 in Oslo und Utøya, 2015 in Chapel Hill (USA), 2017 in London und in Quebec, 2019 in Christchurch (Neuseeland) und 2021 in London-Ontario (Kanada). 

Vor allem aber sind die zahlreichen imperialistischen Kriege des Westens im Nahen Osten und Teilen Afrikas wahre antimuslimische Massenmorde: Allein die offiziell mit 9/11 begründeten US-Kreuzzüge inAfghanistan, Irak, Jemen, Pakistan und Syrien kosteten mindestens 4,5 Millionen Menschen das Leben.3Auch der zionistische Terror in Palästina, Libanon, Syrien und Iran wird heute offiziell als „Krieg gegen islamistischen Terror“ geführt. Der antimuslimische Rassismus ist also nicht zuletzt ein Kolonialrassismus, der immer wieder völkermörderische Formen annimmt.

Sexismus und Kolonialrassismus

Kopftuch tragende muslimische Frauen sind besonders häufig Opfer rassistischer Attacken: Beschimpfungen, Anrempeln, Anspucken oder Versuche, den Hijab herunterzureißen, gehören für viele von ihnen zum Alltag in Deutschland. In den Medien und der Politik sind muslimische Frauen dagegen stets nur Opfer ihrer eigenen Familie, Kultur oder Religion. Zugleich gelten sie häufig selbst als „Täterinnen“, weil sie sich angeblich nicht emanzipieren wollen und die „islamische Rückständigkeit“ verkörpern.

Besonders perfide sind Kopftuchverbote, die von einigen bürgerlichen „Feministinnen“ gefordert werden und in manchen Bereichen in Deutschland bereits gelten. Dabei handelt es sich um faktische Berufsverbote und einen massiven Angriff auf die Selbstbestimmung und die soziale Teilhabe der Frau. Statt Muslimas zu „befreien“, werden sie in Abhängigkeit und Armut gedrängt.

Zudem steht die Fokussierung auf das Kopftuch in einer kolonialen Tradition: Schon im 19. Jahrhundert, als in Europa noch keine Frau wählen durfte, inszenierte sich der Westen als „Befreier“ der muslimischen Frau. In Algerien wurden Frauen von den französischen Kolonialisten sogar öffentlichkeitswirksam entschleiert – etwas, das sich in Frankreich heute in Form von Kopftuch- und Burkini-Verboten fortsetzt. Besonders widerwärtige Auswüchse dieses sexualisierten Rassismus zelebriert die zionistische Armee, die täglich Palästinenser vergewaltigt und die Unterwäsche vertriebener oder ermordeter Frauen aus Gaza auf Social Media zur Schau stellt.

Aufstieg von AfD und Co

In der Politik profitierte von der islamfeindlichen Hetze vor allem die „Neue Rechte“, die den Antisemitismus weitgehend durch den antimuslimischen Rassismus ersetzt hat und zu der auch die AfD zählt. Die bürgerlichen Medien (v. a. Spiegel, Focus, Stern und die Springer-Presse) und Parteien (CDU/CSU, FDP, SPD, Grüne) haben ihr über Jahre den Weg bereitet, indem sie das Feindbild Islam bereits etabliert hatten, bevor die AfD 2013 erstmals auftrat.

Der antimuslimische Rassismus hilft aber auch jenen Teilen der Rechten, die an ihrem Antisemitismus festhalten, weil in der Öffentlichkeit der Fokus mittlerweile auf einen „islamischen“ bzw. „israelbezogenen Antisemitismus“ gelegt und dadurch vom realen Antisemitismus der Faschisten abgelenkt wird. Und das, obwohl noch immer der größte Teil judenfeindlicher Straftaten von Rechten begangen wird.4

Spaltung des antiimperialistischen Kampfes

Auch in der politischen Linken existiert eine mal offenere, mal subtilere Islamfeindlichkeit. Das krasseste Beispiel sind die sogenannten „Antideutschen“ – ursprünglich aus der linksradikalen Szene stammende militante Zionisten, die sich durch einen extremen Rassismus gegen Muslime und Araber auszeichnen.

Jedoch sind Vorurteile und antireligiöser Chauvinismus selbst unter antiimperialistischen Linken und Kommunisten verbreitet. Sie äußern sich beispielsweise in Diffamierungen des palästinensischen islamischen Widerstands oder des Iran als „reaktionär“ oder gar „faschistisch“ und behindern so den antiimperialistischen und Friedenskampf.

Kampf dem Rassismus!

Als Kommunisten müssen wir gegen jede Form von Rassismus kämpfen und grundsätzlich mit allen Betroffenen solidarisch sein. Der Kampf gegen Rassismus ist Teil des Klassenkampfs, denn wie schon Malcolm X feststellte: Es gibt keinen Kapitalismus ohne Rassismus.

Für uns ist jeder Angriff auf unsere muslimischen Klassengeschwister ein Angriff auf die gesamte Arbeiterklasse. Diese Angriffe müssen wir entschieden zurückschlagen und hart erkämpfte Grundrechte – wie das Recht auf Arbeit, das Selbstbestimmungsrecht der Frau oder die Meinungs- und Glaubensfreiheit – ohne Wenn und Aber verteidigen!

Stoppt die antimuslimische Hetze! Kampf dem Imperialismus! Hoch die internationale Solidarität!

1 https://kompetenznetzwerk-imf.de/ueber-das-kompetenznetzwerk/zahlen-und-fakten/

2 https://www.claim-organisation.de/aktuelles/news/bundesweites-lagebild-antimuslimischer-rassismus-2025-veroeffentlicht/

3 Stephanie Savell: How Death Outlives War. The Reverberating Impact of the Post-9/11 Wars on Human Health (15. Mai 2023).

4 https://www.zeit.de/politik/ausland/2023-11/antisemitismus-straftaten-deutschland-frankreich

An important step in the Communist movement – but is it enough?

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Report from the Third International Anti-Fascist Forum in Moscow

We report from the Third International Anti-Fascist Forum in Moscow, an important international exchange within the Communist movement. In the second part, we summarize key points from individual speeches.
Here you’ll find a selection of speeches delivered at the forum (in German).

On the night of May 21-22, the army of the Kyiv regime attacked a student dormitory in Starobilsk, near Luhansk. They killed 21 young people and injured another 40. Deadly violence against anti-fascists was already perpetrated in Ukraine in 2014. For over two and a half years, the West has been supporting the genocide in Gaza in full view of the world. It is becoming clear that the use of terrorist violence against civilians is now considered a normalized means of achieving the West’s political goals. The situation is serious; imperialism is escalating its aggression. This was also clearly evident in the atmosphere at the Third International Anti-Fascist Forum in Moscow.

The International Anti-Fascist Forum, convened in Moscow from May 24th to 26th by the Communist Party of the Russian Federation, was dedicated to the „fight against international terrorism, arbitrariness, and aggression – for peace and security.“ Over 180 delegations from nearly 100 countries gathered to discuss, exchange information, and coordinate the common struggle against imperialism and fascism.

For us, participation was very interesting and productive. Our project for a clarification process within the International Communist Movement, as well as the course on the history of communism, generated interest in the discussions. The Antifascist Forum has become a, perhaps the, central forum for exchange within the Communist Movement and has produced a wealth of content. From our perspective, however, more intensive and theoretical forms of exchange are needed. The question also arises as to how a stronger shared focus and direction for the struggle can be achieved so that forums for exchange lead to more than just declarations.

Split in the International Communist Movement

The forum was the third assembly of its kind. It represents a new and important development within the Communist movement, aimed at uniting forces in the struggle against imperialism and fascism. It is also a reaction to developments within the Solidnet network, which has failed to organize a debate to overcome the movement’s deep-seated disagreements. The sharp break with the KKE and its affiliated parties has accelerated this process. This substantive division is evident in numerous documents and has further paralyzed the Solidnet network.

The Communist Party of the Russian Federation (KPRF) did not organize or frame the forums as a counter-project, but recently extended renewed offers of discussion to the Communist Party of China (KKE). These were rejected . Nevertheless, bringing together forces that agree Russia and China are waging a common struggle against imperialism and fascism is important.

The conference offered an important opportunity for networking and exchange within the communist movement. As the largest communist party in the post-Soviet space, the Communist Party of the Russian Federation (KPRF) serves as a crucial point of reference and was able to fulfill this purpose through the conference. Within the Russian Federation, it represents a central force supporting the struggle of the People’s Republics. Globally, it facilitates cooperation among progressive anti-imperialist forces.

Important forum with forces from the Global South

The gathering of so many parties was also interesting because their respective fighting conditions are very different. The most important message of the speeches and the atmosphere was that all forces must unite to fight against the aggression of NATO, imperialism, and its fascist instruments. This is also addressed in the declaration of Conference 2 .

Shaped by this situation and atmosphere, parties primarily from the Global South, countries threatened or attacked by imperialism, came together. The presence and efforts of the Communist Parties of the Russian Federation, Belarus, the People’s Republic of China, the DPRK, Cuba, and South Africa, as large and in some cases ruling parties, played a central role. But smaller opposition and suppressed parties also played an important part. It is worth noting that the Chinese Communist Party was very prominently present—a change from its previously more reserved role. The contributions of the Belarusian Communist Party are particularly interesting, as they strongly emphasize the ideological questions of the movement and focus on building a new Communist International.

New dynamics in Europe too?

The European movement was represented by only a few large parties, including the PCP from Portugal. Parties from Great Britain, France, Germany, Italy, Hungary, Spain, Finland, Switzerland, Poland, Romania, and other countries were represented. Many interesting discussions took place, some concerning how to overcome the movement’s crisis. It was also important to learn that some parties, such as those in Hungary and Romania, had conducted analyses of their 1990 defeat and their party history.

There are numerous new political parties being founded or existing structures being rebuilt across Europe. The dynamics are particularly strong in Italy. Fueled by protest movements and dissatisfaction with the status quo, four parties have emerged with nationwide structures and are increasing their presence. We intend to study their policies and strategic considerations and engage in dialogue with them. The efforts of the PRCF in France are also of great interest to us.

In light of the dangerous escalation of the situation by NATO fascism, our impression was that the efforts were still insufficient. Particularly in Europe, much needs to be done to achieve greater collective strength. In this context, we consider the organization of a systematic clarification process to be an important instrument for identifying and resolving problems.

Analyses of Fascism and Imperialism at the Forum

Final statement outlining strengths and weaknesses

The forum’s final declaration emphasizes the necessary fight against fascism, stating: „We stress that our fight against neo-Nazism and terrorism is fundamental in nature. There is no room for compromise in it. It is directed against forces that aim to revise the results of the Second World War, rehabilitate the accomplices of Hitler fascism, and erase the memory of the heroic deeds of the anti-fascists.“ Fascism is defined as „not an accidental detour in world history,“ but as a result of the crisis of capitalism, „born of big capital’s fear of the working people, of its desire to enslave and oppress them.“ Fascism is described as the ambition of the financial oligarchy, which seeks to maintain its power at any cost.

Terror and terrorism are particularly emphasized, their breeding ground being social inequality, lawlessness, and poverty, as well as interventions and genocide, the imposition of neocolonial practices, arbitrary sanctions, and cynical blockades. The people do not possess the colossal masses of wealth; rather, the masters of banks and financial groups do. All the causes of terrorism must be eliminated. The Russian Federation’s special operation in Ukraine is placed in this context, with the participants emphasizing their support for Russia’s anti-fascist and anti-terrorist activities within this framework: „We consider this struggle part of the general resistance against global dictatorship, state terror, militarism, and neo-Nazism. We strongly condemn the attempts to use Ukrainian territory as a springboard for the expansion of imperialist influence.“

The descriptions of other theaters of the struggle against imperialism are rather general and, in some cases, not sufficiently clear (West Asia, Palestine, Iran) or are omitted altogether, as is the case with the struggles in Africa. The descriptions of terrorism are imprecise insofar as it is not always clear which forces are meant by which description. The characterization of imperialist methods as terrorist is entirely correct and is particularly evident in Ukraine. The term „state terror“ is only used in relation to Cuba, but not in relation to the crimes of the Zionist entity, even though genocide is explicitly named. Zionism as an important form of fascism, however, is not mentioned. Other important sources of the anti-imperialist struggle are missing; this also applies, and perhaps especially so, to the struggles on the African continent. The experiences of the Democratic People’s Republic of Korea are also not mentioned. In a certain sense, this reveals a weakness of the movement, namely that the various theaters of struggle and forces against imperialism have not yet been unified. This is a task that confronts all communist forces.

Continuity of violence by the West

The forum began with a short film and a longer address by Gennady Zyuganov, General Secretary of the Communist Party of the Russian Federation (CPRF). The first task was to place the current escalations of imperialist violence within the historical development of capitalism. Zyuganov explained that until the 17th century, Europe could by no means be considered the „locomotive of progress“ and was inferior to the Asian empires in many respects. The violently established dominance of Western states through the exploitation of the rest of the world ultimately formed the basis for the rise of fascism. Regarding German fascism, he emphasized Hitler’s orientation towards Anglo-Saxon systems. Furthermore, after the Second World War, large segments of the fascist movement continued to be integrated into the Western system. This process is now continuing in Ukraine as well. In light of the escalation of imperialist violence, Zyuganov emphasized that it is the task of communists to provide education and to shed light on the background of the crisis and violence, contrary to the propaganda spread by the ruling classes.

Building an anti-imperialist front

In his address, Sergei Syrankov, General Secretary of the Communist Party of Belarus, defined the monopoly on the use of high technology and the associated possibilities for concealing and legitimizing violence as central components of imperialist terror. He also emphasized the concentration of global wealth since the 1990s and access to cutting-edge technologies in the hands of a global oligarchy. He concluded his speech with an appeal for the establishment of a new Communist International, alongside a front of progressive and patriotic forces. Other speakers, such as the Cuban Ambassador to the Russian Federation, Enrique Orta González, stressed the distortion of terms when, among other things, his homeland, which has historically been the victim of numerous terrorist attacks by the USA, is declared a „terrorist state“ by the very same nation.

Fascism as the normal state of imperialism

Discussions about the continuity of imperialist violence since the Cold War also enriched the debate surrounding the current escalation of imperialist violence. In her presentation, Indian political scientist Radhika Desai described the Cold War-era „false image“ of fascism as an unusual form of bourgeois rule. Rather, the supposed compatibility of democracy and capitalism in Western states was an exceptional circumstance of the Cold War, which has been dismantled over decades through various phases of liberalization reforms and fascist erosion. In international politics, however, the USA has always considered the disregard of international law a legitimate means. The representative of the Communist Party of Brazil (PCdoB) emphasized, among other things, the close connection between fascism in his homeland and global imperialism. He presented the establishment of the military dictatorship in 1964 as a prime example of fascism’s function in achieving economic goals.

The leading role of the CPRF in the fight against imperialism

International efforts to build a multipolar world order were highlighted at the forum primarily as positive steps against imperialism. Russian President Vladimir Putin also emphasized these ongoing efforts in his welcoming address to the forum. Zyuganov had previously stressed the positive role of the People’s Republic of China in creating new institutions for international cooperation. Within the Russian Federation, he presented the Communist Party of the Russian Federation (CPRF) as the force that would most decisively wage the struggle against imperialism.

