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Grußwort von Alexej Albu (Borotba) zum Antikriegstag – Greeting by Alexey Albu (Borotba) for the International Day of Peace

English version below

An die Genossen und die Friedensbewegung in Deutschland:

Die Neonazi-Bewegung in der Ukraine ist seit dem ersten Maidan im Jahre 2004 (der so genannten „Orangenen Revolution“) gewachsen, als Wiktor Juschtschenko, der Ehemann einer US-Staatsbürgerin mit engen Verbindungen zur CIA, Präsident der Ukraine wurde. Seine Politik stützte sich auf Rückhalt rechtsextremer Gruppen, die für ihre Aktivitäten finanzielle Mittel und Zugang zu den zentralen Medien erhalten. Ihre Anführer wurden Chefs der regionalen staatlichen Behörden und erhielten im Gegenzug Einblick in die Verwaltungsarbeit. 

In dieser Zeit wuchsen die Widersprüche zwischen dem westlichen und dem südöstlichen Teil der ukrainischen Gesellschaft sehr stark. Die Bürger der Westukraine wurden zu einer sozialen Basis für die rechtsextremen Organisationen und Gruppen, die dort bereits die Regionalräte kontrollierten.

Diese Umstände führten 2014 zum Staatsstreich (dem so genannten „Euromaidan“), bei dem der gewählte Präsident Wiktor Janukowitsch gestürzt wurde. Natürlich wollten die Menschen im Südosten dieses neue Regime nicht akzeptieren, dessen erstes Gesetz den Gebrauch ihrer russischen Muttersprache einschränkte. Aber wir dachten, dass wir unser Ziel der Föderalisierung auf friedliche Weise erreichen könnten.

Leider wurden unsere friedlichen Proteste in Blut ertränkt und im Feuer des Gewerkschaftshauses in Odessa verbrannt. Ich war Zeuge dieses Massakers. In diesem Moment wurde mir klar, dass der Faschismus in Europa wiederbelebt worden war. Jetzt lebe ich im Donbass, und ich sehe, dass meine Schlussfolgerung über den ukrainischen Faschismus leider richtig war.

In all diesen acht Jahren, von 2014 bis 2022, hat sich der Nazi-Staat Kiew auf einen großen Krieg vorbereitet. Sie glaubten, wenn sie den Donbass angreifen, würde die russische Führung zu viel Angst haben, um in diesen Konflikt verwickelt zu werden. Aber sie haben sich geirrt. Russland hat uns, die Menschen im Donbass, vor der ukrainischen Armee gerettet. 

Die derzeitige Situation ist schlecht, denn die ukrainische Führung will Rache nehmen. 

Wir haben unsere eigenen Ziele, zum Beispiel die Befreiung meiner Heimatstadt Odessa von der ukrainischen Besatzung. Das ukrainische Regime hat seine eigenen Ziele – den Donbass und die Krim zu besetzen. Aber wenn wir den Krieg beenden wollen, müssen wir uns gegenseitig Zugeständnisse machen. 

Wir wären bereit, diesen Krieg zu beenden, wenn die ukrainischen Streitkräfte dies auch sind. Aber sollte dies ein Trick sein, um Zeit zu gewinnen und die ukrainische Armee weiter aufzurüsten, würde das bedeuten, dass der Krieg später fortgesetzt würde, nur hätten sie dann eine deutlich bessere Ausgangsposition. Die einzige Möglichkeit, diesen Krieg zu beenden, besteht also darin, die Militärlieferungen an die ukrainische Armee einzustellen.

Wenn die europäische Friedensbewegung dazu beitragen will, diesen Krieg zu beenden, muss sie Massenproteste gegen die Lieferung von Militärgerät an die ukrainische Armee organisieren. Es gibt keinen anderen Ausweg. 

Solange Europa und die USA die Ukraine unterstützen, wird auf beiden Seiten Blut vergossen werden. 

Liebe Genossen der Kommunistischen Organisation: Ich danke Euch und allen Genossen, die Eure Meinung teilen, für Eure Haltung zu diesem Krieg! 

