Solidarität mit dem Jemen! Nieder mit der Achse der Verräter!

Themen: Imperialismus und Neokolonialismus, Palästina

Foto: en.abna24.com, gemeinfrei.

Der saudische Krieg gegen den Jemen weitet sich aus – es ist an der Zeit, dass sich die Palästinasolidaritätsbewegung und alle antiimperialistischen Kräfte hinter die widerständige jemenitische Regierung stellen!

Der „vergessene Krieg“

Seit 2015 führt Saudi-Arabien Krieg im Jemen. Nachdem das saudische Regime 2011 Panzer ins benachbarte Bahrain geschickt hatte, um den dortigen Volksaufstand im Blut zu ersticken, wollte es auch den weitaus größeren und geostrategisch wichtigeren jemenitischen Nachbarn unter Kontrolle bringen. Vor allem ging es gegen die Ansarallah, die 2014 die Macht in Sanaa übernommen hatten und seither den Nordjemen kontrollieren, wo rund 80 Prozent der Jemeniten leben.

Damit richtete sich dieser Krieg auch indirekt gegen den Iran, da die schiitischen Ansarallah als „Marionette Teherans“ galten, obwohl sich ihre Verbindung zum Iran erst durch die saudische Invasion festigte. Daher wurde der Krieg gegen den Jemen auch vom imperialistischen Westen – vor allem den USA, Großbritannien und Frankreich, aber auch der BRD – durch Aufklärung, Beratung, Ausbildung, Waffen und Luftbetankung unterstützt.

Riad rief eine Militärkoalition zusammen, der sich alle reaktionären arabischen Regime – von Marokko überÄgypten und Jordanien bis hin zu den Golfmonarchien – anschlossen. Sanaa wurde regelmäßig bombardiert und eine völkermörderische Seeblockade gegen den Jemen verhängt. Die Koalition stützte sich vor allem auf lokale Stammesmilizen, aber auch auf Söldner und Al-Qaida-Ableger. Mittlerweile verfolgen die Vereinigten Arabischen Emirate eigene Ziele im Land und ihre Marionetten bekämpfen die der Saudis.

Der Jemen war schon vor dem Krieg das ärmste Land der Arabischen Welt. Doch der saudisch geführte Krieg und vor allem die brutale See-, Luft- und Landblockade führten zu einer Hungersnot und laut UNO zur damals „größten menschengemachten humanitären Katastrophe“: 2021 lag die Zahl der Toten bei mindestens 377.000.1 Fast 5 Millionen Menschen befanden sich auf der Flucht.2 Auch heute noch leiden 20 Millionen Jemeniten an Hunger und mehr als 2 Million Kinder gelten als akut mangelernährt.3 Die Unterernährung wird seit Jahren durch Krankheiten wie Cholera verstärkt, die auf die katastrophalen Lebensumstände der Menschen zurückzuführen sind. Bereits 2018 waren 85.000 Kinder unter 5 Jahren an den Folgen des Hungers gestorben.4

Die dritte Front

Trotz dieser ungeheuren Opfer zögerte die Ansarallah-Regierung nach Beginn der Operation „Al-Aqsa-Flut“ am 7. Oktober 2023 nicht, sich an die Seite Gaza zu stellen: Am 31. Oktober erklärte Sanaa Israel den Krieg und forderte ein Ende des Völkermords in Gaza. Die Ansarallah schossen Raketen und Drohen auf Israel ab und begannen im November mit der Blockade des Roten Meers. Damit wurde der Jemen zur dritten Front neben Gaza und dem Libanon.

Die Jemeniten haben diese praktische internationale Solidarität mit viel Blut bezahlt: Immer wieder bombardierten Israel und die USA das Land und der Westen verschärfte seine Sanktionen. Zugleich demonstrieren seither Woche für Woche hunderttausende Menschen auf Massendemonstrationen in Sanaa ihre Unterstützung für die Ansarallah und ihren Kampf gegen das zionistische Regime, den imperialistischen Westen – und die erneut eskalierte saudische Aggression. Jemen nimmt damit einen zentralen Platz in der Achse des Widerstands und im antiimperialistischen Befreiungskampf der Völker Westasiens ein.