Achievements of socialism as a strength

Syrankov also emphasized the Belarusian government’s pioneering role in shaping the BRICS into an organization capable of significantly weakening dollar-based financial hegemony. Regarding the country’s resilience against external attacks, he highlighted the development of Belarusian industry, built upon the solid achievements of socialism under Lukashenko’s government. Viktor Tyulkin, Chairman of the Russian Communist Labour Party, also stated that while communists should support the efforts of Russia and China, they must remain mindful of their duty to lead the conscious struggle against fascism. A representative from the Donbas described his homeland as „the Spain of our time“ and emphasized the international composition of anti-fascist fighting forces that effectively combat fascism there. Leonid Razvoszhayev, representative of the Levy Front, also stressed the need to support the Russian government in its fight against the West, even though he himself had been imprisoned by it. He described the elimination of the Western labor aristocracy as the most fundamental goal of our time.

The conflict in West Asia

A spokesperson for the Jordanian Communist Party also characterized West Asia as the center of imperialist aggression and crisis. The representative of the Palestinian Communist Party, in his speech, declared the necessity of combating Zionism as one of the most significant current manifestations of fascism. Given its current importance, this aspect was somewhat underrepresented at the forum. Furthermore, the Greek representative of the World Anti-Imperialist Platform, Dimitrios Patelis, emphasized the historical significance of the Islamic Republic of Iran’s struggle against Western hegemony in West Asia.

Fight against historical revisionism

Combating historical revisionism and preserving the memory of the Second World War was also declared a central task of the Communists by various representatives. Gyula Thürmer, chairman of the Hungarian Workers‘ Party, spoke of the Communists‘ duty to defeat the „fascism of the past“ „again and again.“ The representative of the Communist Party of Bulgaria emphasized the reign of terror under the monarcho-fascist regime, which interned one million Bulgarians in concentration camps. It remains important to remember that the names of the liberators of Berlin, inscribed on the Reichstag building, are largely Russian.

International exchange is necessary

The need for increased exchange within the global communist movement was also raised. While Tjulkin supported the idea of a conference in Havana in September where various communist parties would meet to discuss the Cuban question, he simultaneously emphasized the need to discuss the blockade of Cuba as part of the escalation of imperialism.

The question of Islamic forces

It is also necessary to give greater consideration to the fact that other progressive forces, including progressive Islamic forces, play an important role, particularly with regard to the national question. While there may have been a consensus at the conference on the role of the Russian Federation in the war in Ukraine, there is certainly a need for further clarification regarding the assessment and historical evaluation of Islamic forces. The fact that the West has cultivated forces calling themselves Islamic as terrorist groups, which have perpetrated serious terrorist attacks with high casualty figures, not least in Russia, likely played a role. A comprehensive analysis would naturally have to include these phenomena. However, this analysis should also consider the role of the Palestinian resistance and the Islamic Republic of Iran as important forces in the anti-imperialist struggle, and their experiences, as instructive examples.

Problems and weaknesses – but also organized exchange

The conference also had weaknesses, reflecting problems within the movement, perhaps especially in the imperialist countries. The relevant political issues were often not addressed as such. The political problems of the Communist movement should be overcome through a political and self-critical process. Such a process requires considerable effort, including theoretical work. It is possible that the forum was not intended for such work at all, but rather aimed to provide orientation for those forces that already agreed on important fundamental issues.

Learn more and exchange ideas!

Learning from the experiences of parties in the Global South that have fought or are fighting hard battles is crucial for such a process. Conferences of this size may always have the character of many speeches strung together. This can be tiring and repetitive, but it also provides an overview of the positions and ideas presented. In Moscow, the exchange was framed by highlighted contributions and a summary of the speeches in both sessions. This at least allowed for a certain degree of synthesis and analysis.

Nevertheless, more intensive forms of engagement with a stronger focus on the core political and theoretical questions of the International Communist Movement would be important: What is the relationship between the struggle for socialism and the struggle for national independence? What role does the international working class play in this, and to what extent does its division between the imperialist centers on the one hand and the oppressed and colonized countries on the other play a role? What role do the BRICS play in this struggle, and what processes of anti-imperialist resistance are taking place in the imperialist centers and oppressed countries? How can communists succeed in connecting these struggles, and what theoretical and organizational prerequisites exist for this? What concrete experiences of struggle in the various countries can we draw upon—both today and from our forerunners? How have these experiences been and are they being processed theoretically? What role do the struggle for democracy and against fascism and historical revisionism play?

An exchange on these issues at an international level can be very productive, and we as KO would like to participate.

1 https://cprf.ru/2026/02/address-of-the-communist-parties-of-russia-to-the-communist-and-workers-parties/

2 https://www.unsere-zeit.de/fuer-gerechtigkeit-und-weltweite-entwicklung-ohne-faschismus-terrorismus-und-kriege-4815070/

3 https://www.youtube.com/watch?v=1rCHvmTbhqk&t=7298s from minute 13:53

Nach 85 Jahren soll Russland wieder unterworfen werden!

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Vor 85 Jahren entfesselte der deutsche Faschismus einen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion, der 27 Millionen Menschen das Leben kosten sollte. Heute bereitet die NATO den nächsten Krieg gegen die Völker Russlands vor. Vor unseren Augen ist der nächste Anlauf zur Kolonisierung und Unterwerfung Osteuropas in vollem Gange. Russland ist keine Bedrohung, sondern sah sich dazu gezwungen, sich militärisch gegen die NATO-Aggression zur Wehr zu setzen.

Die historischen Tatsachen anerkennen

Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion wurde erst durch die gewaltigen Finanzspritzen des US-amerikanischen und britischen Monopolkapitals möglich, die Deutschlands Aufrüstungspolitik der 1930er Jahre, trotz der Furcht vor einer deutschen Übermacht, unterstützten, um die Hitler-Aggression gegen die Sowjetunion zu lenken. Bereits im Zuge der Oktoberrevolution hatten Deutschland, England und die USA zur Bekämpfung der Sowjetunion miteinander paktiert. Nun sollte ein für allemal Schluss mit dem sozialistischen Aufbau gemacht werden.

Die deutschen Faschisten waren bei ihrem Überfall nicht allein – die faschistischen Regime Ungarns, Italiens, Rumäniens sowie die Slowakei und Finnland beteiligten sich an dem antikommunistischen Feldzug. Hunderttausende Nazikollaborateure aus vielen weiteren Ländern schlossen sich im Kampf um eine faschistische „Nation Europa“ der Waffen-SS an. Die brutalen Verbrechen der Wehrmacht und der SS – der Kommissarbefehl, die völkermörderische Blockade Leningrads, die industrielle Vernichtung der osteuropäischen Juden, die Politik der verbrannten Erde – sie werden bis heute bewusst verschwiegen und in ihrer Bedeutung heruntergespielt.

Europa unter deutscher Führungsmacht

Das Ziel dieses Vernichtungskrieges war die Kolonisierung Osteuropas und die Ausschaltung der Sowjetunion, welche der Politik des Imperialismus, sei es aus Berlin, London oder Washington, die Stirn bot. Der „Lebensraum im Osten“ sollte der deutschen Wirtschaft nicht nur Millionen Zwangsarbeiter zuführen, sondern auch neue Rohstoffquellen erschließen und lukrative Profite einbringen. Der von den Nazieliten und Monopolvertretern ausgearbeitete „Generalplan Ost“ sah neben einer wirtschaftlichen Ausplünderung der annektierten Gebiete auch die Besiedelung Osteuropas mit deutschen Siedlern vor. Die Gesellschaft für europäische Wirtschaftsplanung und Großraumwirtschaft, ein einflussreicher Kapitalverband, hielt zu jener Zeit in einer Denkschrift fest, dass der europäische Großraum „sämtliche Völker des Festlandes von Gibraltar bis zum Ural und vom Nordkap bis zur Insel Zypern mit ihren natürlichen kolonisatorischen Ausstrahlungen in den sibirischen Raum und über das Mittelmeer nach Afrika hinein“ umfassen müsse. Man sollte grundsätzlich nur von Europa sprechen „denn die deutsche Führungsmacht ergibt sich von selbst“[1].

Dieser Anlauf scheiterte am Widerstand der Roten Armee und der Völker der Sowjetunion. Die Ambitionen des deutschen Imperialismus wurden damit nicht begraben, sondern nur vertagt. Heute formuliert der deutsche Vizekanzler Klingbeil: „Nach knapp 80 Jahren der Zurückhaltung hat Deutschland heute eine neue Rolle im internationalen Koordinatensystem. (…) Deutschland muss den Anspruch einer Führungsmacht haben.“[2] Die Bundesrepublik plant den nächsten Anlauf gegen Osten und ist auf der Suche nach alter Stärke.

Der Imperialismus stößt auf Widerstand

Die Träume der deutschen Monopole nach einem europäischen Großraum wurden durch den Sieg der Roten Armee und des gesamten sowjetischen Volkes vorerst zerschlagen. Mit der Konterrevolution im Jahr 1990 konnten sie ihren nächsten großangelegten Anlauf starten. Anstatt mithilfe eines „Generalplan Ost“ wurde Osteuropa nun durch EU-Integration und das deutsche Exportmodell erobert. Russland wurde in eine halbkoloniale Abhängigkeit gezwungen, seine Rohstoffe flossen in die westlichen Metropolen und die vom IWF diktierten wirtschaftlichen Schocktherapien der 1990er verwandelten die einstige Industrienation in ein Rohstoffanhängsel. Polen, Tschechien, die Ukraine und viele weitere Länder werden seitdem als verlängerte Werkbänke und Absatzmärkte genutzt. Die modernen Formen des Kolonialismus und finanzieller Abhängigkeit, die der Imperialismus während des Kalten Krieges entwickelte, trafen nun auch die Völker Osteuropas. Die EU hatte auf wirtschaftlichem Gebiet erreicht, woran die deutschen Faschisten gescheitert waren. Zuletzt wurden auch vermehrt Schritte des deutschen Imperialismus unternommen, diese Staaten zur Militärbasis für die Kriegsvorbereitung gegen Russland aufzubauen, wie mit der Brigade Litauen.

Seit der internationalen Finanzkrise von 2008, dem Widerstand des Volkes im Donbass gegen den Maidan-Putsch und der zunehmenden Abwendung Russlands von seiner halbkolonialen Rolle gegenüber der EU und den USA, war absehbar, dass der nächste Anlauf zu einem großen Krieg im Osten nur eine Frage der Zeit ist.

Der scheinbar ungehinderten imperialistischen Expansionspolitik des Westens wurde 2014 in der Ukraine ein Riegel vorgeschoben. Der faschistische Putsch in Kiew stieß zunächst auf den antifaschistischen Widerstand im Donbass. Seitdem Russland in das offene Kriegsgeschehen eingegriffen hat, versuchen Deutschland und die NATO das Land militärisch in die Knie zu zwingen.

Mit der NATO-Expansion bis an die russische Grenze, der Stationierung von Raketen, die Moskau in fünf Minuten erreichen, und der offen angedrohten atomaren Aufrüstung der Ukraine soll Russland erpresst und gefügig gemacht, bei Widerstand in Einzelteile zerlegt werden. Russland soll als Gegner des Imperialismus ausgeschaltet werden. Es geht um den nächsten Anlauf zur Kolonisierung und Unterwerfung der Völker Russlands.

Den nächsten Anlauf verhindern

Deutschland unterstützt die Nachfolger der Nazi-Kollaborateure in der Ukraine, in Finnland und dem Baltikum, als die am meisten antirussischen und militaristischen Vollstrecker dieser Politik. Der US-Imperialismus setzt in seiner neuen Nationalen Sicherheitsstrategie auf eine Neuformierung des Transatlantikpakts durch die Unterstützung rechter und faschistischer Parteien, die ein ultrareaktionäres und hochgerüstetes Europa errichten sollen. Die Kriegsvorbereitung gegen Russland ist ein Motor der Faschisierung in Europa.

Kanzler Merz macht aus seinen Ambitionen kein Geheimnis: „Europa blickt auf uns. Europa erwartet etwas von uns. Die neue Bundesregierung nimmt diese Verantwortung an. (…) Die Bundesregierung wird zukünftig alle finanziellen Mittel zur Verfügung stellen, die die Bundeswehr braucht, um konventionell zur stärksten Armee Europas zu werden.“[3] Uns sollte allen klar sein, worum es hier geht: Diese Aufrüstung hat ein klares Ziel – und zwar Moskau. Deutschland tritt damit in die Fußstapfen seiner Vergangenheit, diesmal mit einer Europäischen Union im Schlepptau.

Die Völker Russlands machen sich keine Illusionen über die Politik des Imperialismus. Sie wissen um den Ernst der Lage und wie akut die Bedrohung für ihre Zivilisation ist. Sie wissen aus historischer Erfahrung, was es bedeutet, wenn deutsche Panzer gen Osten rollen, und sie werden sich diesem Anlauf entgegenstellen. Dem Land droht abermals die Unterwerfung und Kolonisierung mit schlimmsten Folgen für seine Bevölkerung und das internationale Kräfteverhältnis gegen den Imperialismus.

Wir müssen die Lüge einer angeblichen Bedrohung durch Russland, die genutzt wird, um die Aufrüstung in Deutschland zu legitimieren, entlarven und klarmachen: Die NATO bedroht Russland. Sie führt einen Krieg gegen das Land – und zwar mithilfe von Nazi-Bataillonen, die mit modernster Waffentechnik der NATO-Länder ausgestattet sind. Die EU versucht Russland mit Wirtschaftsembargos in die Knie zu zwingen, als Gegner ihrer imperialistischen Politik auszuschalten und, wie schon vor 85 Jahren, zu unterwerfen. Es ist im Interesse aller Völker, dass die NATO mit diesem Anlauf scheitert.

Für die Niederlage der NATO in der Ukraine und in der Welt!

Stoppt den Krieg gegen Russland!


[1] Zit. n.: Wolfgang Michalka (Hrsg.): Deutsche Geschichte 1933-1945. Dokumente zur Innen- und Außenpolitik. Frankfurt am Main 1999, S. 227.

[2] Zit. n. AK Antimilitarismus (Hrsg.): Die Große Mobilisierung. Die Bundeswehr von der Wiederbewaffnung bis zur Kriegstüchtigkeit. Köln 2026, S. 167.

[3] Ebd., S.169,

Reden vom Dritten Internationalen Antifaschistischen Forum in Moskau

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Vorwort

Wir spiegeln hier vier Beiträge vom Dritten Internationalen Antifaschistischen Forum, das vom 24. bis 26. Mai in Moskau stattfand. Am Treffen, das von der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation (KPRF) organisiert wurde, nahmen hunderte Antifaschisten aus mehr als hundert Ländern teil, darunter auch die KO. Lesenswert ist auch der vor kurzem veröffentlichte Bericht, in dem wir Eindrücke vom Forum teilen und die Ereignisse kommentieren.

Die Rede des Vorsitzenden der KPRF Gennadij Sjuganow erklärt den Terrorismus als Fortsetzung (neo)kolonialer Methoden der imperialistischen Staaten, ihre Herrschaft gegenüber den kämpfenden Unterdrückten durchzusetzen. Wiktor Tjulkin von der Russischen Kommunistischen Arbeiterpartei erklärt, wie der Widerstand gegen die imperialistische Unterdrückung nur gemeinsam durch alle klassenkämpferischen Kräfte international gelingen kann. Als historisches Vorbild für eine solche Front führt er die Kommunistische Internationale unter der Führung der Sowjetunion an. Sergej Syrankow von der Kommunistischen Partei Belarus bringt die politische Vorherrschaft in einen Zusammenhang mit der Kontrolle der Hochtechnologie durch die dort angesiedelten Monopole. Er betont die positiven Folgen der Beibehaltung sozialistischer Errungenschaften in Belarus für den Kampf um Souveränität. Zuletzt spiegeln wir den Beitrag von Neil Malygin von der Kommunistischen Partei der Schweiz, in dem er unter anderem einen bürgerlichen „Opferkult“ linker Kräfte in Europa kritisiert: ein solcher führe dazu, dass man sich nur so lange mit den Unterdrückten wehre, wie sie tatenlose Opfer ihrer Unterdrücker bleiben. Fangen sie an zu kämpfen, so würde man ihnen plötzlich die Unterstützung entsagen – laut Malygin in der Konsequenz eine offene Ablehnung des Kampfes gegen den Imperialismus.