Jeder Krieg hat ein Ende. Und es ist sehr wichtig, starke Bindungen aufzubauen, die auf Freundschaft, Respekt und Gleichheit beruhen.

Sie werden nicht siegen! ¡No pasarán!

To the Comrades and the Peace Movement in Germany:

The neo-Nazi movement in Ukraine has grown since the first Maidan in 2004 (the so called “Orange Revolution”), when Viktor Yushchenko, his wife a US citizen with close ties to the CIA, became president of Ukraine. His politics were built on support of the far-right groups that receive finances for their activities and access to the central media. Their leaders became chiefs of the regional state departments in exchange for getting knowledge of administrative work. 

In this period, contradictions that existed between the Western and Southeastern parts of Ukrainian society became really strong. Citizens of Western Ukraine became a social base for the far-right organizations and groups that already controlled regional councils there.

These circumstances lead to the coup d’état in 2014 (the so called “Euromaidan”), in which the elected president Viktor Yanukovych was overthrown. Of course, the people of the Southeast did not want to accept this new regime, the first law of which restricted the use of their native Russian language. But we thought that we could reach our goals of federalization in a peaceful way.

Unfortunately, our peaceful protests were drowned in blood and burned in the fire of the Trade Union House in Odessa. I was a witness of this massacre. In that moment, I realized that fascism in Europe had been revived. Now I’m living in Donbass, and I see that my conclusion about Ukrainian fascism was sadly correct.

All those eight years, from 2014 to 2022, the Nazi state of Kiev had been preparing for a big war. They believed that if they attacked Donbass, the Russian leadership would be too afraid to be involved in this conflict. But they were incorrect. Russia saved us, the people of the Donbass, from the Ukrainian army. 

The current situation is bad, because the Ukrainian leadership wants to take revenge. 

We have our own aims, for example the liberation of my native city Odessa from Ukrainian occupation. The Ukrainian regime has its own aims – to occupy Donbass and Crimea. But if we want to stop the war, we must make concessions to each other. 

We would agree to stop this war, if Ukrainian forces stopped. But if this would be a trick to buy time to make their army stronger, it would mean the war would be continued later, only they would be much better prepared. So the only way to end this war is to stop military supplies to the Ukrainian army. 

If the Peace Movement of Europe wants to help end this war, they need to organize mass protests against sending military supplies to the Ukrainian army. There is no other way out. 

As long as Europe and the USA support Ukraine, blood will be shed on both sides. 

Dear comrades of the Communist Organization: Thank you and all comrades who share your opinion, for your position concerning this war! 

Every war has an end. And it is very important to form strong bonds based on friendship, respect and equality.

They won’t win! ¡No pasarán!

Aktuelles

Palästina-Solidarität-Duisburg verboten!

Heute Morgen wurde „Palästina Solidarität Duisburg“ vom NRW-Innenministerium verboten und Wohnungen durchsucht. Das Verbot wird damit begründet, dass der Verein sich gegen den „Gedanken der Völkerverständigung“ richte. Eine völlig absurde Verdrehung der Tatsachen: Palästina-Solidarität Duisburg steht für internationale Solidarität und für den Kampf gegen Kolonialismus. Der deutsche Staat unterstützt den Genozid in Gaza und den Besatzungsterror – er richtet sich gegen Völkerverständigung und Frieden! Das Verbot ist ein weiterer Schlag gegen die Grundrechte in Deutschland. Die Vereinigungsfreiheit wurde bereits mit dem Verbot von Samidoun angegriffen. Wir rufen alle demokratischen Menschen und Organisationen auf, sich aktiv gegen das Verbot einzusetzen. Solidarität mit unseren Genossen von Palästina Solidarität Duisburg!

Veranstaltungsankündigung: Der antifaschistische Kampf in der Ukraine – Vortrag und Diskussion mit Alexej Albu

📆 26. Mai 2024, 18 Uhr, via zoom (Link auf Anfrage) mit Alexej Albu Die Veranstaltung findet auf Englisch statt. Den zoom-Link verschicken wir auf Anfrage 📧 an info@kommunistische-organisation.de.