Die Achse der Verräter

Vor dem Hintergrund der jüngsten US-zionistischen Aggression gegen den Iran und der defensiven Maßnahmen der Achse des Widerstands (Schließung der Straße von Hormuz und des Roten Meers, Vergeltungsschläge gegen US-Militärbasen in den Golfstaaten) hat Saudi-Arabien den Krieg gegen den Jemen wieder eskaliert. Die jemenitische Regierung hat selbstbewusst reagiert, indem sie gegen Riad zurückschlug und zugleich die saudischen Marionetten im Süden mittels Blitzoffensiven in kürzester Zeit zurückdrängte. Nun kontrolliert sie die gesamte jemenitische Küste des Roten Meeres und die wichtige Meerenge Bab al-Mandab.

Die Saudis aber mobilisieren wieder ihre Alliierten gegen den Jemen – diesmal die Türkei und Pakistan im Rahmen des neuen „Mekka-Pakts“ – pakistanische Kampfjets sollen bereits an der Bombardierung von Zielen im Jemen beteiligt gewesen sein.5 Diese drei Länder gehören zu den militärisch und ökonomisch mächtigsten Staaten der islamischen Welt. Doch sie haben bis heute kaum einen Finger für die Palästinenser gerührt und keiner von ihnen sah sich in der Lage, militärisch in Gaza einzugreifen. Aber gegen den Jemen, das ärmste arabische Land, das noch dazu drei Jahre lang fest an der Seite der Palästinenser stand und ihnen militärisch zur Seite stand, mobilisieren sie nun ihre Armeen! Das zeigt – bei allen Widersprüchen und Machtverschiebungen in der Region – dass die herrschenden Klassen des Saud-Regimes, des NATO-Mitglieds Türkei und der traditionell an den Westen gebundenen Atommacht Pakistan bei allen schönen Worten nach wie vor Verräter an den Palästinensern und Feinde der Befreiung Westasiens sind.

Jemen zeigt wie’s geht!

Die weltweite Palästinabewegung aber ist jetzt in der Verantwortung:

Der Jemen hat uns in seinem aufopferungsvollen und selbstlosen Beistand für die Palästinenser mit Ehrfurcht und Hoffnung erfüllt. Er hat bewiesen, dass praktische internationale Solidarität möglich ist, und gezeigt, wie sie konkret aussieht. Sein Volk hat für Gaza gekämpft und gelitten. 1967 hat der Genosse Ernesto Che Guevara gefordert: „Es geht nicht darum, den Opfern der Aggression Erfolg zu wünschen, sondern an ihrem Schicksal teilzunehmen, sie bis zum Tode oder bis zum Sieg zu begleiten.“6 Genau das hat der Jemen getan.

Wie oft haben wir auf den Palästina-Demos gerufen: „Yemen Yemen make us proud – turn another ship around“ oder: „Jemen Jemen zeigt wie’s geht – das ist Solidarität“? Nun ist es an uns, internationale Solidarität mit dem Jemen zu zeigen!

Es ist an der Zeit, vor die Botschaften und Konsulate Saudi-Arabiens, Pakistans und der Türkei zu ziehen und dort zu demonstrieren!

Das Mindeste aber sollte sein, die Aggression gegen den Jemen auf den Palästina-Demos zu thematisieren und klar zu verurteilen!

Stoppt die Aggression gegen den Jemen – Solidarität mit dem heldenhaften jemenitischen Volk!

Nieder mit den Imperialisten, Zionisten und ihren Kollaborateuren – es lebe die Achse des Widerstands!

1 https://www.nau.ch/news/ausland/uno-rechnet-mit-377000-toten-durch-jemen-krieg-bis-jahresende-66051082

2 https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/hilfe-weltweit/jemen

3 https://reliefweb.int/report/yemen/wfp-warns-hunger-surging-yemen-conflict-displaces-thousands-enar

4 https://www.savethechildren.net/news/yemen-85000-children-may-have-died-starvation-start-war

5 https://pajhwok.com/2026/10/09/nyt-pakistani-fighter-jets-used-in-strikes-against-houthis/

6 https://www.marxists.org/deutsch/archiv/guevara/a_s_badt.html