Wir empfehlen außerdem den Kurzfilm zur Geschichte des NATO-Imperialismus, der auf der Konferenz gezeigt wurde. Er ist unter diesem Link mit englischen Untertiteln zu finden.

Bitte beachtet, dass die hier gespiegelten Reden nicht unbedingt die Positionen der Kommunistischen Organisation (KO) darstellen oder ihnen entsprechen.

Redaktion der KO


Gennadij Sjuganow (KPRF): Der Kampf findet jeden Tag statt- hier und jetzt!

Übersetzung aus dem Russischen: Renate Koppe

Wir sind zum III. Internationalen Antifaschistischen Forum zusammengekommen, um unsere gemeinsamen Aufgaben im Kampf für Frieden und Sicherheit, Völkerfreundschaft und soziale Gerechtigkeit zu erörtern. Diese vielschichtigen Aktivitäten der linken Kräfte können nicht losgelöst vom Kampf gegen Imperialismus und Staatsterrorismus, militärische Aggression und Neokolonialismus, Reaktion und Neofaschismus geführt werden.

Die globale Expansion des Kapitals geht weiter. Sie erreicht ihre Ziele gestützt auf zwei Hauptsäulen – physische Gewalt und Bewusstseinsmanipulation.

Schon im alten Rom betonte Cicero, dass für den vollen Wohlstand des Staates ein „Bündnis von Schwert und Feder“ notwendig sei. Er meinte damit die Verbindung von militärischer Macht und Überzeugungskraft. Jahrhunderte später griff der Italiener Machiavelli diesen Gedanken wieder auf. Er riet dem Herrscher, sowohl dem Löwen als auch dem Fuchs nachzueifern und Tapferkeit mit List zu verbinden.

Ein wichtiger Meilenstein für die Etablierung des Kapitalismus war das Aufkommen des Protestantismus. Das frühe Christentum stellte Moral und ein Leben nach „göttlichen Regeln“ in den Vordergrund. Es setzte sich für die Hilfe für die Armen ein und verurteilte Überfluss. Die neue Lehre verband den Glauben direkt mit der Bereicherung. Materieller Erfolg, so lehrten die protestantischen Prediger, sei ein sichtbarer Beweis dafür, dass der Mensch „Gott wohlgefällig“ sei. Armut und Entbehrungen wurden als „Stempel des Fluchs“ gedeutet.

So wurde in Europa die ideologische Grundlage für Bereicherung, Ausbeutung und Expansion geschaffen. In den Augen der Kapitalisten waren ihre eigenen einfachen Leute und die Bewohner anderer Kontinente „Ausgestoßene“. Ihr Reichtum sollte zugunsten der „von Gott Auserwählten“ enteignet werden. Auf der Grundlage dieser verderblichen Ideen wuchsen die bürgerlichen Imperien heran.

Kampf um Hegemonie

Der Westen erzielte große Erfolge bei der Verbindung verschiedener Herrschaftsmethoden. Dies ermöglichte es ihm, zur führenden globalen Macht zu werden und die Menschheit zu beherrschen. Zur Aufrechterhaltung seiner Hegemonie setzte er in großem Umfang Mittel zur Bewusstseinsbeeinflussung der Volksmassen ein. Mit der Entwicklung neuer Technologien wurde dieses System wahrhaft global.

Zu Beginn des aktuellen Jahrhunderts waren Behauptungen zu hören, das Internet werde das Informationsmonopol zerstören. Dieser Optimismus erwies sich als falsch. Der Besitz der Produktionsmittel ist der Garant für wirtschaftliche und politische Vorherrschaft. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um materielle Produktion oder um Informationen handelt.

Zu meinen, dass die Eigentümer von Internetplattformen, sozialen Netzwerken, globalen Servern und Rechenzentren von Überlegungen zu Freiheit und Demokratie geleitet werden, ist der Gipfel der Naivität. Ihre Ziele sind Ausbeutung, maximaler Profit und Machtkonzentration.

Das Gleiche gilt für die „künstliche Intelligenz“. Sie ist keineswegs ein Geschenk des Schicksals oder von wohlmeinenden Programmierern an alle anderen. Sie ist eine weitere Ressource in den Händen derer, die über das Kapital verfügen. Es ist völlig verständlich, dass Kapitalisten sie nutzen werden, um sich zu bereichern und ihre Vorherrschaft zu festigen.

Das Verständnis dieser Phänomene ist für den Erfolg des Kampfes, den wir führen, von entscheidender Bedeutung. Unsere ideologischen Gegner tun alles, um ein Monopol im „Bereich der Bedeutungen“ zu erlangen. Dies stärkt die Kräfte des Weltkapitals im Kampf um die Zukunft der Menschheit.

Selbst unter den Bedingungen der Krise des Kapitalismus, beim Niedergang alter Entwicklungszentren und dem Entstehen neuer, kann die globale Oligarchie das „Kartenspiel“ noch lange neu mischen. Sie kann Völker und Länder gegeneinander aufhetzen und immer neue „Feindbilder“ erfinden. Sie kann sich mal als „Leuchtturm der Freiheit und Demokratie“, mal als „Verteidigerin traditioneller Werte“ tarnen. Sie wird alles tun, damit die Menschen ihre Klasseninteressen nicht erkennen und nicht verstehen: Die Wurzeln der Probleme liegen nicht in den Besonderheiten von Rassen und Nationen, Bräuchen und Kulturen. Sie liegen im sozioökonomischen System, in der Verfügung über die Produktionsmittel.

Die Pflicht der Kommunisten

Dies zu durchschauen und den Werktätigen die Augen zu öffnen – das ist die wichtigste Aufgabe der Kommunisten, aller volkspatriotischen Kräfte. Ohne sich als Klasse zu begreifen, wird das Proletariat ein Spielball in den Händen des Kapitals sein. Ihm werden fremde Ideen und Werte aufgezwungen werden. Wie einer der Gründer der italienischen Kommunistischen Partei, Antonio Gramsci, schrieb, müssen die Arbeiter eine neue Weltanschauung entwickeln. Die Pflicht der Kommunisten ist es, dem Proletariat zu helfen, Klassenbewusstsein zu erlangen und eine neue Konzeption des Lebens zu entwickeln.

Die Bourgeoisie zwingt den Massen geschickt ihre Moral und ihre Verhaltensregeln auf. Der Westen nutzt geschickt Mechanismen der Bewusstseinsmanipulation. Wenn ein Staat, in dem das Kapital herrscht, ins Wanken gerät, rettet ihn die Struktur der bürgerlichen Gesellschaft. Der Staat ist nur der vorderste Schützengraben des Kapitalismus. Dahinter verbirgt sich eine feste Kette ideologischer Festungen und Kasematten, die von der Oligarchie errichtet wurden.

Mit einem schnellen Schlag „von vorne“ lässt sich diese Verteidigung nicht zerschlagen. Es bedarf eines sorgfältigen und langwierigen „Stellungskriegs“ um das Bewusstsein der Werktätigen, um sie aus dem Lager der Bourgeoisie in ihr eigenes proletarische Lager zu ziehen.

Man muss bedenken, dass der Westen bei weitem nicht immer die „Lokomotive“ der Weltwirtschaft war. Bis ins 17. und 18. Jahrhundert lag Europa hinsichtlich des Wirtschaftsvolumens deutlich hinter China, Indien und einer Reihe anderer Gesellschaften zurück. Zum Führer machte Europa eine zügellose und gnadenlose Expansion, die durch falsche Konzepte des „Messianismus“ getarnt war. In ihnen liegen die Wurzeln des Faschismus und anderer Formen der Herrschaft.

Als Rechtfertigung für die kolonialen Eroberungen diente die Idee der Überlegenheit der weißen Rasse. Sie rechtfertigte den Völkermord an der indigenen Bevölkerung und den Sklavenhandel. Die Bewohner der Kolonien wurden als minderwertige Wesen betrachtet. Die Menschenrechte galten für sie nicht.

Im Jahr 1825 legte die „Doktrin der Entdeckung“ des Obersten Gerichtshofs der USA fest: Das Eigentumsrecht an Land gebührt demjenigen, der es „entdeckt“ hat. Den Indianern, die dort seit Jahrhunderten lebten, wurde dieses Recht vorenthalten. So wurde die „rechtliche“ Grundlage für die massenhafte Vertreibung indianischer Stämme in Reservate und deren Ausrottung geschaffen.

Viele westliche Ideologen schlossen sich der Rechtfertigung des Rassismus an. Einer von ihnen – der Engländer Thomas Carlyle – verfasste den Aufsatz „Die Niggerfrage“ („The Nigger Question“). Seiner Meinung nach hatte Gott den Schwarzen das Schicksal der Sklaverei bei jenen bestimmt, „die als ihre Herren geboren wurden“. Carlyle prangerte die Kämpfer für die Abschaffung der Sklaverei wütend an und bezeichnete sie als „Verbände zum Schutz von Schurken“.

Der Ideologe des britischen Imperialismus Cecil Rhodes beharrte darauf: „Gott will die Vorherrschaft der angelsächsischen Rasse.“ Er schrieb: „Ich hob meine Augen zum Himmel und senkte sie zur Erde. Und sagte mir: Beides soll britisch werden. Und mir wurde klar … dass die Briten die beste Rasse sind, die der Weltherrschaft würdig ist“.

In seinem Buch „Mein Kampf“ stellte Adolf Hitler den Deutschen das Britische Empire des 19. Jahrhunderts als Vorbild vor. Seine Rassendoktrin stützte er weitgehend auf die Werke des Engländers Houston Chamberlain. Der Chefpropagandist des Dritten Reiches, Joseph Goebbels, nannte ihn den „Vater unseres Geistes“.

Rassistische Ideen begleiteten die kapitalistischen Eroberungen von Anfang an. Das bürgerliche System basiert auf Profitwachstum um jeden Preis. Zunächst entzog das junge europäische Kapital seinen Bauern das Land und trieb sie in Arbeitshäuser. Dann begann es, Völker zu unterwerfen und ganze Zivilisationen zu vernichten. „Die große Industrie hat den Weltmarkt hergestellt, den die Entdeckung Amerikas vorbereitete“, schrieben K. Marx und F. Engels.

Der Militarismus nimmt zu

Eine neue Etappe der globalen Expansion begann für das Kapital mit dem Übergang zum Imperialismus. W. I. Lenin hat dessen Hauptmerkmale herausgearbeitet. Erstens die Konzentration von Produktion und Kapital, die zur Bildung von Monopolen mit ihrer entscheidenden Rolle im Wirtschaftsleben führte. Zweitens die Verschmelzung von Bankkapital mit Industriekapital und die Entstehung des „Finanzkapitals“, einer Finanzoligarchie. Drittens der Kapitalexport, der wichtiger wird als der Warenexport. Viertens die Bildung internationaler monopolistischer Kapitalistenbündnisse und die Neuaufteilung der Welt. Fünftens die Vollendung der Aufteilung der Erde durch die Großmächte.

Lenin charakterisierte den Imperialismus als ein weltweites System kolonialer Unterdrückung und finanzieller Strangulierung der überwiegenden Mehrheit der Weltbevölkerung durch eine Handvoll imperialistischer Länder. Der Begründer des Bolschewismus bewies, dass Reaktion, Parasitismus und Fäulnis dem Imperialismus eigen sind. Das Großkapital errichtet seine Diktatur über die Gesellschaft. Es strebt danach, die Arbeiter- und die nationale Befreiungsbewegung zu unterdrücken. Die Reaktion verstärkt sich. Der Militarismus nimmt zu.

Das Finanzkapital trägt den Drang nach Herrschaft, nicht nach Freiheit“, betonte Lenin. „ – Politische Reaktion auf ganzer Linie ist eine Eigenschaft des Imperialismus“.

Die wirtschaftliche Entwicklung zieht Millionen von Menschen in die Produktion ein und verbreitet Elemente der Bildung. Umso dringender benötigen die Ausbeuter die raffiniertesten Methoden der Herrschaft – die Manipulation des Bewusstseins.

Die ideologische Verbindung des angelsächsischen Kapitalismus mit dem Faschismus beschränkte sich nicht nur darauf. Das westliche Kapital hat in der Praxis faschistische Regime in Deutschland, Italien, Spanien und anderen Ländern gefördert. Der italienische Faschismus und der deutsche Nationalsozialismus genossen die großzügige Unterstützung der Oligarchie. Dies war eine Reaktion auf die revolutionäre Welle in Europa nach dem Ersten Weltkrieg. Die Bayerische Räterepublik, der Hamburger Aufstand und die Massenstreiks deuteten auf eine tiefe Krise des bürgerlichen Systems hin.

Bereits 1922 hatte sich in Bayern ein Kreis von Industriellen gebildet, die auf Adolf Hitler setzten. Die deutschen Faschisten erhielten große Geldsummen von Henry Ford aus den USA. 1938 verlieh Hitler ihm das Große Kreuz des Deutschen Adlers – die höchste Auszeichnung des Reichs für Ausländer.

Die Unterstützung für die Nazis wuchs rasch. Die Partei wurde von großen Industrie- und Finanzmagnaten Deutschlands gesponsert. Zu den Anhängern der Faschisten gehörten Vertreter der Deutschen Bank, der Handelsbank und der Reichskreditgesellschaft.

Der Höhepunkt des Bündnisses zwischen Großkapital und Nazis war das Treffen am 20. Februar 1933. Die Konzern- und Bankchefs billigten Hitlers Kurs auf die Diktatur. Eine Woche später wurde der Reichstag in Brand gesteckt. Diese Provokation lieferte den Vorwand für die Vernichtung der Gegner und die Niederschlagung der Kommunisten.

Die westlichen Mächte trugen zur Stärkung des Nationalsozialismus bei. London und Washington sahen tatenlos zu, wie die Nazis den Versailler Vertrag außer Kraft setzten, die Wehrmacht aufstellten und den Weg der beschleunigten Militarisierung einschlugen. Sie gewährten Deutschland weiterhin Kredite, versorgten es mit strategischen Rohstoffen, beteiligten sich am Aufbau der U-Boot-Flotte und lieferten Waffen und Material.

Das Mussolini-Regime erhielt ebenfalls Unterstützung aus den USA. Großkredite wurden vom Haus Morgan gewährt. Italien wurde zu einem der führenden Empfänger von ausländischem Kapital in Europa. Washington verschloss zynisch die Augen vor der aggressiven Außenpolitik Roms.

Nie vergessen: Der Überfall auf die Sowjetunion

Weniger als ein Monat bleibt bis zu jenem tragischen Datum der Weltgeschichte. Es jährt sich zum 85. Mal der Tag, an dem der Hitler-Faschismus die Sowjetunion überfiel und der Große Vaterländische Krieg von 1941 bis 1945 begann.

Der heldenhafte Kampf des sowjetischen Volkes unter der Führung der Kommunistischen Partei führte zur Niederlage des Faschismus. Für unseren heiligen Sieg hat das sowjetische Volk einen enormen Preis gezahlt. Auf den Schlachtfeldern kam jeder sechste Bürger der UdSSR ums Leben. Jeder dritte Belorusse. Und jeder zweite Kommunist.

Doch solange der Kapitalismus lebt, wird sein Arsenal stets Faschismus, Terror, Völkermord und andere blutige Verbrechen enthalten.

Äußerst bezeichnend war die Haltung der westlichen Mächte gegenüber den Nazi-Verbrechern in der Nachkriegszeit. Viele von ihnen entgingen der Bestrafung. Sie kooperierten mit den USA und waren am Aufbau der NATO beteiligt. Sie wurden zu Kämpfern des „Kalten Krieges“, arbeiteten bei „Radio Liberty“, „Deutsche Welle“ und anderen antisowjetischen Medien. All dies ist ein direkter Beweis für die tiefe Symbiose zwischen Großkapital, liberalen Eliten und faschistischen Regimes. Gemeinsam bildeten sie eine einheitliche Phalanx zur Erstickung der revolutionären Hoffnungen der Menschheit.

Das oligarchische Kapital gab seine Pläne für Rache und Revanche keinen Moment lang auf. Die sowjetischen Städte und Dörfer lagen noch in Trümmern, als die gestrigen Verbündeten in den westlichen Ländern bereits Pläne für einen Atomschlag gegen die UdSSR schmiedeten. Der „Kalte Krieg“ wurde begonnen. Blutige Konflikte entbrannten in Korea und Vietnam.

Das Kapital versuchte mit allen Mitteln, die Kolonialreiche vor dem Zusammenbruch zu retten. Es tränkte die nationale Befreiungsbewegung in Blut. Der Terror verschwand nie aus dem Arsenal des Kapitalismus. Dafür gibt es Tausende von Beweisen! Einen Teil davon haben wir in dem Film „Imperialismus und Terror“ des KPRF-Fernsehsenders „Rote Leitung“ vorgestellt. Mit dessen Vorführung begann die Arbeit unseres Forums.

Die bösartigsten Kräfte richtete der Imperialismus darauf aus, die Hauptfestung der Befreiungsbewegung – die UdSSR – zu untergraben. Leider gelang dies. Doch die vorübergehende Niederlage der Sowjetunion wurde nicht zum Triumph des Großkapitals. Die Kommunistische Partei Chinas hisste das Banner des Sozialismus hoch. Das Land entwickelte sich zum weltweiten Vorreiter der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung.

Solange die UdSSR, der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) und der Warschauer Pakt existierten, hatte das Kapital einen gemeinsamen Feind und den Wunsch, im Wettstreit mit dem Sozialismus zu siegen. Dies wurde zu einem starken Ansporn für die Entwicklung. Die Kapitalisten verbesserten die Qualität ihrer Produkte, machten Zugeständnisse an die Arbeiter und erweiterten die sozialen Garantien.

Mit der Zerstörung der UdSSR begann ein umfassender Verfall des Kapitalismus. Dieser vollzieht sich in der Wirtschaft und im sozialen Leben, in der Politik und in der Moral. Die Krise der demokratischen Institutionen und des Wahlsystems hat sich verschärft.

Auf die Zunahme seiner Probleme reagiert das Kapital mit einer unverhohlenen Militarisierung. Es provoziert internationale Spannungen. Die Gefahr eines neuen Weltkriegs wächst.

Neokolonialismus intensiviert

Die westlichen Mächte haben die Praxis des Neokolonialismus intensiviert. Ihre wichtigsten Instrumente: das Dollarsystem, die Schuldenfalle des IWF und der Weltbank, Informationsdruck, das Setzen auf eine pro-westliche fünfte Kolonne. Gegen unliebsame Staaten werden Sanktionen, Provokationen, „Farbrevolutionen“ und militärische Interventionen eingesetzt. In ihrer brutalsten Form haben dies die Völker Jugoslawiens, des Irak, Libyens, Syriens, des Iran und Venezuelas am eigenen Leib erfahren.

Mit besonderem Zynismus gehen die Kräfte der weltweiten Reaktion gegen die uns brüderliche Ukraine vor. Sie haben sie in ein Kriegsgebiet verwandelt und der Russischen Welt den Krieg erklärt. Wir leisten umfassende Hilfe für diejenigen, die an der Front gegen den Bandera-Nazismus kämpfen. Wir haben bereits mehr als 150 humanitäre Konvois in den Donbass geschickt. Regelmäßig nehmen wir Kinder auf, die von dort zu uns kommen, um zu genesen und sich zu erholen. Wir danken allen, die bei dieser außerordentlich wichtigen Aufgabe helfen!

Wir sind den Parteien und Bewegungen, deren Vertreter zu diesem Forum gekommen sind, aufrichtig dankbar für Ihre prinzipielle Haltung und für die Solidarität mit der antifaschistischen Position unseres Landes in dieser schwierigen Zeit. Wir sprechen dem koreanischen Volk unseren besonderen Dank für seine Entschlossenheit und seinen Mut im Kampf gegen den Neofaschismus aus.

Das Kapital hat den Abbau des Sozialstaats in Gang gesetzt. Die neoliberale Welle hat den Widerstand der Volksmassen hervorgerufen. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung in den USA, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien und anderen Ländern wächst. Es entfaltet sich ein Protest der Werktätigen gegen die Politik der bürgerlichen Regierungen.

Gleichzeitig breitet sich die anti-neokoloniale Bewegung aus. Die Länder des Globalen Südens fordern immer selbstbewusster die vollständige Befreiung vom Erbe der Kolonialpolitik der westlichen Mächte. Allmählich entstehen auf unserem Planeten die Voraussetzungen für tiefgreifende Veränderungen zum Besseren. Es ist notwendig, diesen Prozess unumkehrbar zu machen.

Die Initiativen Chinas

Für die Schaffung einer gerechteren Welt sind die Initiativen Chinas besonders wichtig. Im Anschluss an das Konzept einer Schicksalsgemeinschaft der Menschheit hat der Präsident der VR China, Xi Jinping, wichtige Vorschläge in den Bereichen globale Entwicklung, Sicherheit und zivilisatorischer Austausch unterbreitet. Im September letzten Jahres wurde in Tianjin eine Initiative zur globalen Governance vorgelegt. Es ist symbolisch, dass dies auf dem Gipfel der Shanghai Cooperation Organization (SCO) geschah. Die Mitglieder der SCO und der BRICS sind aufgerufen, eine besondere Rolle bei der Schaffung eines neuen Systems der internationalen Beziehungen zu spielen.

Auf das Bestreben, seine Positionen zu erschüttern, reagiert das Weltkapital mit Schritten zur Errichtung vollständiger Kontrolle über die Menschheit. Dazu beabsichtigt es, die neuesten Kommunikationsmittel einzusetzen: das Internet, soziale Netzwerke, künstliche Intelligenz. Derzeit sind diese Ziele kein Geheimnis mehr. Auf ihre Existenz weisen Veröffentlichungen der Führungskräfte des Unternehmens „Palantir Technologies“ direkt hin.

Bereits zu Beginn dieses Jahrhunderts betonte ich in meinem Artikel „Globalismus und der ‚neue Imperialismus‘“: „Auf dem Planeten bricht faktisch der Dritte Weltkrieg aus… Zunächst war er ‚kalt‘, dann ‚kühl‘, anschließend ‚warm‘. Und nun, mit dem Einzug des Globalismus, geht er rasch in eine heiße Phase über… Die Menschheit sitzt auf einem Pulverfass, um das herum immer neue Funken sprühen“.

Übergang zur Multipolarität

Die heutige Welt durchläuft einen Übergangsprozess zur Multipolarität. Die Hegemonie des westlichen Kapitals schwächt sich ab. Die Widersprüche zwischen den Imperialisten nehmen zu. Sie haben zu einer Konfrontation zwischen den USA und der EU geführt. Zu Konflikten innerhalb der NATO und anderer Vereinigungen.

Von einem gerechten internationalen System sind wir jedoch noch weit entfernt. Die alten Machtzentren klammern sich mit aller Kraft an die Weltherrschaft. Um diese zu bewahren, sind sie bereit, das gesamte Arsenal an politischem, finanziellem, informativem und militärischem Druck einzusetzen.

Man muss die Tatsache anerkennen, dass nicht alle heutigen Einflusspole eine gleichberechtigte Weltordnung anstreben. Oftmals sind ihre herrschenden Kreise nur an einer Neuaufteilung der Märkte und Einflusssphären interessiert. Deshalb müssen wir, die Vertreter der linken und volkspatriotischen Kräfte, verstehen: Ein einfacher Wechsel der Weltführer im Rahmen des Kapitalismus wird die Werktätigen nicht von der Ausbeutung befreien. Eine echte Alternative dazu garantiert nur der Sozialismus.

In Weiterführung der Leninschen Charakterisierung des Imperialismus hebt die KPRF eine Reihe von Schlüsselmerkmalen des Globalismus hervor. Erstens verstärkt sich die Vorherrschaft des Finanzkapitals über die industrielle Produktion. Die wahren Eigentümer der größten weltweiten Vermögenswerte sind kapitalistische Giganten wie „BlackRock“, „Goldman Sachs“ und „J.P. Morgan Chase“. Ihre Ressourcen übersteigen die Möglichkeiten einzelner Staaten.

Zweitens basiert die Weltwirtschaft auf ungleichwertigem Austausch. Die Entwicklungsländer liefern billige Rohstoffe und kaufen teure Fertigprodukte. Die Schuldenfalle verschärft sich. Nach Angaben der UNO nähert sich die weltweite Verschuldung 100 Billionen Dollar. Fast die Hälfte der Menschheit lebt in Ländern, die mehr Mittel für den Schuldendienst aufwenden als für Gesundheit und Bildung.

Drittens verfestigt das globale Modell der Arbeitsteilung eine kolossale soziale Ungleichheit. Nach Schätzungen der Organisation „Oxfam“ belief sich das Gesamtvermögen der Milliardäre im Jahr 2025 auf 18,3 Billionen Dollar. Das ist doppelt so viel wie im Jahr 2020 und übersteigt den Wert von 2000 um das Siebenfache. Im vergangenen Jahr überschritt die Zahl der Milliardäre weltweit erstmals die Marke von 3000 Personen. Die 12 reichsten Menschen der Welt besitzen ein Vermögen, das das Gesamtvermögen der ärmsten Hälfte der Weltbevölkerung übersteigt.

Viertens nimmt der Einfluss des transnationalen Kapitals auf die Politik drastisch zu. Die größten Finanziers und Konzerne bestimmen direkt den Kurs der Staaten. Die US-Regierung zeigt eine immer engere Verflechtung von Macht und Finanz- und Industriekonzernen. Die Daten von „Oxfam“ bestätigen buchstäblich Lenins Schlussfolgerungen über den Zusammenhang zwischen Monopolen und politischer Reaktion.

Wirtschaftliche Ungleichheit führt zur Aushöhlung von Rechten und politischen Freiheiten. Der Autoritarismus nimmt zu. „Regierungen treffen falsche Entscheidungen, um der Elite und den Reichen zu gefallen, und unterdrücken dabei die Rechte und die Wut der Bürger, die durch die steigenden Lebenshaltungskosten ausgelöst wird, die für zu viele unerschwinglich geworden sind“, bemerkt der Geschäftsführer von „Oxfam“, Amitabh Behar.

Fünftens wird das Völkerrecht zunehmend durch ein System von „Regeln“ ersetzt, die der globalen Oligarchie zugutekommen. Die Nationalstaaten verlieren die Kontrolle über wirtschaftliche Prozesse. Das Großkapital nutzt internationale Institutionen als Druckmittel. Rituelle Bekenntnisse zur „Unantastbarkeit des Privateigentums“ hindern den Westen nicht daran, Vermögenswerte anderer Länder einzufrieren und zu beschlagnahmen.

Sechstens ist die informations- und kulturpolitische Expansion zu einer eigenständigen und äußerst zerstörerischen Form der Aggression geworden. Über globale Medienplattformen, soziale Netzwerke und digitale Monopole werden Konsum- und Verhaltensmuster aufgezwungen. Versuche einzelner Staaten, ihre Informationssouveränität zu schützen, werden lautstark als „Angriff auf die Meinungsfreiheit“ bezeichnet.

Schließlich verstärkt sich der parasitäre Charakter des globalen Kapitals. Es eignet sich geschickt die Vorteile des technologischen Fortschritts an. Ein bedeutender Teil der Menschheit bleibt dabei in Armut und Abhängigkeit. Gleichzeitig verschärfen sich die ökologische Krise und der geistige Verfall. Die sozialen Beziehungen werden entmenschlicht. Ein besonderes Symbol dafür ist heute die Tragödie des palästinensischen Volkes und die Reaktion der westlichen Staaten auf die Geschehnisse.

Wiederum, wie schon im vergangenen Jahrhundert, stützt sich das Kapital immer stärker auf rechtsextreme Kräfte. In Europa gewinnen rechtsradikale Parteien an Stärke, die mit Hitler, Mussolini, Franco und Horthy sympathisieren. In Lateinamerika rechtfertigt eine Reihe von Politikern die Verbrechen der Militärdiktaturen. Zu einem Symbol der rechtsradikalen Politik sind die Handlungen von Javier Milei, einem großen Freund von Donald Trump, in Argentinien geworden.

Aggressiver Antikommunismus

Die reaktionären Kreise vereinen heute aggressiver Antikommunismus, Russophobie und das Streben nach globaler Vorherrschaft. Diese Kräfte sind bereit, die gesamte Macht der Armeen und Staatsapparate einzusetzen, um ihre Vorherrschaft zu festigen.

Die USA nehmen die enormen Errungenschaften des sozialistischen Chinas immer stärker als strategische Herausforderung wahr. Washington strebt danach, seine Position als führendes weltweites Industriezentrum zurückzugewinnen. Zu diesem Zweck schwächt es Europa und unterwirft es immer stärker seinen Interessen. Dies vertieft zwangsläufig die Widersprüche zwischen den Imperialisten.

Es muss jedoch betont werden: Insgesamt behält der Kapitalismus eine hohe Anpassungs- und Überlebensfähigkeit. Neben militärischer Macht stützt er sich auf Informationskontrolle und manipuliert das öffentliche Bewusstsein. Bitter und lächerlich zugleich, doch die Unterdrückung politischer Gegner erfolgt unter dem Deckmantel des Schutzes der Demokratie. Verbote der Wahlteilnahme, Verschärfung der Zensur, Kampagnen zur „Abschaffung“ der russischen Kultur – all dies ist Teil des politischen Lebens im Westen geworden.

Auch auf altbewährte Methoden hat das globale Kapital nicht verzichtet. Verschiedene Formen des Neofaschismus erleben eine Renaissance. Großzügige Unterstützung erhielt der ukrainische Neonazismus, der auf der Grundlage der blutigen Bandera-Ideologie gewachsen ist. In vielen Ländern Europas haben äußerst rechte Kräfte neuen Auftrieb erhalten.

Zu einem bedeutsamen Ereignis wurde der Machtantritt des Teams von Donald Trump in den USA. Nachdem es sich mit raffinierter Demagogie und Populismus die Sympathien der einfachen Bürger gesichert hat, zerstört dieses oligarchische Kapital die Überreste des „Sozialstaats“. Es organisiert zudem Interventionen auf der ganzen Welt.

Die Ideologen des „Friedens durch Stärke“ greifen auf die reaktionärsten Konzepte der Kolonialzeit zurück. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür war die Rede des US-Außenministers Marco Rubio auf der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz. Er bezeichnete die westliche Zivilisation als die größte in der Geschichte und schwärmte von ihren Errungenschaften. „Fünf Jahrhunderte lang, bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, erweiterte der Westen seine Grenzen – seine Missionare, Pilger, Soldaten und Forscher verließen seine Küsten, um Ozeane zu überqueren, neue Kontinente zu besiedeln und riesige Imperien zu errichten, die sich über die ganze Welt erstreckten“, verkündete Rubio.

Nach Ansicht des US-Außenministers führte das Aufkommen des „Reiches des Bösen“ – der Sowjetunion – zu „dunklen Zeiten“. Bezeichnenderweise bezeichnete Rubio das Jahr 1945 als Wendepunkt in der Vorherrschaft des Westens. Danach, so erklärte er, „traten die großen westlichen Imperien in eine Phase des Niedergangs ein, beschleunigt durch gottlose kommunistische Revolutionen und antikoloniale Aufstände, die die Welt veränderten und weite Gebiete auf der Landkarte der Herrschaft von Hammer und Sichel unterwarfen“.

Sozialismus oder Barbarei

Ich möchte betonen, dass dies die Logik der härtesten Imperialisten ist. Nach den Worten des Leiters des amerikanischen Außenministeriums arbeite die Trump-Regierung daran, die frühere Größe des Westens wiederherzustellen. Im Bündnis mit den USA müsse Europa die „Fesseln“ von Umweltstandards und sozialen Garantien abwerfen. Weiter erklärte Rubio: „Gemeinsam haben wir den zerstörten Kontinent nach zwei schrecklichen Weltkriegen wieder aufgebaut. Der freie Westen hat sich mit mutigen Dissidenten verbündet, die gegen die Tyrannei im Osten kämpften, um den sowjetischen Kommunismus zu besiegen. Unter der Führung von Präsident Trump werden die Vereinigten Staaten erneut die Aufgabe der Erneuerung und des Wiederaufbaus übernehmen“.

Solche Bestrebungen sind eine direkte Bedrohung für die gesamte Menschheit!

Der Kapitalismus zeigt sich unfähig, die Schlüsselprobleme unseres Planeten zu lösen. Mehr noch: in dem Bestreben, seine Macht zu bewahren, wird er immer gefährlicher. Die Krise des Weltkapitalismus führt zu zunehmender Ausbeutung, Konflikten und der Gefahr groß angelegter Kriege.

Im Gegensatz zu früheren Epochen hat sich die Lage in der Welt grundlegend verändert. In der heutigen Phase verfügt die Menschheit bereits über die Ressourcen und die technologischen Möglichkeiten, um Armut, Hunger und schreckliche Ungleichheit zu überwinden. Doch der Kapitalismus will dies nicht. Er verwandelt kolossale Reichtümer und erstaunliche Möglichkeiten in eine Quelle wachsender Aggression und Degradation.

Wir – Vertreter von Parteien und Bewegungen, gesellschaftlichen Vereinigungen und Initiativen, Wissenschaftler und Experten – haben nicht das Recht, tatenlos zuzusehen. Unser Verstand und unser Gewissen lassen es nicht zu, dass wir gleichgültig auf das Geschehen in der Welt blicken. Für die menschliche Zivilisation sind besondere Zeiten angebrochen. Die weitere Aufrechterhaltung des Kapitalismus lässt sich nicht länger rechtfertigen. Der Ausweg aus der Krise, die Lösung globaler Probleme sowie eine friedliche und erfolgreiche Entwicklung sind nur auf dem Weg eines Übergangs zum Sozialismus möglich.

Auf der Tagesordnung der Menschheit steht die Schaffung einer neuen Welt, frei vom Diktat des globalen Kapitals. Und das ist keine Aufgabe, die man auf morgen verschieben kann. Der Kampf findet jeden Tag statt – hier und jetzt! Wie unsere Mitstreiter in anderen Ländern führt die KPRF ihren politischen Kampf beharrlich und konsequent. Im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit steht die Entlarvung von Imperialismus, Reaktion, Neokolonialismus, Neofaschismus und Staatsterrorismus.

Im Jahr 2023 haben wir vorgeschlagen, diese Arbeit auf eine neue Ebene zu heben. Gemeinsam mit der Kommunistischen Partei von Belarus haben wir die Durchführung des I. Internationalen Antifaschistischen Forums in Minsk initiiert. Daran nahmen Vertreter aus 50 Staaten teil. Es wurde das Manifest für die Vereinigung der Völker der Welt „Die Menschheit vor dem Faschismus bewahren!“ verabschiedet.

Hände weg von Kuba – Freiheit für Maduro!

Die Einschätzungen und Schlussfolgerungen des Minsker Manifests fanden breite Unterstützung. Im April 2025 kamen 164 Delegationen zum II. Internationalen Antifaschistischen Forum nach Moskau. Sie vertraten 91 Länder der Welt. Ein weiteres halbes Jahr später veranstalteten wir das Internationale Antifaschistische Medienforum, auf dem Fragen der Koordinierung der Informationspolitik linker Kräfte diskutiert wurden.

Die gemeinsamen Ansätze unserer Parteien und Bewegungen helfen uns, gemeinsam am Kampf für den Frieden teilzunehmen. Wir bekunden unsere Solidarität mit den Völkern, die Opfer von Aggressionen geworden sind. Wir fordern die Beendigung des Völkermords am palästinensischen Volk. Gemeinsam sagen wir: „Hände weg vom freien Kuba und seiner historischen Wahl“! Wir bestehen auf der sofortigen Freilassung des venezolanischen Präsidenten aus den Kerkern der USA.

Bereits im Januar hat die KPRF ein Öffentliches Komitee für die Freilassung von Nicolás Maduro und Cilia Flores gegründet. Es arbeitet aktiv und weitet seine Tätigkeit aus. Wir fordern Freiheit für Jevghenia Gutsul in Moldau, Vardan Gukasyan in Armenien, für alle politischen Gefangenen, die für die Ideale der Gerechtigkeit und der Völkerfreundschaft gelitten haben.

Das jetzige Forum ist eine weitere Etappe der Einigung im Kampf gegen die weltweite Reaktion. Der Imperialismus hat die letzten Reste seiner friedensstiftenden Maske abgewischt. Auf unserem unglaublich schönen Planeten sät er schreckliche Armut und Staatsterrorismus, Krieg und Tod. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, das Wesen der Politik des Großkapitals mutig zu entlarven. Die linken Kräfte zu vereinen, unsere Alternative vorzuschlagen und beharrlich auf das Ziel zuzugehen.

Auf uns allen lastet eine enorme Verantwortung. Die fortschrittlichen Kräfte brauchen eine gemeinsame Taktik und Strategie. Wir brauchen einen genauen Fahrplan für den Kampf gegen Imperialismus und Neokolonialismus, Neofaschismus und Staatsterrorismus.

Der Weg des Kampfes wird dornig sein. Wir müssen ihn beschreiten und siegen! Das ist eine große Aufgabe von wahrhaft historischem Ausmaß!

Lasst uns unserer ideologischen Entscheidung würdig sein!

Lasst uns unseren großen Vorfahren würdig sein!

Gemeinsam vorwärts, zur Verwirklichung der hohen Ideale des Friedens und der Völkerfreundschaft, der Gerechtigkeit, des Fortschritts und des Sozialismus!


Wiktor Tjulkin (Russische Kommunistische Arbeiterpartei): Imperialismus und internationaler Terrorismus des 21. Jahrhunderts: Entstehungsgründe, Ziele, Methoden

Übersetzung: Alexander Kiknadze

Der Kampf ist unvermeidlich, wir müssen uns darauf vorbereiten!

Liebe Mitstreiter!

1. Ich möchte mich zu Beginn meines Vortrags für Terroristen1 einsetzen. Nicht im Sinne einer Rechtfertigung einer bestimmten Person, sondern im Sinne eines allgemeinen wissenschaftlichen Verständnisses dieses komplexen Phänomens. Und um zu vermeiden, dass der Begriff als bloßes Schimpfwort oder zur Einschüchterung der Zuhörer – und ja, auch unserer selbst – verwendet wird. Denn wir wissen sehr wohl, dass die Hitler-Faschisten die sowjetischen Partisanen in den Wäldern von Brjansk und im Belovežer Urwald, in den Bergen Griechenlands und die Widerstandskämpfer in allen Ländern Europas Banditen und Terroristen nannten. Und auch heute bezeichnet die bürgerliche Propaganda den palästinensischen Widerstand in Gaza und die Kämpfer der Hamas-Bewegung eindeutig als Terroristen, und ganze Staaten werden angeblich für die Unterstützung von Terroristen verantwortlich gemacht.

Wir alle kennen Lenins berühmte Worte: „Wir werden einen anderen Weg gehen!“. Doch dabei schreckten die Bolschewiki niemals vor Terroristen zurück. Im Gegensatz zu denen, die die Terroristen als Aussätzige sahen, angeblich deshalb, weil sie prinzipiell Gewalt und Blutvergießen ablehnten. Sie verstanden, dass der Terrorismus die Kampfmethode verzweifelter Menschen ist, eine eigentümliche, gesetzmäßige Reaktion auf die Willkür und das Unrecht des bürgerlichen Regimes, auf ein erniedrigtes und gedemütigtes Dasein. Diese Menschen lassen sich nicht brechen, das hat die gesamte weltweite Erfahrung bewiesen, von den Narodniki (antizaristische Terrororganisation, dt. „Volkstümler“ im 19. Jahrhundert, Anm. d. Üb.) bis zu den heutigen Kämpfern der Palästinensischen Befreiungsbewegung. Doch auch sie sind weder damals noch heute in der Lage, das System zu brechen. Mehr noch: Sie stellen für das ausbeuterische System selbst keine besondere Gefahr dar, da sie dazu beitragen, die Energie der Empörung und des Zorns der Massen in den engen Korridor vereinzelter Terroranschläge umzulenken. Anarchistische Elemente, unterstützt von den Behörden, arbeiteten in der ersten russischen Revolution von 1905 mit individuellen Terror, Enteignungen und den banditenhaften Slogan „Plündert, schlagt, tötet!“. Die Bolschewiki lehrten, dass ein Angriff auf einen einzelnen kleinen Ladenbesitzer, das Ausrauben einer Privatwohnung, das Niederbrennen jemandes Anwesen natürlich einfacher ist, als einen organisierten Klassenkampf gegen die gesamte Klasse der Kapitalisten und Großgrundbesitzer zu führen. Es ist einfacher, einen einzelnen Agenten der zaristischen Macht anzugreifen oder sogar den Zaren zu töten, als die zaristische Autokratie als Ganzes anzugreifen und die Massen zum Sturz des Zarismus zu organisieren.

2. So waren die Bolschewiki zwar Gegner des Terrors, doch schrieb Lenin: „Grundsätzlich haben wir uns nie vom Terror abgewandt und können uns auch nicht davon abwenden. Er ist eine der militärischen Maßnahmen, die durchaus geeignet und sogar notwendig sein kann zu einem bestimmten Zeitpunkt der Schlacht bei bekanntem Zustand der Truppe und unter bekannten Bedingungen. … Der Kern der Sache liegt gerade darin, dass der Terror derzeit keineswegs als eine der Operationen der aktiven Armee, die eng mit dem gesamten Kampfsystem verbunden und auf dieses abgestimmt ist, in den Vordergrund gestellt wird, sondern als eigenständiges und von jeder Armee unabhängiges Mittel eines Einzelangriffs“ („Womit anzufangen“, Band 5, S. 7).

Wenn wir also vom Terror als Klassenpolitik, von groß angelegten Aktionen oder von Drohungen gegen den Feind sprechen, dann ist für uns Kommunisten die Politik der Komintern und die Drohung mit einer Weltrevolution gegen die gesamte bürgerliche Welt auf einen Schlag das Vorbild! Die Aurora feuerte 1917 nur einmal einen Platzpatronenschuss ab, und die gesamte kapitalistische Welt zittert bis heute vor Angst vor der Revolution. Die Sowjetunion hatte Verbündete in Form der Arbeiterklassen in jedem noch so reaktionären Land. Darin lag die Stärke des Sozialismus, die den Bourgeois Schrecken einflößte! Darin lag unser politischer und geistig-moralischer Terror gegenüber der Welt des Kapitals.

3. Der heutige internationale Terrorismus hat, genau wie zu Lenins Zeiten, eine Klassenbasis und lässt sich durch Lenins Imperialismustheorie erklären. Nach der (sicherlich nur vorübergehenden) Niederlage des Sozialismus in der UdSSR und den osteuropäischen Ländern sowie dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat die Reaktion weltweit einen riesigen Sprung nach vorne gemacht. Der Imperialismus unter der Führung der USA begann, besonders dreist und zynisch zu agieren. Es bildete sich ein Kern der am weitesten entwickelten und räuberischsten imperialistischen Länder heraus, die den Rest der Welt ausplündern, indem sie einfach nur Coupons abschneiden und diesen Prozess immer häufiger mit Gewalt untermauern. Jugoslawien, Irak, Libyen, Afghanistan, Syrien, Ukraine, Venezuela, Iran – das sind die Glieder dieser Kette. An der Spitze dieser räuberischen Meute stehen der US-Imperialismus und die NATO. Und die Richtigkeit der Schlussfolgerung über den Kern der Imperialisten wurde durch die Tatsache bestätigt, dass dieselbe Meute von Räubern, die die ukrainischen Nazis unterstützt und nährt, auch das zionistische Israel in seiner Politik des Völkermords gegenüber Palästina und dem Gazastreifen unterstützt. Die Theorie einer imperialistischen Pyramide, in der alle Länder Imperialisten sind, nur in unterschiedlichem Maße, weshalb der Krieg für alle Seiten gleichermaßen imperialistisch sei – eine Theorie, die von den Genossen der Kommunistischen Partei Griechenlands und einiger anderer Parteien dogmatisch vertreten wird –, hält der Überprüfung durch Argumente des realen Lebens offensichtlich nicht stand; die Praxis widerlegt sie. Wie schon W. I. Lenin sagte: „Die Leugnung jeglicher Möglichkeit nationaler Kriege unter dem Imperialismus ist theoretisch falsch, historisch offensichtlich irrtümlich, und praktisch kommt sie dem europäischen Chauvinismus gleich…2. Wie man so schön sagt: Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Sie zitieren Lenin wortwörtlich, haben aber im Grunde genommen das wahre Wesen eines konkreten Krieges (die Spezialoperation in der Ukraine), seinen defensiven und schützenden Charakter, nicht verstanden. Hinzu kommt, dass die Genossen die Ausarbeitungen der Komintern, die Definition des Faschismus und die Taktik der Volksfronten leugnen.

4. Unsere Partei geht in ihrer Analyse der aktuellen Politik des Imperialismus von der Definition des Faschismus aus, die der Komintern gegeben hat: „Der Faschismus an der Macht ist eine offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten und imperialistischsten Elemente des Finanzkapitals, eine besondere Form der Klassenherrschaft der Bourgeoisie“. Der Faschismus besteht in der Abschaffung demokratischer Formen bürgerlicher Herrschaft und dem Übergang zu offenem bürgerlichem Terror. In der heutigen Welt bedienen sich die meisten bürgerlichen Staaten in ihrer Innenpolitik verschiedener Formen der bürgerlichen Demokratie und sehen von der Ausübung einer Diktatur in offener terroristischer Form ab. Anders verhält es sich auf der internationalen Bühne, wo die Fortsetzung der Innenpolitik bereits als internationale Politik umgesetzt wird. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR hat der internationale Imperialismus unter der Führung der Vereinigten Staaten von Amerika nicht nur seine Aggressivität verstärkt, sondern begann offen die Normen des Völkerrechts mit Füßen zu treten und sogar die bürgerliche Rechtsstaatlichkeit zu ignorieren. Kern der imperialistischen Kräfte ist heute gerade das Finanzkapital, und zwar mit einem weitaus größeren spezifischen Einfluss als Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts. Der Faschismus ist eine der möglichen Reaktionen des Imperialismus, um die kapitalistische Ordnung vor den Gefahren sozialistischer Revolutionen zu retten, insbesondere in Krisenzeiten. Deshalb sind dem Faschismus offener Antikommunismus und eine konsequente arbeiterfeindliche Politik wesensimmanent. Dabei bedient sich der Faschismus zur Verdummung des Volkes des Instruments einer breiten und aktiven sozialen Demagogie. All diese Merkmale sind heute in der Politik des westlichen Imperialismus deutlich erkennbar und werden durchweg von der modernen Sozialdemokratie umgesetzt. Diese Situation spiegelt unserer Meinung nach heute sehr treffend der in der russischen politischen Öffentlichkeit etablierte und begründete Begriff „Faschismus für den Export“ wider.

5. Faschismus für den Export – das ist eine unverhüllte, die Gesetze und Normen des Völkerrechts missachtende, terroristische und imperialistische Politik der Gewalt und der blutigen Durchsetzung der Interessen des Weltimperialismus, dessen Kern das Finanzkapital bildet. Wir dürfen unsere Augen vor dieser modernen Form des Faschismus nicht verschließen. Darüber haben wir den Parteien von Solidnet bereits im fernen Jahr 2012 berichtet. Leider akzeptieren viele Genossen sowohl innerhalb Russlands als auch in anderen Ländern, darunter auch Vertreter einiger kommunistischer Parteien, diese Schlussfolgerung bis heute nicht und behaupten, die Definition von Faschismus, auf der diese Schlussfolgerung basiert, sei angeblich nicht ganz korrekt. Manchen gefällt der Begriff – Faschismus für den Export – nicht. Wir hängen nicht an Begriffen; wichtiger ist es zu verstehen, dass dieses Phänomen existiert und sich bis zur Alltäglichkeit entwickelt – das Beispiel Venezuelas und des Irans, die Drohungen gegen und die Verschärfung der Wirtschaftsblockade gegen Kuba belegen eindeutig die Ansprüche auf weltweite Vorherrschaft und das Fehlen jeglicher Hemmnisse seitens der USA und ihrer Handlanger. Manche werden sagen, dass es in der US-Politik scheinbar keinen offenen Chauvinismus und keinen Rassenhass gibt. Aber das ist nicht wahr! Der US-Imperialismus verkündet offen und arrogant die besondere Stellung und die besondere Verantwortung der USA für das Schicksal der ganzen Welt! Sie selbst bestimmen ohne jegliche Rücksprache und ohne Rücksicht darauf, welche Staaten Terroristen sind, wer zur Achse des Bösen gehört und wer überhaupt ein Schurke ist! Welchen der Staatschefs souveräner Länder man einfach töten darf, damit die Welt nach Ansicht der USA besser wird. Das ist ohne jeden Zweifel Faschismus des 21. Jahrhunderts. Die Gefahr, dass die aktuellen Konflikte in einen Dritten Weltkrieg eskalieren, ist durchaus real.

6. Besonders hervorzuheben ist, dass sich in den aggressiven Handlungen der Imperialisten (sowohl gegen Russland als auch innerhalb ihrer eigenen Länder) immer deutlicher Anklänge von Revanchismus für die Niederlage von 1945 erkennen lassen. Der Antikommunismus in den Ländern Europas und der Welt nimmt zu, Denkmäler sowjetischer Soldaten werden zerstört, Gedenktage und Symbole der Roten Arbeiter- und Bauernarmee werden verboten, die Geschichte wird zugunsten der wiederauflebenden Faschisten umgeschrieben. In der Ukraine ist dieser Prozess so weit fortgeschritten, dass sich das Regime selbst als Fortführer des Werkes von Hitlers Mitstreitern versteht. Über der Menschheit schwebt die Gefahr, dass sich eine braune Reaktion ernsthaft und auf Dauer etabliert.

7. Den Arbeitern aller Länder ist es nicht gleichgültig, unter welchen Bedingungen sie leben und arbeiten – unter den Bedingungen einer faschistischen Diktatur oder unter den Bedingungen einer eingeschränkten, bürgerlichen, aber dennoch bestehenden Demokratie. Deshalb muss man gegen den Faschismus kämpfen. Mit allen Mitteln und Verbündeten. Krieg ist Krieg – man muss eine Front bilden. Man muss jede Risse im Lager des Gegners und die Widersprüche zwischen den imperialistischen Ländern nutzen.

Doch heute gibt es keine Sowjetunion mehr, kein sozialistisches Land, das die Grundlage einer klassenkämpferischen antifaschistischen Front bilden könnte. Das bürgerliche Russland, die VR China und andere Länder versuchen in vielerlei Hinsicht, sich mit den USA zu einigen, zu verhandeln und Wege für einen Waffenstillstand zu finden. Sie nennen die Dinge nicht beim Namen. In dieser Situation besteht die Aufgabe der orthodoxen Kommunisten darin, der gesamten linken Bewegung die Notwendigkeit einer Bündelung der Kräfte zur Lösung der unmittelbaren Aufgaben zu verdeutlichen – die Ausweitung des Krieges zu einem Weltkrieg zu verhindern, eine Niederlage der Russischen Föderation und des Iran zu verhindern, den Völkermord an Palästina zu beenden, die Souveränität Kubas zu verteidigen usw. All dies sind Glieder einer Kette, ein einheitlicher Prozess, und der Kampf muss ein gemeinsamer sein. Dabei ist es äußerst wichtig, sich zwar auf diese unmittelbaren Ziele zu konzentrieren, aber die Perspektive nicht aus den Augen zu verlieren – den Kampf für den Sozialismus und den Sturz der Herrschaft des Kapitals. Sowohl in der Ukraine als auch in den USA, in der Russischen Föderation und auf allen Seiten des Konflikts. Nur auf dem Weg zum Sozialismus kann man dem Faschismus und dem Terrorismus gegen die arbeitenden Menschen ein Ende setzen.

Wir stehen in einer gemeinsamen Klassenfront!

1Terror (lat. terror und frz. la terreur — „Angst, Schrecken“) — Einschüchterung politischer Gegner durch körperliche Gewalt oder die Androhung ihrer Anwendung[1].

2W. I. Lenin, Gesammelte Werke, Band 30, S. 133.


Sergej Alexandrowitsch Syrankow (Kommunistische Partei Belarus, Auszüge)

Auszüge aus der Rede von Sergej Alexandrowitsch Syrankow auf dem III. Internationalen Antifaschistischen Forum. Übersetzung von Alexander Kiknadze

Wir sind Zeugen einer beispiellosen Verschärfung der internationalen Beziehungen, die durch den Niedergang des imperialistischen Systems ausgelöst wurde.

Der Machtantritt von Donald Trump in den USA hat die räuberische Natur des amerikanischen Kapitals nicht verändert. Allein in den knapp anderthalb Jahren seiner zweiten Amtszeit sind durch das Wirken des US-Imperialismus mindestens 10.000 Menschen ums Leben gekommen.

Wir beobachten einen harten, zynischen Wettbewerb zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Kapital.

Die USA deindustrialisieren Europa offen, machen es zu ihrem rechtlosen wirtschaftlichen Vasallen und zwingen es, ihre geopolitischen Abenteuer zu finanzieren.

Die Weltoligarchie hat die Reichtümer des Planeten in ihren Händen konzentriert, während die Lebensqualität der absoluten Mehrheit der Weltbevölkerung rapide sinkt. Im Jahr 1980 wurde das Vermögen des reichsten Menschen der Welt auf etwa 20 Milliarden Dollar geschätzt, während heute, im Mai 2026, der Spitzenreiter der globalen Milliardärsliste, Elon Musk, über ein Vermögen von rund 780 Milliarden Dollar verfügt.

Der Planet ist in eine Phase extremer Polarisierung eingetreten. Das weltweite Verhältnis von Vermögen zu Einkommen ist von 390 % des weltweiten Nettosozialprodukts im Jahr 1980 auf über 625 % gestiegen. Seit 1980 hat sich das reichste 1 % der Weltbevölkerung 54 % des gesamten weltweiten Wirtschaftswachstums angeeignet, während auf die wohlhabendsten 5 % 70 % dieses Wachstums entfielen.

Die superreiche Schicht von 0,001 % der Bevölkerung kontrolliert heute dreimal so viel des weltweiten Vermögens wie die gesamte ärmste Hälfte der Menschheit zusammen.

Die globale Oligarchie hat Spitzentechnologien, künstliche Intelligenz, Mikroelektronik und Bioingenieurwesen monopolisiert. Den Ländern der globalen Mehrheit wird der Zugang zu wissenschaftlich-technischem Fortschritt durch ein System aus Sanktionen, Patenten und technologischen Blockaden zynisch verwehrt.

Rund 80 % aller Patente in den Bereichen künstliche Intelligenz, Quantencomputing, Biotechnologie und „grüne“ Energie gehören transnationalen Konzernen mit Sitz in den USA, der EU und Japan.

KI wurde zum Hauptfaktor für den wissenschaftlich-technischen Vorsprung in den 2020er Jahren, doch der Zugang dazu ist streng begrenzt.

Mit Digitalisierung und ungezügeltem Kapitalismus entsteht die gefährlichste Mischform des 21. Jahrhunderts – Technofeudalismus und Technofaschismus. Sie zielt darauf ab, Gesetze und den Willen der Völker durch geschlossene digitale Algorithmen und private Plattformen zu ersetzen.

Anstelle eines Gesellschaftsvertrags bietet die Oligarchie eine neue digitale Ordnung an, in der nicht die Verfassung die Regeln diktiert, sondern der Eigentümer der Serverinfrastruktur.

Der Trumpismus bedient sich nationalchauvinistischer Rhetorik, um die Arbeiterklasse innerhalb der USA zu spalten und die amerikanischen Arbeiter gegen die Völker der globalen Mehrheit aufzuhetzen. Die Bandera-Bewegung in Osteuropa fungiert als avantgardistische Terrororganisation des transnationalen Kapitals.

Doch die globale Mehrheit will nicht in Barbarei untergehen. Zu unserem kollektiven Schutzschild gegen diese Bedrohung werden die neuen Institutionen einer multipolaren Welt. Die BRICS versetzt dem Finanzimperialismus einen mächtigen Schlag, indem sie die Dollar-Hegemonie und das Diktat des IWF bricht. Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit formt eine eurasische Sicherheitsarchitektur und blockiert die Versuche des Westens, Terrorismus und Chauvinismus zur Destabilisierung des Kontinents einzusetzen. Die Eurasische Wirtschaftsunion schützt unsere Märkte vor der Expansion transnationaler Konzerne.

Und eine besondere, wegweisende Rolle in diesem Prozess spielt die Unionsstaat von Belarus und Russland.

Belarus ist der lebende Beweis dafür, dass die Treue zur sozialistischen Wahl die Völker rettet. Wir haben nicht nur das Beste aus dem großen sowjetischen Erbe bewahrt: eine mächtige Industrie, fortschrittliche Wissenschaft und den Geist der sozialen Gerechtigkeit. Wir haben dieses Potenzial vergrößert, indem wir eine souveräne digitale und industrielle Basis geschaffen haben, die durch einen gemeinsamen Nuklearschild mit dem brüderlichen Russland geschützt ist.

Genossen! Angesichts der Bedrohung durch den globalen Technofaschismus haben wir kein Recht auf Passivität und Zersplitterung. Es ist Zeit für entschlossene historische Schritte.

Die Kommunistische Partei von Belarus ruft die Teilnehmer des Forums dazu auf, die Kommunistische Internationale – die Neue Komintern – auf einer modernen ideologischen und technologischen Grundlage wiederherzustellen!


Neil Malygin, Kommunistische Partei der Schweiz: Aktuelle Probleme der internationalen Solidarität im Zeitalter der Entstehung einer multipolaren Welt

Übersetzung: Alexander Kiknadze

Heute, da der westliche Imperialismus unter Führung der Vereinigten Staaten zu einer allgemeinen Offensive gegen alle übergegangen ist, die sich seiner Hegemonie widersetzen, gewinnt die Stärkung des Netzwerks der Solidarität und Zusammenarbeit zwischen allen fortschrittlichen Kräften der Welt erneut an vorrangiger Bedeutung. Eine solche Struktur fehlt den fortschrittlichen Kräften zumindest seit dem Zusammenbruch der UdSSR.

Die Notwendigkeit, in diese Richtung zu gehen, scheint für alle offensichtlich zu sein. Wahrscheinlich gibt es heute keine einzige kommunistische Partei, die nicht offen die Bedeutung von Einheit, Solidarität und Koordination unter den Kommunisten betonen würde.

Frage: Warum gelingt es trotz dieser von allen anerkannten Notwendigkeit bis heute nicht, eine solide und wirksame Koordinierung der internationalen Arbeiterbewegung zu schaffen?

Der Grund ist bekannt: Es gibt verschiedene Irrtümer darüber, wie Solidarität aufgebaut werden sollte und wie Internationalismus im dritten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts zu verstehen ist. In diesem Beitrag möchte ich auf zwei davon eingehen, die meiner Ansicht nach das Haupthindernis für eine effektive Koordinierung der internationalen fortschrittlichen Kräfte darstellen.

Das erste Missverständnis ist ein sektiererischer Ansatz zum Internationalismus, der seine Solidarität ausschließlich gegenüber Ländern und politischen Bewegungen sozialistischer Ausrichtung zum Ausdruck bringt und jenen Staaten die Unterstützung verweigert, die zwar unter dem Druck des euro-amerikanischen Imperialismus stehen, ihre Wirtschaft aber nach wie vor auf kapitalistischen Prinzipien aufbauen.

Ein solcher Ansatz ignoriert völlig die globalen Veränderungen des letzten Jahrzehnts hinsichtlich des Eintritts der Welt in eine Ära der Multipolarität. Das Hauptmerkmal dieser Ära ist, dass der Hauptwiderspruch zwischen Imperialismus und Multipolarität besteht. Ich meine damit den Konflikt zwischen dem euro-amerikanischen Block, der der einzige imperialistische Block auf dem Planeten ist, und der Koalition der Entwicklungsländer und Staaten des Globalen Südens. Zu dieser Koalition gehören Länder mit den unterschiedlichsten politischen und wirtschaftlichen Systemen, von denen viele nach wie vor einen eindeutig kapitalistischen Charakter tragen.

Dennoch verbindet sie das Bestreben, ihre eigene Souveränität und ihr Recht, ihren Entwicklungsweg und ihre Zukunftsvision selbst zu bestimmen, vor der Einmischung des imperialistischen Blocks und des dahinter stehenden Großkapitals zu schützen. Den angegriffenen Ländern die Solidarität zu verweigern, nur weil ihre Volkswirtschaften kapitalistisch bleiben, bedeutet, dem Imperialismus in die Hände zu spielen. Dennoch halten viel zu viele Genossen weltweit weiterhin an diesem sektiererischen Ansatz fest.

Dies zeigt sich besonders deutlich im Hinblick auf den Iran. Selbst wenn sie die israelisch-amerikanische Aggression verurteilen, halten es viele kommunistische Parteien für notwendig, ihre Ablehnung des „theokratischen Regimes“ der Ayatollahs zu betonen. Dieselben Parteien unterstützten vor Beginn der jüngsten Aggression die bewaffneten Aufstände im Iran, die als „Demonstrationen für die Freiheit“ ausgegeben wurden, obwohl sich später herausstellte, dass sie lediglich den Weg für eine ausländische Militärintervention ebneten.

Es bedarf keiner Erklärung, dass eine solche Haltung, die sich hinter dem Mantel der „marxistischen Reinheit“ versteckt, in Wirklichkeit mit Kollaboration gleichzusetzen ist und einen regelrechten Verrat an der revolutionären Sache darstellt.

Dasselbe beobachten wir auch im Falle Russlands, wo der kapitalistische Charakter seiner Wirtschaft als Vorwand genutzt wird, um es als „imperialistisch“ zu brandmarken, trotz seiner langjährigen enormen Anstrengungen zur Eindämmung des westlichen NATO-Imperialismus.

Aber die Russische Föderation mit den Vereinigten Staaten von Amerika gleichzusetzen und beide Seiten als imperialistisch zu bezeichnen, macht niemanden zu einem „reinen Marxisten“, sondern lediglich zu einem nützlichen Idioten an der Leine der NATO.

Man muss verstehen, dass das sozialistische und das kapitalistische Wirtschaftsmodell heute nicht das Hauptkriterium dafür sind, wen man als fortschrittlich und wen als imperialistisch betrachtet. In der gegenwärtigen Phase der historischen Entwicklung können sogar Länder mit kapitalistischer Wirtschaft eine fortschrittliche und antiimperialistische Rolle spielen. Dies gilt sowohl für Russland als auch für den Iran. Natürlich wünschen wir uns, dass sie so schnell wie möglich auf den sozialistischen Entwicklungsweg übergehen, aber wir werden ihnen unsere Unterstützung nicht verweigern.

In Zukunft kann es wieder eine Epoche geben, in der der Widerspruch zwischen Kapitalismus und Sozialismus erneut zum Hauptwiderspruch der historischen Phase wird, wie es bereits zu Zeiten des Kalten Krieges der Fall war. Doch heute ist der Hauptwiderspruch ein anderer, und das Unverständnis dieses Faktors führt im besten Fall zu einer sinnlosen Verschwendung von Kräften, im schlimmsten Fall zu einer direkten Unterstützung des Imperialismus, wie im Fall der Diskreditierung der iranischen Führung durch einzelne Genossen.

Noch seltsamer erscheint jedoch die Situation, wenn die Solidarität sogar gegenüber Ländern in Frage gestellt wird, die vollständig sozialistisch sind.

Immer wenn von der katastrophalen humanitären Lage Kubas die Rede ist, verspüren einige Genossen den dringenden Drang, sich in die inneren Angelegenheiten der Insel einzumischen, indem sie mal auf Korruption, mal auf vermeintliche politische Fehler der kubanischen Regierung und so weiter hinweisen.

Die Aufgabe eines echten Kommunisten besteht jedoch darin, seinen ausländischen Genossen angesichts ausländischer Aggression bedingungslose Unterstützung zu gewähren und nicht als Kontrolleur und ideologischer Richter aufzutreten. Es liegt auf der Hand, dass keine internationale Solidarität ernsthafte Ergebnisse bringen kann, wenn einige Genossen weiterhin einen selektiven und sektiererischen Internationalismus praktizieren.

Das zweite Problem, vor dem die internationale Arbeiterbewegung steht, ist das, was ich als „Opferkult“ bezeichne.

Nach dieser Irrlehre verdienen nur wehrlose Opfer Unterstützung und Solidarität, während diejenigen, die den Mut aufbringen, sich mit Waffen in der Hand zu verteidigen, sofort mit Aggressoren gleichgesetzt werden.

Das ist eine typisch bürgerlich-moralistische Vorstellung: Ein Opfer verdient Mitgefühl und Unterstützung nur dann, wenn es hilflos und harmlos ist und die bestehende Ordnung nicht bedroht. Sobald es jedoch Widerstand leistet, verliert es sofort seinen Opferstatus und wird zum Gegenstand schärfster Verurteilung.

Genau deshalb fällt es der bürgerlichen Linken im Westen so leicht, das palästinensische Volk mit Worten zu unterstützen. Doch diese Unterstützung verwandelt sich augenblicklich in Verurteilung, sobald jemand – zum Beispiel die Hamas – auf Gewalt mit bewaffnetem Widerstand reagiert.

Ein echter Kommunist kann die Hamas jedoch nicht verurteilen, sonst müsste er zugeben, dass Opfer für immer Opfer bleiben müssen. Nach derselben absurden Logik verurteilen einige Genossen die Vergeltungsmaßnahmen des Iran gegen die Länder am Persischen Golf, die als Komplizen der Amerikaner auftreten.

Eine ähnliche Situation haben wir auch in der Frage der Solidarität mit dem Donbass beobachtet. Während der acht Jahre der Minsker Vereinbarungen, als die Bevölkerung des Donbass den ukrainischen Beschuss ihrer Häuser erdulden musste, war die Solidarität mit dem Donbass eine recht verbreitete Bewegung unter den radikalen Linken Westeuropas. Doch sobald der Donbass mit russischer Unterstützung zum Gegenangriff überging, beeilten sich dieselben radikalen Linken sofort, die gegnerische Seite zu unterstützen – das neue „Opfer“, also die Ukraine.

Sagen wir es ganz offen: Viele Genossen leiden an der Krankheit des idealistischen Pazifismus. Indem sie Gewaltlosigkeit als einzig zulässige Form des Kampfes propagieren, wollen sie faktisch, dass die Opfer für immer Opfer bleiben. Dieser Ansatz verbirgt eine tiefe Ablehnung der revolutionären Perspektive.

Diese Irrtümer, die einst nur für die bürgerliche Linke und einige sektiererische Kreise charakteristisch waren, haben sich heute leider auch in der internationalen kommunistischen Bewegung weit verbreitet.

Dieser Ansatz muss überwunden werden, sonst wird die weltweite Arbeiterbewegung auf der Stelle treten und nicht in der Lage sein, einen wirklichen Beitrag zum globalen antiimperialistischen Kampf zu leisten. Was können wir dagegen tun? Zusammenarbeiten, uns treffen und so oft wie möglich Informationen und Meinungen austauschen. Wir müssen funktionierende Koordinationsstrukturen schaffen, und zwar nicht nur auf organisatorischer, sondern auch auf technischer und digitaler Ebene. Wir müssen gemeinsame Online-Ressourcen aufbauen. Wir müssen gemeinsame Projekte zur ideologischen Ausbildung von Kadern ins Leben rufen. Die Kommunistische Partei der Schweiz wird alle Initiativen unterstützen, die in diese Richtung gehen.

Ein wichtiger Schritt in der Kommunistischen Bewegung – aber reicht er aus?

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Bericht vom Dritten Internationalen Antifaschistischen Forum in Moskau

Wir berichten vom Dritten Internationalen Antifaschistischen Forum in Moskau, einem wichtigen internationalen Austausch der Kommunistischen Bewegung. Im zweiten Teil geben wir wichtige Inhalte einzelner Redebeiträge wieder, bevor wir die Ereignisse im Fazit kommentieren.
Hier findet ihr einen Auszug von lesenswerten Reden, die auf dem Forum gehalten wurden.

In der Nacht vom 21. auf den 22. Mai griff die Armee des Kiewer Regimes eine Studierendenunterkunft in Starobilsk bei Lugansk an. Dabei tötete sie 21 Jugendliche und verletzte weitere 40 Menschen. Bereits 2014 wurde tödliche Gewalt gegen Antifaschisten in der Ukraine verübt. Seit über zweieinhalb Jahren unterstützt der Westen vor den Augen der Weltöffentlichkeit den Genozid in Gaza. Es zeigt sich: die Anwendung von terroristischer Gewalt gegen Zivilisten gilt mittlerweile als normalisiertes Mittel zur Erreichung der politischen Ziele des Westens. Die Lage ist ernst, der Imperialismus steigert seine Aggression. Das war auch an der Stimmung beim dritten Internationalen Antifaschistischen Forum in Moskau deutlich zu erkennen.

Das vom 24. bis zum 26. Mai in Moskau durch die Kommunistische Partei der Russischen Föderation ausgerufene Internationale Antifaschistische Forum war dem „Kampf gegen internationalen Terrorismus, Willkür und Aggression- für Frieden und Sicherheit“ gewidmet. Über 180 Delegationen aus knapp 100 Ländern kamen zusammen, um gemeinsam zu diskutieren, sich auszutauschen und den gemeinsamen Kampf gegen Imperialismus und Faschismus zu koordinieren.

Für uns war die Teilnahme sehr interessant und produktiv. Unser Vorhaben des Klärungsprozesses in der Internationalen Kommunistischen Bewegung sowie der Studiengang zur Geschichte des Kommunismus stieß auf Interesse in den Gesprächen. Das Antifaschistische Forum ist ein, vielleicht das zentrale Austauschforum für die Kommunistische Bewegung geworden und hat viele Inhalte hervorgebracht. Es braucht aus unserer Sicht darüber hinaus aber intensivere und theoretische Austauschformen. Es stellt sich auch die Frage, wie eine stärkere gemeinsame Kampforientierung und Stoßrichtung erreicht werden kann, damit Austauschforen mehr als nur Erklärungen nach sich ziehen.

Spaltung der Internationalen Kommunistischen Bewegung

Das Forum war die dritte Versammlung in diesem Format. Sie stellt eine neue und wichtige Entwicklung in der Kommunistischen Bewegung dar, um Kräfte im Kampf gegen den Imperialismus und Faschismus zu bündeln. Sie ist auch eine Reaktion auf die Entwicklung im solidnet-Zusammenschluss, der es nicht vermocht hat, eine Debatte für die Überwindung der tiefreichenden Dissense der Bewegung zu organisieren. Die scharfe Abwendung der KKE und der ihr verbundenen Parteien hat diesen Prozess beschleunigt. Die Spaltung auf inhaltlicher Ebene ist in vielen Dokumenten manifestiert und führte zur weiteren Lähmung des Solidnet-Zusammenhangs.

Die KPRF hat die Foren nicht als Gegenprojekt organisiert oder gerahmt, sondern in letzter Zeit erneut Diskussionsangebote an die KKE gemacht. Diese wurden abgelehnt1. Dennoch ist die Zusammenführung der Kräfte wichtig, die sich einig sind, dass Russland und China einen gemeinsamen Kampf gegen Imperialismus und Faschismus führen.

Die Konferenz bot eine wichtige Möglichkeit zur Vernetzung und Schaffung von Austausch der kommunistischen Bewegung. Die KPRF bildet als größte kommunistische Partei im postsowjetischen Raum einen wichtigen Bezugspunkt und vermochte es mit der Konferenz diesem Zweck zu dienen. Innerhalb der Russischen Föderation stellt sie eine zentrale Kraft zur Unterstützung des Kampfs der Volksrepubliken dar. Weltweit ermöglicht sie die Zusammenarbeit progressiver antiimperialistischer Kräfte.

Wichtiges Forum mit Kräften des Globalen Südens

Das Zusammenkommen so vieler Parteien war auch deshalb interessant, weil ihre jeweiligen Kampfbedingungen sehr unterschiedlich sind. Die wichtigste Botschaft der Reden und Atmosphäre war, dass alle Kräfte vereint gegen die Aggression der NATO, des Imperialismus und seiner faschistischen Instrumente kämpfen müssen. Dies kommt auch in der Erklärung der Konferenz2 zur Sprache.

Geprägt von dieser Situation und Stimmung kamen vor allem Parteien des globalen Südens, vom Imperialismus bedrohte oder angegriffene Länder zusammen. Die Präsenz und Anstrengungen der Kommunistischen Parteien der Russischen Föderation, von Belarus, der Volksrepublik China, der DVRK, Kubas und Südafrikas spielten als große und teilweise staatsführende Parteien eine zentrale Rolle. Aber auch kleinere oppositionelle und unterdrückte Parteien spielten eine wichtige Rolle. Hervorzuheben ist, dass die KP China sehr deutlich präsent war – eine gewisse Veränderung gegenüber ihrer bisher eher zurückhaltenden Rolle. Die Beiträge der KP Belarus sind besonders interessant, da sie die ideologischen Fragen der Bewegung stark in den Fokus nehmen und auf den Aufbau einer neuen Kommunistischen Internationale fokussieren.

Neue Dynamik auch in Europa?

Die europäische Bewegung war nur von wenigen großen Parteien vertreten, darunter die PCP aus Portugal. Parteien aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Ungarn, Spanien, Finnland, Schweiz, Polen, Rumänien und weiteren Ländern waren vertreten. Viele interessante Gespräche fanden statt, teilweise zur Frage der Überwindung der Krise der Bewegung. Es war aber auch wichtig zu erfahren, dass einige Parteien eine Analyse der Niederlage von 1990 und der Geschichte ihrer Parteien erstellt haben, wie zum Beispiel in Ungarn und Rumänien.

Es gibt in Europa zahlreiche Parteigründungen oder den Neuaufbau von Strukturen. Insbesondere in Italien ist die Dynamik stark. Getragen von Protestbewegungen und Unzufriedenheit mit den Verhältnissen haben sich vier Parteien herausgebildet, die landesweite Strukturen haben und ihre Präsenz steigern. Die inhaltlichen Ausarbeitungen und strategischen Überlegungen wollen wir studieren und in Austausch treten. Auch die Anstrengungen in Frankreich durch den PRCF sind für uns von großem Interesse.

Angesichts der gefährlichen Eskalation der Lage durch den NATO-Faschismus war unser Eindruck, dass die Anstrengungen jedoch noch nicht ausreichen. Insbesondere in Europa muss einiges getan werden, um zu größerer gemeinsamer Stärke zu kommen. In diesem Zusammenhang halten wir die Organisierung eines systematischen Klärungsprozesses für ein wichtiges Instrument, um Probleme zu identifizieren und zu lösen.

Analysen zum Faschismus und Imperialismus auf dem Forum

Bitte beachtet, dass die hier besprochenen Reden nicht unbedingt die Positionen der Kommunistischen Organisation (KO) darstellen oder ihnen entsprechen.

Abschlusserklärung mit Stärken und Schwächen

Die Abschlusserklärung des Forums betont den notwendigen Kampf gegen den Faschismus und führt aus: „Wir betonen: Unser Kampf gegen Neonazismus und Terrorismus ist von grundsätzlichem Charakter. In ihm gibt es keinen Platz für Kompromisse. Er richtet sich gegen Kräfte, die darauf abzielen, die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs zu revidieren, die Komplizen des Hitler-Faschismus zu rehabilitieren und die Erinnerung an die Heldentaten der Antifaschisten auszulöschen.“ Faschismus wird definiert als „kein zufälliger Umweg in der Weltgeschichte“, sondern als Resultat der Krise des Kapitalismus, „aus der Angst des Großkapitals vor den werktätigen, aus seinem Wunsch, diese zu versklaven und zu unterdrücken.“ Faschismus wird als Bestreben der Finanzoligarchie bezeichnet, die um jeden Preis ihre Herrschaft erhalten will.

Terror und Terrorismus werden besonders hervorgehoben, dessen Nährboden soziale Ungleichheit, Rechtlosigkeit und Armut sei, Interventionen und Völkermord, Diktat neokolonialer Praktiken, Willkür von Sanktionen und zynischer Blockaden. Die Völker verfügen nicht über die kolossalen Massen des Reichtums, sondern die Herren der Banken und Finanzgruppen. Alle Ursachen des Terrorismus müssten beseitigt werden. Die Spezialoperation der Russischen Föderation in der Ukraine wird in diesen Zusammenhang gereiht und betont, dass die Teilnehmer die antifaschistischen und antiterroristischen Aktivitäten Russlands in diesem Rahmen unterstützen: „Wir betrachten diesen Kampf als Teil des allgemeinen Widerstands gegen globales Diktat, Staatsterror, Militarismus und Neonazismus. Wir verurteilen entschieden die Versuche, das ukrainische Territorium als Sprungbrett für die Ausweitung des Einflusses imperialistischer Kräfte zu nutzen.“

Die Ausführungen zu anderen Schauplätzen des Kampfs gegen Imperialismus sind eher allgemein und zum Teil nicht deutlich genug (Westasien, Palästina, Iran) oder werden gar nicht ausgeführt, wie die Kämpfe in Afrika. Die Ausführungen zum Terrorismus sind insofern ungenau, da nicht immer klar ist, welche Kräfte mit welcher Beschreibung gemeint sind. Die Bezeichnung der imperialistischen Methoden als terroristisch sind vollkommen richtig und zeigen sich insbesondere in der Ukraine. Der Begriff des Staatsterrors wird nur in Bezug auf Kuba genannt, aber nicht in Bezug auf die Verbrechen der zionistischen Entität, auch wenn der Völkermord beim Namen genannt wird. Der Zionismus als eine wichtige Form des Faschismus wird allerdings nicht erwähnt. Weitere wichtige Quellen des antiimperialistischen Kampfs fehlen, das gilt auch und vielleicht besonders für die Kämpfe auf dem afrikanischen Kontinent. Auch die Erfahrungen der Demokratischen Volksrepublik Korea sind nicht erwähnt. In gewisser Hinsicht drückt sich hier eine Schwäche der Bewegung aus, die darin besteht, dass die verschiedenen Kampfplätze und Kräfte gegen den Imperialismus noch nicht zusammengebracht sind. Eine Aufgabe, die sich allen kommunistischen Kräften stellt.

Kontinuität der Gewalt durch den Westen

Das Forum wurde zunächst durch einen kurzen Film3 und einem längeren Referat des Generalsekretärs der KPRF Gennadi Sjuganow eingeleitet. Es galt zunächst die aktuellen Eskalationen der imperialistischen Gewalt in der historischen Entwicklung des Kapitalismus zu verordnen. Sjuganow führte aus, dass Europa bis zum 17. Jahrhundert bei weitem nicht als „Lokomotive des Fortschritts“ gesehen werden konnte und den asiatischen Imperien in vielerlei Hinsicht unterlegen war. Die gewaltvoll hergestellte Dominanz der westlichen Staaten durch die Ausbeutung des Rests der Welt sei schließlich die Grundlage des Aufkommens des Faschismus gewesen. Hinsichtlich des deutschen Faschismus betonte er die Orientierung Hitlers an den angelsächsischen Systemen. Nach dem Zweiten Weltkrieg seien große Teile der Faschisten zudem weiterhin im westlichen System integriert worden. Dieser Prozess setze sich nun auch in der Ukraine fort. Sjuganow betonte angesichts der Eskalation der imperialistischen Gewalt, dass es Aufgabe der Kommunisten ist, Aufklärungsarbeit zu leisten und den Hintergrund der Krise und Gewalt zu beleuchten, entgegen der von den herrschenden Klassen verbreiteten Hetze.

Aufbau einer antiimperialistischen Front

Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Belarus, Sergej Syrankow, definierte in seinem Referat das Monopol auf die Nutzung von Hochtechnologie und die unter anderem damit verbundenen Möglichkeiten zur Verschleierung und Legitimierung der Gewalt als zentrale Komponenten des imperialistischen Terrors. Er hob ebenfalls die Konzentration des weltweiten Reichtums seit den 1990er Jahren und des Zugangs zu modernsten Technologien in den Händen einer globalen Oligarchie hervor. Seine Rede schloss er mit einem Appell zum Aufbau einer neuen Kommunistischen Internationale, neben einer Front mit progressiven und patriotischen Kräften. Andere Sprecher, wie der kubanische Botschafter in der Russischen Föderation Enrique Orta González betonten die Verdrehung der Begriffe, wenn unter anderem sein Heimatland, welches historisch Opfer zahlreicher Terroranschläge durch die USA war, durch eben diese als „Terrorstaat“ deklariert wird.

Faschismus als Normalzustand des Imperialismus

Auseinandersetzungen mit der Kontinuität der imperialistischen Gewalt seit dem Kalten Krieg bereicherten ebenfalls die Debatte um die aktuelle Eskalation der Gewalt der Imperialisten. Die indische Politikwissenschaftlerin Radhika Desai bezeichnete in ihrem Referat es als im Kalten Krieg verbreitetes „falsches Bild“ des Faschismus als ungewöhnliche Form der Herrschaft durch die Bourgeoisie. Vielmehr wäre die vermeintliche Vereinbarkeit von Demokratie und Kapitalismus in den westlichen Staaten ein Ausnahmezustand des Kalten Kriegs gewesen, der seit Jahrzehnten in verschiedenen Schüben der Liberalisierungsreformen und Faschisierung abgebaut wurde. In der internationalen Politik hätten die USA hingegen die Missachtung internationaler Rechtsprechung schon immer als probates Mittel gesehen. Der Vertreter der Kommunistischen Partei Brasiliens (PCdoB) betonte unter anderem den engen Bezug zwischen dem Faschismus in seinem Heimatland und dem globalen Imperialismus. Den Aufbau der Militärdiktatur 1964 stellte er als Paradebeispiel der Funktion des Faschismus zur Erreichung wirtschaftlicher Ziele dar.

Führende Rolle der KPRF im Kampf gegen Imperialismus

Internationale Bemühungen zum Aufbau einer multipolaren Weltordnung wurden auf dem Forum vor allem als positive Schritte gegen den Imperialismus hervorgehoben. Der russische Präsident Wladimir Putin stellte in seinem Grußwort an das Forum die laufenden Bemühungen ebenso positiv hervor. Sjuganow betonte zuvor zudem die positive Rolle der Volksrepublik Chinas zur Schaffung neuer Institutionen der internationalen Zusammenarbeit. Innerhalb der Russischen Föderation stellte er die KPRF als Kraft dar, die den Kampf gegen den Imperialismus am entschiedensten führen würde.

Errungenschaften des Sozialismus als Stärke

Syrankow betonte ebenfalls die avantgardistische Rolle der belarussischen Regierung bei der Ausrichtung der BRICS zu einer Organisation, welche die Dollarfinanzhegemonie bedeutend schwächen könne. Hinsichtlich der Resilienz des Landes gegen Angriffe von außen hob er die Entwicklung der belarussischen Industrie auf Grundlage gesicherter Errungenschaften des Sozialismus unter der Regierung Lukaschenkos hervor. Der Vorsitzende der Russischen Kommunistischen Arbeiterpartei Viktor Tjulkin führte ebenfalls aus, dass die Kommunisten zwar Bemühungen Russlands und Chinas unterstützen sollten, wobei sie ihre Aufgabe zur Führung des bewussten Kampfes gegen den Faschismus im Bewusstsein ragen mussten. Ein Vertreter aus dem Donbass bezeichnete seine Heimat als „Spanien unserer Zeit“ und betonte die internationale Zusammensetzung antifaschistischer Kampfverbände, welche dort den Faschismus effektiv bekämpften. Der Vertreter der „Levy Front“ Leonid Raswosschajew betonte ebenfalls die Notwendigkeit, die russische Regierung in ihrem Kampf gegen den Westen zu unterstützen, auch wenn er selbst bereits von dieser ins Gefängnis gesteckt wurde. Er bezeichnete die Beseitigung der westlichen Arbeiteraristokratie als grundsätzlich wichtigstes Ziel unserer Zeit.

Der Kampf in Westasien

Ein Sprecher der Jordanischen Kommunistischen Partei charakterisierte zudem Westasien als Zentrum der imperialistischen Aggression und Krise. Der Vertreter der Palästinensischen Kommunistischen Partei erklärte in seiner Rede die Notwendigkeit, Zionismus als eine der aktuell wichtigsten Erscheinungsformen des Faschismus zu bekämpfen. Angesichts der aktuellen Bedeutung war dieser Aspekt etwas unterrepräsentiert auf dem Forum. Der griechische Vertreter der „World Anti Imperialist Platform“, Dimitrios Patelis, betonte darüber hinaus die historische Bedeutung des Kampfes der Islamischen Republik Iran gegen die westliche Vorherrschaft in Westasien.

Kampf gegen Geschichtsrevisionismus

Die Bekämpfung von Geschichtsrevisionismus und das Andenken an den Zweiten Weltkrieg wurde ebenfalls zur zentralen Aufgabe der Kommunisten von verschiedenen Vertretern erklärt. Der Vorsitzende der Ungarischen Arbeiterpartei Gyula Thürmer sprach von der Aufgabe der Kommunisten, den „Faschismus der Vergangenheit“ „wieder und wieder“ zu besiegen. Der Vertreter der Kommunistischen Partei Bulgariens betonte die Schreckensherrschaft unter dem monarcho-faschistischen Regime, das eine Million Bulgaren in Konzentrationslagern internierte. Es gälte nach wie vor daran zu erinnern, dass die Namen der Befreier Berlins, die auf das Reichstagsgebäude geschrieben wurden, zum großen Teil russisch sind.

Internationaler Austausch notwendig

Zum Teil wurde ebenfalls die Notwendigkeit eines verstärkten Austauschs in der globalen Kommunistischen Bewegung zur Sprache gebracht. Tjulkin befürwortete zwar, dass bei einer Konferenz in Havanna im September verschiedene Kommunistische Parteien zusammenkommen würden um die Frage Kubas zu diskutieren, betonte aber zugleich die Notwendigkeit die Blockade Kubas als Bestandteil der Eskalierung des Imperialismus zu diskutieren.

Frage der islamischen Kräfte

Es müsste ebenso der Umstand stärker in Betracht gezogen werden, dass es auch andere progressive Kräfte gibt, die insbesondere in Bezug auf die nationale Frage eine wichtige Rolle spielen, darunter progressive islamische Kräfte. Auf der Konferenz mag zwar ein Konsens zur Rolle der Russischen Föderation im Ukrainekrieg geherrscht haben, aber was die Bewertung und historische Einschätzung islamischer Kräfte angeht, gäbe es sicherlich noch mehr Klärungsbedarf. Eine Rolle dürfte gespielt haben, dass der Westen sich islamisch nennende Kräfte als Terrortruppen aufgebaut hat, die nicht zuletzt in Russland schwere Terrorattentate mit hohen Opferzahlen verübt haben. Eine Gesamtanalyse müsste diese Erscheinungen natürlich mit einbeziehen. In dieser Analyse sollten jedoch als lehrreiches Beispiel auch die Rolle des palästinensischen Widerstands und der Islamischen Republik Iran als wichtige Kräfte im antiimperialistischen Kampf und ihre Erfahrungen betrachtet werden.

Probleme und Schwächen – aber auch organisierter Austausch

Es gab auch Schwächen der Konferenz bzw. die Widerspiegelung von Problemen der Bewegung, vielleicht vor allem in den imperialistischen Ländern. Die relevanten politischen Streitfragen wurden oftmals nicht als solche angesprochen. Die politischen Probleme der Kommunistischen Bewegung sollten durch einen politischen und selbstkritischen Prozess überwunden werden. Ein solcher Prozess erfordert große, auch theoretische Anstrengungen. Möglicherweise war das Forum für eine solche Arbeit gar nicht gedacht, sondern hatte eher die Orientierung der Kräfte zum Ziel, die sich bereits in wichtigen Grundsatzfragen einig sind.

Mehr lernen und austauschen!

Von den Erfahrungen der Parteien des globalen Südens zu lernen, die harte Kämpfe durchfochten haben oder durchfechten, ist für eine solche Erarbeitung wichtig. Möglicherweise haben Konferenzen in dieser Größe immer einen Charakter vieler aneinander gereihter Reden. Das kann ermüdend und wiederholend sein, zugleich gibt es auch einen Eindruck der Positionen und Ideen wieder. In Moskau war der Austausch gerahmt durch hervorgehobene Beiträge und durch eine Zusammenfassung der Reden in beiden Sessions. Das hat zumindest eine gewisse Zusammenführung und Auswertung ermöglicht.

Dennoch wären intensivere Formen mit stärkerem Fokus auf die politischen und theoretischen Kernfragen der Internationalen Kommunistischen Bewegung wichtig: Wie steht es um das Verhältnis des Kampfes für den Sozialismus zum Kampf um nationale Unabhängigkeit? Welche Rolle spielt dabei die internationale Arbeiterklasse und inwiefern spielt ihre Spaltung in den imperialistischen Zentren einerseits und den unterdrückten und kolonisierten Ländern andererseits dabei eine Rolle? Welche Rolle spielen die BRICS in diesem Kampf und welche Formierungsprozesse antiimperialistischen Widerstands gibt es in den imperialistischen Zentren und unterdrückten Ländern? Wie kann es den Kommunisten gelingen, diese Kämpfe zu verbinden und welche theoretischen und organisatorischen Voraussetzungen gibt es dafür? Auf welche konkreten Kampferfahrungen in den verschiedenen Ländern können wir uns beziehen – heute und von unseren Vorkämpfern? Wie wurden und werden diese Erfahrungen theoretisch verarbeitet? Welche Rolle spielen der Kampf für Demokratie und gegen Faschismus und Geschichtsrevisionismus?

Ein Austausch um diese Fragen auf internationaler Ebene kann sehr produktiv sein und wir wollen uns als KO gerne daran beteiligen.


1 https://cprf.ru/2026/02/address-of-the-communist-parties-of-russia-to-the-communist-and-workers-parties/

2 https://www.unsere-zeit.de/fuer-gerechtigkeit-und-weltweite-entwicklung-ohne-faschismus-terrorismus-und-kriege-4815070/

3 https://www.youtube.com/watch?v=1rCHvmTbhqk&t=7298s ab Minute 13:53

Kritischer Marxismus – Domenico Losurdo – Über den Zusammenhang seines Denkens (Teil 5)

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Im letzten Teil der Reihe von Andreas Wehr über den italienischen Historiker Domenico Losurdo geht es um die Frage der Nation, wobei Losurdo Marx und Engels ein schwankendes Verhältnis und dem westlichen Marxismus nationalen Nihilismus attestiert.

Weiter geht es um die Frage des Verhältnisses des Sozialismus zur negativen Freiheit und einer über den Kapitalismus hinausreichenden Bedeutung bürgerlicher Freiheiten. Zuletzt geht es um die von Gramsci bereits identifizierten zwei Revolutionstheorien bei Marx. Diejenige, in der eine bürgerliche Revolution unter Führung von Sozialisten über sich selbst hinauswächst, habe sich historisch letztlich als erfolgreich erwiesen.

Alle Texte von Andreas Wehr zu dieser Folge findet ihr hier:

⁠Absterben des Staates?⁠ 
Die Bedeutung der Nation⁠
Abstrake Freiheit und die Bedeutung der Menschenrechte⁠
Zwei Marxsche Revolutionstheorien⁠